• Ernst Wallner
  • Ernst Wallner

Von Windhoek nach Kapstadt

mit Ernst, Anna, Hans und Fotos und Texten von Christine Read more
  • Trip start
    September 7, 2025

    von Windhoek nach Süden

    Sep 7–8, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 31 °C

    Betörender Duft umfängt uns als wir in den Dünen der Kalahari den ersten Stopp machen, um die Dünen zu fotografieren.
    Dunkles Rot auf dem Kamm der Düne, abfallend mit kleinwüchsigen Sträuchern bewachsen. Auf der Ebene steht das Gras hoch, vom reichlichen Regen in den vergangenen Monaten. Mancherorts waren es 300 anstatt 5 mm Regen pro qm und Jahr.

    Das gelbe Gras auf den graugelben Sandflächen steht üppig zur Verfügung.
    Zwischdrin gibt es große kahle Flächen, am Rand mit weißlichem Saum. Sie erinnern an die Salzpfanne der Etoscha. Nur hier ist das Weiß dem Kalk geschuldet, gerade so wie es im Ortsnamen "Kalkrand" beschrieben ist.

    Auf der D1268 fahren wir an der Farm "Bagatelle" vorbei, bestaunen die Strauße am Horizont und die Giraffen gerade neben uns. Mit ihrer langen Zunge angeln sie die Blätter an den weiß blühenden Schwarzdornakazien zwischen den Dornen hervor.

    Gegen Mittag erreichen wir im roten Sand die Klahari Anib Lodge.
    Aus den schönen Zimmern mit Himmelbett haben wir über die Terrasse hinweg unseren privaten Blick zu einer kleinen Wasserstelle.
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  • in der Kalahari

    Sep 8–9, 2025 in Namibia ⋅ 🌙 11 °C

    Am späten Nachmittag fahren wir zum Gamedrive und Sundowner auf die 10.000 ha große Farm. Collins führt uns. Wir sehen Oryx, Giraffen, Zebras und im Baum der Webervögel eine Spotted Eagle Owl, einen Fleckenuhu.

    Während wir auf der roten Erde die Sonne auf der einen Seite untergehen sehen, geht die Vollmond auf der anderen Seite auf.
    Doch kurz danach wird er verdeckt. Heute ist hier Blutmond und Mondfinsternis.
    Wir genießen das imposante Spiel am Sternenhimmel in der Weite der Kalahari.

    Während der Nacht scheint der Mond in mein Bett. Ich schleiche barfuß und unbekleidet zur Terrassentür und schaue auf die gelbe Grasfläche in Richtung Wasserloch. Mittelgroße Antilopen ziehen vom Wasserloch rechts nach links. Ich kann im Dunkeln mit meiner Brille und ohne Fernglas nur schemenhaft etwas erkennen.

    Doch nun kommt ein großes Tier von links heran. Ich verharre in der wenig geöffneten Terrassentür. Es müssen Elandantilopen sein, mit 800 kg die größten Antilopen Namibias. Sie werden mehr und kommen dichter.
    Ich schalte das Handy auf lautlos. Immer näher an meine Terrasse ziehen sie heran. Schließlich sind sie hinter der Holzwand zum Nachbarhaus, 2 m neben mir, verschwunden.

    Ich schleiche zur Wand der Nachbarterasse. Ob Anna, die nebenan in der 47 wohnt, ihr Obst dort hingelegt hat, was die Tiere anlockt?
    Die Tiere stehen nur knapp hinter der Holzwand. Eines schnaupt auf. Wahrscheinlich nimmt es mich wahr.

    Ich versuche zwischen den Streben hindurch ein Foto zu machen ohne mit den nackten Füßen in den Sand zu kommen. Der sachte Wind ist kühl.

    Der Akazienbaum dort hat sie angelockt. Sie zupfen an den Blättern fast direkt neben mir.
    Jetzt bemerke ich hinter mir noch 2 große Eland-Antilopen und eine kleine. Sie ziehen heran.
    Ich versuche meinen hellen Körper vorsichtig in den Schatten der Terrasse zu bewegen. Es ist 4 Uhr als ich in mein warmes Bett zurückkehre.
    Was für eine aufregende, nächtliche Bühne!
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  • auf dem Weg zum NauteDamm

    Sep 8–9, 2025 in Namibia ⋅ 🌙 23 °C

    Lang ist der Weg aus der Steppe in die Wüste. Über 350 km geht es über die Teerstrasse nach Keetmanshoop. Hier wo der Kaufmann: Keetmann im April 1866 sich mit neuer Hoffnung 'hoop' niederließ. An die deutsche Kolonialzeit 1884–1914 erinnert noch die Tafel an der Kirche, zuerst in Deutsch, dann in Afrikaans, dann in Englisch.

