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  • Day301

    Ninh Bình ~ Tràng An

    November 15 in Vietnam ⋅ ⛅ 27 °C

    Sanfte Ruderschläge hallen von den Wänden wieder. Geduckt oder kauernd am Boden des Bootes geht es durch die Dunkelheit, nur durch Lampen unterbrochen. Eine Serie an Tunnel die bis zu einen Kilometer lang durch die Landschaft aus Karsthügel (whatelse) und deren vermeintliche Binnenseen führen. Aufrecht sitzend in manchen Tunnel, bei anderen darf der Wasserspiegel nicht steigen sonst werden sie für die kleinen Boote gänzlich unpassierbar und eher für die Tauchfraktion interessant.
    Draussen drückend und still. Kein Blatt bewegt sich - die Ruhe vor dem Gewitter. Meditatives Rudern: platsch, platsch - platsch, platsch.
    Immer wieder buddhistische Pagoden und Tempel im Urwaldgrün - für uns die schönsten bisher in Vietnam. Dazwischen natürliche Verbindungstunnel im Karst. Auch hier drinnen: platsch, platsch und Ruhe. Zum Schluss fängt es leicht zu tröpfeln an.
    Kein Gewitter.

    - Gefasst waren wir auf Bootskolonnen die sich hier durchschieben. Entweder Glück weil vielleicht vormittags mehr los ist, oder ist gerade generell die weniger touristische Jahreszeit dafür? Beschweren tun wir uns auf jeden Fall nicht! 😊

    Wir schlafen in einem klassisch vietnamesischen Haus: schmal, hoch und tief/lang. Der Aufbau ist meist gleich: im Erdgeschoss ein die ganze Breite ausfüllender Raum, in der Mitte des Raumes die ebenfalls die gesamte Breite einnehmende Treppe und dahinter noch ein Zimmer. In den Obergeschossen das gleiche Spiel: ein Zimmer nach vorne raus, eines nach hinten und vielleicht noch eines neben der Treppe. Dieses hat eigentlich niemals Fenster da in der Länge/Tiefe diese nicht eingebaut werden. Oft würde es auch keinen Sinn machen weil der Nachbar auf 10 cm die eigene Hausmauer aufzieht - das einen Lichtschacht zu nennen wäre euphemistisch. Manchmal wird auch breiter gebaut - ist aber die Ausnahme, wobei's wahrscheinlich schon effizienter wär..
    Schuhe werden wie überall vor den Häusern, Tempel oder sogar Langstreckenbusse ausgezogen. In den Bussen barfuß und die Schuach in ein Sackerl - ziemlich angenehm und hygienisch!

    Den zweiten Tag hier regnets durchgehend und stark. Wir hätten noch gerne einen Karsthügel erklommen und von oben runter geschaut. Eigentlich erst das zweite Mal auf der Reise, dass irgendwas wegen dem Wetter nicht geklappt hat. So bleiben wir in Cafés oder stellen uns unter, schauen verschiedene Wetterberichte und probieren vergeblich das Moped - welches offensichtlich keine Arche Noah ist - im Regen zu starten.
    Kurz wird die Scheißerei dank der französischen Kolonialmacht und ihren Überbleibsel im Form von Baguette als besiegt erklärt um nach dem ersten vietnamesischen Banh My wieder aufs Klo zu rennen.
    Der letzte Tag in Vietnam war trotzdem schön!
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    Traveler

    Huch - was für Klaustrophobe🫣

     
  • Day298

    Cat Ba - Vietnams Tourihotspot

    November 12 in Vietnam ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach nur 2 Tagen in busy Hanoi freuen wir uns schnell wieder auf mehr Ruhe & Natur - auf geht's nach Cat Ba Island - zum Glück in der Nebensaison!
    In der Hochsaison (angeblich September, die Urlaubszeit der Vietnamesen) gibt's hier alles andre als Ruhe - bis zu 50.000 Touristen tummeln sich zu dieser Zeit auf Cat Ba, und das bei nur 13.000 Einwohnern. Hauptattraktion: Die über tausend 'schwimmenden' Karsthügel in der Lan Han und Ha Long Bucht inklusive Floating Villages. Diese traditionallen Floßboote auf denen vor allem Fischer leben solls aber bald in der ursprünglichen Form nicht mehr geben. Als wären die vielen Touri-Boote nicht schon genug, soll der Hafen auch noch für Kreuzfahrtschiffe ausgebaut werden - nur ca. 20% der Floating Villages dürfen daher angeblich bleiben. Zusätzlich gibt's auch an Land noch überdimensionale Baupläne - erschreckend, wie weit hier die Natur zugunsten des Tourismus zurückstecken muss. Ob Tourismus & Industrie auch für das eher trübe Meerwasser verantwortlich sind, oder doch eher Untergrund und Regen, wissen wir nicht - kristallklares Wasser schaut allerdings anders aus. Außerdem zu sehen/tun auf Cat Ba: Ein Nationalpark, Wandern, am Strand sonnen, Party machen uuuund: natürlich Klettern!!

