auffi, ummi, dauni, umadum
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  • Day208

    iSimangaliso

    August 14 in South Africa ⋅ ⛅ 21 °C

    Viecher Gaffen No. 1: Nilpferde

    Der iSimangaliso Wetlandpark war bis vor 20 Jahren noch intensivste Forst-Monokultur. Nach Amtsantritt Mandelas 1994 wurde beschlossen die Holzpflanzerei sein zu lassen und die darauf hin ausgewiesenen Flächen als Nationalpark zu deklarieren. Anfangs war von 'Wetland' noch nicht viel zu spüren und sehen - anscheinend erst in den letzten 7 Jahren wird es dem Namen gerecht. Der Nationalpark seitdem ein Erfolg und immer mehr ausgeweitet - mittlerweile grenzüberschreitend bis hinüber nach Mosambik. Wie sich die Monokulturen angefühlt haben müssen kann gut auf der Zufahrt nach Santa Lucia beobachtet werden. Eukalyptus Plantagen in Reih und Glied für Kilometer - die Garde jeglichen Heeres wär Stolz drauf so geordnet disziplinierte und stramme Recken in ihren Reihen zu haben. (Die Reihen hier gehen in die Tausende...)
    Der Boden darunter tot, die Zwischenräume tot, Viecher nicht existent: Monokultur in extremis halt. Warum diese nach wie vor im (!) Nationalpark erlaubt und praktiziert wird hat uns keiner schlüssig erklären können.

    Umso beeindruckender ist es die dem ursprünglichen Naturzustand wieder rückgeführten Flächen zu sehen. Nichts mehr von Monokultur und Eukalyptus spürbar, alles sehr buschig, divers und feucht.
    Hauptattraktion hier sind die Hippos: grundsätzlich untertags im Wasser schlafend und sich vor der Sonne schützend. Tiefschlafphasen kennen die eher nicht da sie dann doch alle 5 Minuten Mal den Kopf heben und Luft holen müssen. Des Nächtens aktiv und legen bis zu 10 km zurück. Manche nehmen sogar am Nachtleben in Santa Lucia teil, die finden sich dann in den Straßen wieder, hören auf den Namen 'Townies' und mampfen (hoffentlich ungestört) Gras im Garten - Rasenmähervertreter habens hier schwer!

    🦛 1200 Hippos hier scheißen 60 Tonnen pro Tag. (Fressen ca. 80kg pro Tag - also insgesamt 96 Tonnen)
    🦛 Babies kommen mit 40 Kilo auf die Welt und trinken anscheinend 100 l Milch pro Tag. (2,5 fache des Eigengewichts? 🤔)
    🦛 Eigentlich in Familien oder Gruppen lebend ist das Sozialleben für manche Individuen anscheinend doch nicht so einfach: eine Hippodame (wahrscheinlich auf der Suche nach einer Gruppe die sie akzeptiert) hat 1930 1200 Kilometer (bis nach Port Elizabeth!) zurück gelegt. Bis sie erschossen wurde.
    🦛 werden in freier Wildbahn um die 40 Jahre alt. (Im Zoo bis zu 60 Jahre)
    🦛 Gähnen = Oida hau di überd Häuser! Des is mei Hood!
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  • Day205

    Wildcoast - Whale watching deluxe

    August 11 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Auf geht's zum Pazifik!
    Ein weiterer Fahrtag bringt uns von den trockenen Drakensbergen ins üppige Grün der Küste. Unser Ziel: Die Wildcoast - ein ca. 270 km langer Küstenabschnitt der seinem Namen alle Ehre macht. Wilde, wenig besiedelte, kilometerlange Küstenlandschaft inklusive Klippen & Wasserfällen direkt ins Meer gibt's hier zu entdecken. Einziges Manko, 'wild' bezieht sich auch auf die Straßen hier. Entgegen der meisten Touristen machen wir uns nicht auf den Weg nach Coffee Bay (der einzigen Ortschaft mit asphaltierter Straße), sondern folgen einer Empfehlung Einheimischer in die kleine Eco-Lodge 'Mtentu' am nordöstlichen Ende der Wildcoast. Fazit aller Befragten: Mit einem normalen (nicht 4x4) Auto sollte es möglich sein ( ! in der momentanen Trockenzeit ! ) die 45 km lange Schotterstraße bis dorthin zu fahren, empfehlen wollte es niemand. Leider war die Trockenzeit hier doch nicht ganz so trocken, und so machen wir uns nach 3 Tagen Regen (etwas nervös) auf den Weg.

    Zu Beginn noch dem Namen 'Schotterstraße' gerecht werdend, wird die Straße gegen Ende immer mehr zur gatschigen Erdpiste - doch wir Rutschen und Furten brav durch alle Wasserlöcher und kommen schließlich nach 3h an der Lodge an. Die traumhaft idyllische Lage lässt uns dann sofort die Entscheidung treffen, einen Tag länger als geplant zu bleiben. Oder vielleicht auch die Hoffnung, die Straße würde bis dahin Auftrocken und uns wieder unbeschwert die steilen nassen Passagen zurückfahren lassen..