    Die Kirche ist heute ein verfallenes Museum mit dem Charme der alten Zeit und 25 Rand Eintritt und 3 videoguckenden Aufsichtspersonen.

    Im Tourismusbüro, untergebracht im Kaiserlichen Postamt von 1906, mit 2 Aufsichtspersonen, fragen wir nach der Weberei, die dort auf einem Farbfoto abgebildet ist. "Oh, nein, sie wüssten nicht, dass es hier eine Weberei gäbe. Das ist schon ein ganz altes Foto."

    Wir fahren zu NauteKristall Destillerie von Familie Weder und genießen bei Toast und Ausblick auf die Dattelpalmen einen Käsetoast und leckeren DattelNussKuchen. Doch das Beste ist die Verkostung verschiedener Brände und Gins aus der auseigenen Herstellung mit Datteln als Grundlage.

    Gestärkt und mit feinstem Alkohol bevoratet, fahren wir in Richtung FishRiverCanyon weiter und quartieren uns im urigen Roadhouse ein.
    Zwischen den alten Autos hindurch, finde ich den Weg in den Pool. Wahrlich erfrischend!
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  • zum FishRiverCanyon

    September 9, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir starten früh zum Canyon, um vom Spiel des Lichtes zwischen den Felswänden zu profitieren. Der FishRiverCanyon ist, nach dem rötlichern GrandCanyon in Amerika, mit 180 km Länge und bis zu 550 m Tiefe der zweitgrößte der Erde.

    Es gibt verschiedene Plätze, von denen man in die Felsformationen sehen kann. Wir beginnen mit den für Touristen üblichen.
    Doch je weiter wir entlang der Abbruchkante den Canyon erkunden, desto eindrücklicher wird dieser gewaltige Kollos der Tiefe.
    An den abseits gelegenen Plätzen sind wir mit dem Berg allein.

    Mit dem Fernglas entdecken wir Köcherbäume auf den Plateauflächen, rote Aloen und eine Vierergruppe im Gestein, den Mont Rushmoor of Namibia, der an eine sitzende Katze mit Gesichtern vor ihr im Fels erinnert.
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  • zum Grenzfluss Oranje

    September 9, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Weiter geht es über die Sandstraßen in Richtung Süden. Am Weg muss Ernst immer wieder halten, damit die "Blümchenfraktion", die bizarren Pflänzchen im Sand bestaunen kann.

    Doch plötzlich liegt am Horizont ein breiter, grüner Streifen vor uns. Als wir uns mit dem Auto nähern, erkennen wir hohe Weinreben. Lachend laufen an der Straße die Kinder entlang. Die Weinbauarbeiter stehen unter den Zweigen und winken uns.

    Wir sind in Aussenkehr am Grenzfluss Oranje angekommen. Hier sind Springbrunnen, hier ist Wasser im Überfluss, hier ist Leben.
    Wir beziehen unsere luxuriösen Chalets mit riesigen Scheiben ums Bett. "Denk dran, die Tür zu schließen, wenn du nicht da bist, es ist die Hochzeit der Schlangen. Hast du schon mal eine schwarze Mamba gesehen? Sie ist nur aggressiv, wenn die Person ihr gegenüber auch aggressiv ist."
    Gut, ich behalte meine namibischen Felli-Schuhe an.

    Ernst und ich wollen mit dem Kanu ein Stück den Oranje erkunden. Ein Guide stattet uns mit Boot und Paddeln aus. Krokodile gibt es keine und so paddeln wir bis zu den oberen Stromschnellen.

    Danach muss ich noch in den Pool. Er ist so schön angelegt und mit Blick auf den Oranjefluss.

    Zum Abend esse ich das erste Mal im Leben Schnecken....kann man empfehlen.
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  • im Namaqualand

    Sep 10–11, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Südafrika scheint hier im Nordwesten irgendwie europäischer zu sein. Auf den Mauern und Gartenumrandungen fehlen der Natodraht und die Elektrozäune. Die Haut der Einheimischen ist oft bräunlich, vielleicht durch den Einschlag der San oder Buren.
    Es gibt jedenfalls deutlich weniger Ovambos.

