• Ein Tag zum Vergessen

    June 11, 2025 in France ⋅ ⛅ 33 °C

    Heute war einer dieser Tage, die man am liebsten einfach überspringen würde.

    Der Morgen begann mit einem mulmigen Gefühl. Ich machte mich auf den Weg zur Werkstatt, in die mein Motorrad gestern abgeschleppt wurde. Die Diagnose: kein Fehler gefunden. Obwohl ich die Mechaniker nicht direkt in Frage stellen wollte, ließ mir mein Bauchgefühl keine Ruhe. Immerhin war die Batterie nach einer längeren Fahrt plötzlich leer – etwas, das bei einem intakten Motorrad eigentlich nicht passieren sollte. Auch der Abschleppdienst hatte schon gestern festgestellt, dass keine Ladung mehr erzeugt wurde. Also bat ich darum, das Ganze nochmal zu überprüfen.

    Drei Stunden später kam ich zurück – mit der Hoffnung, irgendeinen Hinweis zu bekommen. Doch erneut hieß es: alles in Ordnung.
    Na gut, dachte ich. Vielleicht irre ich mich ja. Also entschloss ich mich, die Reise fortzusetzen.

    Doch die Freude währte nicht lange.

    Nach rund 100 bis 150 Kilometern legte ich eine Pause ein – und da war es wieder: Der Anlasser quälte sich, die Batterie war schon wieder fast leer. Mir war sofort klar, dass ich nicht weit kommen würde. Also suchte ich mir die nächste Honda-Werkstatt und fuhr direkt hin.

    Dort angekommen die nächste Enttäuschung: Es war spät, und zunächst wollte sich niemand mehr mein Motorrad ansehen. Erst nach etwas Überzeugungsarbeit – nennen wir es hartnäckiges Nachfragen – nahm sich schließlich doch jemand der Sache an.
    Die Diagnose diesmal: defekte Lichtmaschine oder defektes Relais.
    Die Reparatur? Frühestens nächste Woche.

    Also rief ich erneut den ADAC an. Diesmal wurde ein neuer Fall angelegt. Da mein Motorrad noch ansprang, hieß es: Wenn Sie es morgen aus eigener Kraft zur Werkstatt schaffen, dann fahren Sie bitte selbst. Klingt einfach – fühlt sich aber an wie eine Wette gegen die Zeit und gegen die Technik.

    Ich suchte mir ein Hotel in der Nähe und schaffte es tatsächlich noch dorthin. Dort stellte sich das nächste kleine Problem: Wie lade ich die Batterie über Nacht auf? Zum Glück hatte ich bei Honda vorsorglich ein Ladegerät gekauft. Nach einigem Hin und Her konnte ich das Motorrad ans Stromnetz anschließen. Es hat gedauert – aber es hat geklappt.

    Jetzt sitze ich im Hotelzimmer, körperlich wie mental völlig erschöpft. Es war ein harter, nervenaufreibender Tag – und doch bin ich dankbar, dass ich wenigstens ein Dach über dem Kopf habe und das Motorrad sich momentan lädt. Morgen geht’s – hoffentlich – ein kleines Stück weiter. Vielleicht bringt der neue Tag ja bessere Nachrichten.
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