Schipka ➡️ Sofia
I går, Bulgaria ⋅ ☁️ 10 °C
Tag 16 - in Schipka besuchten wir morgens vor unserer Abreise noch das am Berghang gelegene Kloster. Es wurde von Zar Alexander II. anlässlich einer Schlacht am nahegelegenen Schipkapass gestiftet und ist entsprechend im russischen Stil gehalten. Sehr prächtig und wunderschön!
Auf unserem Weg zu unserem Zwischenhalt in Plowdiw haben wir für 1,49€ Super 95, getankt, eine willkommene Entlastung unserer Reisekasse. Hier wird für dich getankt und professionell die Scheibe gereinigt.
Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und verfügt über eine wunderschöne Altstadt, in der auch viele Überbleibsel aus der römischen Antike erhalten geblieben sind, wie das Theater und Teile des Forums und Stadions. Außerdem haben wir hier die erste Moschee unserer Reise besucht: Die Dschumaja-Moschee. Sie stammt aus dem 15. Jh. und ist damit die älteste osmanische Freitagsmoschee auf dem Balkan. Generell werden die osmanischen Einflüsse immer deutlicher erkennbar. Hier sehen wir auch zum ersten Mal große Palmen. In der Stadt sehen wir auch eine Büste für einen ehemaligen orth. Metropoliten der Stadt, Kiril von Plowdiw. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges hat er eine bedeutende Rolle beim Schutz bulgarischer Jüd*innen vor Deportation und Vernichtung gespielt. Immer wieder äußerte er sich gegen die NS-Ideologie und bekundete Solidarität mit Jüd*innen. Als 600 von ihnen aus Plowdiw deportiert werden sollten, intervenierte er umgehend, indem er sich bei staatlichen Stellen für diese Menschen einsetzte und ankündigte, sich nötigenfalls auch auf die Gleise zu legen, um die Deportation zu verhindern. Er war damit erfolgreich. Später versteckte er auch Jüd*innen in seinem privaten Wohnsitz. Ein echtes Vorbild gelebter Nächstenliebe und kirchlichen antifaschistischen Widerstandes, der uns auch heute noch inspirieren kann. Später wurde Kiril übrigens, das sei am Rande noch erwähnt, zum Patriarchen der bulgarischen orthodoxen Kirche.
Auf unserer Weiterfahrt nach Sofia sehen wir eine Landschaft, die geprägt ist durch waldreiche Berge, riesige Solarfelder und durch schlechte Straßen.
Sofia selbst ist auf den ersten Blick vor allem eins: Wunderschön! Etwas weniger Chaotisch als Bukarest, aber ebenso vielfältig teilen beide Städte auch den Charme allgegenwärtiger Provisorien. Zwischen verfallenen Altbauten und blankpolierten modernen Glastürmen zeigt sich hier eine Stadt vieler Widersprüche, die wir gern morgen weiter erkunden möchten. Eine unliebsame Begegnung hatten wir allerdings auch: Aus Autos, die gemeinsam mit uns in die Stadt fuhren johlten aus den neben uns fahrenden Autos Fußballfans aus dem Fenster und machten dabei eindeutig faschistische Gesten. Nicht um konkret und zu bedrohen, sondern um der Umgebung ihre menschenfeindliche Grundhaltung offen zur Schau zu stellen. Wir erfuhren, dass heute ein Halbfinale im bulgarischen Fußballpokal stattfand und dabei der ZSKA Sofia (der etwa für seine rechtsextreme Hooliganszene bekannt ist, zu der z.B. eine Gruppe namens "ZSKA SS Front" gehört) gegen Ludogorez Rasgrad (ein Kleinstadtklub, der vor 15 Jahren von einem Oligarchen gekauft wurde und seit dem regelmäßig die Meisterschaft gewinnt) spielte. Auch das ist wohl Balkan...
Trotz unserer schönen Reiseziele heute war die Stimmung bei uns schlechter als üblich. Jens war sehr von dem Verkehr gestresst und hatte Kreislaufbeschwerden und Björn hatte in der Nacht nur wenige Stunden geschlafen und den ganzen Tag über Verdauungsbeschwerden. Hoffentlich legt sich das schnell wieder und wir können unseren Aufenthalt hier genießen.
🚙 254km, 🚶🏻🚶🏻 7 km, ⛪4, 🕌1Les mer
Richtung Balkan! Bukarest ➡️ Schipka
28. april, Romania ⋅ ☀️ 6 °C
Tag 15 - den Tag haben wir in der wunderschönen armenischen Kaffeerösterei "Delicatese Florescu" gestartet. Diese pflegt eine auf das Jahr 1530 zurück gehende Tradition. Inzwischen ist sie allerdings in rumänischer Hand.
Nach einer nervenaufzehrenden Fahrt durch Bukarest sind wir auf dem Weg zu unserem Zielort Schipka in Bulgarien - allerdings erwarten uns auch zwei interessante Zwischenstationen!
Als wir über die "Brücke der Freundschaft" die Donau Richtung Süden überquerten, haben wir nun endlich offiziell die Balkanhalbinsel erreicht! Direkt dahinter,
erwartete uns allerdings der Grenzschutz. Ausweise mussten wir nicht vorzeigen, dafür aber das Auto ausladen und das Verdeck einmal öffnen.
Auf dem weiteren Weg besuchten wir heute "nur" eine Kirche: das Felsenkloster Iwanowo. Es wurde im 12. Jahrhundert von Eremiten (Einsiedlern) gegründet. Diese haben Höhlen in den Berg gehauen und später wunderschön bemalt. Wir konnten die Hauptkirche des Klosters besichtigen. Die vielen anderen Höhlen und Kirchen sind allerdings momentan nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, weil nicht gesichert und daher zu gefährlich. Der Aufstieg durch einen Trampelpfad und Felsentreppen war wunderschön. Da hat sich der kleine Umweg wirklich gelohnt!