    Wir beziehen das Springbok-In-Hotel und starten zur Tour durch den NamaquaNationalPark. Neben dem Verwaltungshaus ist eine kleine Freiluftausstellung, die die Pflanzen in Gruppen wie die der Euphorbien oder die der Mittagsblumen usw vorstellt.

    Nach dem ersten Eindruck geht es mit dem 4×4 ins Gelände. Riesige Blumenteppiche werden bestaunt und fotografiert.
    Es gibt 10.000 Blumenarten, davon wachsen 40% hier. Anna, als Mathematiklehrerin, und ich rechnen aus wieviele der 4.000 Blumen auf ein Foto müssen, um noch etwas Platz auf dem Handy zu haben.

    Es ist ein prächtiges Farbenspiel! Ernst genießt die OffroadPad und wir die Blumenpracht.
    Nach 65 km Parkrundfahrt kehren wir nach Springbok zurück und suchen den Eingang der Blauen Mine. Am Zaun stehen kann man bis zur Abbaukannte sehen. Jemand klettert neben mir durch den Zaun und lädt mich ein ihm zu folgen. Ich krabbel hindurch, entdecke beim Weitergehen ein Zelt. Die Sonne geht gerade unter und wir wollen nicht weiter in den Stollen gehen.

    Wir kommen gut zum Auto zurück und kehren ins urige Restaurant "Tauren Steak Ranch Springbok" zum Steak ein und nehmen einen Chardonnay zum Abschluss.
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  • Namaqua National Park

    Sep 11–13, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 17 °C

    Der Hahn hat mich schon 3x geweckt und nun werde ich doch mit meiner Schreibarbeit über den Tag gestern beginnen.

    Das monumentale Hotel aus grauem, geraden Stein in Springbok verlassen wir nach dem Frühstück. Kein Ort, in dem man verweilen möchte.
    Der NamaquaNationalPark ist heute unser Ziel. Er hat eine Größe von über 1300 qkm, also über 3x so groß wie der deutsche Teil der Insel Usedom oder 3x Wien.

    Um zu den abgelegenen Blumenflächen zu kommen, muss man mit dem Allrad unterwegs sein, sonst sitzt man auf den vom Regen ausgewaschenen Steinen sofort fest.

    Kleine bizarre Pflanzen kommen aus dem Sand hervor und kugelige Zwergsträucher blühen. Dazwischen entsteht ein Meer von Blumen, mal in Orange, mal in Gelb.
    Das wir wirklich Flächen sehen würden, auf denen es bis zum Horizont blüht, konnte ich mir nicht vorstellen.

    Wir sind wirklich zur richtigen Zeit hier. Es hat vor Wochen geregnet und jetzt öffnen die Pflanzen ihre Blüten. Alle paar Minuten steigen wir aus den 4x4 aus, weil wir wieder eine neue Blumenart entdeckt haben. Wir sind begeistert.

    Um die Mittagszeit könnten wir einen Espresso gebrauchen, aber die Wege in der Wildnis sind lang und steinig. Ernst fährt uns tapfer und sicher, während wir auch mal unkonzentriert den farbenprächtigen Ausblick genießen bis wieder einer von uns etwas besonderes entdeckt.

    Plötzlich, in den Steinen vor uns, tummelt sich eine kleine Gruppe Klippschliefer, auch Dassie genannt. Diese kleinen, Meerschweinchengroßen Tiere sind genetisch gesehen die nächsten Verwandten zum Elefanten.

    Auch kleine Steenböcke können wir beobachten. Auf eine Gruppe von 31 Oryxe laufen wir zu. Der Wind passt und als wir dichter kommen, sehen wir zwei kleine in hellem Braun, die beim Wegziehen etwas bummeln, weil sie uns, nicht wie ihre Eltern, als Gefahr nicht erkennen.

    Zum Abend sind wir im Farmhaus Houthoop "Holzhoffung".
    Es ist urig und nostalgisch eingerichtet. Altes Metallgeschirr dient als Dekoration. Über meinen Bett hängen große Mühlenflügel.

    Zum Abendessen gibt es am Feuer gemeinsam mit den anderen Gästen leckeres Seafoodessen oder Auflauf oder Gemüse, was im eigenen Garten angebaut wird. Ich muss später noch die vielen liebevollen Details um die Unterkünfte herum auf der Farm erkunden.
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  • Land der Diamanten

    September 12, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 19 °C

    1925 hat man hier vor der Küste Diamanten in den Sanddünen entdeckt.
    Um genaueres zu erfahren, zieht es uns heute ins Museum nach Kleinzee, früher KleinSee, benannt nach einer vor dem Meer liegenden Lagune.