    Die nächsten 3 Tage Leben wir im Paradies - 3x täglich wird für uns frisch gekocht, untertags geht's entlang wilder Strände zu Wasserfällen die ins Meer stürzen, oder mit dem Kayak den Fluss im Dschungel aufwärts. Zur sonstigen Unterhaltung immer mit dabei: Meereskatzen (= die süßten aller Affen) und.. Wale en masse!! Obwohl an der Küste hier grundsätzlich Nebensaison ist (wir sind quasi die einzigen Gäste in der Lodge) zeigen sich die Wale im südafrikanischen Winter besonders gern. Zu Beginn wurde noch jede Walsichtung kommentiert - irgendwann waren dann sogar schon Blumen oder Käfer interessanter. Besonders Erwähnenswert allerdings: Sichtung zweier springender Wale aus der Dusche mit Meerblick bei Sonnenuntergang - viel kitschiger geht's wohl nicht!
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    Traveler

    Manches müsste man sich für zuhause einpacken können - Wale vom Badezimmer aus 🥰!

     
  • Day201

    Drakensberge - Barriere aus Speeren

    August 7 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    Ned deppad und geprägt von unseren Erfahrungen in Phuthaditjhaba-a fahren wir weiter Richtung Süden zum Giants Castle - ebenfalls in den Drakensbergen. Diesmal untertags, mit verschlossenen Türen und ausreichend Proviant für die nächsten 3 Tage im Injisuthi Camp.

    Am Weg vorbei an Small Switzerland und riesigen Feldern. Die erste von uns angetroffene Ansammlung von vielen dieser Farmflächen in Südafrika. Durchwegs alle bewässert, also mit entsprechend optimierter Geometrie (Kreis, Halbkreis) damit die langen voll automatisierten Bewässerungsfahrzeuge in ihrem Radius jeden Winkel erwischen, ohne nennenswerter Neigung und immer in der Nähe von mitunter riesiger Speicherseen und Dämmen. Letztere wirken bei näherer Betrachtung etwas deplatziert in der sonst momentan trockenen Landschaft: also ähnlich der österreichischen Speicherteichidylle in den Skigebieten.
    Fürs Auge auf den ersten Blick reizvoll und Postkartenmotiv: Hier der Kontrast zwischen goldgelben Weiten und tiefblauen Gewässer, in Ö der Teich im Vordergrund - die Bergrücken im Hintergrund.
    Eigentlich nichts naturschutztechnisch erstrebenswertes und zu Unrecht als natürliche Idylle beworben, anscheinend aus Mangel an Kreativität, Motiven und Bewusstsein aber auch immer wieder in Alpenvereinskalendern abgedruckt. Siehe: Speicherteich an der Axamer Lizum: AV Kalender 2020, 2018, 2015. #verklärteSpeicherteichromantik

    Auch hier also die Erschaffung eines künstlichen Wasserparadies in der goldgelben Landschaft. Fair enough!
    Ähnlich markant der Kontrast zwischen der Landwirtschaft als Subsistenzwirtschaft wenn der eigene Garten in vielen Behausungen überhaupt so bezeichnet werden kann und den industriellen Großbetrieben der Weißen.
    Nach ein paar dieser Großbetriebe entlang der Hauptstraße werden nach der Abzweigung Richtung Giants Castle die einzelnen zerstreuten Häuser und Siedlungen wieder mehr. Eine idyllische Straße bis zum Injisuthi Camp.

    Die Drakensberge - in einer der 11 südafrikanischen Amtssprachen Zulu 'Barriere aus Speeren' - befinden sich gerade in der Trockenzeit sowie der Großteil des Landes. Für uns unglaublicherweise aber auch gerade in der perfekten Saison zum Eisklettern. Irgendwo in einer schattigen Südrinne auf 3000 Meter vielleicht? Die normale Trad(itionelle)-Kletterei hier soll aber auch schon genug Abenteuer sein: lange Zustiege mit an Haufen Schrofen und schließlich nicht der allerbeste Fels der wenn möglich nicht an den Leisten genommen wird sondern großflächig mit der ganzen Hand aufgestützt werden will. Es sei denn man ist scharf darauf ganze Felsschuppen plötzlich in der Hand zu halten..
    Eisklettern soll also möglich sein, Trad-Klettern auch und sogar Ski fahren! Zwei Franzosen kamen am Abend zuvor von der einzigen Skipiste in der näheren und viel viel weiteren Umgebung: in Lesotho oben gibt es anscheinend ein weißes Band mit 150 Meter Höhenunterschied. YOLO!
    Ob hier auch der lokale blade Seilbahnvertreter für offene Skihütten während der Pandemie plädiert hat?! -Zwecksm Lulu und dem Erfrieren warads...

    Wir wandern 2,5 Tage umeinand, streiten mit Pavianen ums Frühstück, finden die meisten Wege, manche nicht, Felsmalereien und einen Mühlstein. Alle anderen Wanderer hier Weiße - Schwarze die Arbeiten und sich ums Camp umschauen. Liegt vielleicht auch an den allgegenwärtigen Permits: für quasi alle Naturparks, Nationalparks, Kletterfelsen etc. muss für den Aufenthalt bezahlt werden. Persönlich und vor allem als europäischer Tourist absolut unterstützenswert, für viele Südafrikaner macht es solch einen Ausflug aber noch kostspieliger und schränkt so den Zugang für viele Menschen ein.
    Ein elitäres Naturerlebnis?!

