• Island 2026 – Unser Resümee 🇮🇸🏍️

    September 14 in Germany ☁️ 21 °C

    Wenn man am Ende einer solchen Reise zurückblickt, fragt man sich eigentlich nur: Warum macht man sowas freiwillig? 😂

    Wir waren zu dritt unterwegs – zwei Motorräder und ein Jeep. Und eigentlich war schon vor der Abfahrt klar: Ganz normal wird das nicht.

    Island hat uns dann auch direkt gezeigt, was es kann. Regen, Wind, Kälte, Sonne, Schotter, Sand, Lavafelder, Flüsse und Straßen, bei denen man sich manchmal gefragt hat, ob das wirklich noch eine Straße sein soll.

    Dazu kamen unsere ganz persönlichen Herausforderungen.

    Kubis KTM wollte eigentlich ständig irgendwas nicht. Kupplung, Benzinpumpe, Elektrik – zwischendurch war die Stimmung entsprechend im Keller. Aber irgendwie haben wir jedes Problem wieder hingebogen. Selbst wenn die Werkstatt nicht weiterkam, wurde eben selbst geschraubt. Am Ende lief die KTM wieder.

    Die BMW war da nicht viel besser. Bremsen, ausgehen, Ölverlust am Gabelholm und diverse andere kleine Überraschungen. Und natürlich musste sie 50 Meter vor zuhause nochmal ausgehen. 😂
    Ob sie nach der Reise mein Lieblingsmotorrad ist? Eher nicht.

    Und dann war da noch Martin. 🚙😂

    Der Jeep macht einfach seinen Job. Einmal ging das Getriebe in Störung – Grund war tatsächlich Unterspannung, weil wir den Jeep inzwischen als Stromversorgung für gefühlt alles benutzt haben. Handys, Kameras, Akkus, sonstiger Kram – eigentlich fehlte nur noch die Kaffeemaschine mit Drehstromanschluss. 😂

    Aber unser Martin ist unsere Geheimwaffe.

    Für alles gewappnet.
    Kochen? Hat er alles dabei.
    Werkzeug? Fast alles da.
    Kein Sprit mehr im Hochland? Martin wird zum Tankfahrzeug.
    Koffer vom Motorrad gefallen? Martin wird zum Packesel.
    Koffer wollen nicht mehr ans Motorrad? Martin hat natürlich noch irgendwelche Zusatzgurte.

    Und weil das alles noch nicht reicht, hat er auch noch unser super Schlafgestell gebaut. Wir haben irgendwann zwar mit der Nummerierung der Versionen komplett den Überblick verloren – gefühlt wurden wir mit jedem neuen Aufbau jeden Tag ein bisschen dümmer – aber geschlafen haben wir darin trotzdem. 😂

    Martin war also eigentlich Koch, Mechaniker, Tankwagen, Gepäcktransporter, Teilelager, Stromversorger und Konstrukteur in einer Person.

    Nur eine Sache hat er während der ganzen Reise konsequent gemacht:

    Jammern. 😂

    Denn schließlich ist Jeepfahren ja auch anstrengend.

    „Aua, meine Schultern.“

    Ja, Martin.

    Während die anderen bei jedem Wetter und auf jeder Straße ständig auf und unter ihren Motorrädern lagen, irgendwelche Koffer reparierten, Kupplungen entlüfteten, Bremsen nachstellten oder im Schlamm und Wasser herumfuhren:

    „Ja ja…“

    Dauerschleife wie ein Fritz-Radio-Sender:

    „Der Wind ist auch anstrengend.“
    „Auf die Straße muss man auch aufpassen.“
    „Aua, meine Schultern.“
    „Kalt ist es auch.“
    „Aua, meine Schulter.“
    „Jeepfahren ist wirklich anstrengend.“ 😂

    Und wenn wir dann nach sechs oder acht Stunden Motorradfahren völlig durch waren, kam von hinten wahrscheinlich gerade:

    „Puh… meine Schultern.“

    Aber mal ehrlich: Ohne Martin und den Jeep wäre diese Reise definitiv eine andere gewesen.

    Er war unser Mädchen für alles, unser Versorgungsfahrzeug und gleichzeitig derjenige, der uns immer wieder dazu gebracht hat, noch eine F-Road zu fahren, obwohl wir eigentlich schon wussten, dass wir danach keine Lust mehr haben würden. 😂

    Während wir Motorradfahrer irgendwann gelernt haben, durch Sand, Schotter, Lava und Furten zu kommen, hat Martin sich zwischendurch auch mal seinen Auspuff an einem Stein abgerissen. Man muss ja schließlich zeigen, dass man dabei war.

    Wir sind gefallen, haben uns nasse Füße geholt, waren bis zu den Knien im Wasser, sind durch teilweise 30–40 cm tiefe Furten gefahren und haben irgendwann aufgehört, uns darüber Gedanken zu machen, ob wir nass werden.

    Der Weg war das Ziel.

    Und genau das war für mich das Schönste an dieser Reise. Nicht unbedingt die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern die Strecken dazwischen. Die endlosen Schotterpisten, die Berge, Gletscher, schwarzen Sandflächen, Flüsse und Fjorde. Landschaften, bei denen man einfach stehen bleibt und denkt: Das kann doch nicht echt sein.

    Dazu kamen unsere Hot Pots. Einer, zwei, drei… irgendwann haben wir aufgehört zu zählen. 😂
    Und dann, ausgerechnet an einem unserer letzten Abende: endlich Polarlichter. Ein perfekter Abschluss.

    Natürlich gab es auch ruhige Tage. Sonne, 19 Grad, Straße am Meer entlang und einfach mal keinen Offroad-Stress. Das tat nach den ganzen Abenteuern sogar richtig gut.

    Die Rückfahrt mit der Fähre war nochmal eine eigene Geschichte: drei Tage ohne Internet, Kubi als Höhlenmensch in seiner Kabine, ich mit Buch und etwas zu viel Bier und Martin, der mit dem Seegang nicht ganz so glücklich war. Auf den Färöern gab es noch ein Pflichtbier und ein ziemlich teures Steakhouse-Abenteuer.

    Und dann waren wir wieder in Dänemark.

    800 Kilometer bis nach Hause – für uns inzwischen ein Klacks.
    Na gut, der Hintern sah das etwas anders. 😂

    Was bleibt?

    Eine Menge kaputter und verbeulter Ausrüstung.
    Eine BMW, die dringend Aufmerksamkeit braucht.
    Eine KTM, die wahrscheinlich mehr repariert als gefahren wurde.
    Ein Jeep mit einem angeknabberten Auspuff.
    Unzählige Kilometer.
    Viel zu viel Wind.
    Viel Regen.
    Viel Sonne.
    Viel Bier.
    Vier Hot Pots.
    Ein kaputtes Handy.
    Und wahrscheinlich mehr Stürze, als wir eigentlich zugeben möchten. 😂

    Aber vor allem bleibt eine geile Zeit mit zwei Freunden, die man so schnell nicht vergessen wird.

    Wir drei Gestörten haben Island nicht nur bereist – wir haben Island erfahren.

    Island 2026 – geschafft. 🇮🇸🏍️🚙🌋🌊

    Und eines ist sicher:

    Das war bestimmt nicht die letzte Tour.

    Martin kommt damit deutlich mehr als „der Jeepfahrer“ rüber – eigentlich als vierter Ausrüstungsgegenstand mit Führerschein. 😂
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