• Das Abendmahl von da Vinci

    23 aprile, Italia ⋅ ☀️ 22 °C

    Um 17:30 Uhr haben wir dann endlich unseren Tour Guide getroffen, da ging’s erst mal gemeinsam noch mal in die angrenzende Kirche mit ein paar Extea Informationen, dann zum Ticket abholen und um 18:00 Uhr pünktlich rein zum weltberühmten Gemälde. Sehr spannend ist die Gestaltung, wie das Ganze aufgebaut ist. Tatsächlich geht man durch mehrere Räume, die alle mit automatischen Türen versehen sind. Pro Viertelstunde dürfen nur 40 Leute zum Gemälde. Sobald die 40 Leute in einem der Vorreden sind, schließt sich eine automatische Tür und erst wenn diese geschlossen ist, öffnet sich die nächste. Das gleiche gilt dann für nächsten Raum. So wird verhindert, dass es große Temperaturschwankungen beim Gemälde gibt. Sehr beeindruckend und gut durchdacht! Das „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci gehört zu den berühmtesten Kunstwerken der Welt und befindet sich im Refektorium des Klosters neben der Santa Maria delle Grazie in Mailand und war bewusst für diesen Raum konzipiert, in dem die Mönche ihre Mahlzeiten einnahmen. Es entstand zwischen 1495 und 1498 im Auftrag von Ludovico Sforza. Es gilt als Meilenstein der Renaissancekunst und als ein Höhepunkt in Leonardos malerischem Schaffen. Das Gemälde zeigt den Moment, in dem Jesus seinen Jüngern mitteilt, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Im Mittelpunkt steht nicht nur die religiöse Szene, sondern vor allem die Reaktion der Apostel. Jeder von ihnen zeigt eine individuelle Emotion wie Überraschung, Zweifel oder Empörung, was für die damalige Zeit eine besonders realistische und moderne Darstellung war. Kompositorisch ist das Bild sehr durchdacht. Jesus sitzt exakt in der Mitte, und alle Perspektivlinien laufen auf ihn zu, wodurch der Blick des Betrachters automatisch auf ihn gelenkt wird. Die Apostel sind in vier Gruppen mit je drei Personen angeordnet, was sowohl die Dreifaltigkeit als auch eine klare Struktur betont. Judas ist nicht, wie in älteren Darstellungen, isoliert auf der anderen Seite, sondern sitzt mitten unter den anderen, was die Szene realistischer und dramatischer macht. Er ist jedoch durch kleine Details erkennbar, etwa durch seine zurückweichende Haltung und den Geldbeutel in der Hand. Leonardo verzichtete bewusst auf übertriebene Heiligenscheine oder starre religiöse Symbole und konzentrierte sich stattdessen auf menschliche Emotionen und Gesten. Dadurch wirkt die Szene ungewöhnlich lebendig und fast wie ein eingefrorener Moment einer realen Unterhaltung. Technisch ist das Werk ungewöhnlich, da Leonardo nicht die klassische Freskotechnik verwendete, sondern mit einer Mischung aus Tempera und Öl auf trockenem Putz experimentierte. Dadurch konnte er feiner malen, allerdings begann das Bild schon früh zu verfallen, weshalb es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert werden musste. Trotz Schäden durch Zeit und sogar den Zweiten Weltkrieg ist das Werk bis heute erhalten und streng geschützt. Vor allem im Bezug auf Bombenschäden aus dem zweiten Weltkrieg gleicht es fast einem Wunder. Die gesamte Decke war weg, das Bild nahezu unbeschadet. Ein Glück! Es gilt als Meilenstein der Kunstgeschichte, vor allem wegen seiner Komposition, seiner psychologischen Tiefe und seiner innovativen Darstellung menschlicher Emotionen. Ebenfalls beeindruckend ist die Positionierung. Wahrend das Bild vom letzten Abendmahl und der Ankündigung vom Verrat an der einen Wand ist, ist an der gegenüberliegenden Wand ein Bild von der Folge daraus. Der Kreuzigung. Das Werk ist „Kreuzigung“ (Crocifissione) von Giovanni Donato da Montorfano. Dieses Fresko entstand um 1495 und nimmt die gesamte gegenüberliegende Wand ein. Es zeigt die Kreuzigung Christi in einer eher klassischen, traditionellen Darstellung. Jesus am Kreuz im Zentrum, umgeben von Figuren wie Maria und Johannes. Die Komposition wirkt ruhiger und statischer, wie es für die damalige religiöse Malerei typisch war. Gerade im direkten Vergleich wird deutlich, wie unterschiedlich die beiden Werke sind. Während Montorfanos Fresko noch stark den traditionellen Darstellungsformen folgt, wirkt Leonardos „Letztes Abendmahl“ deutlich moderner, dynamischer und emotionaler. Dieser Kontrast macht den Raum besonders interessant, weil man zwei künstlerische Ansätze der gleichen Zeit unmittelbar gegenübergestellt sieht. Eine zusätzliche Besonderheit ist, dass Leonardo da Vinci selbst Teile des Kreuzigungsfreskos ergänzt hat. Im unteren Bereich malte er Figuren, vermutlich Mitglieder der Familie Sforza, die heute jedoch nur noch teilweise erhalten sind. Ingesamt ein sehr beeindruckende Raum! Lediglich die Regelung mit Tickets muss überarbeitet werden. Durch die strenge Limitierung gibt es immer wieder Tickets in Wellen für kommende Monate. Die Tickets kosten eigentlich 15€ pro Person. Komischerweise Bereichen die meisten die gleiche Erfahrung wie wir. So wirklich verfügbar waren die Tickets nie. Also bleiben nur Seiten wie Get Your Guide, wo auch wir unsere Tickets für 94€ pro Person gekauft haben. Extrem teuer aber für dieses Einmalige Erlebnis auch diese Summe wert. Ärgerlich nur, wenn man die echten Preise kennt.Leggi altro