• Santa Ana

    Jun 28–Jul 8, 2024 in El Salvador ⋅ ☀️ 25 °C

    Santa Ana, hier waren wir tatsächlich sehr lange, zum einen, weil die Stadt cool war und wir ein tolles Hostel hatten und zum anderen, weil ich irgendwas hatte. Hat sich bisschen angefühlt wie eine Blasenentzündung, dazu kam Übelkeit und Rückenschmerzen. Ich hab kurz überlegt ins Krankenhaus zu gehen, um sicherzugehen das es nichts schlimmes ist, aber ich hatte wirklich keine Lust darauf 🙈

    Santa Ana war einst eine angesehene Kaffeestadt, da viele wohlhabende Leute hier wohnten und zu Besuch kamen, gab man sich viel Mühe damit, die Gebäude entsprechend schön zu gestalten, im Gegensatz zu anderen Lateinamerikanischen Städten 😅

    Es gibt, wie überall einen Platz mit der Kathedrale (irgendwann ist das Geld ausgegangen, daher ist nur ein Teil von ihr weiß verputzt), einem Theater und dem Regierungsgebäude.

    Bei der Free Walking Tour hat unsere Guide Hector, von der Zeit erzählt, als El Salvador noch eines der gefährlichsten Länder der Welt war.

    Die Banden MS-13 und Barrio 18 kamen, nachdem in El Salvador ein Bürgerkrieg ausbrach. Da, wie eigentlich fast immer, nur ein kleiner Teil durch den Kaffee verdiente, lehnte sich der Rest der Bevölkerung gegen die von den USA unterstützte Militärdiktatur.

    Laut Hector, nahm die USA Soldaten mit nach Amerika, um sie dort auszubilden. Die meisten der Soldaten flohen und versuchten sich dort ein Leben aufzubauen. Mit fehlenden Sprachkenntnissen und Ausbildung blieb ihnen nur der Ausweg in die Kriminalität.

    Die USA schickte genau diese, mittlerweile in Banden organisierte, Kriminelle zurück nach El Salvador und dort machten sie einfach weiter.

    Es wurde so schlimm, das 100 Morde am Tag normal waren. Jugendliche mussten sich entscheiden, töten oder getötet werden. Unser Guide war damals 15/16 als er auch in die Situation kam. Er erzählte uns, dass es Freunde von ihm waren und sie ihn nicht umbringen konnten, daraufhin floh er. Inwiefern das der Wahrheit entspricht kann ich nicht sagen, er war relativ offen, aber beim Thema Familie und mit wem er hier gelebt hat, war er sehr zurückhaltend.

    Dann kam der jetzige Präsident Nayib Bukele an die Macht, der versprach die Gewalt im Land in den Griff zu bekommen. Daraufhin fing er an, die Polizei aufzurüsten und vermehrt Razzien durchzuführen. Innerhalb kürzester Zeit hat Bukele geschafft was kein anderer vor ihm geschafft hat. Die Gangs waren so dezimiert, das El Salvador das sicherste Land in Zentralamerika wurde. Die Gangmitglieder sind entweder inhaftiert, mittlerweile sind ca. 1,6% der Bevölkerung im Gefängnis (viele davon unschuldig), oder sind in die umliegenden Länder geflüchtet, z.B. Honduras, dort ist es gerade unsicherer.

    Bukele wurde mit klarer Mehrheit wiedergewählt, auch wenn die Verfassung eine Wiederwahl eigentlich nicht erlaubt.

    Hier gibt es wie in vielen anderen Ländern auch Wasser in einem Plastikbeutel. Wir haben das mal ausprobiert, schmeckt nach Plastik 😅 aber das gute ist, man muss die 500 ml gleich austrinken weil man die Tüte nirgendwo hintun kann 🤣

    Die Ananasscheiben haben Salima und ich Lucas übrigens in Peru gegeben, nachdem wir die Dose 3 Wochen mitgeschleppt haben. Die Scheiben waren die letzten 2 Monate mit Lucas unterwegs, jetzt sind sie wieder bei mir angekommen 🤣🙈🤦🏼‍♀️

    Das Nationalgericht sind übrigens Pupusas, tortillas auf Reis- oder Maisbasis mit eingebackener Füllung, Fleisch, Käse oder Bohnen etc.
    Read more