Sibiu ➡️ Biertan ➡️ Sighișoara ➡️ Brașov
April 24 in Romania ⋅ ⛅ 8 °C
Tag 10 - nach einem Cappuccino und Espresso Tonic im Café Lumos und einem letzten Selfie auf dem Piața Mare von Sibiu treten wir unsere Weiterreise nach Brașov an. Anstatt jedoch auf direktem Wege von Ort zu Ort zu fahren, machen wir einen nördlichen Bogen und nehmen uns Zeit für zwei Zwischenstationen.
An uns zieht die hügelige Landschaft vorbei, in der Ferne sehen wir bewaldete Erhebungen und später auch Eis bedeckte Gipfel der südlichen Karpaten. In den Ortschaften sieht die Verkabelung für uns schon sehr abenteuerlich aus. Auf nahezu jedem Mast ist ein Horst von Störchen, in wirklich jedem brütet ein Pärchen.
Unseren ersten Zwischenhalt machen wir bei der Kirchenburg Bierthälm (rum. Biertan), die vom 16. bis zum 19. Jh. die Bischofsburg der Evangelischen Kirche A.B. der deutschen Minderheit, der Siebenbürger Sächs*innen war. Entsprechend beeindruckend ist die Anlage. Neben einem Mausoleumsturm, in dem wir die Grabsteine der Bischöfe sehen, und dem katholischen Turm, den die katholische Bevölkerung des Dorfes nach der Reformation als Kapelle benutzte, gibt es hier ein Ehegefängnis zu sehen. Darin gibt es einen Stuhl, einen Tisch, Bett, Löffel, Schale, Becher... Alles nur ein einziges mal! Bei Streitigkeiten wurden Eheleuten hier eingesperrt, bis diese sich wieder vertragen. Kirchenburgen (oder auch Wehrkirchen genannt) sind sehr typisch für Siebenbürgen. Es gibt davon mehrere Dutzend in der Region. In Kriegszeiten konnten sich die Menschen aus den Dörfern hinter ihre Mauern zurückziehen um sich so vor plündernden Truppen zu schützen.
Als nächstes ging es für uns nach Sighișoara (dt. Schässburg), der Geburtstadt von dem Woiwoden Vlad III Drăculea, der angeblich das historische Vorbild für die Romanfigur Dracula sein soll (wobei das auch inzwischen umstritten ist). Daran erinnern vor allem die Souvenirstände, in denen sich zu allem Überfluss zu dem Tyrann aus dem 15. Jh. auch einer aus dem 20. Jh. gesellt. Viel mehr interessieren uns aber - na klar! - die Kirchen. Zum einen besichtigen wir die ehemalige Dominikanerkirche, der späteren evangelischen Stadtpfarrkirche, ganz in der Nähe des Stadtturmes. Wir bekommen dort eine sehr interessante Führung durch die Kirchenhüterin. Man hat gemerkt, wie viel Freude sie an dieser Aufgabe hat! Danach machten wir uns an den Aufstieg zur in 429 m Höhe gelegenen Bergkirche, die auch zur deutschsprachigen ev. Gemeinde gehört. Zurück gingen wir über den deutschen Friedhof. Nach einer Stärkung (typisch ungarisches Langos) setzen wir die Reise fort und erreichten abends unser Etappenziel: Brașov (dt. Kronstadt) 👑
🚙 271 km,🚶🏻🚶🏻 8 km, ⛪ 3Read more


























Traveler
Immer die richtigen Prioritäten 😂
Pauliiiiiiiii [Maurício]
TravelerStörche, Ehegefängnisse und Dracula 🙈 Zum Glück gab’s auch Langos für euch!!