    Tatsächlich ist Cat Ba der Kletterhotspot Vietnams - viel los is trotzdem nicht.. Kletternde Vietnames*innen gibt es sowieso nicht viel - laut Schätzung des Klettershops ca. 100 bei 100 Millionen Einwohner. Zitat der Mutter einer einheimischen Mitarbeiterin im Klettershop 'Was, Leute zahlen dafür?! Wieso macht man sowas überhaupt?' Aktivurlaub gibt's hier wohl kaum..
    Ein paar internationale Kletterer verirren sich zwar schon nach Cat Ba, die meiste Kletterei findet hier aber überm Wasser statt, aka Deep Water Soloing! Dieser 'Extremsport' lockt vor allem abenteuerlustige Kletterneulinge, mit 70€ pro Halbtag sind die Preise aber ziemlich happig. Wir entscheiden uns stattdessen für Klettern an Land & eine entspannte Bootstour und Kayaken in der Bucht. Fazit: Landschaftlich wirklich beeindruckend! Nur unser Magen war danach nicht so happy. Worans genau lag wissen wir nicht, sicher aber nicht an unsrem ca. fünften Besuch in unsrem neuen Lieblingslokal 'Yummy 2'.
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    Wir haben die traumhafte Ha Long Bucht 95 ohne Touristen erlebt. Bin entsetzt über die Ausbaupläne.Oma

     
  • Day292

    Hà Nội - Bist du Moped!

    November 6 in Vietnam ⋅ ☀️ 28 °C

    Städtetrip übers Wochenende in die Hauptstadt Hà Nội. Neben sich Treiben lassen und trotzdem nicht überfahren werden stehen noch ein paar andere Sachen auf der To-Do Liste: Laos Visa checken, Schulden der letzten zwei Wochen begleichen und Campinggas besorgen. Eines davon stellt sich leider als unmöglich heraus.

    Hanoi hat weniger offensichtliche Sehenswürdigkeiten als Bangkok aber die gleiche Party und Bumbum Backpack-Sauftouris - in der richtigen Straße geht's ab: unser Hostel stellt sich raus - genau richtig falsch gelegen!
    Zu Fuß in der Stadt will am besten irgendeiner übergeordneten Macht vertraut werden: einfach gehen ist die Beste und sicherste Methode: jede Spontanreaktion wäre Zusammenstoß - also am Besten mit Scheuklappen, unbeirrt und stoisch zwischen den unzähligen Mopeds durch.

    Märkte und Straßen für alles aber eine Straße immer nur exklusiv für dasselbe: Stoffe, Gemüse, Dekor oder auch elektrische Feuerwerkskörper: letzteres eines der nervigsten Dinge je geschaffen. Auf Knopfdruck lautes Knattern und grelle LED Lampen die aufblitzen. Immer wieder: Knopfdruck, Kopfdruck, Knopfdruck,...
    Wenn wer beim Wichteln einen besonderen Freund gezogen hat - wir hätten da eine Idee..
    Der kleine Kojenplatz wo tagsüber Siesta gehalten werden kann, muss am Abend alles Zeux was vorm Stand angeboten wird beherbergen. Tetris at its best und manchmal Mission Impossible!
    Gefühlt wird hier 7 Tage die Woche, 10 Stunden am Tag gearbeitet. Verhaltenskodizes an den Pagoden suggerieren das - faul sein hingegen oder Anderen die Freude am Buddhismus zu vertun bringt mental illness! (Wobei diese zumindest lt. Foto eigentlich recht lustig und befreit ausschaut..)

    Im Hostel schlingen wir kontinentales Frühstück runter - eine unerwartet willkommene Abwechslung zur morgendlichen Nudelsuppe mit Spiegelei der letzten Wochen. Auch erstmals schwarzen Tee nach dem guten vietnamesischen Kaffee. Dieser mussten wir feststellen ist am Morgen auch weitaus bekömmlicher als grüner Tee. Der wird wie ein doppelter Espresso getrunken und ist bei weitem intensiver. Ein Haxenausreißer in der Früh!!

    Die grünen Lungen der Stadt sind nicht nur Treffpunkt zum ratschen, posieren und flanieren - mancher der Seen in Hanoi entpuppt sich beim Hinsehen als veritable Kloake wo die Fische bäuchlings schwimmen. Unserer Einschätzung nach hat dies ausnahmsweise nix mit dem Golfabschlagplatz im selbigen See (!) zu tun. So ein gutes Ziel haben die ned..

