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  • Day7

    Energie- und Transportinfrastruktur

    June 15, 2019 in India ⋅ ⛅ 29 °C

    Nach China und den USA hat Indien den drittgrößten Energieverbrauch sowie die drittgrößten CO2-Emissionen weltweit. 79,2% der indischen Haushalte verfügen im Jahr 2014 über einen Stromanschluss, wobei eine deutliche Diskrepanz zwischen Land (70%) und Stadt (98,3%) zu verzeichnen ist.

    Über die Hälfte der elektrischen Energie kommt aus Kohle (55,3%), gefolgt von Wasserkraft (20,4%) und erneuerbaren Energien (11,7%). Gas, (9,5%), Kernkraft (2,5%) und Öl (0,6%) sind für die Stromerzeugung weniger relevant.

    Problematisch ist die weitere prognostizierte Entwicklung Indiens mit einem rapiden Bevölkerungswachstum von aktuell 1,3 auf 1,5 Milliarden Menschen im Jahr 2030 und die damit einhergehenden Probleme in der öffentlichen Energieversorgung. Schon heute kommt es regelmäßig zu Leistungsschwankungen und Black-outs, was wiederum die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Indien gefährdet.

    Obwohl Indien Anstrengungen im Wandel hin zu mehr erneuerbaren Energieanteilen unternimmt, wird Indien mittelfristig nicht auf fossile Brennstoffe verzichten können. Mangels Fördermengen und aufgrund schlechte Transportinfrastrukturen wird Indien sogar diese aus dem Ausland importieren müssen.

    Zweifelsohne ist die Straße der wichtigste Verkehrsweg in Indien. 70% des Gütertransports und 85% des Personenverkehrs erfolgen auf dem Straßennetz, welches ca. 3,3 Millionen Kilometer lang und zur Hälfte asphaltiert ist. Die Straßen sind je nach Bundesstaat sehr unterschiedlich ausgebaut, häufig jedoch in ungenügendem Zustand. Dies führte gemeinsam mit der oft rücksichtslosen Fahrweise zu ca. 240.000 Verkehrstoten in Indien im Jahr 2013, was 18,9 Verkehrstote je 100.000 Einwohner entspricht (Vergleich Deutschland: 4,2).

    Die verbleibenden 30% des Güterverkehrs und 15% des Personenverkehrs entfallen auf die Schiene. Das Reisen mit der Eisenbahn ist für einen Großteil der indischen Bevölkerung aufgrund der überschaubaren Kosten das Verkehrsmittel für längere Strecken. Während sich das Schienennetz auf ca. 64.000 Kilometer erstreckt und 7.200 Bahnhöfe umfasst, sind überwiegend die Überlandstrecken gut ausgebaut. Die innerstädtischen Strecken werden im Rahmen eines durch die aktuelle Regierung initiierten Modernisierungsprogramms ausgebaut.

    Aufgrund der großen inländischen Entfernungen stellt der Luftverkehr eine Alternative zum Schienenverkehr dar. Das Flugnetz ist zwischen den großen Städten gut ausgebaut und wird mehrmals täglich angeflogen, allerdings ist die Anbindung der Flugzeuge an die Städte mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln häufig problematisch.

    Der Infrastrukturen für Seeverkehr sowie Binnenschifffahrt sind in Indien veraltet und schöpfen ihr volles Potenzial nicht aus. Ziel der indischen Regierung sind die Erneuerung und Modernisierung.
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