    Im Museum finden sich Vermessungsgeräte aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, eine kleine Steinsammlung und im Zerfall begriffene Herbariumsblätter. Kurzum: in dem Museum ist die Zeit vor Mandela (seine Machtübernahme war 1994) stehen geblieben.

    Die Pionierarbeit von vor hundert Jahren kann heute wohl niemand mehr leisten, weder im Bau der dafür notwendige Geräte noch in der Ortung und Bestimmung selbst.
    Dafür wird mit riesigen Saugrüsseln der Meeresboden von Firmen wie De Beers abgesaugt und über Sieben und Filtern nach Diamanten durchsucht. Auf Abraumhalden wird der Rest aus den Minen an Land aufgeschüttet.

    Nach dem Besuch in der kleinen Stadt Kleinzee, vormals hatte sie 7.000 Einwohner, heute unter 1.000, suchen wir ein Café.
    Wir finden nur eine Bäckerei und dort gibt es auch kleine Kuchen. Ich lade zum Picknick ein und bezahle für Nüsse, Kekse und 4 Muffins a 10 Rand insgesamt 41 Rand. Bei immer geraden Zahlen und einer langen Rechenzeit, die der Bäckersjunge am Computer verbringt, eine erstaunliche Zahl.

    Wir suchen uns im trockenen Flussbett des einst diamantreichen Büffelflusses eine Picknickstelle, weil wir nirgends ein offenes Lokal finden können und genießen Orangesaft statt Espresso.

    Am Meer weht ein kräftiger Wind. Es ist Ebbe und die Felsen, die ein Anlanden ohne Seebrücke schwer machen, treten hervor.

    Wir fahren nordwärts nach Nolloth. Hier am Hafen versuchen wir es nochmals mit einem Espresso. Aber weit gefehlt. Im besten Lokal am Platze haben wir beim Witzeln über unsere Getränke eine lustige Pause.

    Über die langen Sandstraßen geht es durch die Blumen zur HouthoopFarm. Mit den Blumen-Fotos machen wir eine Pause.
    Aber schon am abendlichen Feuer wird unser Blumenfieber neu entfacht.

    Unser Nachbar, ein ostdeutscher Altenpfleger aus Görlitz, zeigt uns auf seinem Apparat die verschiedenen Blumenarten. Wir stellen heimlich fest, dass wir bisher doch sehr oberflächlich in der Betrachtung der bizarren Formen waren und werden uns noch einmal mehr den Details widmen.
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  • auf der Suche nach der Ferrari

    Sep 13–14, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 22 °C

    Über den Vortrag am Feuer wird uns klar, wie reichhaltig der NamaquaNationalPark in seiner Vielfalt ist. Wie versuchen genauer hinzusehen. Und wirklich ... aus dem Sand kommen die kleinsten Blumenstiele hervor, winzig und mit den bizarresten Formen.
    Es sind richtige Schönheiten, aber man kann es erst erkennen, wenn man ihnen ganz nah ist.

    Anna und ich nehmen uns gern die Zeit und Hans und Ernst sind geduldige Begleiter. Wir versuchen es auch nicht zu übertreiben und sind nach 5 Stunden mit unseren Blümchen-Fotos fertig. Wobei wir immer noch mal den Hals recken, um eine Ferrari zu entdecken. Und dort, tatsächlich .... dort steht eine. Sie steht einzeln. Sie ist eine Zwiebelpflanze. Sie hat schmale Blätter und ihr Blütenkopf hat es uns angetan ....

    Zum frühen Nachmittag sind wir in Hundeklippbay angekommen. Wir beziehen kleine Holzhütten mit Grasdach, liebevolle und großzügig für eine ganze Familie eingerichtet.

    Das Ufer ist nur an wenigen Stellen ohne Gestein zu erreichen. Hier liegt einsam ein Fischerboot. Die Häuser im Hintergrund sind ohne Dach und verfallen. Einst blühte hier der Fischfang, aber durch die Zerstörung des Meeresbodens, auf der Suche nach Diamanten, ist das Fischen entlang der Küste nur beschwerlich möglich.