Weiter ging es für uns über das zentrale Balkangebirge. Unsere nächste Station: das "Chadschi Dimotar" Monument auf dem gleichnamigen Berg, das auch "Busludscha" genannt wird. 1868 kämpften am Gipfel des Berges bulgarische Aufständische unter der Führung von Chadschi Dimitar gegen die türkisch-osmanischen Besatzer. 33 Jahre später fand, anlässlich der jährlichen Gedenkfeier für die dort gefallenen Freiheitskämpfer, hier der Busludscha-Kongress, die konstituierende Sitzung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Bulgariens statt, die zu einem Vorläufer der Bulgarischen Kommunistischen Partei wurde, die in der Zeit des Kalten Krieges das Land beherrschte und sich mit diesem kolossalen Monument selbst ein Denkmal setzte, das 1981 eingeweiht wurde. Inzwischen ist es dem Verfall preisgegeben und ein beliebter "Lost Place". Wegen der Einsturzgefahr kann es nicht betreten werden. Das Denkmal liegt auf 1441 Meter Höhe, somit über der Baumgrenze. Mit dem Auto, auf dieser Reise, bisher der höchste Punkt. Gleich nach den rumänischen Kreisverkehren mag Jens endlose und steile Serpentinen mit sehr scharfen Kurven, heute hatten wir beides in ausreichender Zahl. Hier haben wir auch die ersten Hamburger auf unserer Reise getroffen.
Unsere Unterkunft ist in Schipka, einer kleinen Ortschaft. Die Häuser wurden aus verschiedensten Baustoffen erbaut und sind liebevoll gepflegt.
Heute sind wir 14 Tage unterwegs und beide schlapp und erschöpft.
🚙 278 Km, 🚶🏻♂️🚶🏼♂️ 3 Km, ⛪1Les mer
Bukarest #2
27. april, Romania ⋅ 🌙 11 °C
Tag 14 - heute hatten wir viel auf dem Zettel und nur die Hälfte geschafft. Wir hätten wohl noch ein paar Tage länger planen sollen. Der letzte Abend in Rumänien und wir sind beide etwas traurig.
Der Parlamentspalast, noch von den Eheleuten Ceaușescu geplant, ist nur mit Gigantomanie und Geschmackbefreitheit zu beschreiben. Gute 40% des damaligen Bruttoinlandsprodukts wurden nur für dieses eine Haus verbraucht. Nach dem Pentagon das zweit größte Gebäude der Welt. Innerhalb einer Stunde wurde uns 6% des Gebäudes gezeigt. Für 16€ die Person auch keine günstiger Eintritt. Wie überall in Rumänien, kommt Jens mit seinem Schwerbehinderten Ausweis umsonst rein. Wir nennen den Ausweis daher "VIP Card". Da könnte sich Deutschland gerne etwas anschauen.
Die Stadt ist reich an Kirchen. Heute haben wir uns eine russische orthodoxe Kirche, eine rumänische orthodoxe Kirche, zwei rumänische orthodoxe Klöster und die alte rumänische orthodoxe Patriarchenkathedrale angeschaut. Darüber hinaus sind wir bestimmt an 10 wunderschönen Kirchen vorbei gelaufen. Man kann ja nicht alles anschauen. Die Gebete gehen ja auch immer an die gleiche Adresse.
Heute schwächelt Björn etwas und so lassen wie den Abend ruhig angehen.
🚶🏻🚶🏻 11 km, ⛪ 5Les mer
Bukarest #1
26. april, Romania
Tag 13 - unser Sonntagsgottesdienst ist heute eine armenische Liturgie. Auf dem Weg zur Kirche schauen wir kurz in eine rum.-orth. Kirche in unserer direkten Nachbarschaft, in der auch ein Gottesdienst stattfindet. Auch schön! Aber für heute haben wir ein anderes Ziel.
Die armenisch-apostolische Kirche liegt in fußläufiger Entfernung zu uns in dem sog. armenischen Viertel. Dort zeigen viele Wohnhäuser und auch Kaffeeröstereien von der Präsenz einer (zumindest ehemals?) großen armenischen Community. Als Händler*innen, sehr oft aber auch als Vertriebene und Verfolgte, ließen sich Armenier*innen auf der ganzen Welt nieder. Und dabei brachten sie auch ihre Kirche mit. Sie ist ein wichtiger Faktor für Identität und Kultur der armenischen Diaspora. Die arm.-apost. Kirche ist zudem sehr alt: Armenien ist als erstes Land der Welt zum christlichen Glauben übergetreten. Seit dem ist sie einen sehr eigenen Weg gegangen, theologisch (sie ist eine miaphysitische Kirche, also steht nicht mit den byzantinischen orth. Kirchen in Gemeinschaft sondern mit der koptischen, äthiopisch-orth. u.a.), aber auch liturgisch: Die armenische Liturgie verbindet eine östliche Grundform mit westlichen Einflüssen, ganz offensichtlich ist dies z.B. daran, dass der liturgische Chorgesang mit einer Orgel unterlegt ist, und die liturgischen Gewänder sowohl Anleihen bei den byzantinischen, als auch den westlichen Kirchen haben.
