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  • Day73

    Das antike Messini

    2 hours ago in Greece ⋅ 🌙 17 °C

    Nach dem morgendlichen Joggen entlang der Strandpromenade und dem zwar sehr erfrischenden Bad, jedoch etwas erschwerten Ein- und Ausstieg über die dicken, glitschigen Steine am Kiesstrand machen wir uns auf zur einstigen antiken Großstadt Messini, wo damals an die 10000 Menschen lebten. Leider verpassen wir die entsprechende Ausfahrt auf der ansonsten angenehm ruckelfreien Autobahn, weil, wie schon so oft erlebt, keinerlei Hinweisschilder auf das antike Messini zu entdecken sind, worauf wir uns bei so einer Kultstätte verlassen haben. Tatsächlich haben wir immer wieder erlebt, dass die Ausschilderung sehr mangelhaft ist bzw. vorhandene Schilder nur auf Griechisch oder so überschmiert sind, dass man sie nur sehr schwer ganz andere Route angezeigt hat. Nun denn, Norbert bleibt bewundernswert gelassen (anders als ich, die von dieser mangelnden Ausschilderung ziemlich abgenervt ist!), und wir steuern unser Ziel über sehr ländliche Nebensträßchen an. Glück im Unglück: Dabei passieren wir eine ländliche Olivenmühle bei Ladiki, wo wir Halt machen, das Öl verkosten und für gut und preiswert befinden und uns mit einigen Litern eindecken. Netterweise dürfen wir auch unser Frischwasser im Womo auffüllen, so dass wir wieder völlig unabhängig stehen können. Wir fahren weiter über kurvige und ziemlich enge Wirtschaftswege, schrauben uns langsam die Berge hoch, zunächst zum Kloster Moni Voulcanou, das, wie die meisten Klöster, die wir bisher gesehen haben, weit oben am Bergang, unmittelbar unterhalb eines ehemaligen Vulkankegels, klebt. Die Aussicht auf die nördlichen Ausläufer des riesigen Taigetos-Gebirges im Hintergrund, die darunter sich erstreckende weite Ebene, die voll ist mit auslsadenden und erntereifen Olivenbaumwäldern, ist wirklich grandios. Auch in Spanien haben wir über die endlosen Olivenplantagen gestaunt, doch hier ist die riesige Ebene bis hoch in die Berge, soweit das Auge reicht, mit uralten, kräftig tragenden Bäumen, die dicht an dicht stehen, bedeckt, und ein ähnliches Bild hat sich bereits seit Stoupa auf dem mittleren Finger des Peleponnes präsentiert. Die Straße führt uns dann schließlich über diverse steile Serpentinen und durch Engpässe im Dorf zu unserem Ziel, dem antiken Messini. Schon von oben sind wir beeindruckt von der riesigen und gut erhaltenen Anlage. Ich kann bestens nachvollziehen, dass die am steilen Berghang des Ithóme strategisch günstige Lage den Feldherrn Epaminondas aus dem einflussreichen Theben 369 v. Chr. veranlasste, die Stadt zu gründen. Er hatte die rivalisierende Großmacht Sparta aus der Region vertrieben, und als Dank für die Waffenhilfe der Messenier legte er die Siedlung (angeblich in nur 85 Tagen) an, was man bei der Größe der Anlage sich nur schwer vorstellen kann. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Gebäudekomplexe ausgegraben, bestens restauriert und wieder aufgestellt, so weit möglich, so dass wir hier eine der am besten erhaltenen antiken Städte vor uns haben. Diverse Zeus, Poseidon, Artemis und Asklepios geweihte Tempel aus dorischer, ionischer und korinthischer Zeit, Kultstätten mit Opferaltären, Amphitheater, Bodenmosaike, Agora, ein großes, sehr gut erhaltenes Stadion und ein erst kürzlich entdecktes Mausoleum der in dieser Stadt einflussreichen Familie, die Hohepriester und Verwalter stellte, lassen das antike Leben vor unserem inneren Auge lebendig werden. Wir haben wieder das Glück, dass außer uns nur wenige Touris das Gelände erkunden, so dass wir in aller Ruhe die friedliche Atmosphäre genießen und auf uns wirken lassen und alles zusätzlich fotografisch aufnehmen können.
    Anschließend laufen wir unseren ruhigen Übernachtungsplatz am weitläufigen Strand von Analipsi, südlich von Messini, mit Blick auf die Bucht von Kalamata an.
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  • Day72