    Ein schwarzer Parkplatzwächter spricht mich an als ich bei Ebbe um das Fischerboot gehe (und meinen erstes Seeigelgehäuse finde), das auf dem feinen Sand liegt. Der Schwarze mit nur 2 Zähnen im Mund lädt mich zum Lobster und Fischessen in eine nahe Bude ein. Tatsächlich essen wir dort am Abend frischen, delikaten Calamaris, Hake (Seehecht) und Muscheln. Herrlich. Und der schwarze Wächter freut sich.
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  • zur Kolonie der Kaptölpel

    Sep 14–15, 2025 in South Africa ⋅ ☁️ 15 °C

    Inzwischen ist die häufigste Frage des Tages: "Hatten wir die schon?" "Nei, noch neet." höre ich dann Anna oft sagen. Dann kommt die häufigste Bitte: "Ernst, ich glaube, du musst nochmal anhalten." "Kei Problem, desholb san ma da."

    Um die BlumenFotographierArbeit etwas aufzulockern halten wir bei Fryer's Cove an der Weinkellerei seit 1928 und genießen eine kleine Weinverkostung, der durch die Seeluft geprägten Weine mit delikater Käse-Schinkenplatte. Ernst nimmt noch eine Kiste Wein mit, den er hoffentlich gut über die Grenze bekommt.

    Anna und ich sind nun im Perfektionsfieber der Pflanzenfotographie per Handy angekommen. Wenn es für die Winzlinge zu stark windet, will heißen, wenn das Bild droht unscharf zu werden, dann sind auch schon mal 4 Hände für 1 Foto am Werk.

    "Wenn wir noch auf die Vogelinsel wollten, müssen wir jetzt fahren", sagt Ernst.
    Natürlich wollen wir zu Bird Island. Sofort steigen wir am 27. Blumenstop ins Auto, bereit für Lamberts Bay.

    Die kleine Hafenstadt mit dem Marine Hotel von 1888 liegt im Nebel. Einge Boote sind im Hafen. Hier geht es deutlich geschäftiger zu.
    Über die Eisbrechermole erreichen wir die Kolonie der Kaptölpel.
    Aus einem Beobachtungshaus können wir die Tiere aus nächster Nähe sehen.

    Die Insel ist eine von 6 Brutkolonien in Südafrika. Begonnen hat es mit 1 Pärchen vor etwa 100 Jahren, dann waren es 1960 schon 4.000 , heute sind es über 8.000 Paare, die hier von Oktober bis Februar brüten.

    Das Tölpelmännchen organisiert das Nest. Aufwendig wird geworben. Beide bebrüten das einzige Ei in jedem Jahr und leben in monogamer Gemeinschaft.

    Pinguine, gibt es hier im Park zur Zeit leider keine zu bestaunen. So trödeln wir zum historischen Hotel aus englischer Zeit und später zum großen Restaurant an der Kaimauer.
    Wir wollen heute nur eine Kleinigkeit. Als das Essen kommt, müssen wir herzlich lachen. Es sind riesige Portionen. Da meine 500g frisches Muscheln nicht in eine Schale passen, bekomme ich sie gleich im Aluminiumtopf. Guten Appetit!
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  • Rückkehr in die gewohnte Welt

    Sep 15–16, 2025 in South Africa ⋅ 🌬 16 °C

    Rückkehr in die Zivilisation will ich gar nicht sagen, denn ob unser Umgang mit Land, Wasser und Ressourcen nun nachhaltiger und vernünftiger ist als der der "wilden" San und "primitiv lebenden" Einheimischen, das fragt sich wohl noch.

    Unsere Reise führt uns wieder ins Moderne. Teerstrassen, HandyEmpfang, neue und gut lesbare Tafeln im Museum zur Höhle der San vor 80.000 Jahren unweit des Atlantik.

    Wir gehen einen kurzen Steinweg hinauf und kommen zu einer geräumigen Höhle, die schon lange vor unserer Zeitrechnung besiedelt wurde. Große Eland-Antilopen sind hier dargestellt. Wir überlegen, ob die vielen Hände an der Wand wohl zu allen dort wohnenden gehört haben.

    In einem kleinen Trödelladen in Elands Bay bekommen wir Espresso, der erste Gute seit langem.
    Weiter südlich liegt das Fischerdorf Paternoster. Hier waren einst die Portugiesen "pater noster" wohlbehalten angelandet. Typisch sind heute hier die kleinen Künstlergalerien.