    Gestrandeten südafrikanischen Bergsteigerinnen sei Dank - durften wir aufgrund ihres Tipps als nächstes einen wunderschönen Abschnitt der Wild Coast kennen lernen! 💙
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    Traveler

    Irgendwie habe ich mir Südafrika anders vorgestellt- grüner, saftiger und nicht mehr ganz so Apartheid…🤔

    9/3/22Reply
    Traveler

    Aber dafür echte Einblicke!

    9/3/22Reply
     
  • Day198

    Zusammenkunft der Stämme

    August 4 in South Africa ⋅ ☀️ 16 °C

    Die Stadt mit dem unaussprechlichen Namen Phuthaditjhaba-a welcher einen eher am indischen Subkontinent als in Südafrika vermuten lässt, war Ausgangspunkt für unsere Wanderung in den Drakensbergen.
    Sie war aber auch das erste Mal Grund für allgemeines wenig subtiles Unwohlsein.

    Der Grund dafür ist wahrscheinlich ähnlich leicht zu beantworten wie eine Lösung im Palästina-Israel Konflikt zu finden ist: etwas mit kolonialer Vergangenheit, Apartheid, resultierender sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit und vor allem Perspektive und Chancengleichheit hat es auf jeden Fall zu tun. Die Stadt - deren klingender Name übersetzt 'Zusammenkunft der Stämme' bedeutet - ist eine großflächige Ansiedlung vieler einzelner Häuser und Unterkünften ohne wirklichem Zentrum. Entsprechend schwer war es auch für uns nach Einbruch der Dunkelheit etwas zum Essen zu bekommen: 'Chicken Licken' ist es geworden. Eine Fastfood Kette bei der der Name Programm ist.
    Am Weg zur Unterkunft dann eine äußerst unangenehme Situation als 4 Leute mit Holzstöcken bewaffnet die Straße blockierten. Erst als wir ohne viel Geschwindigkeit verringert zu haben schon ein paar Meter vor ihnen waren gingen zwei zur Seite.. - gefragt was sie vorgehabt hätten haben wir uns nicht getraut.
    Die Unterkunft beim Buchen zuvor etwas unsympathisch wegen hoher Außenmauer am Hügel außerhalb der Stadt - nach dem Erlebnis und Eindruck der Stadt aber für uns ein Ort der Sicherheit. Definitiv nicht unsere bevorzugte Art zu Reisen, hier aber leider notwendig. Viele Weiße verirren sich wahrscheinlich nicht hierher, Touristen noch weniger.

    Leider ist die Sicherheitslage in dem Land alles andere als rosig: Raubüberfälle, Entführungen und Schlimmeres fehlen nicht im Chronik Teil der Tageszeitungen. Wenn möglich keine Fahrten bei Dunkelheit, keine 100 Meter zu Fuß stattdessen alles im verriegelten Auto, keine der zahlreichen Autostopper mitnehmen, wenn möglich beim Einkaufen eine/r Auto hüten. Alles Verhaltensweisen die empfohlen werden und von weißen Südafrikanern auch gelebt werden - schlappen 8% der südafrikanischen Bevölkerung. Gemessen an unserem bisherigen Eindruck des Landes viel weniger als wir geschätzt hätten - weiße Bubble...!
    Wie also 92% der Südafrikaner*innen leben und sich verhalten blieb uns bisher (nach schon 1.5 Monaten hier) großteils verborgen. Autos werden meist von Weißen besessen, die lokalen Mikrobusse nur von Schwarzen benutzt, Dienstleistungen (Kellnerin, Putzfrau, Haushälter, Bauarbeiten, Tankstelle) von Schwarzen durchgeführt, Weiße sind dann wiederum deren Chefs. -Ziemlich 'fucked up'!

    Nach einer Nacht in der besten zuckerwattig hellrosa glitzernden billigsstorfer Suite (Veri & Manu) und einem Zimmer mit dem ultimativen Porno Stundenhotel-Flair (Mama & Papa) ging's bald in der Früh zum wirklichen Ausgangspunkt für den Sentinel Peak Hike. Zuerst über Südafrikas höchstgelegene Unterkunft der Widsiehoek-Lodge - dem viel teureren Ausgangspunkt für die meisten Touristen - um anschließend über eine Schotterstraße die den Namen nicht verdient, sondern eher einer Baugrube im Flussbett gleicht, zum Anfang des Fußweges gefahren zu werden. Laut Fahrer: Reifenplatzer durchschnittlich alle zwei Wochen trotz fetten Geländewagen.

    Der Fußweg zu unserer Überraschung anfangs asphaltiert, also in weitaus besserem Zustand als die Straße zuvor. Für irgendwas muss die bezahlte conservation fee ja anscheinend her genommen werden. In einem Nationalpark hätten wir dafür aber andere Verwendungszwecke erhofft..
    Langsamer gemütlicher Aufstieg mit spektakulärer Aussicht auf die goldgelb vertrockneten Gräser der steilen Hänge. Oben das Gipfelplateau auf ca. 3100 Meter direkt an der Landesgrenze zu Lesotho. Wenns mehr Wasser gäbe (ergo Regenzeit) dann wären die höchsten Wasserfälle der Welt* - die Tugela Falls (980 Meter) - auch ersichtlich, so bleibt die tief abfallende Wand ins Amphitheater der Drakensberge fast trocken.
    Einzugsgebiet für das Wasser ist aber auch zieeeemlich klein und beschränkt sich auf ein wenig Hochland welches eben nicht Richtung Lesotho entwässert.
    So genießen wir alleine die spektakulären Ausblicke und vor allem Tiefblicke und schauen runter auf Südafrika. Wunderschön!! 💛