    Auf dem Weg zum Olivenzentrum Kalamata

    Yesterday in Greece ⋅ ☀️ 21 °C

    Die Nacht wurde begleitet vom ewigen Rauschen der Wellen und Klackern der rollenden Steine. Der morgendliche Blick auf das türkisfarbene Wasser in der weiten Bucht mit der rotweißen Steilküste animiert mich sofort, ein erfrischendes Bad zu nehmen, obwohl der Wellengang noch ziemlich heftig ist. Was ich nicht bedacht habe, dass die wunderschönen runden Steine des Kiesstrandes sofort in richtig große, runde und glitschige übergehen und damit bei den Wellen kaum zu überwinden sind. Selten habe ich mich so unbeholfen beim Versuch ins Wasser zu gehen gefühlt, zumal die Unterströmung einem sofort die Beine wegzuziehen droht. Also mit ein paarmal Umkippen zurück und zur Badeleiter am Rand der Bucht, die aber auch vom heftigen Wellengang kräftig überspült wird. So macht Schwimmen nicht so wirklich Spaß! Anschließend Außendusche, und die Welt ist wieder in Ordnung. Nach dem Frühstück kommen wir mit einem netten, jungen Österreicher, der ebenfalls hier die Nacht verbracht hat, ins Gespräch - ein Kletterfreak, der sich in Leonidia beim Klettern eine Rippe gebrochen hat und nun erst einmal eine Weile pausieren muss und sich die Zeit bis zur Genesung mit einer Rundreise vertreibt.
    Wir fahren später die Küstenstraße Richtung Norden - Kalamata - entlang. Die Kulisse der mächtigen Bergmassive ist beeindruckend, die verstreuten kleinen Ortschaften verlieren sich davor. Die Wohntürme werden seltener, was bleibt und stetig zunimmt sind die Olivenhaine. Immer stärker wird die Landschaft davon bestimmt, riesige Flächen sind ausschließlich und dicht an dicht von reichlich tragenden Olivenbäumen bedeckt, unterbrochen von steil abfallenden, oft roten und von vielen Höhlen durchlöcherten Felswänden. Die Olivenernte hat begonnen, immer häufiger sehen wir links und rechts der Straße, wie die grünen Netze ausgelegt und die Bäume mit Rüttlern bearbeitet werden, ein mühseliges Geschäft.
    In Lefktro machen wir einen Spaziergang durch die Stadt und probieren in einem auf Bio-Olivenprodukte spezialisierten Laden mehrere Sorten Olivenöl und nehmen eine Flasche mit.
    Der nächste Ort Stoupa, der wegen seines schönen Strandes sehr beliebt ist, ist uns zu belebt, so dass wir weiterfahren. Eigentlich wollen wir gerne eine Olivenmühle besichtigen, und ich finde einen Hinweis auf eine in Stavropigeo, doch ist die Zuwegung katastrophal eng, wir kommen mit unserem Womo dort nicht durch. Auch der Versuch nach einem haarsträubenden Wendemanöver, das Norbert bravourös und cool meistert, von einer anderen Seite aus scheitert, so fahren wir weiter. Kurz vor Kalamata stoppen wir an einer Tankstelle, wo wir nicht nur tanken, sondern auch die Gasflasche austauschen. Der nette und gesprächige Geschäftsführer bietet uns gleichzeitig Olivenöl an, das in seinem Familienbetrieb produziert wurde. Also wandert ein weiterer Kanister in unseren Gepäckraum. Der Abend nähert sich, wir sind kurz vor Kalamata, einer größeren Stadt, so dass wir wieder einen Stellplatz suchen und am Ortsrand direkt am Kiesstrand fündig werden.
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  • Day70

    It‘s raining men...

