• Wieder zuhause 🇮🇳🛫🛬🇩🇪

    February 28 in Germany ⋅ ☁️ 13 °C

    Ich bin zurück in Deutschland und gleichzeitig fühlt sich alles noch ein bisschen nach Indien an. ✨

    Um 03:00 Uhr klingelte mein Wecker. Dieser eine Ton, der viel zu früh kommt und doch alles einläutet.
Um 03:30 Uhr wurde ich abgeholt. Ein letzter nächtlicher Blick auf Goa. 🌴🌙
    Es ging wieder zum Flughafen in Dabolim, der alte Militärflughafen von Goa.
    
Um 07:00 Uhr hob mein Flieger pünktlich Richtung Mumbai ab. ✈️
    In Dabolim Airport begann also offiziell die Heimreise und ein paar Stunden später saß ich schon am riesigen, geschäftigen Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport. Vier Stunden Aufenthalt. Zeit zum Beobachten. Zeit zum Realisieren.
    Natürlich wollte ich mir noch etwas typisch Indisches gönnen. Mein Plan: ein letztes Mal heimische Samosa. 😋 Doch dann kam ein Mitarbeiter auf mich zu und meinte: „You should try Vada Pav. A speciality of Mumbai“
    Vada Pav? Noch nie gehört.
    Aber ich habe ihm vertraut. Ich war offen und genau das liebe ich am Reisen: diese kleinen ungeplanten Momente. Vada Pav ist übrigens so etwas wie indisches Streetfood aus Mumbai -> ein frittiertes, leicht scharfes Kartoffelbällchen im Brötchen, mit Chutneys und Gewürzen. Klingt simpel. War aber absolut genial. 🤤 Ich war SO begeistert und einfach nur froh, dass ich mich habe ansprechen lassen. Dass ich nicht stur bei meinem Plan geblieben bin. Wieder eine kleine Erinnerung daran, wie schön es ist, offen für Neues zu sein. 🤗

    Um 13 Uhr ging dann mein Flug nach Frankfurt. Der Langstreckenflug war anstrengend. Viel Sitzen. Wenig Schlaf. Dieses seltsame Zeitgefühl irgendwo über den Wolken. Aber alles lief reibungslos. Keine Turbulenzen im Außen, nur ganz viel Bewegung im Innen.

    Und wisst ihr, was ich euch noch erzählen muss?
    Ich hatte vor der Reise so einen richtig unangenehmen, völlig unbegründeten Kopf-Bammel. Ich dachte ernsthaft: „Oh Gott, hoffentlich sitze ich im Flieger nicht neben Indern, die jedes Klischee erfüllen.“ Laut, kein Gefühl für Privatsphäre, intensive Gerüche.. Mein Kopf hatte da ein ganz eigenes Drehbuch geschrieben. Und dann? Nichts davon ist eingetreten. Gar nichts! Stattdessen entspannte, freundliche Menschen, respektvoll, ruhig, völlig unaufgeregt.
    Auf dem Rückflug saß neben mir ein deutsches, älteres Ehepaar. Maximale Distanz zwischen den Armlehnen. Diese sehr deutsche Zurückhaltung. Diese unsichtbare Grenze, die man bloß nicht überschreitet. Dazu unfassbar schlechte Flachwitze und plötzlich denke ich mir: Ich hätte jetzt so gern Inder neben mir. Wie verrückt ist das bitte?
    Dieses sehr korrekte, strukturierte, gradlinige finde ich wirklich bewundernswert. Es schafft Ordnung, Verlässlichkeit, Sicherheit, aber ich merke gerade, wie sehr ich mich nach dieser anderen Energie sehne, nach dem Lockereren, wärmeren, lauteren vielleicht sogar, nach diesem „Ach, wir rücken halt ein bisschen zusammen, passt schon“.
    Mir wird bewusst: Ich fühle mich in dieser entspannten, leicht chaotischen Art außerhalb Europas oft wohler. Nicht, weil es besser ist, sondern, weil es sich für mich lebendiger anfühlt. Echter, näher und trotzdem weiß ich natürlich, dass beides seine Vor- und Nachteile hat. Ordnung gibt Halt. Chaos gibt Freiheit!
    Vielleicht geht es am Ende genau darum: sich aus beiden Welten das mitzunehmen, was sich richtig anfühlt.
    Und mein Kopf? Der hat auf diesem Flug auf jeden Fall einiges dazugelernt
    Und jetzt? Jetzt liege ich hier, im Bett in Deutschland und ich weiß: Ich werde Indien vermissen. 🇮🇳🤍
    Die Wärme, das Chaos, die Gewürze in der Luft, die Kühe auf der Straße, die Tiere überall, die Menschen, die Gespräche, die Spiritualität, die dort einfach Alltag ist. 🕉️
    Indien hat mich nicht nur beeindruckt. Es hat mich berührt und während ich hier im Dunkeln liege, mit Jetlag und einem Herzen voller Erinnerungen, weiß ich ganz sicher:
Das war kein Abschied für immer.
    Nur ein „Bis bald“. ✨ Ich bin alleine hin, unsicher, lauter Kopf, angespanntem Körper. Jetzt flog ich zurück, 29 Jahre alt, stärker, klarer im Kopf, geerdeter, stolz, dankbar und voller Energie.
    Danke, Goa. Und danke an mich selbst, dass ich diesen Schritt gewagt habe.

    Namaste 🙏🏼
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