    Generell ist Bergsteigen in dem Land wahrscheinlich eine witzige Angelegenheit - kommt man oben am Hochplateau der Drakensberge an - findet man sich in einem anderen Land, in Lesotho wieder. Vielleicht irgendwo auf der Schafweide oder am lokalen Fußballplatz. Seinen persönlichen Gipfelerfolg teilend mit der Oma am Krautacker.
    Die höchstgelegenste Unterkunft in Südafrika ist für Leute aus Lesotho wahrscheinlich ein sauerstoffreicher Luftkurort. 😁

    _______________
    *Wer den höchsten hat darum streiten sich Venezuela (Salto ángel) und Südafrika (Tugela Falls): https://en.m.wikipedia.org/wiki/Tugela_Falls
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  • Day196

    Found Penguins! 🐧

    August 2 in South Africa ⋅ ☀️ 15 °C

    Hoher Besuch aus Österreich: 2,5 Wochen mit den Eltern quer durch Südafrika.
    Erster Stopp Kapstadt und dessen südliche Halbinsel.
    Die dem Meer zugewandte Seite der Stadt und der umliegenden Stadtln liegen durchwegs sehr idyllisch in den Hängen zwischen Berg und Küste. Der Großteil der 4 Millionen Einwohner Stadt am Kap wohnt jedoch hinterm Tafelberg - dieser Teil auf jeden Fall nicht so Postkartenmotiv.
    Weiter im Süden Richtung Kap wurde jemand zu unrecht nicht bei den sogenannten Big 5 Viecher Südafrikas berücksichtigt: Pinguine!! 💙
    In der Tat sind sie nicht so 'big' um zu den 5 zu gehören - ca. 50cm. Sind halt auch keine Kaiserpinguine - aber gschäftig wie sonst nur der blade Security vor der Dorfdisco watschelns umeinand und liegen sonst halt umadum. So süß!

    - Wie viele passen davon eigentlich ins Handgepäck?
    - Ab wie vielen gilt man als Wanderzoo?
    - Oder als Pinguinkolonie?
    - Wurde man kolonialisiert wenn sie in Überzahl sind?
    - Warum fallen mir gerade nur Horrorfilme mit Pinguinen ein?
    - (Gibt's die wirklich?)

    Abschluss klassisch des Nächtens am Signal Hill über der erleuchteten Stadt. Scho sche!!
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    Traveler

    Echt schön! Und sooo süüüss 🥰

    8/24/22Reply
    Traveler

    Diese süßen Vicherl haben uns schon in der Antarktis fasziniert 🐧

    8/25/22Reply
     
  • Day195

    Braai, Rooibus und French Fries

    August 1 in South Africa ⋅ ☀️ 16 °C

    Unser Zelt steht perfekt sodass uns spätestens um 9 die Sonne aufweckt und den Raureif der Nacht sofort vergessen macht.
    Meist geht's nach dem Frühstück zum Bouldern, hin und wieder jedoch wird was anderes gemacht - Hauptsache: Rasttag konform.

    Einen solchen Tag verbrachten wir an der Küste zwischen Sanddünen und einem "outdoor all you can eat" Fischrestaurant am Strand. Letzteres laut Reiseführer eine der Top 10 Erfahrungen in Südafrika. Restaurant und Ambiente sind wirklich super und speziell - um für die Top 10 in Südafrika zu reichen muss aber das sonstige Südafrika Erlebnis doch eher bescheiden gewesen sein. Nichts für ungut liebes Fischrestaurant - es war sehr sehr gut, einem all you can eat gebührend viel zu viel und auch lustig. Letzteres lag vor allem an Miles - 17 Jahre, aus den US and A, kann im Gegensatz zu seinen Freunden bisschen mit manueller Gangschaltung fahren, darf aber eigentlich noch nicht, kämpft zusätzlich noch dazu so wie alle Ausländer hier anfangs mit dem Linksverkehr.
    Ließ sich einreden dass dort wo eben die Sonne untergeht Brasilien sichtbar sei und bei gutem Wind Samba herüber schallt. Behauptete anschließend es lag bereits am ersten Glas Wein. (Das zählt für Amerikaner find ich auf jeden Fall als Entschuldigung). Gewillt sich nicht mehr schnell was einreden zu lassen also offensichtlich lernfähig, als ihm ein Kanadier weiß machen wollte, dass man in Kanada auch Französisch spricht: Dementsprechend skeptisch und ungläubig: "Wait! You guys in Canada speak French..?!"
    - Wer konnte es ihm verübeln..
    Aber den besten Sager des Abends ließ er von sich als jeder am Tisch die Gerichte des Abends Revue passieren ließ: "Those french fries - wooow I loved them!" - Die vermeintlichen Pommes stellten sich für ihn dann doch als fritierte Calamari-Sticks heraus!
    Mit 17, Wein intus und als 8C Kletterer hat man wahrscheinlich andere Dinge im Kopf - aber er hat zurecht bemerkt: "That was the most American thing I have ever said!" 😁

    Kulinarisch geht's hier sonst ähnlich wie in Südamerika weiter: Gegrilltes!
    Asado🇦🇷, Churrasco🇧🇷 und hier Braai🇿🇦 - ein Grillereignis zu gut Neudeutsch. Jedes unser bisher bereisten Länder rittert um die Erfindung des Feuers und der ausgeklügelsten Grillkultur. Wir trauen uns kein Urteil zu fällen: überall gschmackig und gemeinschaftlich - immer eine Selbstberäucherung und Rauchkuchl!
    Hier auf jeden Fall mit Einsatz von Alufolie für gegrilltes Grünzeux - letzteres ist im Vergleich zu Brasilien und Argentinien eigentlich fast ein Alleinstellungsmerkmal.