Dem entsprechend erleben wir heute einen Gottesdienst, der sehr anders ist als die, die wir anderswo erlebt haben, aber mindestens so anrührend ist. Hinzu kommt, dass es sich um den ersten Gottesdienst nach dem arm. Völkermordgedenktag ist - am 24. April 1915, vor 111 Jahren, wurden Angehörige der arm. Eliten in Konstantinopel verhaftet, was als Beginn des Genozids an den Armenier*innen im osmanischen Reich gilt, der monatelang andauerte und in dem schätzungsweise bis zu 1,5 mio. Menschen ermordet worden sind. Auch Deutsche Offizielle waren Mittäter, die als militärische Verbündete Teil des osm. Militärstabes waren oder als Offiziere osm. Truppen befehligten. Der Aghet, so wird der Genozid von Armenier*innen genannt, hat ein tiefes transgenerationales Trauma hinterlassen, das weiterhin anhält. Nicht zuletzt weil die Opfer des Aghet durch die arm.-apost. Kirche heiliggesprochen wurden, handelt es sich beim Völkermordgedenktag auch um einen religiösen Gedenktag. Und so waren in diesem Gottesdienst nicht nur der arm. Bischof anwesend, der im Ornat eine Ansprache hielt, sondern auch Botschafter*innen aus Armenien, Frankreich, Griechenland und Zypern, sowie Vertreter der rum.-orth. und röm.-kath. Kirche. Sie legten nach dem Gottesdienst Nelken an dem Chatschkar, einem arm. Kreuzstein, ab, der vor der Kirche als Denkmal für die im Aghet Ermordeten dient. Es war sehr bewegend.
Nach einer mittaglichen Stärkung gehen wir zum Parlamentspalast, der hoch über Bukarest aufragt und als eines der größten Gebäude der Welt gilt. Hier reservieren wir uns für morgen zwei Plätze bei einer Führung. Mehr also morgen zu diesem Gebäude, das viel über die jüngere Geschichte des Landes zu sagen hat.
Danach gehen wir zur Nationalkathedrale des Patriachats von Bukarest, das der rum.-orth. Kirche vorsteht. Baubeginn für diese Kirche war 2010, letztes Jahr wurde sie eingeweiht. Das Bauwerk wird sehr kontrovers diskutiert. Einerseits, wegens ihres vorgesehenen Name (eigentlich sollte sie Kathedrale der Erlösung des Volkes heißen, was eine eindeutig völkische Schlagseite hat) und andererseits weil sie obszön groß (absichtlich höher als der Parlamentspalast) und obszön teuer war (270 Milliarden Euro) - und das in einem der ärmsten Länder des Kontinents und in einer Kirche, bei der Priester mehrere Berufe ausüben müssen, um sich über Wasser halten zu können und für wohltätige Projekte auf Spenden angewiesen sind. Man kann der Meinung sein, dass dieser Bau viel gemeinsam hat mit dem "Haus des Volkes" direkt nebenan, wenn die RumOK Geld für ein solch monströses Bauwerk hat, aber nicht für so etwas wie die Kulturscheune in Hammersdorf. Die Kirche selbst war nicht für Besichtigungen zugänglich, sondern lediglich eine Kirchenshop, der den Charme eines Tedis hatte.
Währenddessen stiegen die Temperaturen immer weiter. Die in der Spitze fast 27°C, die es heute hatte, waren uns sehr unangenehm. Während Jens zurück zur Wohnung ging, weil ihm das Klima zu schaffen machte, besuchte Björn noch das Königsschloss, in dem mehrere Museen untergebracht sind. Es liegt direkt gegenüber von dem heutigen Innenministerium, von dem Nicolae Ceaușescu am 21.12.1989 seine letzte öffentliche Rede hielt. Damals ist er zu seinem Erstaunen von der ausgewählten Menge, die ihm zujubeln sollte, ausgebuht worden. Wenige Tage später ist er gemeinsam mit seiner Frau Elena von Soldaten, die sich der Revolution angeschlossen haben, nach einem kurzen Schauprozess hingerichtet worden. Heute steht vor dem Gebäude ein großer Obelisk als Revolutionsdenkmal.
Björn besichtigt im Schloss zum einen die Nationalgalerie, in der rum. Kunst vom Mittelalter bis zu Gegenwart ausgestellt wird, und einige Prunksäle des Königsschlosses. Den Abend lassen wir wieder gemeinsam entspannt ausklingen.
🚶🏼♂️🚶🏻♂️14 km, ⛪ 3, 🏰1Les mer
Brașov ➡️ Peleș ➡️ Snagov ➡️ Bukarest
25. april, Romania ⋅ ☀️ 7 °C
Tag 12 - morgens stellen wir fest: Ende April und die Stechmücken sind schon sehr durstig! Jegliche Transsilvanien-Witze verkneifen wir uns an dieser Stelle.
Bei sonnigem Wetter ging es für uns heute von Brașov aus nach Süden. Unseren ersten Zwischenhalt haben wir dabei beim Schloss Peleș, der früheren Sommerresidenz der rumänischen Könige, mitten in den Bergen. Schulklassen begleiten uns auf unserem Weg vom Parkplatz zum Schlossgelände, das sich immer weiter mit Tourist*innen füllt. Peleș ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Rumäniens. Folgerichtig stellen wir am Ticketschalter fest, dass die Eintrittskarten für die Uhrzeit, zu der wir dort waren, bereits ausverkauft sind. Immerhin können wir das kleinere Schloss Pelișor (das bedeutet quasi "Klein-Peleș") besichtigen. Es wurde in direkter Nähe vom Hauptschloss und in einem äußerlich ähnlichem Stil für Ferdinand und Marie errichtet, als diese noch das Kronprinzenpaar waren. Marie von Edinburgh wirkte aktiv an der künstlerischen Ausgestaltung des Inneren mit und sorgte so dafür, das viel im Stile des Art Nouveau gehalten war, den sie als Waffe gegen den zu sterilen Historismus empfand. Das von ihr gestaltete Goldene Zimmer und die vielen schönen Jugendstilmöbel beeindrucken uns besonders. Nach einem Rundgang über das Schlossgelände, bei dem wir auch Peleș in Augenschein genommen haben (eine Mischung aus neorumänischem Stil und der Burg Hohenzollern, wo König Carol, der Erbauer des Schlosses, aufgewachsen ist) und zwei Kaffees im Schlosscafé, fuhren wir weiter.
