• Oradour-sur-Glane: Gegen das Vergessen

    3. oktober 2025, Frankrig ⋅ ☁️ 15 °C

    Auf dem Weg in die Normandie kamen wir an diesem historischen Ort vorbei.

    Oradour-sur-Glane gehört zur französischen wie zur deutschen Geschichte. In Frankreich kennt diesen Ort fast jeder, in Deutschland ist er vielen Menschen jedoch kein Begriff. Wer die Landungsstrände und deren Museen oder die U-Boot-Bunker besucht, darf vor diesem Ort nicht Halt machen.

    Das Massaker von Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 gilt als das größte deutsche Kriegsverbrechen auf dem westlichen Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg. Das Dorf wurde von der SS fast vollständig zerstört, über 640 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – wurden ermordet.

    Die Ruinen des Dorfes wurden 1946 als nationales Denkmal eingestuft und sind bewusst so erhalten geblieben, als Symbol für die Barbarei der Nazis und als Mahnmal gegen das Vergessen

    Man hat alles unverändert gelassen. Verwucherte Gärten, inzwischen verrostete Fahrzeuge und andere Alltagsgegenstände rotten vor sich hin.

    In der Kirche läuft es einem kalt über den Rücken, beim Gedanken, wieviel Frauen und Kinder auf welche Weise hier den Tod fanden.

    Wenn es auch nicht angenehm ist lohnt sich ein Besuch. Es wird ein Eindruck bleiben der keine schönen Erinnerungen hinterlässt. Der Anblick und die Vorstellung was sich hier abspielte ist erdrückend. Man spürt an jeder Ecke wie brutal und skrupellos Menschen sein können.

    Der Besuch schockiert, bewegt und versetzt einen in eine sehr düstere Stimmung , aber ich denke, dass jeder, der es sehen kann, es tun sollte.
    Auch wenn das Massaker nun schon über 81 Jahre her ist spürt man die Vergangenheit sehr nah.
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