    October 28 in Greece ⋅ 🌧 18 °C

    Irgendwann musste es ja mal so kommen, nach all den kontinuierlichen Sonnentagen: Nachts werden wir durch ein kräftiges Gewitter geweckt und den strömenden Regen, der aufs Dach prasselt - ganz nach dem Song der Weather Girls:
    It's raining men, hallelujah, it's raining men, amen
    I'm gonna go out to run and let myself get
    Absolutely soaking wet
    It's raining men, hallelujah🤪
    Tatsächlich gießt es so, dass man sich getrost eine Regendusche gönnen könnte.
    Stattdessen frühstücken wir, um anschließend ans Kap Tenaros zu fahren. Viel sehen wir nicht, immer wieder hüllen uns dicke Wolkenschwaden mit strömendem Regen ein. Ein Blick aus der Ferne genügt uns heute, denn das letzte Stück bis zum Land’s End muss erwandert werden, was bei diesem Wetter keinen Spaß bereitet. Auch die alte Kirche, die an der Stelle des Poseidon-Tempels steht, nehmen wir nur aus dem Womo in Augenschein. So geraten wir auch nicht in Gefahr, in das große schwarze Loch wenige Meter darunter zu fallen, denn nach der griechischen Mythologie war das der Zugang zum Wohnort des Gottes Hades, dem Herrscher über die Unterwelt.
    Früher dachten die Bewohner auch, dass am Kap Tenero die Welt endet und wer mit einem Schiff dort hinausfährt, fällt irgendwann hinunter und landet unweigerlich im Hades. Bei diesem „Weltuntergangswetter“ und der bedrohlichen Felsenkulisse von riesigen Felsbrocken, die über uns von steilen Hängen herabgestürzt sind, kann man sich gut in die damalige Vorstellungswelt der Menschen hineinversetzen. Wir beschließen kurzerhand, den heutigen Unwettertag im verlassenen Dorf Vathia mit seinen vielen Wehrtürmen abzuwarten, um morgen bei Sonnenschein noch einmal das Kap und die westliche Route der Mani zu erleben.
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  • Day69

    Die wilde, karstige Mani

    October 27 in Greece ⋅ 🌙 20 °C

    Auf geht es heute, den mittleren Finger, die Mani, zu erkunden. Wir fahren entlang der zerklüfteten Küste mit unzähligen kleinen Buchten, dann wieder hoch über enge Serpentinen in die Ausläufer des karstigen, unwirtlichen Bergmassivs des bis zu 2400 m hohen Taygetos, wo sich uns immer wieder atemberaubende Ausblicke bieten.
    Schnell wird uns klar, warum die Besiedelung hier nur sehr spärlich stattgefunden hat, denn außer gelegentlichen Gruppen von Olivenbäumen und reichlich Macchia findet sich hier wenig an Flora, so wenig, dass es offenbar auch für die Ziegen nicht überall reicht, denn von denen sieht man nur ein paar kleinere Herden und vereinzelt ein paar Kühe. So fahren wir lange Zeit, ohne irgendeinem Auto zu begegnen, was kein Wunder ist, denn gerade die jüngeren Leute haben mangels Perspektiven und der sehr konservativen, patriarchalisch geprägten Lebensweise ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Daher sehen wir in den verstreuten, oft halb verfallenen Dörfern, die meist auf Bergkuppen thronen, mit engen Gassen und hohen, aus Feldsteinen gemauerten Wohntürmen nur wenige Menschen. Diese bis zu 20m hohen Wehrtürme, die wir ja bereits aus San Gimignano kennen, haben hier eine ausgeprägte Tradition und dienten den Sippen als Wohn- und Schutzburgen. Die Manioten waren wegen ihrer Rachsucht, Fremdenhass und Piraterie berühmt-berüchtigt und konnten sämtliche Versuche, die Mani zu erobern, niederschlagen. All das schwingt mit, wenn wir durch die einsamen Dörfchen fahren, und, verglichen mit anderen Regionen, hat man hier das Gefühl, dass die Farbe und damit einhergehend die Leichtigkeit fehlt - woher soll sie auch kommen, obwohl durch den Individualtourismus, der hier so langsam Fuß gefasst hat, sich doch einige Einnahmequellen ergeben.
    In Kotronas fahren wir in einen kleinen, verschlafenen Hafen, wo ein paar Kinder am Strand planschen und spazieren durch den Ort, anschließend folgt ein kurzer Stopp in Flomochori, wo wir eine kleine byzantinische Kapelle besichtigen, die komplett mit inzwischen stark nachgedunkelten Fresken ausgemalt ist. In diesem Ort gibt es noch eine ganze Reihe an teilweise renovierten Wohntürmen, wobei die kubische Bauweise auch bei heutigen Bauten auf der Mani beibehalten wird. Je weiter südlich wir kommen, bei Kokkala und Dimaristika, passieren wir immer häufiger Ansammlungen von Wohntürmen auf den Bergkuppen rundum, viele davon verlassen. Das Bergdorf Lagia hat davon ebenfalls einige aufzuweisen und lädt uns so mit einigen interessanten Fotomotiven zu einem Spaziergang ein. Von dort ist es nicht mehr weit zu unserem heutigen Ziel, der kleinen Bucht Porto Kaio, die uns bereits vorher in der Rezeption vom Campingplatz empfohlen wurde. Sie liegt an der engsten Stelle vor dem südlichsten Landzipfel mit dem Kap Tenaros, welches sich in warmem Abendlicht eindrucksvoll präsentiert, als wir uns langsam über Serpentinen hinunterfahrend nähern. In der Bucht stehen dicht gedrängt und teilweise direkt an der Wasserkante eine Handvoll Häuser, meist als Ferienunterkünfte oder Tavernen genutzt. Ein schmaler Streifen aus Kies dient gleichzeitig als Zufahrtsweg zum zur Taverne gehörenden Parkplatz, wo wir nächtigen wollen. Daher kehren wir dort auch für einen griechischen Salat ein nach einem kleinen Erkundungsgang entlang der Bucht, der - wie soll es auch anders sein - an einer Kapelle endet.
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  • Day68

