Patagonien
December 18, 2025 in Chile ⋅ ☁️ 9 °C
Erst wollten wir gar nicht unbedingt nach Patagonien. Zu weit weg, zu teuer und kann man mit Kindern überhaupt so trekken, dass man Patagonien auch genießen kann? Aber dann nahm doch das FOMO, das "jetzt sind wir einmal an diesem Ende der Welt" Gefühl überhand und außerdem zeigten sich die Kinder begeistert von der Idee 3 Tage mit der Fähre durch die anders nicht zugänglichen Fjorde zu fahren. Also beschlossen wir, doch ein Stück des Reisebudgets zu investieren und ganz in den Süden zu fahren.
Beziehungsweise - ganz so einfach war das nicht, wir waren ja im Norden in San Pedro. Bis Puerto Natales war es also 1 1/2 Stunden Mietwagen, dann 2 1/2 Stunden Flug bis Concepcion. Von dort noch 9 Stunden Bis weiter nach Süden bis Puerto Montt und dann nach einer kurzen Nacht nochmal gut 2h Flug. Chile ist echt verdammt lang.
Und unterschiedlich. Vom extrem trockenen Norden kommend würden wir traditionell patagonisch empfangen mit kaltem Regen, den einen ein stürmischer Westwind ins Gesicht weht. Der Wind blieb dann auch die nächsten Tage, der Regen zum Glück nicht.
Und so konnten wir vor allem den Nationalpark Torres del Paine erkunden, auf mehreren Tagestouren fuhren wir in die Gebiete vor den ganz hohen Bergen, wo Gletscherseen und der Blick auf die Torres oder die Cuernos ein echtes Erlebnis sind.
Da wir nicht im Park selber geschlafen haben, sondern in der Stadt (haben halt nicht 1 Jahr vorher gebucht, zum Zelten war es selbst uns hier zu kalt, und im Lotto haben wir auch nicht gewonnen), war das dann jedes Mal eine ordentliche Fahrt. Die war zum Glück aber meist spektakulär. Zum einen dank der Landschaft und zum anderen, weil es, wie Felix sagte, eine kostenlose Safari war. Mal stoppten wir, weil die Straße von einer Schafherde mitsamt Gauchos auf Pferden und Schäferhunden blockiert war. Mal gab es Herden von Pferden, Kühen, der Schafen am Straßenrand. Und natürlich vor allem ganz viele Guanacos (eine Art Lamas), Nandus (südamerikanische Version des Strauß), ein Gürteltier, und Greifvögel mit als Stars den Caracaras und natürlich dem Kondor. Der unumstrittene Höhepunkt war aber ein lange ersehnter Puma, der einfach so auf der Straße stand und ganz entspannt wenige Meter vor uns im Gebüsch verschwand.
Einen Kontrast zum Wandern habe ich mit den Kindern nicht erlegt, wahren Barbara einen Tag auf Erwachsenen-Wamderm durfte: eine Jineteada. Das ist eine sehr patagonische Mischung aus Pferde-Einreiten, Rodeo und Dorffest. Es war sehr beeindruckend, die Kraft der Pferde aus der Nähe zu sehen, die versuchten, ihre Reiter abzuwerfen. Und auch toll, ein wenig an der Kultur zu schnuppern. Mitsamt Cordero (Lamm) direkt am Stück über dem Feuer gegrillt, Jungbullen reiten und Lasso-Wettbewerb.
Das patagonische Wetter hatte dann noch ein Geschenk für uns, nämlich eine viertägige Verlängerung. Eigentlich wollten wir ja am 22.12. auf das Boot gehen, um dort Weihnachten zu feiern. So durften wir nochmal umplanen und spontan etwas Neues für Weihnachten finden. Nicht so einfach, wenn alles teuer und ausgebucht ist, aber wir haben - Cliffhanger - eine Lösung gefunden, die besser war als verhofft.Read more