Unser Weg führte uns die Autobahn entlang und langsam ließen wir die Karpaten hinter uns. Das konnte nur eins bedeuten: Wir sind nun irgendwo mitten in der Walachei - und zwar wortwörtlich! Kurz vor unserem Tagesziel Bukarest biegen wir ab und parken unser treues Gefährt an einem See. Über eine Brücke mit dem Festland verbunden befindet sich darin die Klosterinsel Snagov. Auf dem Weg über das Wasser fallen uns die Villen und im Bau befindlichen Hotels am Ufer auf. Wahrscheinlich ist dies ein beliebter Rückzugsort für betuchte Hauptstädter*innen. Spiegelglatt liegt der See vor uns, Vögel singen und die Sonne scheint, eine innere Ruhe kehrt ein! Auf der Insel sehen wir zu unserem Erstaunen zuerst einen Vogel Strauß in einem, sehr kleinen, Gehege - artgerecht sieht das nicht aus. Hinter einem Torbogen liegt die aus dem 15. Jh. stammende Klosterkirche. Innen verfügt sie über wunderschöne blaue Fresken und Ikonenmalereien, die uns gedanklich in die Moldauklöster versetzen. Wunderschön! Der Überlieferung nach soll in diesem Kloster auch Vlad, der Pfähler, bestattet sein. Unabsichtlich haben wir ihn also von seinem Geburtsort bis zum Grab begleitet. Dass sich sein Grab aber direkt vor der Ikonostase im Hauptraum der Kirche befindet, wie ein rechteckiges Loch im Teppich, das zusätzlich mit marmornen Steinen abgesteckt wurde, suggerieren soll, halten wir für sehr fraglich. Wahrscheinlich ist es einfach unbekannt, wo er tatsächlich liegt.
Später fahren wir dann in die Stadt Bukarest hinein. Zum Glück kreuzten unseren Weg weit weniger dieser furchtbaren mehrspurigen Kreisverkehre, die uns so oft das Leben schwer machen. An unserer Unterkunft angekommen kochen wir uns etwas und machen uns einen entspannten Abend.
🚙 194 km,🚶🏻🚶🏻 5 km, ⛪ 1, 🏰 2Les mer

ReisendeEs ist eine große Freude, Eure ausführlichen, informativen, persönlichen Reiseberichte zu lesen und die entsprechenden Fotos zu betrachten. DANKE fürs Teilen 🫶. Habt weiterhin eine gute Zeit und liebe Grüße nach Bukarest.😘.
Brașov
24. april, Romania ⋅ ☁️ 11 °C
Tag 11 - Brașov (dt. Kronstadt) gehört zusammen mit Sibiu und Cluj zu den größten Städten Transsilvaniens. Und gleichzeitig ist sie eine der Schönsten.
Wahrzeichen der Stadt ist die mittelalterliche Schwarze Kirche, die ihren Namen erhielt, weil sie im 17. Jh. einmal ausbrannte und vom Ruß eingefärbt worden ist. Heute sieht man dies nur noch an steinernen Figuren in ihrem Inneren. Außerdem beherbergt sie eine große Anzahl osmanischer Teppiche, die siebenbürgische Kaufmannsleute dort ausgestellt haben. Historische Bedeutung hat die Kirche vor allem dadurch, dass im 16. Jh. ihr Pfarrer zum Reformator der deutschsprachigen Bevölkerung von Siebenbürgen wurde. Ganz nebenbei ist die Kirche aber auch sehr hübsch anzusehen. Sie blieb nicht die einzige, die wir heute hier erkundet haben. In Brașov haben wir sogar unseren bisherigen Kirchen-Rekord geknackt: Von insgesamt fünf besuchten Kirchen sind zwei evangelisch und drei orthodox.
Direkt neben unserer wirklich schönen Unterkunft liegt ein weiteres Gotteshaus, eine Synagoge. Obwohl diese einen guten Eindruck machte, reicht sie nicht an die zwar stark renovierungsbedürftige, aber nichtsdestotrotz beeindruckende Synagoge von Sibiu heran.
Unser erster Km Seilbahn führte uns zum Brașov Schriftzug auf der sog. Zinne, hoch über der Stadt. Wir haben beschlossen, Hollywood hat sich hier wohl inspirieren lassen.
Zufällig treffen wir hier auch im Vorbeigehen Daniel! Ihn hat Björn vor Jahren in Sibiu kennengelernt, beide wussten von einander nicht, dass sie in Brașov sein würden - ein schöner Zufall!
Der abendliche Abschluss im Restaurant Casa Hirscher. Ein muss für JEDE*N Brașov Besucher*in. Die warme Pasta wurde im Gastraum vor dem Servieren in einem großem Parmesanrad verrührt. Hier bekommen die Nudeln ihre Veredelung. Für uns bisher nur hier erlebt und für sehr lecker befunden. Es war wohl unser teuerstes Abendessen und es hat sich sehr gelohnt!
🚶🏻🚶🏻 10 km, 🚠 1 km, ⛪ 5, 🕍 1Les mer
Sibiu ➡️ Biertan ➡️ Sighișoara ➡️ Brașov
24. april, Romania ⋅ ⛅ 8 °C
Tag 10 - nach einem Cappuccino und Espresso Tonic im Café Lumos und einem letzten Selfie auf dem Piața Mare von Sibiu treten wir unsere Weiterreise nach Brașov an. Anstatt jedoch auf direktem Wege von Ort zu Ort zu fahren, machen wir einen nördlichen Bogen und nehmen uns Zeit für zwei Zwischenstationen.