    Heute ist Versorgungstag

    October 26 in Greece ⋅ 🌙 21 °C

    Der heutige Tag ist völlig Programm frei - Morgenroutine, nur mit etwas veränderter Szenerie, joggen durch Olivenfelder ohne Blick auf die Bucht, dennoch stimmungsvoll bei wolkenlosem Himmel. Nach dem Frühstück, umgeben von Oliven-, Orangen und Zitronenbäumen sowie rankendem Wein wie in einem fruchtbaren Garten, fahren wir zurück gen Nordosten zum gut 20km entfernten Skala, um unsere Vorräte bei Lidl und einem örtlichen Supermarkt aufzufüllen. Auf der Rückfahrt lassen wir an einer Tankstelle in Gythio unser Womo für nur 6€ waschen - wir können uns nur wundern, was für ein Staub da wieder runterkommt. Auch wenn wir nicht mehr schwimmen gehen, so lockt uns doch ein kurzer Spaziergang zum Strand, bevor wir das vom Campingplatz vertriebene Olivenöl verkosten, wirklich superlecker, milde, nussig, fruchtig-würzig, dennoch herzhaft im Geschmack, da müssen wir einfach ein paar Liter mitnehmen, zumal dieses Öl zertifiziert Bio (organic extra-virgin) ist, natürlich kaltgepresst aus kleinen Oliven einer Sorte, mit Auszeichnung, ganz zu schweigen von dem Erinnerungswert, unter diesen Olivenbäumen genächtigt zu haben!🤪🤗 Norbert stöhnt ein wenig, da es an ihn fällt, die Kanister im Kofferraum vernünftig zu verstauen, ohne das Be- und Entladen zu behindern, doch ist dies für unseren Logistikexperten kein Problem🤗.Read more

  • Day67

    Gythio und das Schiffswrack Dimitrios

    October 25 in Greece ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute ist Abschied vom Paradies angesagt. Ein letztes Mal an der Küstenstraße joggen, heute wieder mit dem noch immer etwas widerstrebenden Jogi und anschließend Schwimmen im diesmal von Wellen aufgewühlten Meer mit kräftiger Unterströmung.
    Bevor wir abfahren, schneide ich Norbert noch schnell die Haare, um pünktlich um 12.40 Uhr mit der kleinen Fähre vom romantischen Hafenörtchen Elefonisos wieder zum Festland überzusetzen. Von dort geht es entlang der Westküste durch die karstige Berglandschaft mit Olivenfeldern links und rechts der Straße.
    Unser Ziel ist der Ort Gythio im Nordosten der Mani, dem mittleren Finger des Peleponnes. Allerdings dürfen wir nicht das am Glyfada Beach 1981 angespülte Wrack Dimitros verpassen. Dieses ist zwar auch ästhetisch verrostet, aber insgesamt deutlich besser erhalten und zugänglich als das auf Amorgos und bietet wirklich interessante Fotomotive.
    Wir sind absolut angetan von diesem kleinen, nur 5000 Einwohner zählenden Örtchen, da es uns mit seinen bunten, oft im venezianischen oder neoklassizistischen Stil gebauten Häusern, die am Hang gestaffelt verteilt sind über einer netten und gepflegten Hafenpromenade mit zahlreichen Tavernen. Dort flanieren wir eine Weile entlang, genießen den Anblick, aber auch den Blick auf den Leuchtturm und die auf der Landzunge und oberhalb des Ortes ins Auge fallenden Wehr- und Wohntürme, die für die Mani typische Architektur. Wir lassen uns in einer dieser Tavernen nieder, um eine Kleinigkeit zu essen, die sich wieder einmal als leckere, aber kaum zu bewältigende Portionen herausstellt. Nur ein paar Kilometer hinter Gythio steuern wir den sehr gepflegten und direkt am Wasser gelegenen ACSI-Platz Gythio Bay an.
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  • Day66

