Santa Cruz de La Palma
April 6 in Spain ⋅ ☀️ 18 °C
Nächste Insel, nächstes Städtchen.
Heute sind wir etwas gegen den Strom gelaufen. Dank eines Geheimtipps des Schiffslektors. Nachdem die „mein Schiff Relax“ morgens angelegt hatte und wir unseren Frühsport sowie Bäuche am Frühstückbuffet vollschlagen hinter uns gebracht hatten, gingen wir zu einem gläsernen Fahrstuhl. Dieser dient den Inselbewohnern als „Einkaufshilfe“. Im unteren Teil der Stadt befinden sie die Märkte und Einkaufsmöglichkeiten. Damit die Menschen nicht vollgepackt die steilen Wege zurück in den oberen Teil der Stadt laufen müssen, wurde dieser Fahrstuhl gebaut.
Mit unserer Erkundung fingen wir also auch „von oben“ an. Es war ein super Start denn wir waren für uns, ohne andere Touris im Rücken oder vor den Füßen. Ich konnte den Gesprächen von spanischen alten Männern lauschen und mir ausmalen, wovon sie gerade erzählten. Man konnte beim Spazieren in offen stehende Türen und Höfe schauen und in kleinen Läden, in die sich sonst keiner zu verirren scheint, eine Flasche Wasser kaufen. Mag ich, sowas. Unterwegs schauten wir uns hier und da noch ein paar Sehenswürdigkeiten an. Auch heute ohne Tourguide. Die Lesung die wir an Bord über La Palma besuchten, war wiedermal derart informativ und lehrreich, dass wir es nicht für nötig und die angenehmere Variante hielten. Übrigens hatten wir auch mitgebrachte Reiseführer seither nicht mehr gelesen oder angeschaut.
Heute ging es dann auch mal in eine kleine Kirche. Wie üblich auf den Kanaren und bei den Katholiken, pompös, mit Gold verziert. Ihr kennt sicher alle diese kleinen Stationen, bei welchen man für etwas Kleingeld eine Kerze anzündet. Hier geht das ganze jetzt moderner. Ein Automaten mit elektronischen unechte Kerzen steht an der Seite. Wirft man eine Münze rein leuchtet ein künstliches Licht auf und man darf sein Wunsch / Gebet loswerden. Kannte ich noch nicht. Verrückt. Halte mich allerdings auch nicht all zu oft in katholischen Kirchen auf.
Weiter ging es zur Playa.
Den ersten Familienkrach gab es dann am schwarzen Sandstrand, hierfür ist die Insel bekannt. Also für den dunklen Sand aus Lavasteinen, nicht für den Krach.
Wie heiß dieser Sand werden kann, wenn die Sonne darauf scheint merkten wir auch. Hier kam es dann auch zu unseren ersten Uneinigkeiten, Vorwürfen dass Muddi doch wie immer die Bestimmerin wurde und Diskussionen über die Wichtigkeit von verschieden Rollen in unserer kleinen Gruppe.
Eigentlich hat man sich vorher Zuhause noch daran erinnert, dass man von Familienurlauben nicht erwarten darf, dass alles perfekt und Friede, Freude, Sonnenschein sein wird. Im Vorhinein wurde sich noch mal bewusst gemacht, dass unser Familienalltag einfach nur an einen anderen, eben schöneren, Ort verlagert wird. Heißt pubertäres Genervtsein etwa bleibt nicht im heimatlichen Häuschen und begrüßt uns nett, wenn wieder zurück kommen. Unterschiedliche Meinungen von zwei Erwachsenen werden auf hoher See auch nicht aufgelöst und zu einer.
Merke: Auch ein Bewusstmachen vor der Kreuzfahrt hat uns nicht geholfen und Eskalationen ferngehalten. 😅
Übrigens hätte ich mir gerne auch noch andere Teile der Insel angeschaut. Doch es gibt stets auch Zeiten, zu welchen man zurück an Bord sein muss. Löst etwas Stress und Angst aus, dass man bei Ausflüge auf die andere Seite der Insel vielleicht aufgrund unvorhersehbaren Gründen nicht pünktlich zurück ist. Dann bleibt man da. Ohne Gepäck, ohne Rückfahrticket.
Also nur das nötigste der Hafenstadt. SchadeRead more











