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  • Day17

    La Pachamama - Mutter der Sierra Nevada

    March 3, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 26 °C

    Der Abschied aus unserer Zivilexklave steht uns heute bevor: Wir verlassen die Sierra Nevada um unseren Reiseweg weiterzuverfolgen.
    Da es hier so unglaublich schön, abgeschieden und still ist, entschieden wir uns, erst gegen späten Nachmittag zurück in die Stadt zu reisen. Beim Check Out trafen wir zum ersten Mal auf den Besitzer des Hostels, Antonio Bitar.
    Da wir mit ihm ins Gespräch kamen, erzählte er uns, wie er zu diesem herrlichen Stück Natur im Herzen des Landes der Ureinwohner gekommen ist. Trotzdem er kein Stammesmitglied war, erhielt er von dem Volk der Arhuaco die Erlaubnis, dieses Stück Land schützen zu dürfen. Schützen und nicht besitzen, da die Sierra Nevada als heiliges Land der Arhuaco. gilt. Das Stammesoberhaupt, der sogenannte Momo, überreichte ihm im Juni 2018 in einer Zeremonie dieses Stück Land, damit er die Pflanzen und Tiere, die es bevölkern, nachhaltig beschützt und bewahrt.

    Schützend ragt die Mutter der Sierra Nevada, la Pachamama, aus den Hängen des Grundstücks in Form eines großen Felsens hervor. Um sie zufrieden zu stellen und ihr Wohlgesinnen zu sichern, achtet Antonio Bitar darauf, dass in dem Teich zu ihren Füßen stets genug Wasser vorhanden ist.

    Die Hänge der Sierra Nevada sind aufgrund des günstigen Klimas von vielen Heilkräutern bewachsen, die den Indigenos als Medizin dienen. Aus diesem Grund kommen Häuptlinge anderer Stämme aus allen Teilen Kolumbiens in die Sierra Nevada. Unter anderem wächst hier ein Kraut, Yuga, welches Leib und Seele reinigt und die Konsumenten vorübergehend etwas betäubt. Als Antonio Bitar das Land angetrauten bekam, waren gerade zwei Häuptlinge aus der Amazonasregion zugegen, um Yuca zu trinken. Diese Trinkzeremonie dauert ab dem späten Nachmittag bis zum nächsten Tag an. Währenddessen schien viel Energie zu fließen, weshalb sich ihm die Armhaare aufgestellten, erzählte Antonio Bitar. Es begann zu donnern ohne zu blitzen, weiße und schwarze Wolken bewegten sich aufeinander zu und zu dem Zeitpunkt, an dem sie aufeinander trafen, wurde es schlagartig dunkel. Dies alles sei ihm nicht geheuer gewesen, es habe ihm aber Respekt vor der Kraft der Natur eingeflöst und ihn seinem Vorhaben bestärkt, im Einklang mit diesem Land im Sinne der Arhuaco zu leben und es in ihrem Sinne zu bewahren.

    Kolumbiens Ureinwohner sind so divers und vielzählig, sodass es durchschnittlichen EuropäerInnen schwer fällt, all ihre Existenzen geographisch zuzuordnen und zu verstehen. Umso schöner war es, einen sehr kleinen Einblick in die Spiritualität und Rituale einer der Indigenos zu erhalten.
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