    Die blaue Lagune

    October 24 in Greece ⋅ ☀️ 23 °C

    Auch wenn wir uns “nur” in Griechenland befinden, so fühlen wir uns beim Anblick der paradiesisch anmutenden Buchten Simos und Levki Beach tatsächlich auf die Fiji-Inseln versetzt - hier hätte der berühmte Film genauso gedreht werden können. Was für ein phänomenaler Anblick, den wir beim Joggen entlang der Küstenstraße wieder genießen dürfen. Als wir anschließend zum Schwimmen durch die Dünen an den Strand gehen und das spiegelglatte, türkisblaue Wasser vor uns sehen, mutterseelenallein in dieser Idylle, bin ich unglaublich dankbar, dass uns das in dieser schwierigen Corona-Zeit möglich ist.
    Nach dem Frühstück bekommen wir Besuch von zwei ganz jungen Kätzchen, die jämmerlich maunzen und völlig zutraulich um uns herumschleichen. Jogi ist fasziniert, freut sich über die Gesellschaft und lässt es ohne Eifersucht geschehen, dass Norbert die Kleinen mit ein wenig Trockenfutter füttert.
    Später gehen wir am Strand entlang zur Levki Bucht, um dieses einzigartige Farbspiel von Blau- und Türkistönen noch einmal im richtigen Licht festzuhalten. Anschließend genieße ich noch ein Stündchen am Strand, während Norbert sich seinen Fotos widmet.
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  • Day65

    Strandtag am Simos Beach

    October 23 in Greece ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute lassen wir es völlig entspannt angehen - nach dem Joggen bei strahlend blauem Himmel entlang der Küstenstraße mit Blick auf die wunderschöne Bucht mit azurblauem und türkisfarbenem Wasser und der weißen Dünenlandschaft stapfen wir durch den weichen Sand an den Strand, trotz des Wochenendes nur wenige Leute außer uns. Für Jogi habe ich ein kleines Strandzelt mitgenommen, damit er nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Später am Nachmittag wandern wir zur Landzunge, die die Bucht mit dem Simos Beach vom kleineren Levki Beach trennt. Leider liegt ein Teil der Landzunge aufgrund des Sonnenstandes bereits im Schatten, so dass wir beschließen, morgen noch einmal zum Fotografieren hierher zu kommen. Zum Abschluss erleben wir wieder einen stimmungsvollen Sonnenuntergang am Strand bei einem Glas Rosé.Read more