    Bezüglich Kulinarik muss auf jeden Fall noch der Rooibus erwähnt werden. Nicht nur dass man beim Bouldern oft neben und durch diese Büsche umherstreift, sondern ist diese Region hier auch der weltweite Hauptproduzent des Tees. Hauptproduzententum (aka Monopol) liegt sicher auch daran, dass dies eine geografisch geschützte Bezeichnung ist: also so wie steirisches Kernöl nur aus einer gewissen Region stammen darf oder Korruption der ÖVP inhärent ist. Eine geschützte Bezeichnung zweier Unzertrennlichkeiten. Wehe dem der abkupfert!
    6 Milliarden Sackerl Tee werden hier jedenfalls jährlich hergestellt. - Irgendeine Analogie mit Korruption, 6 Milliarden und der ÖVP?

    Ansonsten:
    ▪️ Olivenbäume
    ▪️ Orangenplantagen hier und in Citrusdal (Funfact*: die Stadt hat zum 16ten Mal in Folge den Preis für den selbsterklärendsten Ortsnamen gewonnen!)
    ▪️Pizza night ist donnerstags, also der beste Tag der Woche!
    ▪️ Desert-Pizza sind in den USA anscheinend so ein Ding: Pizzabelag Marshmallow und Nutella
    ▪️Italiener waren keine anwesend.
    ▪️Ab jetzt dehnen wir an Rasttagen! 💪🏽
    ▪️Boulderer die noch nie (!) Sportklettern waren aber 8a bouldern - wenn man in Fontainebleau aufwächst...
    ▪️Um warm zu duschen gilt: Light the donkey! (Heizt den Esel=Ofen an)
    ▪️'Jaaaaa, that's hectic!' (DIE Phrase, um Südafrikaner*innen von sonstigen Englischsprachlern zu unterscheiden)
    ▪️'cheesegrade yourself' - 'abprechteln' zu Neudeutsch aka sich beim Stürzen in der Platte aufscheren.
    ▪️'Throw up yourself!' - Häufige Beta Beschreibung im Kletterführer aka: Spring!
    ▪️'I don't log anything under 7b. - It messes with the pyramid!'
    ▪️'Nipples tight - holds are right!'
    ▪️Am zweiten Rasttag ist sich dehnen leider nicht ausgegangen..

    *mehr fun als fact!
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    Traveler

    Wow, echt cool!

    8/14/22Reply
    Traveler

    Die Dünenbilder - fantastisch! Kaum zu glauben, dass es in diesem wunderschönen Land anderswo so zu geht!

    8/15/22Reply

    Traumhaft schön - aber was schleppt ihr da für Ungetümer mit? [Erhard]

    9/2/22Reply
     
  • Day187

    Rocklands - Disneyland aus Stein

    July 24 in South Africa ⋅ ☀️ 17 °C

    Einmal über den kleinen Teich: von Salvador de Bahia über São Paulo über Luanda nach Kapstadt.
    Obwohl halbwegs ums Eck, gehen viele Flüge zwischen Südamerika und Afrika über die oft zitierten 5 Ecken - entweder über Europa oder die arabische Halbinsel - Qatar. Direktflüge hat's vor Covid kaum gegeben - jetzt noch weniger. Als Europäer ungewohnt leben wir ja an einer der zentralen Flughafen Drehscheiben dieses Planeten. Hemisphären technisch ist die südliche Hälfte unseres Trabanten weitaus weniger gut untereinander durch Flugverkehr vernetzt als der Norden.
    Kapstadt ließen wir vorerst links liegen und fuhren am selben Nachmittag weiter in die Cederberg Mountains 200 Kilometer weiter nördlich.
    Am Beginn unseres langen Tages 'Pfitschipfeil' mit der Boeing irgendwas, zum Schluss entschleunigtes 'tuk-tuk' mit dem gemieteten 1er Golf aus den 80ern.

    Gute zweieinhalb Wochen bouldern stehen in den Rocklands bevor. Für uns beide der erste längere Versuch sich mit wenigen aber harten Kletterzügen anzufreunden. Entweder will brachial überhängend oder an knifflig kleinen Leisten und runden Auflegern geklettert werden. Hin und wieder würden Außenstehende es wahrscheinlich gar nicht als klettern bezeichnen, liegt die Schwierigkeit mancher Boulder vor allem im Springen zwischen zwei Griffen. Vermeintlich leicht für Volleyballer auf Auszeit?!

