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Verkrümelt.

Ein Jahr Auszeit zwischen Bieber, Bären und Bergen. 
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  • Day400

    Es hat eben nur die Wurst zwei Enden

    September 30 in Canada ⋅ ☁️ -2 °C

    Der vorerst letzte kanadische Gipfel ist bestiegen. Die Liebsten noch einmal gedrückt. Die Koffer gepackt.

    Mit einem mulmigen Gefühl stehen wir im Flughafen in Calgary. Kanada und vor allem Banff ist mittlerweile so sehr Heimat geworden, dass der Gedanke, sich wieder zurück im deutschen Alltag zu vergraben, nicht so richtig im Kopf ankommen will. 
    Wir freuen uns auf Familie und Freunde. Auf viele alte und ein neues Gesicht. 
    Sind uns aber auch sicher, dass wir definitiv nicht das letzte Mal kanadischen Schnee gesehen haben.
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  • Day394

    Herzschmerz.

    September 24 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    Sehr, sehr, sehr schweren Herzens haben wir uns heute von unserem vierrädrigen zu Hause getrennt. Nach über einem Jahr und 37.000 km, die er mit uns gerollt ist, haben wir heute zum letzten Mal über sein von 14 Jahren schwitzigen und klebrigen Fingern liebevoll abgerubbeltes Lenkrad gestrichen. 

    Toni war unser erstes gemeinsames zu Hause. Das klingt trauriger, als es war. Denn ohne unser graues, flottes Platzwunder wäre unser Trip durch Kanada und die USA nicht möglich gewesen. 

    Toni war Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Küche und Balkon mit bester Aussicht auf 6 m². Er war Heimkino, Sauna, Lesesessel, Feierabendkneipe. Ein wunderbares zu Hause, das uns weder bei - 30, noch +30°C, noch einem längst überfälligen, vergessenem Ölwechsel im Stich gelassen hat. Toni hat jeden zwielichtigen Walmart-Parkplatz, jede müffelnde Seitenstraße, jeden abgelegenen und verschneiten Ort heimisch gemacht. 

    Auf dass noch viele Abenteuer und noch mehr wunderschöne Orte auf diesen wunderbaren
    Reisegefährten warten.
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  • Day391

    Angehimmelt.

    September 21 in Canada ⋅ ⛅ 5 °C

    Acht Monate haben wir ihn jeden Tag von unten angespäht. Banffs Wahrzeichen, das aus jedem Zipfel der Stadt über dem Nationalpark thront. Bis Ende Juni lag noch Schnee auf dem Gipfel. Heute konnten wir ihn bei feinstem Wetter erklimmen. Was für ein Haufen. 

    Und Banff noch mal im Herbst sehen zu können, ist Genuss. Alles ist noch saftig grün. Hier und da schimmert ein bisschen gelb. Ein luftiges Lüftchen weht um die Nase. Schön. Einfach schön.Read more

  • Day387

    Winterschlaf & Kaffeebohnen

    September 17 in Canada ⋅ ⛅ 4 °C

    Nach einem schenkelkonservierenden Schontag sind wir wieder in unsere Bergtreter geschlüpft, um eine der schönsten Wanderungen Albertas zu erstiefeln. Sie startet am Hafen in Waterton. Waterton ist ähnlich wie Banff: eine kleine Stadt, in der jeder jeden kennt, oder mit jedem verwandt ist. Ein Fleckchen akkumulierter Freundlichkeit, umgeben von Bergen. Allerdings fällt sie bereits im September in den Winterschlaf. Hochgeklappte Bordsteine und eingerollte Speisekarten. Aber nach dem wuseligen Amerika freuen wir uns über diese vor sich hin dösende Kleinstadtidylle. 

    Wir juckeln also mit etwa 30 weiteren, wetterresistenten Wanderern bei Nieselgeplätscher und einem sympathisch Kapitän auf die kleine Insel, auf der die Wanderung zum Crypt Lake los geht. 
    Früher gab es hier mal zwei Campingplätze. Dann kam eine Gruppe Pfadfinder, die ihren gesammelten Müll liegen ließ. Den Park hat es geärgert, die Bären gefreut. Die haben sich durch die Reste gewühlt und sich noch den ein oder anderen Schmaus raus gefischt. Da Bären aber nun den Geruch von Menschen mit reichlich Leckerem verbunden haben, kam es vermehrt zu Überfallen auf Wandernde. Viele Bären mussten betäubt und woanders hingebracht werden. Ein langer, zäher Lernprozess folgte. 
    Irgendwann hat man zudem eingesehen, dass eine Insel, die nur eine Eintageswandertour füllt, keine Campingplätze braucht. Und man hat beschlossen, Natur Natur sein zu lassen. 

    Wir wurden an einem kleinen Steg ausgespuckt und liefen in geordneter Schlange den Pfad ab. Erst allmählich lockerte die sich ungewohnt ungemütliche Häufchenprozession auf. 
    Über einen grünen Waldpfad ging es vorbei an üppigen Bäumen, kleinen Stegen, die über Bächlein führten und Serpentinen, die sich den Berg hinauf schlängeln. Vorbei an einer minimalistischen Metallleiter, mit eingezogen Kopf durch einen Tunnel und ein paar Meter enge Bergpfade. Alles bei schönster, wenn auch trüber Aussicht. 
    Und da war er auch schon. Viel früher, als gedacht. Also ein Ründchen um unser Ziel, den Crypt Lake gedreht, ein Päuschen, ein bisschen oh, ein bisschen ah. Und wieder zurück. 
    In einem rekordbrechendem Tempo waren wir auf dem Berg und wieder unten. Rekordbrechendend langsam. Denn das Boot, das uns zurück nach Waterton bringt, hält nur zwei Mal am Tag. Ein Mal früh, um die Passagiere abzuladen. Und ein Mal nachmittags, um sie wieder einzusammeln. Was in dekadenten 8 Stunden Zeit für eine überschaubare 18 km Wanderung endet. Aus dekadent wurde bald zäh. Aber durch wohl proportionierte, zeitschlachtende Schritte und Pausen haben wir dann doch noch genügend Zeit raus schinden können, um nur 10 Minuten zu warten. 

    Jetzt gönnen wir uns noch einen kalorienhaltigen Burger. Wie man das so macht, bevor es in den Winterschlaf geht.
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  • Day381

    Im Süden des Yellowstone National Parks

    September 11 in the United States ⋅ ☁️ 5 °C

    Wir juckeln durch ein Westernfilm-Wyoming und landen im Yellowstone National Park. Dem ältesten Vorzeigepark Amerikas. Yellowstone hat ein ganz anderes Format als die Parks, in denen wir bisher waren. Hier wird mehr gerollt, als gewandert. Man ist weniger in, als an der Natur. Das dient aber auch dem Schutz der fragilen Organismen. Yellowstone befindet sich auf einem Super-Vulkan. Das sieht und riecht man. Überall blubbert es in 70° C heißen, kleinen und größeren Pfützen vor sich hin. Ein breites Farbspiel, aus dem es nach Schwefel riecht und uns der warme Rauch aufwärmt. Ein absolut beeindruckendes Naturspektakel. In diesen Ort hat Mutter Natur ganz viel Liebe gesteckt.

    Yellowstone hat die größte Vielfalt zu bieten, die wir während unserer Reise in einem Nationalpark gesehen haben. Geysire, Büffel, Wasserfälle, Canyons, Berge. Alles da. In riesiger Ausführung.
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