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  • Day5

    Creevagh Heights B&B

    April 10, 2019 in Ireland ⋅ ⛅ 11 °C

    Die Berg- und Talfahrt auf den ausgedienten, 1/2spurigen "Landstraßen" ging verhältnismäßig zügig vorrüber. Zu unserer Linken tat sich aus dem Nichts mitten im Nirgendwo eine Natursteinmauer auf, ein Schild wies auf unsere Unterkunft hin und ich wollte gerade schwungvoll (weil Schwung braucht Kate, um die Berge und Hügel hoch zu kommen) die vermeintliche Einfahrt hinaufbrettern, als sich ein verschlossenes rotes Tor vor uns aufbaute und mich zur Vollbremsung zwang. Mutti und ich glotzten uns kurz dumm in die mit reichlich Fragezeichen gefüllten Augen, dann ein dezentes Schulterzucken, ich setzte Kate erstmal zurück, parkte am Wegesrand, ließ das Fenster einen spaltbreit offen und Mutti knallhart im Auto sitzen und marschierte nochmal Richtung Tor. Erstmal die Lage auskundschaften. Ein kleines Hinweisschild verriet kurzerhand den Türcode und so stiefelte ich einen langen, geschwungenen Weg zum Cottage entlang, rechts und links von mir penibel kurzgeraspelter Golfrasen. Mir öffnete ein junges Mädel die Tür, vielleicht 18 Jahre alt, erklärte kurz, dass ihre Eltern noch unterwegs seien aber sie mir und...kurzer Blick nach draußen, sie suchte offenkundig Mutti...schonmal unser Zimmer zeigen würde. Ich erklärte, dass Auto und Mutti noch vorm Tor warteten, holte die beiden kurzerhand auf das Grundstück und uns wurde unser royal anmutendes Zimmer gezeigt. Alles sehr sehr sauber und ordentlich, Meerblick, Luxus pur. Auch die Lodge ist mega gemütlich, große Fensterfront zur Küste raus und ein Kamin, der mit Torf geheizt wird.
    Recht spät am Abend, nachdem wir noch einige Zeit zum Strand und zurück gewandert sind (ca 5km insgesamt bergauf und bergab), waren wir schon dabei es uns in unserem Zimmer bequem zu machen, denn von den Hauseigentümern war weit und breit nichts zu sehen. Dann plötzlich Schritte und ein zartes Klopfen an unserer Tür, Carol und Harry stellten sich überschwenglich aber wirklich extrem sympatisch bei uns vor und erklärten, warum sie bei unserer Anreise nicht zu Hause waren....ein wirklich grausiger Grund, durchaus gerechtfertig. Carol war zur ZahnOP in Dublin und Harry musste vermutlich fahren. Alles dauerte länger als geplant und es tat ihnen wirklich leid. Sie boten uns zum x-ten Mal Kaffee und Tee an, wir lehnten dankend ab, sie boten uns an noch den Kamin zu heizen, auch das lehnten wir dankend ab. Dann taten sie uns langsam leid, weil wir nichts von ihnen wollten und ein letzter Versuch ihrerseits fruchtete dann doch. Harry bot uns einen Gute-Nacht-Trunk, quasi irische Medizin an, einen Grappa, einen illegal gebrannten Whiskey und wir nahmen das Angebot an. Harry freute sich wie ein kleines Kind, seine Augen leuchteten und es fehlte nur noch dass er in die Hände klatschte und in die Luft hopste...stattdessen hüpfte er aufgeregt den Flur entlang und kam kurz darauf mit 2 Schnapsgläsern wieder und drückte sie uns grinsend in die Hand. Langsam trinken, am besten im Liegen....das waren seine nicht ganz ernst gemeinten Tipps. Wir schnatterten noch ein wenig, klärten das morgige Frühstücksmenü und Harry will uns morgen einige Umgebungskarten zeigen, damit wir auch was erleben können. Uns wurde lieb "Gute Nacht" gesagt, wir freuen uns alle auf morgen früh...besonders Carol und Harry, da bin ich mir ganz sicher!!!
    Die Medizin war sehr hochprozentig, aber entgegen aller Befürchtungen recht bekömmlich...zumindest wärmte er uns ordentlich auf und wir eskalierten kurz beim Fotos machen. Will ja alles festgehalten werden 😉
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