    Last but not least: Visa für Laos zu bekommen war vergleichsweise leicht - mit bisl jammern sogar innerhalb eines Vormittags. Schulden begleichen ist sowieso meist easy. Das einzige wo wir nicht erfolgreich waren, war Campinggas zu bekommen. Gaskartuschen für die Küche gibt's viele und vor allem riesig. Aber nachdem Camping hier ned so ein Ding ist, wohl auch die kleine Kartusche nicht..
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  • Day290

    Gatschhupfer und Netzroller

    November 4 in Vietnam ⋅ ⛅ 25 °C

    Das Verkehrsmittel der Wahl hier ist natürlich das Moped. Überall und mehrspurig nebeneinander, mehrzählig hintereinander besetzt - in allen erdenklichen Kombinationen aus Mensch, Tier und sonstigem lebenden/nicht lebenden Transportgut.
    Wir nutzens auch um zu manchen Kletterwänden zu gelangen, schaffen es aber nur auf eine Doppelbesetzung inklusive Kletterzeux. Viel mehr würd sich anatomisch mit meinen Haxen auch nicht mehr ausgehen.

    Das erste Mal Gatschhupfer fahren ist dann doch nicht so schwer und natürlich ziemlich lustig. So dass wir auch eines Tages zum Erkunden der weitläufigeren Gegend mit dem Moped ausrücken: mehr als 100 Kilometer sind's dann sogar geworden!
    Gebracht hat es uns weiter in den Norden, vorbei an sonntagspicknickenden Vietnamesen entlang eines idyllischen mäandrierenden aber ziemlich ausgetrockneten Fluss, einer potentiellen Magenverstimmung in Form eines in Bananenblatt eingewickelten rohem Fleisch/Fett was uns als Frühlingsrolle übersetzt wurde, bis nach Bắc Sơn wo wir hofften noch ein paar nicht geerntete Reisfelder sehen zu können.
    Der Google Rezension und der fündigen Veri sei Dank - in dem Tal waren die Reisfelder Ende Oktober wirklich noch nicht geerntet und strahlten noch in satten Grüntönen. Nur 5 Kilometer davor war alles bereits geerntet, gehäckselt und verbrannt. Einen der Karsthügel haben wir dann dort auch erklommen: brav rauf geschwitzt und oben den Rundumblick genossen.

    Was wir hier immer wieder sehen.. - und das ist eine Untertreibung, es müsste eigentlich heißen: was wir hier in jedem zweiten Garten sehen.. - wobei das wiederum schon wieder fast an eine 'scherrersche' Übertreibung grenzt.... auf jeden Fall: Volleyballfelder!!!
    Alle gleich groß aber trotzdem weder einem Hallen- noch einem Beachfeld entsprechend, sondern anscheinend nach 'VietNorm' standardisiert. Ball, Netzhöhe und Feldgröße anders, die '3-Meter Linie' verdient den Namen nicht. Viele Felder derzeit unbespielbar da zum Trocknen von Maiskörner, Sternanis oder Erdnüssen genutzt. Gespielt wird trotzdem viel und ungeachtet von Alter und Geschlecht: definitiv also 'Nationalsport'. Wir spielten mit ein paar Burschen, sie alle in Flipflops und teilweise wirklich gut - die Mädels waren leider zu schüchtern. Das Versprechen am Abend bei Flutlicht wiederzukommen sind wir noch schuldig geblieben.
    Brasilien kann scheißen gehen - Vietnam das Mutterland der Volleyball-Aficionados!!

    Nach der längsten Mehrseillängentour Vietnams mit ganzen 5 Seillängen auf 80 Klettermeter (!), noch eine Abschlussrunde in Huu Lung mitm Moped: ein Haufen "Hello, Hellooo!" den ganzen Kindern zurufen - ein kläglicher Versuch sie mit ihren eigenen 'Waffen' zu schlagen. So viel "Hello!" können wir gar ned in die Runde schmeißen als dass wir dieses Grüßduell gewinnen könnten. Manche zeigen uns aber zusätzlich eine ausholende Schlagbewegung - unsere Volleyballschläge haben sich also auch rumgesprochen..
    Abends nochmals mit den quirlig süßen Kindern der Gastfamilie rumtollen und rum sind die 13 schönen Tage.