An uns zieht die hügelige Landschaft vorbei, in der Ferne sehen wir bewaldete Erhebungen und später auch Eis bedeckte Gipfel der südlichen Karpaten. In den Ortschaften sieht die Verkabelung für uns schon sehr abenteuerlich aus. Auf nahezu jedem Mast ist ein Horst von Störchen, in wirklich jedem brütet ein Pärchen.
Unseren ersten Zwischenhalt machen wir bei der Kirchenburg Bierthälm (rum. Biertan), die vom 16. bis zum 19. Jh. die Bischofsburg der Evangelischen Kirche A.B. der deutschen Minderheit, der Siebenbürger Sächs*innen war. Entsprechend beeindruckend ist die Anlage. Neben einem Mausoleumsturm, in dem wir die Grabsteine der Bischöfe sehen, und dem katholischen Turm, den die katholische Bevölkerung des Dorfes nach der Reformation als Kapelle benutzte, gibt es hier ein Ehegefängnis zu sehen. Darin gibt es einen Stuhl, einen Tisch, Bett, Löffel, Schale, Becher... Alles nur ein einziges mal! Bei Streitigkeiten wurden Eheleuten hier eingesperrt, bis diese sich wieder vertragen. Kirchenburgen (oder auch Wehrkirchen genannt) sind sehr typisch für Siebenbürgen. Es gibt davon mehrere Dutzend in der Region. In Kriegszeiten konnten sich die Menschen aus den Dörfern hinter ihre Mauern zurückziehen um sich so vor plündernden Truppen zu schützen.
Als nächstes ging es für uns nach Sighișoara (dt. Schässburg), der Geburtstadt von dem Woiwoden Vlad III Drăculea, der angeblich das historische Vorbild für die Romanfigur Dracula sein soll (wobei das auch inzwischen umstritten ist). Daran erinnern vor allem die Souvenirstände, in denen sich zu allem Überfluss zu dem Tyrann aus dem 15. Jh. auch einer aus dem 20. Jh. gesellt. Viel mehr interessieren uns aber - na klar! - die Kirchen. Zum einen besichtigen wir die ehemalige Dominikanerkirche, der späteren evangelischen Stadtpfarrkirche, ganz in der Nähe des Stadtturmes. Wir bekommen dort eine sehr interessante Führung durch die Kirchenhüterin. Man hat gemerkt, wie viel Freude sie an dieser Aufgabe hat! Danach machten wir uns an den Aufstieg zur in 429 m Höhe gelegenen Bergkirche, die auch zur deutschsprachigen ev. Gemeinde gehört. Zurück gingen wir über den deutschen Friedhof. Nach einer Stärkung (typisch ungarisches Langos) setzen wir die Reise fort und erreichten abends unser Etappenziel: Brașov (dt. Kronstadt) 👑
🚙 271 km,🚶🏻🚶🏻 8 km, ⛪ 3Les mer
Sibiu #2
22. april, Romania ⋅ ☁️ 5 °C
Tag 9 - ein entspannter Tag in Sibiu. Er beginnt mit einem orthodoxen Gottesdienst in der wunderschönen Kathedrale von Sibiu, einer Runde durch die Altstadt und einem sehr guten rumänischen Mittagessen in dem traditionellen Restaurant "Crama Sibiul Vechi" in einem alten Weinkeller. Dabei teilen wir uns auch als Dessert eine Portion von herrlich süßem Papanași - frittierte Topfenknödel mit Schlagsahne und Blaubeerkompott. Himmlisch!
Nach dem Essen trafen wir uns mit Alexandru in Gușterița (dt.: Hammersdorf). Björn kennt ihn noch aus Ökumenesemester-Zeiten. Er ist Wissenschaftler und Dozent an der Universität von Sibiu, Familienvater und orthodoxer Priester, dessen Kraft, Dinge zu organisieren und Ideen umzusetzen einfach nur unglaublich ist! 2022 waren wir schon einmal gemeinsam bei ihm zu Besuch. Es hat sich so viel positiv verändert und noch viel mehr ist in Planung. Alexandrus wertvolle Arbeit, die er leistet um den vielen Roma in seiner Gemeinde ein besseres Leben zu ermöglichen, sein ökumenisches Engagement, das allen Widerständen trotzt, und seine Fähigkeit, Vielfachbelastungen auszuhalten, sind nach wie vor zu tiefst inspirierend.
Am Nachmittag waren wir mit Anne im Café Wien - hier ist das österreichische Erbe der Stadt noch sehr lebendig! Björn und Anne kennen sich aus Deutschland, sie waren gemeinsam auf verschiedenen Studienreisen des Gustav-Adolf-Werkes, dem Diasporawerk der EKD. Anne studiert Theologie und durchläuft nun (auch auf Björns Anraten hin) das gleiche Studienprogramm, das ihn einst nach Sibiu geführt hat. Bei Wiener Melange und Apfelstrudel hatten sich beide viel zu erzählen.
Später gingen Vater und Sohn erneut zur orth. Kathedrale. Für unsere Fahrt wollten wir etwas geweihtest Wasser mitnehmen. In der orth. Tradition ist es tatsächlich zum Trinken gedacht - eine Art flüssiger Segen also! Und unabhängig davon, ob man daran glaubt - schaden kann es jedenfalls nicht. Zwar war das Wasser leider aus, statt dessen erwartete uns dort eine weitere liturgische Andacht - auch schön!
