• Keine Diamanten in Lüderitz, aber…

    May 18, 2025 in Namibia

    Von Klein-Aus fahren wir Richtung Atlantik – nach Lüderitz, diesem kleinen, schrägen Ort, hinter dem riesigen Diamanten Sperrgebiet, gerade bevor die Wüste gefühlt direkt ins Meer fällt. Auf der Strecke gibt es eine kurze Begegnung mit den wilden Pferden von Garup. Die wilden Pferde leben inmitten der kargen Namib-Wüste – frei, stolz und zäh. Niemand weiss genau, wie sie einst hierherkamen, doch sie haben sich perfekt an das raue Leben zwischen Sand, Hitze und Trockenheit angepasst. Ihr Anblick in dieser unwirtlichen Landschaft ist ebenso überraschend wie beeindruckend.

    Lüderitz wirkt wie ein Mix aus deutscher Vergangenheit, Fieber nach Diamanten und ebenso grosser Ernüchterung. Die deutsche Geschichte ist allgegenwärtig: Strassennamen wie Bismarck oder Nachtigall Strasse, Landjäger und Bierwurst im Supermarkt – und yep, jeder der kann spricht sehr gerne Deutsch.

    Weil der Wind ausnahmsweise Pause macht, suchen wir uns ein Plätzchen auf der Diaz-Halbinsel. Wir finden erfolgreich, geniessen einen wunderschönen Nachmittag direkt an der Beach und schlafen zum Tosen des Atlantiks ein.

    Die Tierwelt lässt uns staunen. Ein Flamingo stolziert regelmässig an uns vorbei – ganz offensichtlich sein Revier. Vor uns surfen Heaviside-Delfine (eine seltene Art, die es nur hier gibt) elegant auf den Wellen. Am Ufer: Robben, die den ganzen Tag damit beschäftigt waren, möglichst nichts zu tun – Gähnen, Sonnenbaden, gelegentlich mal eine Flosse heben. Und dann, als Krönung: Ein Wal taucht auf, reckt seine Flosse in den Himmel und verabschiedet sich mit einer dicken Wasserfontäne.
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