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  • Day5

    Camping Aquarius II

    March 27 in Spain

    Nach einer stürmischen Nacht ist es am Morgen fast windstill. Nur zögernd kommt die Sonne hervor, und es gibt sogar ein paar Tropfen Regen. Die Grundtemperatur ist angestiegen. Im Laufe des Vormittags wir es wieder sonnig und schön.
 Gelegenheit für eine Radtour. Bei der Ankunft haben wir einen Plan mit Radtouren erhalten. Wir wollen der Tour in Richtung Empuriabrava folgen. Den Weg bis zur Ortsmitte von St. Per Pescador kennen wir bereits. Ab dann wird es kompliziert. Kurze Zeit später befinden wir uns auf einem schmalen Pfad durch ein Sumpfgebiet. Landschaftlich schön, aber nicht Fahrrad tauglich. Dazu kommt, dass es in den letzten Wochen hier stark geregnet haben muss. Da tauchen plötzlich kleine Seen auf, wo laut
    Karte keine zu sein haben. Der ohnehin schon schmale Pfad wird auch noch rutschig und morastig. Entweder haben wir die Karte nicht richtig gelesen und sind unterwegs auf einem Wanderweg oder man nimmt es mit der Beschaffenheit der Radwege nicht so deutsch. Vielleicht ist das der Grund, weshalb auf dem Campingplatz so viele Mountainbikes zu finden sind. Mit ihren dicken Reifen kommen die hier wesentlich besser vorwärts. Dann geht es weiter durch das Feuchtgebiet des Naturschutzparks. Nichts für meinen Begleiter, der so gar keine Pfadfindergene in sich zu tragen scheint, als er das Rad durch Sand, Dünen und Morast mehr tragen als schieben muss. Als wir endlich wieder festen Grund unter den Rädern haben, befinden wir uns auf einem noch geschlossenen Campingplatz und versuchen irgendwie und wo einen Ausgang zu finden. "Wir sind Radfahrer. Lasst uns hier raus!“ Geschafft. Und nun? Wir sind nicht mehr auf der eingezeichneten Tour. Zurück? Auf keinen Fall! Kurze Zeit später erreichen wir die stark befahrene Landstraße nach Empuriabrava. Hier weiter fahren-egal in welche Richtung? Ohne Radweg? Nie im Leben. Dann geschehen einige Dinge hintereinander, deren Reihenfolge ich nicht mehr ganz konstruieren kann: Der Plan, dass nach Empuriabrava zu fahren, wird verworfen. Die Stimmung sinkt trotz herrlichen Sonnenscheins auf den Gefrierpunkt. Vom alternativen Feldweg gegenüber behauptet Google Maps, er wäre nicht vorhanden. Die Planung des weiteren Tourenverlaufs fliegt wie ein Pingpongball von Einem zum Anderen. Wir einigen uns schließlich auf den nicht existenten Feldweg, in der Hoffnung auf die Route einer anderen Tour zu kommen. Und wieder geht es über Schotter, Matsch und Geröll. Hauptsache die Räder halten diesen für sie ungewöhnlichen Belastungstest aus. Hier eine Panne..... Besser nicht daran denken. Eine Ente startet im Graben neben mir zum Flug durch, und ich erschrecke mich in dieser Abgeschiedenheit so sehr, dass ich fast den Platz mit der Ente im Graben getauscht hätte. Plötzlich endet der Feldweg an einem Pfad. " Hier sind Reifenspuren von Rädern,“ erkennt mein Mann. Doch Pfadfindergene vorhanden!!! "Hier geht es weiter. Zumindest ist es unsere Richtung." Wenig später stellen wir fest, dass dieser Pfad der Radweg der gesuchten, anderen Rundtour ist und er bringt uns wieder in bewohntes Gebiet, auf asphaltierte Straßen, nach Hause, zum Womo. Drei Stunden, 30 Kilometer Fahrradcross durch unberührte Natur. Danach werden die Räder vom Schlamm gesäubert und Michael verstaut sie schnell auf dem Radträger. " Du willst doch nicht mehr Rad fahren- oder?“ Nein. Will ich nicht. Ich genieße erst einmal die Sonne auf dem Liegestuhl, den leckeren Kuchen, den es hier zu kaufen gibt und den Frühling. Aber am späten Nachmittag laufe ich noch in die andere Richtung der Radrundtour in Richtung L' Escala. Sehr schön. Auch wieder ein Naturschutzgebiet. Die vertrockneten Gräser des Vorjahres wehen im Wind, aber das neue, grüne Gras wächst von unten mit Nachdruck. Eine Dokumentation des Lebenszyklus. Eine Dokumentation der vergangenen Saison liegt in Form von Dosen und Flaschen am Wegrand. In dieser Richtung hätten wir keine so aufregende Radtour erlebt. Weiter geht es durch Obstplantagen und entlang weiterer Campingplätze, die erst im Mai öffnen. Ich will mir nicht vorstellen, was hier los ist, wenn in der Saison alle Plätze mit Urlaubern gefüllt sind. In der Abendsonne geht es am fast leeren Strand zurück. Das hat schon Genusspotential. Genau wie das spätere, erste Grillen der Saison und das Essen draußen in der Abendsonne. So, liebes Leben, diesen Tag kannst du mir nicht wieder wegnehmen. Und morgen geht es weiter nach Mataro, einem Vorort von Barcelona. Dort
    haben wir über Ostern einen Platz reserviert. Morgen treffen wir uns mit den Kindern. See you in Barcelona ;-)
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