Unser letzter Tag in Sibiu endete, wie könnte es anders sein, bei der weltbesten Pizza (wirklich wahr!), einer Pizza Porcini der Pizzeria Napolitana. Das Leben ist gut ✨
🚙 9 km, 🚶🏻🚶🏻 10 km, ⛪ 4Les mer
Sibiu #1
21. april, Romania ⋅ ☁️ 7 °C
Tag 8 - weil in unserer ursprünglichen Unterkunft der Wasserbeuler nicht funktionierte, wir also kein warmes Wasser hatten, ist uns angeboten worden, für den gleichen Preis in eine andere Ferienwohnung umzubuchen. Das haben wir dankend angenommen. Heute beluden wir also zunächst unser Auto und fuhren in Richtung unseren neuen Domizils in der Unterstadt.
Bevor wir dort ankamen, nutzten wir den Weg allerdings für einen Zwischenhalt an der letzten verbliebenen Synagoge von Sibiu. Während Björn hier vor einigen Jahren noch vor verschlossenen Türen stand, hat das Gebäude inzwischen wieder regelmäßig für Besucher*innen geöffnet. Ein sehr engagierter Mann, der sich als der Gemeindevorsteher vorstellte, schloss uns auf und zeigte uns ein echtes Kleinod. Lebhaft erzählte er uns von der Gemeinde und dem wunderschönen Gebäude selbst, das als zweites der Stadt elektrifiziert wurde (noch vor dem Bahnhof!) und von dem selben Architekten geplant wurde, der auch für die prächtige orthodoxe Kathedrale der Stadt verantwortlich ist. Die jüd. Gemeinde hatte nach dem Zweiten Weltkrieg 2000 Mitglieder, die in der Zeit der SR Rumänien fast vollständig - vor allem nach Israel - ausgewandert sind. Heute hat die Gemeinde wieder 44 Mitglieder und es gibt regelmäßig Gottesdienste in einem Gebetsraum, sowie Kulturveranstaltungen in der Synagoge. Dieser Besuch hat uns beide sehr bewegt und wird uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.
Nachdem wir uns in unserer neuen Unterkunft eingerichtet und einige Pläne für unsere weitere Reise geschmiedet haben, besuchten wir das ASTRA-Freilichtmuseum. Zu sehen gibt es dort traditionelle rumänische Häuser aus den verschiedenen Regionen des Landes, sowie Kirchen, Werkstätten, viele Mühlen und auch einige Nutztiere. Gemütlich schlenderten wir durch die Anlage, betraten das ein oder andere Gebäude und gönnten uns ein Eis.
Den Tag ließen wir dann im (für werktags in einer maximal mittelgroßen Stadt überraschend lebhaften) Nachtleben Sibius ausklingen. Im Dunkeln sieht die Stadt noch märchenhafter aus als tagsüber 🌌
🚙 18 km, 🚶🏻🚶🏻 5 km, ⛪ 1, 🕍 1Les mer
Hunedoara ➡️ Alba Iulia ➡️ Sibiu
20. april, Romania ⋅ ☁️ 9 °C
Tag 7 - Unser Start in Hunedoara/Eisenmarkt startete nicht gerade wie wir es uns vorgestellt haben. Ein verdrehtes Verkehrsschild wies uns einen großen Umweg zur sehr imposanten Burg. Jens ist einmal sehr schmerzhaft gestürzt und dann war die Burg auch noch geschlossen. Der Tag hätte besser beginnen können. Immerhin von außen war die Burg Corvinilor ein prächtiger Anblick!
Die Fahrt zur Festung Alba Iulia führte uns durch die schönen Landschaften in Siebenbürgen (rum. Transsylvanien). Die Festung geht auf ein altes Castell der Römer zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte um- und ausgebaut. Seit fast 2000 Jahren ist sie ein wichtiger Ort und war zwischenzeitlich das politische Zentrum der Region. Die abwechselnde Nutzung durch Militär, Kirche und Adel drückte von hier aus Siebenbürgen und Rumänien seinen Stempel auf. Weil hier 1918 der Anschluss Transsylvaniens an Rumänien vollzogen und 1922 das Ferdinand I. und Maria zum Königspaar von (Groß-)Rumänien gekrönt worden ist, ist die Festung jedoch auch ein Bezugspunkt für rumänischen Nationalismus, in dessen Fleisch die ungarisch geprägte röm.-kath. Kathedrale steckt, in der ungarische patriotische Symbole präsent sind. An diesem Ort kann man also auch etwas über die spannungsvollen Vergangenheit und Gegenwart in dieser Region lernen.
Und sowohl im Römermuseum "Principia" als auch im neuen Museum im Prinzenpalast wurde sich von unseren Museumsführerinnen viel Zeit für uns genommen und mit Passion die Geschichte dieser Orte erzählt, die von der Antike bis in die jüngere Vergangenheit reicht.
Am Nachmittag die Fahrt nach Sibiu/Herrmannstadt. Es ist wieder ein Ankommen und alles so vertraut. Lecker Pizza und Bierchen, ankommen einrichten und dann kein warmes Wasser.... Trotzdem schön wieder hier zu sein!
🚙 165,5 Km, 🚶🏻♂️🚶🏼♂️7 km, ⛪ 2, 🏰 2Les mer
Bratislava ➡️ Prislop ➡️ Hunedoara
19. april, Romania ⋅ ⛅ 12 °C
Tag 6 - heute haben wir Ungarn durchquert. Mitte April und die Rapsfelder sind schon richtig gelb, die Natur ist hier auch viel weiter. Warm ist es heute, Sonne und 23°C, Hamburg Regen und 12°C.