    Cảm ơn Hữu Lũng! 💚
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    Traveler

    Wunderschöne Landschaft, erinnert mich ein bisserl an die Wachau - mit Reis statt Wein 😉

     
  • Day281

    Hữu Lũng - Bilderbuchgegend & Kraxelei

    October 26 in Vietnam ⋅ ⛅ 28 °C

    Hund, Katz und Gockelhahn geben hier die Bremer Stadtmusikanten zum Besten. Nicht gebunden an irgendwelche Uhrzeiten - schon gar keine "christlichen". Irgendwer fängt irgendwo an und Dank der Stille der Nacht und des perfekten Echos der Karsttürme gibt's binnen Sekunden eine sich wunderbar überlagernde Kakophonie an gejaule, -belle, -miaue und gekrähe. In den luftigen Holzhütten gehen nicht nur Insekten ein und aus sondern auch der Schall. Wir schlafen also unterm Gelsennetz meist mit Ohropax auf den hier typischen harten Matratzen und würden trotzdem gerade nirgendwo anders aufwachen wollen!
    Die Landschaft wie aus dem Bilderbuch: in der Ebene die letzten Reisfelder die gerade noch geerntet bzw. die übrig gebliebenen Halme aufgeschichtet und verbrannt werden - daneben die klassischen 200 Meter hohen steil aufragenden Karsttürme mit fetzigen überhängenden Kalk- und Sinterstrukturen und sonst dicht grün bewachsen.

    Von Hoi An nahmen wir den 16h Nachtbus nach Hanoi - eine Premiere als wir sie am wenigsten haben wollten: kamen wir das erste Mal auf unserer Reise bereits 2 Stunden verfrüht an - leider um 5 Uhr morgens. Das Leben fängt hier aber auch um einiges früher an - deswegen auch kein Problem klassisch nix verstehend aber immer nickend über 3 Stopps und mit Dutzend grinsenden Vietnamesen irgendwie weiter in den Norden zu fahren und in Huu Lung ankommen.
    Zu Unrecht ist dieser Fleck Erde noch nicht international fürs Klettern bekannt - eine Vielzahl an meist zwischen 30 und 40 Meter langen überhängenden Routen in unterschiedlichen Sektoren mit immer schönen Ausblicken! Ganz harte Routen gibt es noch nicht, dafür macht aber wahrscheinlich das Wetter hier manches schwieriger als anderswo - die ersten Tage hier hatten wir anscheinend inklusive einer Großraumsauna gebucht: 32° und 85% Luftfeuchte hören sich ned viel an, haben uns aber ziemlich bedient. 4.5 Liter Wasserzunahme ohne viel Klo gehen während der drei täglichen Routen - falls doch mehr Klettermeter möglich gewesen wären - die am Nachmittag zahlreich aufkommenden Schwitzfliegen haben uns flüchten lassen. Keine Sorge falls Schwitzfliegen einem noch unbekannt sind - hier werden sie schnell vorstellig!
    Zum Glück gibt es aber Sektoren ohne diesen Gfrastern und nach ein paar Tagen auch einen Wetterwechsel: auf einmal nur mehr 30° und 60% Luftfeuchte: klingt nach wenig Unterschied - fühlt sich aber für uns nach zwei verschiedenen Welten an. Der seitdem leichte Wind putzt die Luft aus und alles erstrahlt in spätsommerlich goldenem Glanz! Traumhaft!!!!
    Wir frühstücken meist Nudelsuppe mit Ei und werden am Abend mit Essen von der Familie versorgt, haben kurz Begleitung in Form von zwei Asiaten* (Malaysia und Singapur) und einmal von zwei Spaniern, essen viele Früchte** aus'm Dorf und untertags die letzten Paçoquita aus Brasilien.

    Alles in allem wunderschön hier!!
    Ruhig, total idyllisch, quasi keine Touris und super Kletterei: wir fürchten dass es eigentlich nur mehr schlechter werden kann.. 😁

    ________________
    * Die Kletterwelt ist wiedermal klein: die beiden kannten natürlich den einzigen Singapuri den wir je näher kennen gelernt haben und den letzten Abend in Waterval Boven (Südafrika) verbracht haben.. 😁
    ** Bananen, Drachenfrucht, Cherimoya, Jackfruit, Pomelo, Orangen, Guave, Sternapfel, Sternfrucht, Melone, Khaki,... - also die ganze Römerquelle Emotion Produktpalette for real!
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    Traveler

    Wir hüpfen mit euch einmal über den großen Teich und schon haben wir eine Ahnung, wie sich das Leben in Vietnam anfühlen kann… Danke für diese wunderbaren Einblicke!

     
  • Day276

    Hội An - Vietnams schönste Stadt?

    October 21 in Vietnam ⋅ ⛅ 29 °C

    Unser erster Stopp in Vietnam: Hoi An!

