• Abtauchen im Kaokoveld

    4 czerwca 2025, Namibia ⋅ ☀️ 30 °C

    Über Palmwag, Sesfontein und Puros cruisen wir immer weiter Richtung Norden. Hinein ins Herz des Kaokoveld. In Sesfontein tanken wir ein letztes Mal bis zur Oberkante unseres Tanks auf, 120 Liter Diesel. Ab hier wird es keine Tankstelle mehr geben, und wir rechnen mit rund 1.000 Kilometern Offroad, die wir auch mit tiefem Sand und rauem Gelände bewältigen können. Zurück müssen wir auf jeden Fall. Im Norden endet die Region abrupt am Kunene-Fluss. Wer weiter will, müsste nach Angola schwimmen oder ein Floss bauen, was wir uns allerdings definitiv sparen möchten. Die Krokodile dort gelten als besonders wenig gastfreundlich.

    Auch beim Wasser sind wir vorsichtig optimistisch. Die Regenfälle waren dieses Jahr ergiebig, einige Bohrlöcher führen noch Wasser. Trotzdem füllen wir all unsere Speicher auf. Insgesamt 90 Liter finden Platz. Im Koakoveld ist Wasser haben besser als suchen.

    Lebensmittel sind ab hier nur noch in vereinzelten „Mini Markets“ zu finden. Meist ein paar Dosen, mit Glück etwas Reis oder Pap. Die Alternative wäre einen eigenen „Livestock“ zu haben, um im Notfall selbst eine Ziege zu schlachten. Wir verzichten darauf eine Ziege in den Landy zu packen, stattdessen füllen wir ordentlich haltbare Vorräte in unsere Kisten: Reis, Pasta, Mehl für das Brot, Linsen und Konservendosen.

    Auch Bargeld heben wir noch einmal ab. Geldautomaten sind hier genau so rar wie geteerte Straßen.

    So machen wir uns auf den Weg. Vollgetankt, gut ausgerüstet, gespannt auf das, was kommt. Und das Kaokoveld enttäuscht nicht. Einsamkeit, unberührte Landschaften, goldschimmerndes Gras, ab und zu wie aus dem Nichts Giraffen oder Vögel und bizarre Felsformationen begleiten uns. Wir staunen, dass in dieser kargen Schönheit überhaupt Leben möglich ist und bewundern die Himba, die hier seit Jahrhunderten als Halbnomaden überleben.
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