Weil Kraftstoff in Ungarn einen anderen (höheren) Preis für Ausländer als für Einheimische hat, wollten wir sicherheitshalber erst in Rumänien tanken. Allerdings haben wir uns etwas verschätzt wie weit wir mit der Tankfüllung noch kommen. Nachdem wir die Grenze passiert hatten (endlich wieder in Rumänien 🥳) sprang die Leuchte für den Reservetank an. So mussten wir bei nächster Gelegenheit an der Autobahn für umgerechnet 1,65 € tanken. An der Autobahn in Deutschland hatte Super 2,55€ gekostet.
Insgesamt kamen wir aber sehr gut durch und es war für unseren Fahrer weniger anstrengend als gedacht.
Bevor wir nach Hunedoara (/Eisenmarkt) fuhren, wo wir unsere Übernachtungsmöglichkeit haben, besuchten wir noch das rum.-orth. Kloster Prislop. Ein idyllischer Ort im Herzen der transsilvanischen Berge. Ein kleiner Bach führt über das Klostergelände, an dessen Quelle sich viele Besucher*innen in großen Gefäßen (heiliges?) Wasser für Zuhause abfüllen. Generell waren viel mehr Menschen dort, als wir erwartet hätten. Das Kloster verfügt über einige große, neue Gebäude, aber auch über eine hübsche kleine Kirche aus dem 16. Jh. mit Fragmenten einer äußeren Bemalung und wunderschöner Innenbemalung. Von dort führt ein Weg an dem Friedhof des Klosters vorbei eine Anhöhe hoch, hinter der man über einem Trampelpfad eine kleine in den Felsen gehauene Höhle finden kann, in der sich der als Heiliger verehrte Johannes von Prislop als Einsiedler zurückgezogen hatte. Als wir zurück zur Kirche kamen fand dort gerade das Abendgebet der Nonnen statt. Wir lauschten ein wenig der wunderschönen Liturgie und fuhren dann weiter nach Hunedoara.
🚙 592 Km, 🚶🏼♂️🚶🏻♂️ 4 km. ⛪ 1 (Kloster), 🕒 ➡️🕓Les mer
Bratislava zu Fuss
18. april, Slovakia ⋅ ⛅ 14 °C
Tag 5 - Bratislava ist eine Stadt mit langer Vergangenheit, aber eine recht kurze als Hauptstadt. Die Stadt erinnert uns etwas an Prag, nur in klein und vor allem in der Altstadt, auch ähnlich schön. Etwas Abseits der Altstadt sieht man die Armut schon etwas mehr. Die Skyline braucht sich nicht vor anderen Städten verstecken.
Wir sind sehr viel gelaufen, tolle Architektur und beeindruckende Kirchen (Katholisch / Orthodox), Gasthäuser gesehen, guten Wein und verschiedene Biere probiert. Unser Favorit war das "Mestansky Pivovar". Das Wetter hat schon etwas von Sommer. Im April in kurzer Hose und ohne Jacke vor die Tür fühlt sich ungewohnt an.
🚶🏻🚶🏻 14 km, ⛪5
Hier etwas slowakischen Flair für euch: https://open.spotify.com/track/52rQDh0Trg58okew…Les mer
Garm.-Partenkirchen➡️ Wien ➡️ Bratislava
17. april, Slovakia ⋅ 🌙 17 °C
Tag 4 - unser vorerst letzter Morgen in Deutschland! Nach einem kurzen Besuch am Grab des Komponisten Richard Strauss, der 1949 in Garmisch-Partenkirchen gestorben war, brachen wir auf. Flaches Land mit dahinter aufragenden Bergen zog an uns vorbei. Unsere Mittagspause machten wir dann schon jenseits der österreichischen Grenze. Bevor es zu unserem Tagesziel Bratislava weiterging, ließen wir es uns nicht nehmen, unseren Nachmittags-Kaffee im Schlosspark Schönbrunn in Wien zu uns zu nehmen. Natürlich gab es Melange ☕ Von da aus war es nicht mehr weit bis zur slowakischen Hauptstadt. Während die Außenbezirke von Plattenbauten gekennzeichnet sind, begrüßte uns aus der Ferne auch schon die Burg, die sich über das Stadtzentrum erhebt. Nach kurzem Check-In in unserem Hotel starteten wir eine erste Erkundungstour durch die Altstadt von Bratislava und ließen uns treiben. Erster Eindruck: Wunderschön!
(Die Slowakei ist schon etwas weiter. Auf den Verkehrsschildern laufen Väter mit ihren Töchtern spazieren.)
🚙 548 km, 🚶🏼♂️🚶🏻♂️6 kmLes mer
Zugspitze & Partnachklamm
16. april, Tyskland ⋅ ☁️ 13 °C
Tag 3 - nach einer erholsamen Nacht war unsere erste Station heute Morgen ein Bahnhof. Dort bestiegen wir die Zugspitzbahn, eine Zahnradbahn, die uns auf ihrem weiten Weg bis auf den gleichnamigen Berg mitnehmen sollte. Die Stimmung war irgendwo zwischen gespannt und skeptisch, denn schon am Vortag hatten wir erfahren, dass die Seilbahnen des höchsten Berg des Landes momentan - zumindest unter der Woche - außer Betrieb sind. Das bedeutete für uns: Wir würden heute nicht bis zum Gipfel kommen. Unser Ziel heute war statt dessen die Zugspitzplatt-Station auf immerhin 2.588 Höhenmetern.
