• Cefalù - Perle der Nordküste Siziliens

    October 8, 2023 in Italy ⋅ ☀️ 23 °C

    Noch unter dem starken Eindruck der nächtlichen Erlebnisse am feuerspeienden Berg segelten wir frühmorgens gleich weiter nach Cefalù an der Nordküste Siziliens. An diesen malerischen Ort, den wir während unseres allerersten gemeinsamen Urlaubes 2017 besucht hatten, haben wir immer gerne zurückgedacht. Damals hatten wir schon die in der Bucht ankernden Segelboote beim Sonnenuntergang fotografiert….
    Charakteristisch ist die Lage der Stadt am Fuß des 270 m hohen Kalkfelsens Rocca di Cefalù. In der Gegend von Cefalù siedelten schon in prähistorischer Zeit Menschen. Nach der römischen Herrschaft im 3. Jh v. Chr. folgten 858 n. Chr. die Araber, und im 11. Jh übernahmen die Normannen die Herrschaft. Unter Roger II. von Sizilien wurde in der Blütezeit des 12. Jh die gigantische normannische Kathedrale erbaut. 136 Jahre dauerte die Fertigstellung! ( noch etwas länger als der neue Flughafen in Berlin 😂🤣).
    Witzigerweise wurden die zwei riesigen Porphyr Sarkophage, die Roger II. für seine Familie hatte herstellen lassen, von Friedrich II. für sich und seinen Vater Heinrich VI. „übernommen“ und in den Dom von Palermo überführt. Dort hatten wir diese 2017 schon bestaunen können. Sie sind wirklich toll!
    Das Strassensystem von Cefalù wurde in einem gitterförmigen Muster um die Normannenkirche herum angelegt. Die meisten Häuser der Altstadt stammen jetzt aus dem 16. Jh.
    In der großen Bucht vor der Stadt ließ sich wunderschön Ankern, und wir setzten mit dem Dinghi gleich über. Es war Sonntag, die Stadtstrände waren gut gefüllt, und auch die Kaimauer, die ins Wasser vorragt, war mit Sonnenanbetern auf Handtüchern reichlich bestückt.
    Wir wanderten die engen Gassen zum Dom hoch, denn dieser war vor 6 Jahren geschlossen gewesen. Es waren noch reichlich Touristen unterwegs, und das Anfang Oktober!
    Der Dom ist imposant, der Bauzeit entsprechend innen eher schmucklos. Auch das große berühmte Mosaik war jetzt nicht einsehbar. Wir besahen uns den Domschatz und den säulenumrundeten Innenhof. Auf e i n e m gut erhaltenen Kapitell ist die Geschichte der Arche Noah eingemeißelt!
    Zu Abend wollten wir gerne in demselben Restaurant der Altstadt speisen wie vor 6 Jahren. Uwe hatte dran gedacht, vor der Dombesichtigung zu reservieren. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang konnten wir unsere Plätze auf dem Balkon einnehmen und noch unser „Vergleichsphoto“ von der Bucht, jetzt mit unserem eigenen Boot vor Anker, schießen.
    Der nächste Tag galt der körperlichen Ertüchtigung mit Aufstieg zur Kastellruine. Diese Idee hatten leider auch viele andere Stadtbesucher, und so konnte von einer idyllischen Wanderung nicht die Rede sein…. Sehr lautstark mitteilsame Kinder in der Schar trübten das Erlebnis des geschichtsträchtigen Ortes. Der Ausblick auf Cefalù war allemal imposant. Besonders schön war noch der recht einsame Rückweg rund um den Berg, entlang der untersten Festungsmauer, und hindurch durch duftende Nadelbäume und Kräuter mit Durchblicken auf türkisblaues Meer.
    Die nächsten Orte entlang der Nordküste der Insel, leider überwiegend mit Mororkraft absolviert, waren dann die nächsten Tage Sant‘ Agata di Militello (schmucklos), Mondello und San Vito lo Capo.
    In Mondello, wohin die gestressten Palermitaner wohl bevorzugt zum Baden an den langen Sandstrand fahren, gibt es ein eindrucksvolles ehemaliges Kurhaus im Jugendstil. Der schöne gelbe Anstrich blättert allerdings beim Näherkommen vielfach ab, eine gute Pflege fehlt. Schade.
    Die Villen im Ort aus der gleichen Epoche haben wir leider nicht gefunden.
    San Vito li Capo liegt zwischen zwei großen Felsen sehr geschützt, ebenfalls mit einem bekannten feinsandigen Strand. In der Ortsmitte haben wir hier das Santuario di San Vito, einen festungsähnlichen Bau mit arabisch-normannischer Architektur, besichtigt.
    Einen Tag später, den 12.10., wollten wir Richtung Sardinien starten, da sich ein Wetterfenster (ein wirklich häufig benutztes Wort unter Seglern…🤣) auftat. Die zweite lange Wegstrecke für uns mit 2 Nachtschichten am Stück.
    Da uns der Bootsservice von Trapani, ein wenig weiter unten an der Westküste Siziliens, einen Service unseres Watermakers erst ab dem 25.10. (!) angeboten hatte, stand diesem Aufbruch nun auch nichts mehr im Wege.
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