    Unsere Ziel ist der Ort Langebaan. In der Feriensiedlung Blaue Lagune beziehen wir ein wahrhaft luxuriöses Zimmer mit Blick auf den hellblauen Atlantik direkt aus dem Bett.
    Zum Abend gibt es natürlich frischen Seafood und als Absacker einen Portwein im Gedenken an die portugiesischen Entdecker aus Europa.
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  • West Coast National Park

    September 16, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 15 °C

    Im Regen sind wieder zwischen den nun höheren Büschen der Westküste auf Blümchensuche

  • in die Unistadt Stellenbosch

    Sep 16–17, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 16 °C

    Alles wird geschäftiger. Die beschauliche Ruhe des Landlebens geht in verschiedenartiges Tun über. Hier wird die Kirche innen gemalert, dort wird im Garten Unkraut gezupft. Um uns herum ist alles grün. Traktoren mit doppelten Reifen befahren die Straße zwischen den mit Wein akkurat bepflanzen Hügeln.

    Als ich aussteige, um am Rand das naturbelassen Callafeld zu fotografieren, bekomme ich nasse Füße. Hier ist Wasser, hier ist Leben.

    Unsere Stadtführerin in Stellenbosch vereint in sich die Mischung der landestypischen Sprachen: Afrikaans, Englisch, Deutsch und Holländisch. Flotten Schrittes führt sie uns durch die Stadt der 35.000 Studenten und 180.000 Einwohner.

    Wir haben Mühe allem zu folgen, sind die städtischen Straßen gar nicht mehr gewohnt.
    Alle Bauten der Weinstadt sind in der Altstadt nicht höher als 2 Etagen und in weiß. Die ältesten Häuser sind aus der Zeit von Simon van de Stell 1679, dem Gründungsvater.

    Als wir heute morgen im leichten Nieselregen im Naturpark "Westküste" gestartet sind, war die Moderne noch ganz weit weg. Dabei sind es nur 150 km.
    Natürlich haben wir in unserem Blümchen-Entdecker-Fieber wieder Neues gefunden, zum Beispiel die weiße Calla.

    Der Park liegt um die hellblaue Langebaan Lagune. Der Strand und das klare Wasser laden zum Verweilen ein. Doch wir haben eine Einladung zur Weinverkostung nach Darling.

    Mit Blick auf die Blumenwiese mit Pferden hinter der Winery probieren wir zum Käse die Weine des Hauses. Der Rose "Pyjama Bush" aus Darling hatte es uns ohnehin schon angetan.

    Weiter geht es durch die landwirtschaftlich geprägte Region mit großen Weiden und Schwarzbuntem Milchvieh, mit großen Stallungen, mit Rebstockreihen soweit das Auge reicht.

    Als wir in Stellenbosch ankommen, empfängt uns Ann zu einem kleinen Stadtrundgang. Danach brauchen wir einen Espresso. So viel gemischtsprachige Information will sortiert werden.

    Etwas außerhalb der Stadt beziehen wir unsere Zimmer mit Blick auf den grünen Weinberg und blauen Pool zwischen alten großen Eichen. Die hatte van de Stell extra zur Herstellung der Weinfässer in der ganzen Stadt pflanzen lassen.

    Eine Weinverkostung muss noch sein und so genießen wir sie hier in "Le Pommier" zum Abendessen.
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  • Afrikaans oder wem gehört Afrika

    Sep 17–18, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 14 °C

    Afrikaans hat viele Wurzeln. Holländisch, Portugiesisch, Englisch, Deutsch und hiesige Sprachen wie Zulu und Sesotho fließen ein.

    Nach 50 Jahren Amtssprache Afrikaans wurde dem, hier auf dem Berg, 1975 ein Denkmal gesetzt. Das Afrikaanse Taalmonument erinnert an die Finger einer Hand, dazwischen eine Brücke als Symbol für das Verbindende.

    Umgeben ist der kolossale Bau auf dem Berg von einem Proteengarten mit Blick auf die Kapprovinz.

    Nach unserem Besuch hier fahren wir zur Weinprobe nach Fairview und werden von 2 Ziegen im eigenen Hausturm begrüßt. Das Weingut ist groß, eingerichtet mit professionellen Rundtischen für Käse- und Weinverkostung und einem großen Laden mit Produkten aus der Region.

    Wir wählen inzwischen unterschiedliche Kombinationen zum Probieren und trainieren somit nicht den Unterschied in 4 sondern in 8 Proben.
    Weiter geht es, noch näher an Kapstadt heran .... zur nächsten Weinverkostung.

    Als wir in La Motte den Verkostungsraum suchen, glauben wir in eine Kirche zu kommen. Dahinter schließt sich ein Garten mit Brücke und Flüsschen an und es gibt einen deutschen Berater. In Südeuropa gibt es einen eigenen Weinversand und zudem schmecken die Weine wirklich gut. Anna und Hans geben eine kleine Bestellung auf.