Der Weg nach oben verlief reibungslos. Zuerst durch Ortschaften mit Märchenflair, danach ging es aufwärts an nicht weniger zauberhafter Natur (der Eibsee ist zum Niederknien schön!) bis zu einem Tunnel, der uns durch das Bergmassiv bis zu unserem Zielbahnhof führte. Dort angekommen war die Enttäuschung zunächst groß: Dichter Nebel umgab die Station, sodass wir außer Schnee kaum etwas zu Gesicht bekamen. Immerhin hab es in der Station Kaffee. Davon gestärkt stiefelten wir mehr oder weniger missmutig einen kleinen Abhang hinauf um wenigstens die Kapelle der Station (immerhin die höchstgelegene Kirche der Bundesrepublik!) zu besuchen. Uns empfing ein hübsches Kleinod, das (nachdem eine Gruppe Tourist*innen, die vor und dort war gegangen war) eine tiefe Ruhe ausstrahlte und uns zum Innehalten einlud.
Als wir die Kapelle verließen, war es, als hätte, wie es in einem Adventslied so schön heißt, der Heiland die Himmel aufgerissen: Der Nebel verzog sich und es war sogar etwas vom Himmel und den umliegenden Felswänden und -gipfeln zu sehen. Tief beeindruckt von der Szenerie gingen wir umher, um das Panorama ganz aufzusaugen. Im Außenbereich der ansässigen Gastronomie verbrachten wir unsere Mittagspause, indem wir unsere mitgebrachten Vollkornbrote mit den einheimischen Vögeln teilten und (zumindest einer von uns) ein Bierchen verrückten.
Hinab ging es, wie wir hinaufgefahren sind, diesmal aber mit einem guten Gefühl!
Unser nächstes Ziel war die Partnachklamm, ein kleiner Canyon, den der gleichnamige Fluss durch den Felsen gefressen hat. Bei sonnigem Wetter wanderten wir vom Parkplatz aus ein gutes Stück bis wir an dem Eingang der Klamm angekommen waren. Was uns dahinter erwartete, war Natur hautnah. Ein künstlich befestigter Weg mit Geländer führte uns an der Schlucht entlang, unter uns Stromschnellen, über uns Felsen und vereinzelte Wasserfälle. Ein wunderschönes Spektakel! Nachdem wir nach ungefähr einer halben Stunde das Ende der Klamm erreicht hatten, gingen wir den gleichen Weg zurück.
Auf dem Nach-Hause-Weg zurück in unsere Unterkunft hatten wir noch Zeit für eine klitzekleine Wallfahrt zum Franziskanerkloster St. Anton. An einem Berghang gelegen wurde die Kirche als Dank dafür gestiftet, dass die Ortschaft nicht von Krieg verwüstet worden ist. Zum Glück (auch für uns!) verfehlt die Wallfahrtskirche nicht ihren Zweck. Hoffentlich bleibt es so.
Unser Abend endete - wie sollte es anders sein - in einem typisch bayrischen Gasthaus. Zum Wohl!
🚙 10km, 🚶🏼♂️12km, 🚋 38km, ⛪2Les mer
Göttingen ➡️ Garm.-Partenkirchen
15. april, Tyskland ⋅ ☁️ 6 °C
Tag 2 - Nach einer angenehmen Nacht starten wir Richtung Garmisch. Nach einem Zwischenstopp in Friedland sind wir gut durchgekommen.
Friedland kannte ich nur vom Namen her, hier sind sehr viele Kriegsgefangenen, Vertriebene, Flüchtlinge angekommen und erst einmal untergebracht worden. Beeindruckend, unerwartet und etwas verstörend...
Gut durchgekommen, naja. Auf einmal waren wir ohne Mautplakette, auf einer österreichischen Autobahn. Nach der schnellen Abfahrt war die Strecke sehr malerisch. Von jetzt auf gleich, inmitten von beeindruckenden Bergen. Bei einem der vielen Fotostopps dann der Schrecken. Das Auto stinkt und die Motorkontrolllampe ist an. Nach einem Notstop am Straßenrand war der Geruch weg, die Lampe weiter an. Da das Glück mit den Tüchtigen ist, hatte eine Werkstatt noch auf und hat uns den Fehlerspeicher gelöscht. Abgasregelventil... hoffentlich bleibt die Lampe weiterhin aus.
Hier sind wir begeistert von den Hausmalereien und der Landschaft. Respekt an die vielen Radfahrerinen, ja es waren überwiegend Frauen.
🚙 628km, 🚶🏼♂️2Km, ⛪1Les mer
Hamburg ➡️ Göttingen
14. april, Tyskland ⋅ ☀️ 10 °C
Tag 1 - führt uns zuerst nach Göttingen.
Nur ein Haus neben Björns früherer Studenten-Bude, in der sagenumwobenen Südstadt. Es ist irgendwie etwas wie nach Hause kommen und Abschied nehmen. Alte Wegpunkte wurden besucht, Aufkleber geklebt, alte Aufkleber wieder entdeck, gut gegessen und getrunken.
🚗 296 km, 🚶🏻🚶🏻4 km
Der Soundtrack des Abends:
https://open.spotify.com/track/1sz0Isjvr6QwIUPq…Les mer
























































































































































































































































































ReisendeGute Besserung Euch beiden, dann lasst es auch mal ruhig(er) angehen …. 🙂↔️