    Die ersten Tage eingewöhnen an Grade, Kletterei und Crashpad Positionierung (Absprungmatten) - diese entweder einfach, doppelt oder halb übereinander gelegt um die Steine im Absprunggelände bestmöglich abzudämpfen. Leider ist dies nicht immer erfolgreich - von Anfang an bekamen wir kleinere Verletzungen (umknöcheln etc.) von anderen Kletterern mit. Dementsprechend defensiv und vorsichtig näherten wir uns an die Boulderei an.
    Fast täglich ein neuer Sektor und einen Haufen Boulder probieren und begrapschen ließ uns eher an Ausdauerkletterer erinnern - was beim Bouldern vielleicht etwas widersprüchlich ist. Erfahrene Boulderkorriphäen an denen es zur Zeit in Rocklands nicht mangelt gehen die Sache etwas anders an: wenige harte Züge pro Tag, intensiv und am Limit. Qualität vor Quantität. Fred, Nalle, Paul und Miles wissen was sie tun - wir lernten und haben uns von ihnen die Griffe putzen lassen.
    Die letzten Tage hier haben wir uns schon gezielter Boulderprobleme gesucht und ein paar Versuche darauf verwendet. Mehr als einen Tag probieren ist sich dabei trotzdem noch nicht ausgegangen. Zu vielfältig und zahlreich ist die Anzahl an super Kletterlinien in dem Meer aus Sandsteinfelsen! Kletterstress!! Spielplatz deluxe! Disneyland für Kraxler!

    Alles sehr anstrengend, lustig und international. Der zweite Stopp unserer Reise nach El Chaltén im Süden Argentiniens wo wir auch viele andere (uns gut bekannte) Europäer und Nordamerikaner treffen. - Zuhause hat sich noch nie so nah gefühlt. Die weiße 'westliche' Kletterbubble hier in Südafrika macht's möglich!
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    Traveler

    Kampf gegen die Schwerkraft!💪💪💪

    8/13/22Reply
     
  • Day174

    O Jardineiro - 50 Classics of Brazil

    July 11 in Brazil ⋅ ⛅ 24 °C

    Wenn man kletternd in Brasilien unterwegs ist kommt man nicht um das Buch: '50 Classic Routes in Brazil' herum.

    Zum ersten Mal davon gehört in Piedra Parada, das erste Mal durchgeblättert in Serra do Cipó. Es beschreibt 50 Klettereien in Brasilien die man gemacht haben 'muss'.

    Von 15 Meter Tradrouten am Granitblock neman Meer, über 40 Meter Sportkletterei und 20 Grad überhängender Technokletterei a la Kompressorroute bis zu 1200 Meter 'Big Wall' Kletterei ist alles Erdenkliche dabei. Manche Berge und Linien schauen dabei richtig gut aus, manche machen eher glaubhaft, dass der Autor hier krampfhaft eine geografische Lücke schließen wollte. Also insgesamt recht vielfältig, eines ist aber fast allen gemein: den eher abfälligen Begriff 'Kraut und Ruam'-Route haben hier auf den ersten Blick viele verdient. Die Routenfindung meist durch und neben viel Vegetation die je nach Klimazone eher dürr stachelig oder üppig grün sein kann. Auf den zweiten Blick beziehungsweise beim Klettern offenbart sich einen aber wirklich gute Kletterei in spektakulärem Ambiente!!
    Kraut und Ruam gehört hier nicht einfach nur dazu sondern machen manche Seillängen wirklich auch erst besonders und schön! Erst recht wenn es sich um exotisches Kraut und exotische Ruam handelt!
    - Hätte nie gedacht dass ich als Verweigerer von Schrofen-Seillängen das mal sagen würde. Oder um noch einen Freerider Hashtag drauf zu setzen: 'Just a straight line is a great line' gilt für manche Winter - für mich im Sommer.. #hohoho #ibinsogeil
    Auf jeden Fall: das Putzen und Säubern der vertikalen Wände von Grünzeux zahlt sich aus! Chapeau und muito obrigado!!

    Diesbezügliches Highlight: 'O Jardinero' - der Gärtner! 300 Meter langer und 3 Meter breiter geputzter Streifen in vertikaler Wand. Routenfindung leicht gemacht und von weitem bereits gut erkennbar. 😅

    Im Endeffekt haben wir in unserer Zeit hier eher zufällig 6 der 50 Klassiker beklettert - immerhin über ein Zehntel.. 😉
    Wie wir finden beschreibt die Zahl auch gut die Menge an Routen und Klettereien in dem Land die alle noch ausstehen und warten. Das Potential an Neuerschließungen ist natürlich noch um vieles größer!! Zu Unrecht hatten wir Brasilien zuvor nicht auf unserer imaginären Kraxelweltkarte!
    Adeus Brasil! 💚

    ▪️Das Land mit der größten Nord-Süd Ausdehnung der Erde? -Brasilien! (~4400km)
    (Ost-West nur um 80km weniger: in dem Land gibt es 4 Zeitzonen!)
    ▪️Die meist gesprochene Sprache Südamerikas? -Portugiesisch!
    ▪️Die meist gesprochene Sprache auf der Südhalbkugel? -Richtig...: Portugiesisch.
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    Traveler

    Ich muss da auch einmal hin - ohne klettern für mich, aber ein paar von euren Highlights sehen, hab soo Gusto kriegt 🥰

    8/1/22Reply
     
  • Day173

    Brasilien - Veris Fazit (+ mehr Fotos)

    July 10 in Brazil ⋅ ⛅ 21 °C

    Landschaft: 🌴🐒🌵☀️
    Definitiv anders als Argentinien - im Gegensatz zu hohen Bergen und endloser unbesiedelter Steppe gabs in Brasilien vor allem üppige tropische Vegetation - mit allem Getier 🐒🦎🦋 und Ungetier🕷️🦟🦂 was dazu gehört. Außerdem, Cachoeiras (Wasserfälle) im Überfluss! Besondere Highlights waren für uns die traumhaften und wilden Strände auf Floripa, die argen Kontraste zwischen Stadt, Meer und riesigen Granitfelsen in Rio, der wilde Westen rund um Itatim, und die Tafelberge in Chapada Diamantina. Bom de mais!!!! 😍

    Leute: Wie auch in Argentinien - super nett, gastfreundlich und hilfsbereit - und das durchwegs. Bestes Beispiel: Rodrigo, der uns in Serra do Cipó für 1 Monat einfach so Haus & Auto überließ.