    Nach dem Kurzbesuch des HugenottenDenkmals wird es nun Zeit für ein Plätzchen für die Nacht. Wir finden es am Meer, auf der Seite der Gartenroute, im gepflegte Örtchen Hermanus. Und zum Abendessen am Strand (diesmal mit Ofen und Decke) gibt es .... natürlich Muscheln.
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  • den Giganten der Meere ganz nah

    Sep 18–19, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 13 °C

    Die Wellen heben das Boot hoch und runter, doch die zwei Riesen neben uns, sind davon wenig beeindruckt. Es ist eine SüdKapWal-Mutter mit ihrem Jungen, die direkt neben uns schwimmt. Das Junge, mit etwa 1 Tonne Gewicht, will trinken. Die Mutter dreht sich dafür auf den Rücken und das Kind schiebt sich auf ihren Bauch und wird von ihr gesäugt.

    Die Muttermilch enthält um die 35% Fett und wird über eine Art Muskelpumpring in das Junge hinein gepumpt. Nach 6 Monaten wiegt das Kleine etwa 5 Tonnen.

    Die Giganten des Meere - Southern Right Whales oder zu deutsch auch Südlicher Glattwal genannt - kommen uns ganz nah. Sie wiegen um die 80 Tonnen und sind bis 18 m lang. Nach etwa 15 Monaten verläßt das Junge die Mutter. Da erst 45 Jahre wissenschaftliche Walbeobachtungen stattfinden, kann man noch nicht genau sagen, wie alt sie wirklich werden.

    Nach dem Mittag erreichen wir Kapstadt. Vor der Stadt liegen die riesigen Townships. Der Unterschied zwischen Arm und Reich
    ist gewaltig. Viele einfache Überfälle enden tötlich, insbesondere in den Townships. Der Touristenbereich um die Waterfront wird tagsüber als sicher eingeschätzt. Nachts ist man hier nicht allein zu Fuß unterwegs.

    Wir beziehen ein gemütliches, kleines Gästehaus "Dolphin Inn" am Atlantik direkt neben der Waterfront. Für einen ersten Eindruck bringt uns Ernst in die große Einkaufsmeile am Kai.

    Beim Aussteigen ist der rechte Vorderreifen platt. Während wir in den teuren Läden bummeln gehen, will Ernst den Reifen wechseln.
    Zum Abendessen treffen wir uns im Quai 4, einem großen, noblen Restaurant direkt am Hafen.

    Ernst ist geknickt.
    Kurz vorm Reifenwechsel ist ihm einer hinten drauf gefahren ... bei uns ist kein Schaden entstanden. Nach dem Reifenwechsel ist er mit dem Allrad in ein enges Parkhaus gefahren und am Pfeiler hängen geblieben ... jetzt hat unser Auto blaue Schrammen und eine Beule.

    Wir versuchen Ernst beim Portwein mit lustigen Geschichten über unsere eigenen Missgeschicke abzulenken.
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  • in Kapstadt

    Sep 19–22, 2025 in South Africa ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Rotarier des RC Kapstadt Waterfront treffen sich morgens. Freitags, 6.45 Uhr.
    Nun gut, was macht man nicht alles...
    Es ist ein herzliches Willkommen, Frau Petersen vom PPT hält einen Vortrag zur Arbeit in den Townships. "Es geht dort nicht um Bildung. Es geht ums Überleben."

    Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den, meist weißen, Rotariern und netten Gesprächen in den Räumen des Golfclubs geht es mit Jo zur Stadtführung.
    Er fährt uns zum "Gründungsgarten" der Stadt, angelegt 1652 von der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC).

    Hier im über 3 ha großen Company's Garden wurden zur Versorgung der Schiffe, die nach Asien weiterfuhren, Obst und Gemüse angebaut. Lustiger Weise gibt es hier Eichhörnchen und Tauben, die sich gerne füttern lassen.

    Aus planerischer Sicht kann man eine homogene Entwicklung der Stadt nicht erkennen.
    Jo führt uns weiter in das Viertel der "Kapmaleien". Die VOC hielt Sklaven aus Malaysia, Indien und Indonesien. Sie waren meist muslimischen Glaubens, bauten hier 1794 die erste Moschee in Südafrika und siedelten. Heute sind ihre Häuser bunt angemalt und ein Touristenmagnet.

    Nach dem Besuch des SignalHill mit Ausblick auf die Stadt, fahren wir mit der Tafelbergbahn auf den über 1000 m hohen Tafelberg. Die Seilbahn wurde 1928 von der deutschen Firma Bleichert aus Leipzig erbaut.