    Angekommen am Flughafen in Da Nang fällt uns sofort auf - Vietnamesen sind aufdringlich, und wie! Von SIM-Karte kaufen am Flughafen, bis zur Taxi Fahrt nach Hoi An, über Kaffee trinken oder einfach nur Spazieren. Dauernd wird man angequatscht, meistens von 5 Seiten gleichzeitig, im Versuch etwas zu verkaufen. Für uns ein ziemlicher Kontrast, und teilweise ordentlich nervig. Außerdem, hier ist Handeln bzw. Wissen über Preise angesagt. Immer vorher den Preis erfragen, am besten weiß man aber schon im Vorhinein wie viel etwas kosten darf. Ansonsten - Abzocke vorprogrammiert. Tatsächlich versuchten die Einheimischen ununterbrochen mehr zu verlangen, sogar in einer Apotheke. Ein deutscher Einwanderer wurde trotz seiner 20 Jahre in Hoi An auch in der offiziellen Bank beim Geldwechseln betrogen. Das Geld wurde zum "Zählen" auf 3 Angestellte verteilt, und schwupps, warns 40€ weniger.

    Die Stadt Hoi An selbst gilt als eine der schönsten Städte Vietnams - und ist wirklich entzückend. Die Altstadt liegt am Fluss mit vielen alten und beschmückten Cafe, Restaurants & Shops, das Meer ist auch nicht weit. Jeden Abend spielt sichs im Zentrum ab - Massen an Touristen bewundern die mit Lampionen beleuchteten Boote oder betrinken sich in einer der vielen Bars. Und das ist angeblich nicht mal Hauptsaison. Um ca. 22h war aber jeden Tag Schluss mit dem Hauptspektakel, plötzlich ruderten alle Boote wie wild in unterschiedliche Richtungen. Grund dafür der steigende Wasserspiegel, der die niedrigen Brücken für die Holzgondeln nicht mehr passierbar machte. Außerdem stehen hier auch regelmäßig Restaurants und Häuser unter Wasser, vor allem jetzt in der auslaufenden Taifunzeit. So stand in unsrem Homestay alles im Erdgeschoß auf Stelzen bzw wurde gestapelt oder wie der Kühlschrank schwindlig aufs halbhohe Treppengeländer hochgebunden. Hier zählt Kayak und Co quasi zum Haupttransportmittel in der Regenzeit. Wir hatten Glück, der angesagte Taifun zog weiter nördlich vorbei und brachte nur wenig Regen.

    Für uns auf jeden Fall ein super Fleck um in Vietnam anzukommen, uns durchs Street Food durchzukosten, unsren Jetlag auszuschlafen, und an Strand und Uferpromenade Coconut Coffee zu schlürfen. 🥥☕
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    Traveler

    Voi scheene büdln - sehr stimmungsvoll! 🤩

    10/29/22Reply
    Traveler

    Soo stimmungsvoll!🥰

     
  • Day273

    Eig. wollten wir nicht nach Bangkok...

    October 18 in Thailand ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach unsrem 3 wöchigen Stopp in Österreich geht's weiter aufs nächste Kontinent - Asien wir kommen!!
    Erster geplanter Stopp: Hanoi 🏯 - Halt.. Und wieso sind wir jetzt in Bangkok?!
    Tja, das mit der Einreise nach Vietnam stellte sich komplizierter als erwartet heraus. Manus Visum kam nicht rechtzeitig, und entgegen unsrem 'Wissen', dass das Visum auch vor Ort beantragt werden kann, wird uns unser Flug verweigert. Anscheinend nicht der Fall bei allen Fluggesellschaften, wir hatten wohl kein Glück.

    Wir beschließen also aufs Visum zu warten und versuchen die Zeit bis dahin in Bangkok zu genießen. Zusammengefasst unsere Aktivitäten: Tempel, Essen, Tempel, TukTuk, Tempel, Marschieren, Tempel, zu scharf Essen 🌶️, Massage, täglich 5x checken ob das Visum da ist, schwitzen! 🥵

    Nach 1 ½ Tagen in Bangkok ists so weit, das Visum ist da, juhee!! 🥳 Euphorisch buchen wir unsren Flug am nächsten Tag, diesmal aber nach Da Nang weiter südlich in Vietnam - um auch den südlicheren Teil kennenzulernen.
    Beim check-in am nächsten Tag leider wieder Ernüchterung, nachdem unser Boardingpass zerrissen wird mit den Worten: 'False Visa Entry Point' . Wir sind baff und fassungslos - als Visa Entry Point gaben wir Hanoi an, lasen aber auf der offiziellen Seite der vietnamesischen Regierung dass man die Einreisestelle frei wählen kann. Falsch gedacht, die Fluggesellschaft sieht das anders, unser Visum ist für unser Ziel 'Da Nang' ungültig. Aber so schnell geben wir nicht auf und wollen auf keinen Fall den zweiten Flieger nach Vietnam verfallen lassen - und tataaa, nach langem hin und her bekommen wir eine Sondergenehmigung und dürfen aaaausnahmsweise doch einreisen. Puhh, das hat ordentlich Nerven gekostet. Nicht unbedingt der beste erste Eindruck eines Landes, hoffentlich wars das Wert..
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  • Day246