    Kletterei: Muito Legal!! 😎
    # Sportkletten: Die beste Sportkletterei gabs definitiv im Kletterhotspot Serra do Cipó - 1A Fels mit Routen aller Art vor Urwaldkulisse!
    # Touriklettern: (aka Sightseeing in Rio)
    Eines unser absoluten Highlights in Brasilien waren definitiv die Kletterein in Rio, vor allem auf den Zuckerhut. Besser kann man Sightseeing & Klettern wohl kaum verbinden!
    # Mehrseillängen:
    Neben Rio haben auch die Inselberge in Itatim ordentlich Eindruck hinterlassen - die bis zu 300m hohen Kletterein in Mitten von Kakteen und anderen Steppengewächsen waren sowohl landschaftlich als auch klettertechnisch ein Traum! 🌵

    Essen: 🍍🍌🍉🥥🥑🥭
    Tropische Früchte im Überfluss - Mangos, Avocados, Papaya, Ananas, Kokusnuss und die besten aller Limetten gibt's hier an jeder Ecke für wenig Geld.
    Lieblingsgericht: Acarajé
    Lieblingssnack: Pacoqua
    Lieblingsdrink: Limettensmoothie
    Lieblings-Sonstiges: Limetten & Koriander zu jedem Essen!

    Sonstiges:
    - SAMBA!! 💃🎶
    Die grandiose Musik in Brasilien, sowie die Samba-Abende in Serra do Cipó werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. So rhythmisch, so authentisch, so positiv!! 😍😍😍
    - Unterkünfte: Im Gegensatz zu Argentinien stellten wir in Brasilien kein einziges Mal unser Zelt auf. Etwa die Hälfte der Zeit wohnten wir in Serra do Cipo bei Kletterfreunden, die andere Hälfte blieben wir in Hostels & AirBnb's.
    - Mit dem Wetter meinte es auch Brasilien sehr gut mit uns, der vermeintliche Winter mit durschnittlich 20-25°C untertags und viel Sonne fühlte sich perfekt an ☀️. Regentage hatten wir nur genau 2, wobei wir einen davon komplett im Bus verbrachten.
    - Zahlungstechnisch war Brasilien deutlich unkomplizierter als Argentinien, da (fast) alles hier mit Karte bezahlt wird. Einziges Problem: "fast".. hin und wieder wurden wir überrascht dass unsre Kreditkarte(n) nicht angenommen wurden - und dann zu Bargeld zu kommen war teilweise gar nicht so leicht.
    - Weitere Schwierigkeit bzgl. Zahlen, Reservieren o.ä: Alle Einwohner Brasiliens besitzen eine Steuernummer, CPF genannt - und ohne die sind die meisten Bestellungen, Zahlungen, Reservierungen online quasi unmöglich.
    - Preislich war Brasilien zwar nach wie vor recht günstig, jedoch schon deutlich teurer als Argentinien. Was uns vor allem überraschte, dass viele Lebensmittel wesentlich teurer als zu Hause sind, wie Haferflocken, Mehl, Pasta, jegliche importierte Ware sowie Milchprodukte (außer Milch). Im Gegensatz dazu sind Obst, Gemüse, Eier und Fleisch deutlich günstiger. Unser größtes Manko in Brasilien bzgl. Lebensmittel: Der durchwegs geschmacklose Käse 🧀 und die Schwierigkeit Haferflocken (meistens nur in 170g Packungen zu kaufen) und Sojamilch für unser Frühstück zu bekommen.
    - Auch sicherheitstechnisch merkten wir einen ordentlichen Unterschied verglichen zu Argentinien. Am Land, bzw. in allen kleineren Städten fühlten wir uns durchwegs wohl - auch die Einheimischen versicherten uns hier, dass die Kriminalität gleich null wäre. In den Städten siehts aber ganz anders aus - sowohl in Rio als auch in Salvador hörten wir so einige Geschichte und bewegten uns etwas vorsichtiger. Passiert is' im Endeffekt gar nix, außer Handydiebstähle haben wir auch nix mitbekommen - dennoch lebt sichs hier in den Städten lang nicht so unbeschwert.

    Alles in allem hatten wir eine unglaublich schöne Zeit in Brasilien, mit fantastischen Ausblicken, Einblicken, Kletterein - und das alles erlebten wir mit einem Dauerohrwurm unsrer Lieblings-Sambasongs! ❤️🎶💃
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    Traveler

    silantro kann nie gut sein

    7/26/22Reply
    Traveler

    Toll! In jeder Hinsicht!

