• Roter Sand und Lehm in der Namib

    May 23, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 32 °C

    Der Tag beginnt ungewohnt früh. Zum ersten Mal seit Langem klingelt wieder ein Wecker. Wie sich das wohl anfühlt, nach so vielen Tagen ohne Zeitplan? Schnell packen wir zusammen und starten noch vor Sonnenaufgang Richtung Sossusvlei.

    Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich: Die asphaltierte Strasse führt durch die Dünenlandschaft, der Himmel färbt sich langsam rosa, und mit der passenden Musik fühlen wir uns schon wie in einem Film. Der Sand leuchtet in tiefen Rottönen, durchzogen von schwarzen Linien – das Eisenoxid färbt ihn rot, der schwarze Schimmer stammt vom Magnetit.

    Die Namib ist eine der ältesten Wüsten der Welt – über 55 Millionen Jahre alt – und genau hier, in Sossusvlei, zeigt sie sich von ihrer spektakulärsten Seite. Riesige Dünen umrahmen eine helle Tonpfanne, einige Dünen ragen über 300 Meter in den Himmel.

    Wir entscheiden uns auf Big Daddy zu wandern. Die höchste Düne. Unterwegs fluchen wir oft und nicht nur leise. Der Sand ist tief, der Wind bläst noch immer stark und wir schlucken definitiv mehr Sand, als uns lieb ist. Aber die Aussicht von oben entschädigt uns in vollen Zügen.

    Der Abstieg direkt ins Deadvlei geht dann mit Rückenwind und staubiger Sandlawine wie von selbst. Eine surreale Landschaft aus weissem Lehmboden und bizarr abgestorbenen Kameldornbäumen. Die Szene wirkt wie gemalt: schwarze Baumgerippe vor rotem Dünenhintergrund, ein Ort wie aus einer anderen Welt.

    Sossusvlei ist Wüste in ihrer reinsten, dramatischsten Form. Gewaltig, still, voller Magie. Wir saugen die Stimmung auf, bewegen uns so gut es geht entgegen der Touristenströme – und fahren erst im warmen Licht des Sonnenuntergangs wieder zurück.
    Read more