Wir werden Panorama
22. december 2025, Sydafrika ⋅ ☁️ 22 °C
Die Wolken hängen tief heute. So tief, dass wir fast das Gefühl haben, sie hätten beschlossen, selbst auch noch etwas Weihnachtsferien zu machen. Immerhin regnet es nicht. Ein Fortschritt, den wir inzwischen schon sehr zu schätzen wissen.
Wir fahren die Panorama Route, diese berühmte Strecke voller Versprechen, Landschaften und spektakulären Ausblicken. Theoretisch zumindest. Praktisch gleitet unser Blick meist in ein graues Nichts, unterbrochen von Geländern und Parkplätzen.
Es gibt unzählige Aussichtspunkte mit klingenden Namen wie God’s Window , Wonder View, The Pinnacle, Lisbon Falls, Berlin Falls, Mac-Mac Falls, Three Rondavels, Bourke’s Luck Potholes und viele weitere mehr… wir steigen aus, man macht das so. Man tritt näher, blickt erwartungsvoll und schaut in Wolken. Viele dunkle, schwarze Wolken. Sehr konsequent tief platzierte Wolken. Die Landschaft bleibt diskret im Hintergrund und überlässt unserer Fantasie die Hauptrolle.
Und trotzdem hat das Ganze seinen Reiz. Die Stimmung ist ruhig, fast mystisch. Keine grellen Farben, kein Postkartenpanorama. Nur wir, die Wolken und dieses seltsame Gefühl, an etwas Grossem vorbeizufahren, das sich heute bewusst zurückhält.
Vielleicht ist das die eigentliche Lektion der Panorama Route für uns. Auf Lekubu Island stellte sich uns damals zum ersten Mal diese Frage: Wie fühlt es sich an, an einen Ort zu kommen, den man glaubt schon zu kennen? Nicht, weil wir je dort gewesen wären, sondern weil wir ihn zuvor aus unzähligen Bildern zusammengesetzt haben. Perfekt inszeniert, aus jedem Winkel, in bestem Licht.
Dort schien sich die Realität fast mühelos in das einzufügen, was wir bereits gesehen hatten. Die Bilder im Kopf und der Moment vor Ort deckten sich erstaunlich gut. Hier ist es anders. Die tausend Fotos, die wir kannten, versprachen atemberaubende Landschaften, doch die Landschaft entzieht sich. Sie verschwindet in Wolken, lässt sich nicht vergleichen, nicht festhalten.
Und vielleicht entsteht genau dadurch etwas Neues. Kein Abgleichen mehr mit gespeicherten Eindrücken, kein Suchen nach der bekannten Perspektive, sondern dass manche Orte mehr erzählen, wenn sie sich nicht zeigen.
Die Wolken hängen tief.
Aber es regnet nicht ☺️Læs mere







RejsendeUnd noch ein Herz für eure geschriebenen Gedanken bzgl. bereits zigfach im Internet gesehenen Fotos einer Landschaft. Und dann steht man selber vor Ort. So geht es mir ab und zu auch.
RejsendeSalü Peter, vielen Dank für deine Blumen!