  • Day64

    Elafonisos, das Sylt Griechenlands

    October 22 in Greece ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Wind hat diese Nacht nachgelassen, und so hatten wir eine angenehm ruhige Nacht direkt am Strand. Einer der streunenden Hunde schleicht bereits am frühen Morgen ums Womo herum, so dass Jogi unruhig wird und ich mit ihm vor die Tür gehe. Es tut einem in der Seele weh, wie lieb und unterwürfig sich diese sich im dauernden Überlebenskampf befindenden Tiere benehmen - später wird der Hund von Norbert gefüttert.
    Ich jogge an der einsamen Küstenstraße entlang mit wunderbarem Blick auf die rote Steilküste, die Berglandschaft und zurück auf das Lichtspiel auf dem Felsen von Monemvasia. Da die Brandung schwächer geworden ist, erfrische ich mich anschließend mit einem Bad im Meer - herrlich, wieder völlig allein am langen Strand.
    Nach dem Frühstück geht es weiter gen Süden - eigentlich wollen wir zur Insel Elafonissos, doch ist die Wettervorhersage noch durchwachsen, so dass wir erst einmal den Zipfel des östlichen Fingers ansteuern, den kleinen Hafenort Velanidia. Serpentinen führen uns über den Gebirgsgürtel mit grandiosen Aussichten, diesmal allerdings „nur“ ca. 600m Passhöhe. Auf dem Weg passieren wir eine kleine byzantinische Kapelle, ausnahmsweise einmal geöffnet, von innen schlicht mit leider sehr verblassten Freskenresten. Wieder ist der Blick auf endlose Olivenfelder, Küste und vorgelagerte Inselwelt wunderschön. Weiter geht es über extrem enge und steile Serpentinen hinunter in das kleine Dorf Velanidia - leider völlig ausgestorben, ein Großteil Sommerhäuser bzw. Ferienunterkünfte. Der kleine Hafen ist bis auf wenige Bötchen leer, doch Jogi freundet sich nach kurzer Skepsis mit einer jungen Katze an, die neugierig hinter uns herläuft - nachdem sich beide ausgiebig beschnuppert haben. Auf dem Rückweg geht es von der Ostküste wieder über den Gebirgsrücken zur Westküste nach Neapoli. Hier passieren wir eine karstige Felsenlandschaft bei Voies - in den Höhen nur mit Macchia, violett blühender Heide und Ginster bewachsen, aber Felsformationen, die wie moderne Skulpturen mit ihren eindrucksvollen Formen unsere Fantasie anregen.
    Auf unserer Weiterfahrt an die Westküste nach Neapoli sehen wir immer häufiger die Vorbereitungen zur Olivenernte (große grüne Netze werden weitläufig unter den Bäumen ausgelegt, die die abgeschüttelten Oliven auffangen), bei Agios Georgios schütteln ein paar Männer mit elektrischen ”Rechen”, die in die Äste hineingreifen, die Oliven ab. Ein paar Kilometer weiter nehmen wir die Fähre zur kleinen Insel Elafonissos für 29€ - nur ca. 500 m trennt sie vom Festland, und so legen wir wenige Minuten später an. Unser Ziel ist zunächst der ACSI-Campingplatz Simos Beach (20€), wo wir uns den großen Platz mit nur wenigen weiteren Mobilen teilen. Neugierig auf den berühmten weißen Strand und die Dünenlandschaft brechen wir gleich nach Ankunft auf - tatsächlich umschmeichelt feiner, weicher, weißer Sand sogleich unsere Füße, und wir fühlen uns an “unsere” Hausinsel Römö erinnert. Am Strand ist ein junges griechisches Paar dabei, Vorder- und Rückseite von lebensgroßen weiblichen Torsi aus Sand zu formen. Sie betonen noch einmal, wie außergewöhnlich die jetzige Einsamkeit ist, wo sich hier in den Sommermonaten die Massen tummeln. Wir freuen uns jedoch, fast alleine an der Wasserkante die Bucht entlang zu wandern (nur eine Handvoll Leute außer uns) mit den Dünen und rosa Felsplatten davor neben uns und dem Gebirge im Hintergrund. Kurz bevor wir zum Womo zurückkehren, (zu früh, wie wir etwas später feststellen, weil der Himmel sich tief rot verfärbt), bricht dann auch endlich die Sonne durch und taucht alles um uns herum in magisches, warmes Licht.
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  • Day63

