• Skopje, die Stadt der 1000 Statuen

    September 7, 2025 in North Macedonia ⋅ 🌙 22 °C

    Rückblick:
    Das Erdbeben von 1963 zerstörte rund 80 % Skopjes, darunter viele neoklassizistische Bauten. Der Wiederaufbau erfolgte im schlichten Stil der Moderne. Die Regierung begründete das Projekt „Skopje 2014“ mit dem Wunsch nach einem monumentaleren Stadtbild, der Wiederherstellung des Nationalstolzes und einer großstädtischeren Atmosphäre. Premierminister Nikola Gruevski bezeichnete das Projekt 2012 als seine Idee. 2010 musste das Projekt abgebrochen werden, weil schlichtweg kein Geld mehr vorhanden war.
    Das ist der Hintergrund der speziellen Atmosphäre der Stadt. Es sind wie zwei verschiedene Städte. Einerseits die modernen, prunkvollen Bauten, daneben der alte Bazar. Es gibt viele die den Wiederaufbau als kitschig abkanzeln und als "Mazedonisches Disneyland" bezeichnen. Diese Kategorisierung können wir nicht teilen und genossen die Tage in der Hauptstadt.
    Eines der wichtigsten Wahrzeichen ist die Bogenbrücke über den Fluss Vardar. Der Bau begann unter der Herrschaft von Alexander dem Grossen und wurde vom Herrscher des osmanischen Reiches Fatih Sultans Mehmed abgeschlossen.
    Wenn man so durch die Stadt schlendert, die vielen Skulpturen betrachtet, im Bazar mit Verkäufer, der Grill im Restaurant qualmt, um ein paar Gläser feilscht, eine türkischen Tee trinkt, Rockmusik in einer Bar trinkt und der Muezzin im Hintergrund zum Gebet aufruft, taucht man in eine komplett andere Welt ein. Alkohol hat eine kleinere Bedeutung in der Gesellschaft wie am Anfang unserer Reise und der Einfluss vom Islam ist grösser geworden. Die Touristen in der Stadt sind grösstenteils aus den Balkanländer und man hört sehr selten deutsche und englische Töne.
    Auffällig ist, dass die Generation Ü50 gerne von der schönen Zeit in Jugoslawien sprechen und den Präsidenten Tito vermissen.
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