    Rocklands 2.0 + Veri's Fazit

    September 21 in South Africa ⋅ ⛅ 21 °C

    Weils so schön war (und noch so viele Felsen von uns beklettert werden wollten) geht's für uns wieder zurück Richtung Westen!!
    Mit dem (Mini) Bus fahren wir von Waterval Boven nach Pretoria und dann weiter via Johannesburg bis nach Kapstadt - insgesamt rund 27h im Bus (inklusive 4h Verspätung) .
    Danach: Same procedure wie schon 2 Monate zuvor - Auto mieten, Crashpads abholen, einkaufen, und nach 3h Autofahrt völlig k.o. am Campingplatz de Pakhuis ankommen. Der erste Anblick am Morgen entschädigt sofort die lange Anreise - wieder sind wir absolut entzückt von der lieblichen Gesteinslandschaft. Ansonsten Boulder-Business as usual mit ein paar Änderungen seit unsrem letzten Besuch:

    - Flowerpower! 🏵️🌼🌸🌻🌺
    Die Cederberg Mountains sind im Frühling ein bekanntes Ausflugsziel für Blumenliebhaber. Nun säumen bunte Wildblumen unsre Zustiege zu den Boulder Gebieten.

    - Wo sind die Leute?!
    Bezüglich Bouldern bedeutet Frühling allerdings wärmere Temperaturen (eher 20 - 25°C untertags statt 15-20°C im Winter) - heißt schlechtere 'conditions' - heißt weniger Leute. Vor allem die vielen internationalen Boulderer fehlen fast komplett, am Campingplatz ists sehr familiär. Trotzdem noch immer viel mehr los als bei unsrem letzten Stopp in Waterval Boven..

    - (Fast) kein Autostress mehr..
    Wir haben aus unsren Fehlern gelernt und mieten nicht mehr den vermeintlich super günstigen, uralten, blitzroten, stylischen 1er Golf quasi ohne Licht und Federung. Dank Empfehlungen vom letzten Mal haben wir stattdessen ein günstigeres und besseres Auto (abgesehen vom 20L Tank), mit dem man auch auf Schotterstraßen und in der Nacht fahren kann.

    - Loadshedding deluxe! ⚡
    Von Anfang an war uns dieser Begriff in Südafrika geläufig, jedoch erst in den letzten Wochen in Rocklands wurde uns die Tragweite bewusst. Einfach gesagt: Load Shedding = Strom aus. Und das oft mehrmals täglich.
    Den genauen Grund fürs Load Shedding wissen wir noch immer nicht genau. Angeblich liegts aber nicht dran dass Südafrika zu wenig Strom produziert, sondern dass sie's nicht schaffen den vorhandenen Strom zu verteilen bzw. um Netzüberlastungem zu verhindern. Deshalb wird einfach - je nach Region - zu unterschiedlichen Tageszeiten jeweils für ca. 2,5h der Strom abgedreht, und zwar ausnahmslos! Zu Beginn unsrer Reise in Südafrika bekamen wir hin und wieder mit dass der Strom aus war, war uns aber eigentlich immer relativ wurscht, bzw. passierte es auch nicht oft. In Rocklands 2.0 wars dann aber anders. Bis zu 8h pro Tag kein Strom (also auch kein Wifi), meistens zu den unangenehmsten Zeiten, also in der Früh und am Abend. Für uns zwar richtig nervig weil grad viel zu planen war, und Licht am Abend auch nett ist - trotzdem natürlich am Campingplatz für uns halb so schlimm. Unvorstellbar, dass sich so viele Leute seit mehreren Jahren in Südafrika damit abfinden müssen. Die Stromausfälle sind zwar normalerweise am Vortag ersichtlich, ändern sich aber häufig kurzfristig - für Arbeit und Privatleben heißt das vermutlich gut Planen und Kompromisse annehmen.

    - Traurige Nachrichten von zu Hause lassen uns 2 Wochen früher abreisen..
    Gleich zu Beginn unsrer Ankunft in Rocklands bekamen wir schlechte Nachrichten aus Österreich - Manus Opa ist gestürzt, es schaut nicht gut aus. Das machte die Zeit in Rocklands ziemlich durchwachsen - dauernd überlegten wir heimzufliegen, und entschließen uns dann auch dafür.
    Abschied nehmen und bei der Familie sein... ❤️

    ~~~~~~~~~ Veri's Fazit ~~~~~~~~~

    Landschaft: Wie erwartet beautiful!! Alles was das Herz begehrt: Berge ⛰️, Steppe 🏜️, Meer 🌅, Dünen⛱️ & Tropische Vegetation 🌴
    Besondere Highlights war für mich die Sentinel Peak Wanderung in den Drakensbergen, unsre Whale-Watching Ecolodge an der Wildcoast, Kapstadt als wohl eine der schönst-gelegenen Städte der Welt, und natürlich die Felsenlandschaft in Rocklands. Außerdem in Südafrika natürlich ein großes Thema: 🦁🦓🐗🐯🦒🦏🐘🐋🦖
    Am meisten wird mir hier wohl mein erster Elefant in Erinnerung bleiben, der plötzlich 2m neben dem Auto stand..

