• Autofriedhof Båstnäs

    June 22, 2025 in Sweden ⋅ ☁️ 21 °C

    Der Autofriedhof Båstnäs hat eine ungewöhnliche Geschichte, die bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreicht. Damals erhob Norwegen hohe Einfuhrzölle auf Autos, während einzelne Autoteile zollfrei über die Grenze gebracht werden konnten. Die Brüder Rune und Thore Ivansson nutzten diese Situation und gründeten 1956 in Båstnäs eine Werkstatt sowie einen Schrottplatz nahe der norwegischen Grenze. Dort wurden Fahrzeuge zerlegt, die Einzelteile nach Norwegen transportiert und anschließend wieder zusammengesetzt.

    Das Geschäft war sehr erfolgreich. Zu seinen besten Zeiten sollen sich auf dem Gelände bis zu 2.000 Fahrzeuge befunden haben. Neben dem Grenzhandel verkauften die Brüder auch Ersatzteile aus den ausgeschlachteten Fahrzeugen.

    Als sich die norwegische Wirtschaft nach den Erdölfunden in der Nordsee erholte und sich die Zollbestimmungen änderten, ging das Geschäft jedoch zurück. In den 1980er-Jahren verloren die Betreiber ihre Schrottplatzlizenz. Viele der Fahrzeuge blieben daraufhin einfach stehen und wurden nicht mehr entsorgt. Etwa 800 Fahrzeuge verblieben auf dem Gelände.

    Im Laufe der Jahrzehnte eroberte die Natur den Platz zurück. Bäume wuchsen durch Motorhauben und Dächer, Moose überzogen die Karosserien, und aus dem ehemaligen Schrottplatz wurde einer der bekanntesten „Lost Places“ Skandinaviens.
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