• in der Kalahari

    Sep 8–9, 2025 in Namibia ⋅ 🌙 11 °C

    Am späten Nachmittag fahren wir zum Gamedrive und Sundowner auf die 10.000 ha große Farm. Collins führt uns. Wir sehen Oryx, Giraffen, Zebras und im Baum der Webervögel eine Spotted Eagle Owl, einen Fleckenuhu.

    Während wir auf der roten Erde die Sonne auf der einen Seite untergehen sehen, geht die Vollmond auf der anderen Seite auf.
    Doch kurz danach wird er verdeckt. Heute ist hier Blutmond und Mondfinsternis.
    Wir genießen das imposante Spiel am Sternenhimmel in der Weite der Kalahari.

    Während der Nacht scheint der Mond in mein Bett. Ich schleiche barfuß und unbekleidet zur Terrassentür und schaue auf die gelbe Grasfläche in Richtung Wasserloch. Mittelgroße Antilopen ziehen vom Wasserloch rechts nach links. Ich kann im Dunkeln mit meiner Brille und ohne Fernglas nur schemenhaft etwas erkennen.

    Doch nun kommt ein großes Tier von links heran. Ich verharre in der wenig geöffneten Terrassentür. Es müssen Elandantilopen sein, mit 800 kg die größten Antilopen Namibias. Sie werden mehr und kommen dichter.
    Ich schalte das Handy auf lautlos. Immer näher an meine Terrasse ziehen sie heran. Schließlich sind sie hinter der Holzwand zum Nachbarhaus, 2 m neben mir, verschwunden.

    Ich schleiche zur Wand der Nachbarterasse. Ob Anna, die nebenan in der 47 wohnt, ihr Obst dort hingelegt hat, was die Tiere anlockt?
    Die Tiere stehen nur knapp hinter der Holzwand. Eines schnaupt auf. Wahrscheinlich nimmt es mich wahr.

    Ich versuche zwischen den Streben hindurch ein Foto zu machen ohne mit den nackten Füßen in den Sand zu kommen. Der sachte Wind ist kühl.

    Der Akazienbaum dort hat sie angelockt. Sie zupfen an den Blättern fast direkt neben mir.
    Jetzt bemerke ich hinter mir noch 2 große Eland-Antilopen und eine kleine. Sie ziehen heran.
    Ich versuche meinen hellen Körper vorsichtig in den Schatten der Terrasse zu bewegen. Es ist 4 Uhr als ich in mein warmes Bett zurückkehre.
    Was für eine aufregende, nächtliche Bühne!
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