    Leute: Hier ist leider etwas zu differenzieren, da wir hauptsächlich Kontakt zu den 8% Weißen der Bevölkerung hatten. Diese waren alle durchwegs super nett, nur der Musikgeschmack ließ teilweise zu wünschen übrig.. 🤢
    Die anderen 92% lernten wir leider kaum kennen - Einblicke in deren Leben und Lebenssituation hätten uns natürlich interessiert, jedoch
    1. kamen wir kaum in Kontakt, da keine Kletterer, Touristen, o. ä.
    2. wird grundsätzlich davon abgeraten aus Sicherheitsgründen (zB Autostopper mitnehmen). Nach den unzähligen wilden Geschichten über Raubüberfälle und (fast) Morde nahmen wir diesen Rat auch an.

    Essen: 🍔☕
    Wir folgen anscheinend den Ländern des Grillens - hier Braai genannt und die wichtigste aller Speisen. Und am besten mit Pap & Soß.
    Ansonsten:
    - Burger gehn imma! Hier vor allem mit Wild.
    - Rusks sind unsre neuen Schokokekse (ja keinem Südafrikaner erzählen - die gehören normal in Kaffee getunkt)
    - Endlich wieder richtig guter Kaffee inklusive Cappuccino!
    - Fish All You Can Eat am Sandstrand bei Sonnenuntergang 🐟🌅

    Klettern:
    - Ich glaub hier haben wir schon genug gelobhudelt. Rocklands hat sowohl landschaftlich als auch vom Bouldern überzeugt. Wenns nicht so weit wär, würden wir sicher bald wiederkommen. Schönster Boulder - Demi Lune (Veri), John Denver (Manu)
    - Waterval Boven: Zu Beginn einfach hart und undankbar, am Ende hatts uns richtig getaugt. Beste Route - Freak On (Veri), Hallucinogenic Torreador (Manu)

    Sonstiges:
    Hauptthema für uns und wahrscheinlich überhaupt in diesem Land: Apartheid, Sicherheit, Infrastruktur. Darüber wurde in den andren Posts schon ausgiebig berichtet - schreiben könnte ich ewig drüber. Zusammengefasst, waren wir doch ein bissl schockiert - inwiefern es sich nicht danach anfühlt als wäre Apartheid Geschichte, wie groß die Sicherheitsbedenken in diesem Land sind, und wie sehr fehlende Infrastruktur das Leben hier beeinflusst. Alles in allem eine wirklich beeindruckende Erfahrung, die zum Denken anregt!
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  • Day225

    Restaurant at the end of the universe

    August 31 in South Africa ⋅ ☀️ 14 °C

    Das Gebiet mit den besten Klettersektoren worldwide!! - Zumindest namenstechnisch bisher unangefochten Spitze und 'worldwide' eigentlich auch ziemlich eine Untertreibung: weltweit oder doch vom ganzen Universum? Wie wenn man sagen würde: die beste Pizza überhaupt und überall - von ganz Kottingbrunn...!

    Die "Restaurant at the end of the universe - crags" also... - aka 'Waterval Boven' oder in Zulu 'Emgwenya'.
    Wir sind hier leider nicht auf Arthur Dents Spuren der per Anhalter durch die Galaxis trampt nachdem der schöne Mikrokosmos Erde durch den Bau einer intergalaktischen Autobahn zerstört wurde. (Aktuelle Analogien gefällig..?) So bisl Weltraum und Astronaut auf ein Zeitl wär schon was!!
    Im zweiten Teil der aus 5 Büchern bestehenden Trilogie findet er sich im 'Restaurant at the end of the universe' wieder. Große Leseempfehlung!

    Wir sind also auch dort - nach vergleichsweise weniger Reise: 'nur' 5500 Straßenkilometer und drei gemeinsamen Wochen mit den Eltern.
    (M)ein Traumziel seit ich vor vielen Jahren zum ersten Mal Fotos von der Kletterei hier gesehen habe. Die knallroten Sandsteinfelsen entpuppen sich als harte und gewöhnungsbedürftige Kletterei - die 7-8 Wochen Seilkletterabstinenz und paar Kilo mehr um die Hüften haben ihr übriges getan. Nach ein paar Tagen haben wir uns aber wieder an Pump, Stil und Fels gewöhnt.

