Nicole Cruschwitz

Joined January 2018
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  • Day301

    Bye-bye.

    June 23 in Canada ⋅ ⛅ 8 °C

    Wochenlang entgegen gefiebert. Und dann ging es doch viel flotter als gedacht. Usere Zeit in Banff ist vorbei. Nach acht Monaten haben Tim und ich unsere Arbeitsschuhe heute in den Müll geworfen. Klingt nach übertrieben dramatischer Symbolik. War aber nötig. 

    Mit einer Lachfalte ums und einem Tränchen im Auge schauen wir auf die Erinnerungen zurück, die hier gemacht wurden. 
    Kleinigkeiten, die zum Alltag geworden sind und die man lieb gewonnen hat. 
    Der Klatsch und Tratsch mit den Mädels auf Arbeit. Die Kalorienorgien im Hinterraum. Das Balancieren auf der Absperrung jeden Abend nach Hause. Das morgendliche Schwimmen durch die Touristenströme der Innenstadt. Der Anblick des Cascade Mountains, wenn man aus dem Wohnzimmerfenster schaut. Der Wetterbericht, der es sich kurzfristig meist noch mal anders überlegt hat. Weihnachten, Silvester, Geburtstage. Die Auswahl zwischen zwei akzeptablen Brotsorten im Laden unseres Vertrauens. Das Pläuschchen mit der Kassiererin. Der Opi, der jeden Morgen im Schwimmbad seine Runden durch den Pool dreht. Knoblauchfahnen bei Anusch, der eigentlich gar nicht Anusch heißt. Feuer am Kamin. Eichhörnchen und Wapiti vor der Haustür. Alpenglühen. Euphorische zehn Minuten eher mit Ski-Schuhen los zu Stapfen, um noch einen kostenlosen Kaffee im Hotel zu stibitzen.Statisch geladene Wäsche aus dem Trockner. Johnston Canyon - Canyon Johnston. 365 Tage Weihnachtsbeläuchtung am Tunnel Mountain Drive. Zwiebeltechnik im Winter beim morgendlichen aus dem Haus gehen. Das Knirschen von Schnee unter dem Füßen. Mau-Mau um den letzten Keks. Sonntagswünsche. Montagspizza. Balkonschneemänner. Den Delirium Dive bezwingen. In jedem Club in Banff einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Die Überraschungsabschiedssause. Oliviers endlose Monologe in der Küche. Das verstopfte Waschbecken im Bad. Winken beim Arbeitsverabschiedsritus. Lubos' Verdauungsprobleme. Morgendliche Ansprache im Douglas Fir. Die unbequeme Matratze. Das Fiepen der Heizung. Entgegenfiebern des Game of Thrones-Finales. Und die Enttäuschung. Ei-guck-aus-dem-Loch nach einem langen Ski-Tag. Die Entdeckung von AGD mit der großen Dosenöffnung. Hockeyspiele. Krautnudeln. 7 Monate Winter. 

    Danke, für die schöne Zeit, Banff. Bis September.
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  • Day291

    Mount Rundle

    June 13 in Canada ⋅ ⛅ 24 °C

    Da wir leider selten gemeinsam frei haben, ist Tim Banffs zweitbeliebtestes Häufchen am Dienstag in sprintartigen 6 Stunden hochgestapft, ich am Donnerstag in gemütlichen 9.
    Für mich war es die erste richtige Wanderung dieses Jahr. Und besonders die letzten der Meter über drei-Schritte-vor-und-zwei-zurück-Geröll haben mich ganz schön schwitzen lassen. Aber Tims neue, altersgerechte Wanderstöcke haben meine trägen Beine bis zum Gipfel gehievt. Und der Ausblick hat sich definitiv gelohnt.
    Auf dem Rückweg gab es noch einen kurzen Herz-in-die-Hose-rutsch-Moment, als ich einen großen braunen plüschigen Pops 20 Meter vor mir im Gebüsch verschwinden sah. Offenbar hatte der Bär mich aber eher gesehen, als ich ihn und schon mal provisorisch das Weite gesucht. Nach langem, intensiven Knopfaugenkontakt, hatten wir uns aber offenbar beide dafür entschieden, dass wir uns unappetitlich finden, und sind weiter unserer Wege gegangen.
    Und auch wenn Oma dich wahrscheinlich gerade den Angstschweiß von der Stirn wischt, war es ein beeindruckend schöner Moment.
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  • Day287

    Endspurt im Paradies

    June 9 in Canada ⋅ ⛅ 14 °C

    Seit dem 1. Juni haben wir unsere vier Holz- wieder gegen Blechwände eingetauscht. So lässt sich die Miete für die nächsten drei Wochen, die wir noch in Banff sind, ganz bequem in die Reisekasse stopfen. Und das Wetter ist zurzeit auch gnädig gestimmt. Schneeflöckchen verirren sich nur noch selten ins Tal und die Sonne kitzelt öfter schon an der 20 Grad Marke.
    Während meines einwöchigen Abstechers in die Heimat hat Tim also die Hälfte des Gepäcks, die nicht mit zurück nach Deutschland geschippert wurde, in Kisten verstaut, unser Auto wieder heimelig gemacht und mit seinen Ingenieursfingerchen ein paar Gardinen gezaubert. Denn wild campen ist in Banff nach wie vor verboten. Und um dem Park Ranger den Anblick unserer vom Sandmann gegerbten Gesichter und in Schlafsäcke eingewickelten Körper am Morgen (und uns eine garstige Strafe) zu ersparen, haben wir jetzt also einen aus geklauten Bettlaken, Schlinge und Karabinern gezauberten Blickfang.
    Wir schlummern abwechselnd auf dem Parkplatz vor unserer alten Haus- und Tims Arbeitstür. Das klappt auch bis jetzt ganz gut. Und niemand hat sich bislang an unseren verräterisch beschlagenen Scheiben am Morgen gestört. Wir frönen auch immer noch regelmäßig der Körperhygiene. Tim schleicht sich nach Arbeit meist in ein leeres Zimmer und schrubbt sich dort die Überreste von 8 Stunden Knechtschaft vom Körper. Und ich habe mir eine Alibi-Monatskarte im Fitnesstempel gegönnt, um zwischen gestählten Lululemon-Muttis die Muskeln wieder raus zu kitzeln und in vernünftigen Abständen ebenfalls eine Dusche zu ergaunern.
    Nichtsdestotrotz bringt das Leben im Auto noch mal einen hübschen Wind in unserer Alltagsarbeitsroutine. Anstatt sich früh noch einmal umzudrehen nutzen wir die Zeit vor der Arbeit für Frühstück am Moraine Lake, eine morgendliche Kletterrunde am Tunnel Mountain oder Fläzen im Park. Oder um mal ein paar längst überfällige Blogeinträge aufzuholen.
    Trotz dessen wir nun mittlerweile schon 8 Monate in Banff sind, entdecken wir immer wieder neue schöne Fleckchen, die der Sommer ausspuckt. Und von denen wir, bevor wir in Richtung Osten weiter juckeln, noch so viele wie möglich genießen wollen.
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  • Day204

    Frühlingsgefühle

    March 18 in Canada ⋅ 🌙 2 °C

    Die erste Besteigung unseres Hausberges dieses Jahr. Nach Erklimmen von Matsch, kniehohem Schnee und der ein oder anderen Schlitterpartie, haben wir uns auf dem Zipfel des Tunnel Mountain erstmal einen zelebratoralen Muffin auf diesen Vorgeschmack des Frühlings gegönnt.

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