    Ernst erzählt uns beim Wein (einer Überraschung aus seinem Rucksack) von der Geschichte der Stadt, was wir in 3 Stunden Stadtführung nicht erfahren haben.
    Wir genießen das herrlich milde und sonnige Wetter. Hier oben eine Seltenheit.

    Auf dem Heimweg in unser Quartier (direkt neben der Waterfront) zeigt uns Ernst noch die Verteidigungsanlage der Stadt. Das "Castle of good Hope" ist das ältestes Gebäude der Stadt und wurde 1652 unter Commander Jan van Riebeeck in nur 1 Jahr von 300 Matrosen erbaut.

    Gegenüber dem Castle liegt der Grand Parade, der frühere militärische Aufmarschplatz. Hier wurde 1905 in einer
    Mischung aus italienischer Renaissance und britischem Kolonialstil in gelbem Sandstein das Rathaus gebaut.

    Vom Balkon des Rathauses sagte Mandela 1990 (nach 28 Jahren Inhaftierung) "Südafrika ist frei".

    Zum Abschluss des Tages gehen wir zur Waterfront ins Ousters und essen Austern. Es ist ein großartiges Seafoodessen und dank Ernst ein geretteter Tag.
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  • der südlichste Punkt Afrikas

    September 20, 2025 in South Africa ⋅ 🌬 18 °C

    Cape Point am Kap der guten Hoffnung ist ein malerischer Felsen am südwestlichsten Rand der Kapprovinz.
    Wer hier aufs Wasser sieht, meint, er ist am Ende der Welt. Doch wo ist das Ende der Welt, wenn doch die Erde rund ist?

    Heute, bei herrlichem Sonnenschein und wenig Wind hätten wir die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung spielen geschafft. Doch das Aufeinandertreffen des kalten Atlantischen Benguelastroms und des warmen Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean kann plötzlich zu extremen Stürmen führen.

    Der wirklich südlichste Punkt Afrikas liegt noch 60 km weiter südlich und 180 km von uns entfernt. Es ist das Cape Agulhas.
    Wer mit dem Boot durch diese See gekommen ist, kann guter Hoffnung sein, es von Europa aus bis nach Indien zu schaffen.

    Auf dem Weg zum Cape Point, dem südlichsten Punkt der Kaphalbinsel kommen wir durch Hout Bay. Hier in der alten Fischhalle habe ich vor 31 Jahren meinen ersten Lobster gegessen.
    Und später einmal habe ich in Muizenberg, heute ein beliebter Surferstrand, in einer WG gewohnt. Wir finden hier die bunten Strandhäuschen wieder und alte Erinnerungen kommen hoch ... alles gibt es nur einmal.
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  • bei den Brillenpinguinen

    September 20, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 18 °C

    Boulders - riesige Felsbrocken - liegen am Boulders Beach. Sie sind ideal zum Verweilen, wenn man zu den Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) gehört.
    Brillenpinguine oder afrikanische Pinguine leben an der Küste in Namibia und Südafrika.
    Vor 30 Jahren waren es etwa 42.000 Tiere. Heute sind es noch 9.000. Davon leben 3.000 hier, südlich von Kapstadt.

    1982 kamen 2 Brutpaare nach Boulders Beach und gründeten die Kolonie. Nach etwa 40 Tagen Brutzeit schlüpft das Kücken zwischen Mai und September. Die meisten der Jungtiere, die wir beobachten können, sind wohl 5 Monate alt. Sie haben ein gräuliches Fell und die markante Zeichnung der Alttiere fehlt ihnen noch.

    Die flugunfähigen Seevögel sind im Wasser mit bis zu 20 km/h unterwegs. Mit 6 Monaten verlassen die Jungtiere die Kolonie und kehren erst 3 Jahre später wieder dorthin zurück, um selbst zu brüten. Die Alttiere wiegen etwa 3 kg, legen 2-4 Eier pro Jahr und werden 20 Jahre alt.

    Von den Holzstegen aus, die über den Dünensand gebaut sind, können wir die Pinguine wunderbar beobachten. Nach diesem schönen Ausflug kaufen wir auf dem Markt davor ein großes Bild mit vier bunten Buschmännern darauf.
    Es ist unser Abschiedsgeschenk an Ernst, der uns so wunderbar zu allen riesigen- die Wale, die Berge - und winzigen - die Blüten im Sand - Naturwundern des südlichen Afrikas geführt hat.
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  • Trip end
    September 22, 2025