    Drei Wochen an einem einsamen Fleck - unter der Woche nur wir mit zwei anderen Europäer die, sobald abgereist, wir schmerzlich vermissen - am Wochenende hin und wieder ein paar zusätzliche südafrikanische Kletterer. Das Camp macht dem spanischen Namen 'Tranquilitas' (Ruhe) alle Ehre!
    Buschfeuer immer Dienstags, fast so dass die Wahl des Klettersektors nach deren Auftreten getroffen wird. Nicht selten liest man im Routenlogbuch: 'Bushfire set an end to climbing that day..'
    Grund dafür ist meist ein menschlicher: 1-2 Monate nach dem Abbrennen des verdörrten Gras, sprießt wieder frisches Grün in der verbrannten Erde - laut der Kuhlimu Prädikat: gschmackig!
    Ziemlich große Flächen werden so 'begrünt' - hin und wieder dann doch mit fatalen Folgen wenn das namensgebende Restaurant am Ende des Universums leider mit abgefackelt ist. Der Friedhof nebenan ist derartiges sichtlich auch schon gewöhnt.

    Gewöhnungsbedürftig für uns auch manche Sicherheitsvorkehrungen die bei gewissen Sektoren getroffen werden wollen. Der Waterfall crag ist nur durch ein Township zugänglich, weswegen geraten wird nur in größeren Gruppen dort zu klettern. Ausgeraubt bzw. ins Auto eingebrochen wurde dort aber trotzdem immer wieder. Beim Mayhem crag wird geraten vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück zu gehen: nicht dass der benachbarte Farmer einen mit Einbrechern verwechselt und mit der Puffn zum Schutz von Familie und Hof ausrückt.
    So oder so, wenn nicht über Nacht im Camp geschlafen wird, machen sich alle Südafrikaner schon nachmittags um 3 auf den Rückweg nach Johannesburg um beim sicheren Tageslicht unterwegs zu sein.
    - Beide Sektoren, obwohl gerade manchmal am Wochenende beim Waterfall crag einige Leute waren, haben wir dann nicht besucht.

    Wochenends bekamen wir dafür immer von Albert Besuch, einem Südafrikaner mit viel Zeit da Job in China. Einer von vielen Südafrikanern die ohne Lehrerausbildung im Ausland als Native Speaker mitunter gutes Geld verdienen. Ein Wochenende verbrachten auch seine Eltern im Camp und so ergaben sich interessante Einblicke:
    'Anno 94' war immer wieder ein geläufiger Ausdruck. Das Jahr in dem Nelson Mandela Präsident wurde und die Apartheid endete. Auf jeden Fall ein Wendepunkt in der südafrikanischen Geschichte auch wenn einige die seitdem mangelhafte Infrastruktur (Zug, Öffis, Strom,...) zu Recht kritisieren, Enteignungen problematisch sind und Dienstverhältnisse für Weiße seitdem schlechter geworden sind. Dass vieles zuvor zu Lasten von 90% der Südafrikaner funktioniert hat muss man sich aber immer wieder vor Augen führen. Leider ist auch 30 Jahre nach Ende der Apartheid absolut keine Gleichstellung erreicht. Perspektive und Sicherheit gibt es wenig und so haben eigentlich alle jungen Südafrikaner die wir getroffen haben vom Auswandern geredet. Sogar Alberts frisch pensionierte Eltern würden noch überlegen wären da nicht Kinder, Grundstück und die südafrikanische Sonne.
    Während der Corona Lockdowns als mehrere Generationen der Familie wieder viel Zeit unter einem Dach verbrachten, kam es so zu interessanten Einblicken und unterschiedlichen Perspektiven innerhalb von Familien: Omas aufgewachsen vor der Apartheid, Eltern während der Apartheid und deren Kinder als Post-Apartheid. Gemeinsam wird aber auf jeden Fall der Mandela Day begangen: jährlich am 18.7 soll für 67 Minuten Gutes getan werden. 67 Jahre seines Lebens hat Mandela dem Kampf für Menschenrechte und gegen die Apartheid gewidmet - 27 davon hinter Gitter.

    Bisschen Afrikaans haben wir auch gelernt. In diesem Sinne wünschten wir uns nach dem gemeinsamen abendlichen Braai:

    Dankie & lekker Slaap!

    _________________________
    Beste Routen/Sektorennamen:
    Last crag of the century
    Arete Franklin
    Arete a book
    Halongismashlong
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    Traveler

    Mir wird schon beim Anschauen schwindlig! 😵‍💫

    10/21/22Reply
    Traveler

    Huiiii, ziemlich beeindruckend 🤭 - grad und glatt

    10/23/22Reply

    Wenige Bohrhaken, wenn ihr mich fragt... [Paul]

     

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