• Cape Maclear

    27. oktober 2025, Malawi ⋅ ☀️ 29 °C

    Cape Maclear zeigt uns zwei Gesichter. Die atemberaubende Schönheit Malawis und die erdrückende Armut, die nicht nur hier auf engstem Raum sichtbar wird.

    Nach einem langen, anstrengenden Fahrtag erreichen wir das Dorf, das längst kein kleines Nest mehr ist. In den letzten zwanzig Jahren ist die Bevölkerung Malawis förmlich explodiert, und man spürt es in jeder Gasse. Unglaublich viele Menschen, dicht gedrängt, und für die aller meisten von ihnen fehlen jegliche ökonomischen Perspektiven.

    Wir schlängeln uns mit unserem 4x4 durch die engen Gassen. Es fühlt sich an, als ob wir Aliens aus einer fremden Welt wären. Kinder spielen zwischen improvisierten Verkaufsständen, Fischer liegen im Schatten auf dem Boden und schlafen den Rausch der letzten Nacht aus, Teenager machen sich mit scharfem Blick einen Spass Mzungus zu erschrecken und über all dem der starke Geruch von Usipa, kleine sardinenähnliche Fische aus dem Malawi See, die in grossen Mengen während der Nacht gefangen und in der Sonne getrocknet werden. Der Fisch ist sehr verbreitet, riecht super streng und ist neben Mais ein wichtiges Nahrungsmittel.

    Doch am Ende des Örtchens steht plötzlich ein Gate. Ein Wachmann öffnet das Tor und wir rollen in eine völlig andere Welt. Gepflegter, weisser Sandstrand, ein sauberer Pool glitzert in der Sonne und eine Bar wartet mit cold Drinks.

    Dieser Kontrast ist so abrupt, so surreal, dass er uns kurz den Atem nimmt. Cape Maclear zeigt uns hier auch sein anderes Gesicht und genau das macht das Nachdenken über all die Ungleichheiten, die hier aufeinandertreffen, umso intensiver.

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    mzungu: den Ruf kennen wir mittlerweile von weitem. Der Begriff meint ursprünglich „jemand, der umherläuft“ oder „herumreisender Mensch“ und bezieht sich heute generell auf weisse Ausländer – nicht nur auf Hautfarbe, sondern oft auch auf Herkunft bzw. Fremdsein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mzungu
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