    Monemvasia-das griechische Gibraltar

    October 21 in Greece ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Nacht über hat es ordentlich gekachelt, und wir wurden ziemlich durchgerüttelt, dafür werden wir wieder mit strahlend blauem Himmel entschädigt. Ich frage mich in solchen Situationen immer wieder, wie das nur die Segler aushalten, die Boote schaukeln ja noch viel mehr, und obendrein bekommt man noch die chinesische Folter, das beständige Klimpern der Wanten, gratis dazu.
    Wir frühstücken und machen uns dann auf zur mächtigen Festungsanlage Monemvasia, die nur über einen Damm zu erreichen ist. Auch hier tost die Brandung, die Wellen klatschen gegen und über die Mauer. Wir finden auf halbem Weg an der zum alten Unterdorf führenden Straße einen Parkplatz und setzen den Weg von da zu Fuß fort. Bereits das ist ein Erlebnis, auf der einen Seite das rötliche, steil aufragende, schroffe und mit zahlreichen Höhlen versehene Felsmassiv, auf der anderen schlagen die Wellen gegen grauschwarz geriffelte, scharfkantige Felsbrocken. Über allem thront die mittelalterliche Festung, die immer besser ins Visier kommt, bis wir vor dem einzigen Eingang der mächtigen Festungsmauer stehen. („Moni emvasia“ = einziger Zugang, gab dem Ort den Namen). Bereits im 6. Jhdt war dies Zufluchtsort für die Menschen aus den Dörfern der Umgebung und wurde seitdem kontinuierlich ausgebaut. In byzantinischer Zeit errichtete man eine gigantische Burg auf der Kuppe des Massivs, und über Jahrhunderte galt die Festung als uneinnehmbar - innerhalb der Festungsanlage gab es sogar ein Kornfeld, das bei Belagerung für ausreichend Nahrung sorgte, so dass die Bevölkerung autark war. Erst 1249 nach dreijähriger Belagerung gelang die Eroberung schließlich doch, und danach wechselten sich Osmanen, Venezianer, Franken, der Papst und Piraten als Besatzer ab. Zeitweise lebten 12000 Menschen hier, und diese wechselvolle Geschichte spürt man, sobald man durch das massiv gesicherte Tor der Zitadelle das Unterdorf betritt. Enge, kleine Gassen mit extrem holprigem Kopfsteinpflaster, kleine Natursteinhäuser, die gestaffelt am Hang kleben, dazwischen immer wieder Kirchen und Kapellen (insgesamt 20!) - dass der Ort autofrei sein muss, wird uns schnell klar, verschachtelte Gassen, viele Treppengänge, kaum einen Meter breit, das Pflaster so holprig, dass man bei jedem Schritt aufpassen muss, wo man hintritt, Touristen müssen ihre Koffer tragen (lassen) oder mit speziellen Schubkarren transportieren. Für schwerere Lasten werden Maultiere oder Pferde eingesetzt - wir beobachten einen Mann, der mehrfach Bauschutt in auf dem Pferderücken hängenden Eimern durch die schmalen, oft weinberankten Gassen jongliert. Die Häuser wirken oft wie Puppenstuben, nett herausgeputzt und mit Blumenschmuck, natürlich überall Torbögen, viele Souvenirläden, Boutiquen, Galerien und gemütliche Tavernen, dazwischen immer wieder die Kuppeln der vielen kleinen Kirchen, aber auch Ferienwohnungen oder kleine Hotels. Je höher wir kommen, desto atemberaubender wird der Blick, zunächst nur über die roten Ziegeldächer, dann hat man zunehmend den gesamten Ort als Panorama vor dem blauen Meer und dem Gebirge im Hintergrund vor sich. Wir sind im absoluten (Foto-)Rausch und entdecken an jeder Ecke neue Motive. Wir müssen uns richtig bremsen, wohl wissend, was für eine Aufgabe in der Nachbearbeitung wieder auf uns zukommt.
    Schließlich gelangen wir in das Oberdorf, das früher die uneinnehmbare Festung war. Hier liegt noch alles in Ruinen, bis auf die restaurierte Kirche Hagia Sophia - ein Bau, der eine kleine Kopie der Hagia Sophia in Istanbul sein soll. Auch hier bieten sich einem immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das Unterdorf, aber auch auf das Gebirge und Meer. Hier oben bekommen wir dann auch wieder den kräftigen Wind zu spüren, der uns auch weiterhin auf dem Rückweg durch das ganze Dorf begleitet, so dass wir beschließen, den kleinen Imbiss nicht hier, sondern im Hafen einzunehmen. Dorthin kehren wir mit dem Womo zurück und stehen direkt am Pier. Wir kehren in einer netten, kleinen Taverne ein, Saganaki für mich, ein süßes Baklavi mit Vanilleeis für Norbert. Da wir im Hafen dem Sturm die volle Breitseite bieten, fahren wir anschließend wieder zu unserem Stellplatz der letzten Nacht, doch auch da kachelt es kräftig. So füllt Norbert noch einmal kurz Frischwasser auf, bevor wir der Straße Richtung Süden folgen, auf der Suche nach einem nächtlichen Stellplatz, der uns eine schöne Aussicht, Ruhe und evtl. auch ein morgendliches Bad ermöglicht. Wir fahren einige idyllische, einsame Buchten an, teilweise mit grandioser Aussicht, doch stört entweder das allzu laute Rollen der Wellen, der Sturm, der direkt auf uns steht, oder die schiefe, nicht auszugleichende Lage. Doch letztendlich werden wir am endlos langen Abelakia Beach fündig, wo wir uns für die Nacht niederlassen - in der Hoffnung auf einen ruhigen Schlaf.
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