    7/27/22Reply
    Traveler

    Freue mich immer sehr, wenn ihr einen neuen Beitrag schreibt! Beeindruckend, was ihr in Südamerika alles gesehen und erlebt habt!

    7/27/22Reply
    Traveler

    Wünschen euch weiterhin so tolle Erlebnisse am nächsten Kontinent! Alles Liebe 💞 Oma und Opa

    7/28/22Reply
     
  • Day171

    Chapada Diamantina

    July 8 in Brazil ⋅ ☁️ 20 °C

    Noch immer etwas bedient von Covid aber motiviert uns die berühmte Chapada Diamantina anzusehen fahren wir 4 Stunden weiter Richtung Westen. Das erste Mal auf unserer Reise, dass wir etwas ähnliches wie Stress verspüren, ist es ja auch das erste Mal dass wir einen Flug gebucht haben und nicht mehr ganz flexibel sind.

    Die Region bietet vielleicht einen Vorgeschmack auf eines der berühmtesten Wahrzeichen unseres nächsten Stopps: viele Tafelberge säumen hier die Landschaft und bilden mitsamt dem ganzen Grün und den schon fast obligatorischen Wasserfällen eine schöne Kulisse.
    Das zweite Mal hier in Brasilien (nach Rio), dass auch viele internationale Touris hier sind. Die meisten machen hier (Mehr)Tageswanderungen durch Täler, zu kristallklar blauen Gumpen oder Wasserfällen.

    Wir fühlen uns für manches davon noch nicht ausreichend fit und gehen lieber vermeintlich gemütlich Sportklettern. Auch bei diesen Zustiegen von teilweise über einer Stunde bekommt man einen schönen Eindruck von der Gegend und ist wahrscheinlich auf weniger touristischen Pfaden in den Tälern unterwegs. Vorherrschendes Gestein in den Klettersektoren ist hier entweder Konglomerat oder Quarzit - die beiden Gesteinsarten klettern sich sehr unterschiedlich: Konglomerat eher technisch löchrig mit mitunter vielen Möglichkeiten und Quarzit meist mit weiten Zügen an wenigen definierten Leisten und Henkel - wenns überhängend wird dann ziemlich geiles kraftiges Baller-Baller!
    Der entsprechende Sektor 'Barro roxo' (lila Lehm) hat nicht nur eine außergewöhnliche Gesteinsfarbe (lila-violett!! 💜) sondern ist genau das: bam bam ballern - athletische Kletterei bevorzugt für große Leut'!

    Einen Sektor (passender Name: Göttersektor) gab's sogar direkt neben Fluss samt Wasserfall und sowohl Konglomerat als auch Quarzit in einer einzigen Route!! Überhängende Kingline mit wenig Kommunikationsmöglichkeit nach der 2ten Exe aufgrund des Wasserfalls und dem nach einem Regentag tosenden Fluss.

    Ein Dorf dort sehr hübsch und fesch hergerichtet (Lençois) das andere im Vale do Capão eher eine unstrukturierte und zerspragelte Siedlung mit den schlechtesten Gatschstraßen und Hippies die mit pseudo-spirituellen Behandlungen oder Karten legen an Haufen Geld den Touris abknöpfen versuchen.

    Das eine bunt - das andere gatschig.
    Das eine glasklares Trinkwasser - das andere braune Suppn frisch aus der Leitung.
    Das eine kultiviert - das andere ruiniert.
    Das eine Sand unter den Füßen - das andere Sand in den Augen.
    Das eine immer Samstagvormittag - das andere Montagmorgenwecker.
    Das eine Falco - das andere Xavier Naidoo.
    Das eine Zwettler Saphir - das andere Ottakringer Helles.
    Das eine politische Zukunftshoffnung - das andere Laura Sachslehner.
    Das eine erneuerbare Energien - das andere Regenwaldabholzung.
    Das eine Adam Ondra - das andere Novak Djokovic.
    Das eine Mohnnudeln - das andere Krankenhausessen.
    Das eine Holzhütte am See - das andere Sao Paulo Downtown.
    Das eine Vogelgezwitscher - das andere Gelsengesurre.
    Das eine fit wia a junga Hupfa - das andere Stoa am Schädel.
    Das eine Rückraumangriff auf 2 Meter einibetoniert - das andere Doppelfehler.
    Das eine juhu - das andere bäh!
    Das eine muh - das andere mäh!
    Wird langsam klar was gemeint ist..?

    Für die Youngsters:
    Das eine 'woke' - das andere 'Opfa'.
    Das eine ♻️ - das andere ☢️.

    Das andere war dann auch verregnet: der erste Regentag in dem halben Jahr Reise wo wir im anderen wirklich etwas Anderes vorgehabt hätten: beim höchsten Wasserfall 'Cachoeira da Fumaça' waren wir zwar dann trotzdem - die 340 Meter Fallhöhe haben wir uns aber zum Nebel und Nieselregen dazumalen müssen.
    Wegen Hippies, Wettervorhersage und Straßen sind wir dann auch einen Tag früher nach Itatim zurück um noch eine letzte Mehrseillängentour in Brasilien zu bekraxeln.

    Peace out Hippies! ☮️
    Love und Dosenbier!
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    Traveler

    Beachtlich - Laura Sachslehner hats sogar bis Brasilien geschafft 😅....

    7/26/22Reply

    Atemberaubender Anblick!! [Erhard]

    9/2/22Reply