• Shari Gaßmüller
  • Shari Gaßmüller

Shari auf Weltreise

Un’avventura di 372 giorni di Shari Leggi altro
  • Battambang

    18–19 dic 2024, Cambogia ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach Siem Reap haben wir einen kleinen Zwischenstopp in Battambang eingelegt. Hier ist nicht viel los, außer einem Bambuszug, den Killingcaves, den 30 Millionen Fledermäusen und der Human Gallery.

    Im Hostel haben wir Stijn kennengelernt. Man erkennt am Namen, dass es ein Niederländer ist 🤣 mit ihm haben wir die Tagestour gemacht.

    Wir haben bei einem Tempel angefangen, der war jetzt nicht interessant genug, um ein Foto hochzulaufen. Dann ging es zu dem Bambuszug. Der wird jetzt ausschließlich für Touristen genutzt. Früher sind die Leute tatsächlich damit von einem Ort zum nächsten gefahren. Man muss bisschen aufpassen, da auf der Strecke auch echte Züge fahren 😂 aber man kann das Bambusteil schnell ab- und wieder aufbauen 😜

    Danach waren wir auf einer Hängebrücke, wie so ne Brücke halt ist.

    Als Nächstes haben wir an einem Baum voller Lyle-Flughund gehalten. Die waren sehr groß 😂

    Besonders schön fand ich, dass mir auch dieses Mal die Treppen nicht erspart blieben. Wenigstens waren die Tempel dort oben hübsch und es war nicht ganz so schlimm sich da hoch gequält zu haben.

    Emotional wurde es bei den killing caves. Dort wurden tausende Menschen von den roten Khmer ermordet und in die Höhlen geschmissen. Männer, Frauen und sogar Kinder. Alle hatten ihre eigene, bis zum Rand gefüllte Höhle. Mehr zu der Geschichte der roten Khmer gibt’s dann bei Phnom Penh.

    Zum Abschluss gab es noch 30 Millionen (grobe Schätzung) Fledermäuse, die jeden Abend zum Sonnenuntergang aus ihrer Höhe fliegen. Das war irre anzusehen, der Geruch war nur so mäßig und tatsächlich hat das gar nicht mehr aufhört, wir sind dann irgendwann gefahren 😂

    Am nächsten Tag ging es zur Human Gallery. Dort steht Joseba und erzählt von seiner Arbeit als Fotograf für National Geographic und seine Weltreise auf einem Fahrrad.

    Er erzählt uns auch, warum er in Battambang ist. Er betreibt die Gallery, um Geld für die Kinderorganisation zu sammeln. Kinder, bei denen bekannt ist, dass ihre Eltern sie für sexuelle Handlungen verkaufen, werden nach der Schule noch zusätzlich unterrichtet, damit sie nicht in den Zeiträumen zuhause sind. Es dauert, bis man die Familien gefunden hat. Die meisten schauen weg, da man ja irgendwie Geld verdienen muss.

    Es lohnt sich sehr, die Galerie zu besuchen und sich die Erzählungen anzuhören, auch wenn es nicht leicht ist.
    Leggi altro

  • Tuol-Sleng-Genozid-Museum

    19 dicembre 2024, Cambogia ⋅ ⛅ 31 °C

    Im Tuol-Sleng-Genozid Museum trifft man auf menschlichen Abgründe. Wenn man durch das ehemalige Gefängnis geht, spürt man die bedrückende Energie, die hier gespeichert ist, die Grausamkeiten, die hier begangen wurden. Mir sind mehr als einmal die Tränen gekommen, weil es einfach so schrecklich war die Bilder zu sehen und zu lesen, was mit ihnen geschehen ist.

    Die Geschichte der Roten Khmer ist eine der grausamsten und tragischsten Episoden des 20. Jahrhunderts – ein Albtraum, der sich mitten in Kambodscha entfaltete. Zwischen 1975 und 1979 verwandelte das Regime unter Pol Pot das Land in ein einziges riesiges Arbeitslager. Ihre Vision? Eine utopische Gesellschaft ohne Geld, ohne Städte, ohne Intellektuelle – nur Bauern auf den Feldern, die dem Staat dienen. Wer nicht in dieses Bild passte, wurde aus dem Weg geräumt. Und das mit einer Brutalität, die kaum zu begreifen ist.

    Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum in Phnom Penh ist einer der Orte, an dem dieser Wahnsinn greifbar wird. Einst eine harmlose Schule, wurde es zu S-21, einem der berüchtigtsten Foltergefängnisse der Roten Khmer. Hierher wurden Menschen gebracht, die „Staatsfeinde“ sein sollten – Akademiker, Lehrer, Mönche, ja sogar Menschen, die einfach nur eine Brille trugen (weil das Intellektualität suggerierte). Es wurden auch vorher Verbündete zu „Staatsfeinden“, weil das Regime immer paranoider wurde. Zwischen 14.000 und 20.000 Menschen wurden hier inhaftiert. Von diesen überlebten nur etwa 12 bis 20 Personen. Sie wurden gefoltert, bis sie alles gestanden, was ihre Peiniger hören wollten, und dann weitertransportiert – auf die Killing Fields, wo sie mit Schaufeln oder Bambusstäben erschlagen wurden, weil Kugeln zu teuer waren. Hier wurde nicht zwischen Erwachsenen, Kindern oder Babies differenziert. Da man Sorge hatte, die Kinder würden sich später rächen wollen, wurde die gesamte Familie ermordet.

    Wenn man durch die kargen Klassenzimmer geht, die jetzt mit vergilbten Fotos der Opfer tapeziert sind, spürt man das Grauen noch immer. Die alten Betten, auf denen Menschen gefesselt und gequält wurden, stehen noch da. Blutspuren sind noch sichtbar. In den Gängen hängen Bilder von den Gefangenen – ernste, verängstigte Gesichter, viele noch Kinder. Die Stille in diesen Räumen ist erdrückend.

    Vier Jahre Terror. Fast zwei Millionen Tote. Und das alles, weil eine Gruppe von Fanatikern glaubte, sie könnten eine perfekte Gesellschaft erzwingen.

    Das Museum in Phnom Penh ist kein gewöhnlicher Ort der Erinnerung – es ist ein Ort des Schreckens, der einen tief im Innersten trifft. Wenn man diesen Ort verlässt, bleibt ein Gefühl der Fassungslosigkeit zurück. Wie konnten Menschen das einander antun? Und doch geschah es. Und das Schlimmste ist: Die Welt schaute viel zu lange weg. Selbst nachdem Vietnam einmarschierte und die Menschen befreiten, unterstützten Deutschland, Amerika und andere Länder weiterhin die Roten Khmer.

    Das wahrlich traurigste an der ganzen Geschichte ist wohl, dass die Verantwortlichen erst 2011 verurteilt wurden, Pol Pot wurde gar nicht verurteilt, da er vorher verstarb, nachdem er sein Leben bei seiner Familie verbracht hatte.

    Insgesamt geht man davon aus, dass ca. 3 Millionen der 8 Millionen Einwohner Kambodschas während der Zeit starben.
    Leggi altro

  • Phnom Penh

    19–20 dic 2024, Cambogia ⋅ ☁️ 31 °C

    Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas und sehr unspektakulär. Wir waren in einem Hostel direkt neben des Rotlichtviertels wie wir später festgestellt haben. Das war eine interessante und traurige Erfahrung. Dort stehen wirklich massenweisen leicht bekleidete Frauen vor den Bars, die sich um die Typen reißen. Und da wird auf nichts Rücksicht genommen, persönlichen Freiraum kennt man dort nicht, es wird gegrabscht, gezogen, geschoben etc. AUßER und das fand ich spannend, wenn eine Frau mit dabei ist. In dem Fall wird der Typ komplett alleine gelassen. Er wird nicht mal angeschaut.

    Jon wollte leider nicht testen wie es läuft, wenn er alleine vor mir her geht 😂 hätte das doch eigentlich ganz gerne mal ausgetestet.
    Leggi altro

  • Killing Fields

    20 dicembre 2024, Cambogia ⋅ ☀️ 30 °C

    Hier ist eines der vielen Massengräber in Kambodscha. Wenn man hier durchläuft und auf den Boden schaut, sieht man immer noch Kleidungsreste und Knochen, die vom Regen freigespült wurden. Man wird gebeten, auf dem gekennzeichneten Weg zu bleiben, um nicht über die Toten zu laufen.

    Der Baum, an dem die Köpfe der Kinder zerschmettert wurden, gibt einem den Rest. Hier ist man neben Äckern und Natur, weg von der Menge, damit niemand die Schreie hört.

    Der Audioguide erzählt die Geschichten verschiedener Menschen, die hier ums Leben gekommen sind. Dazu gibt es Lieder, die zur Erinnerung an das Grauen geschrieben wurden. Diese kann man hören, während man eine kurze Pause macht und um den kleinen See spaziert, während der Wind sanft mit den Blättern der Bäume spielt. Eine äußerst skurrile Situation. Immer mit den Gedanken im Hinterkopf, dass man nicht genau weiß, wo die Massengräber enden.

    Nur einer der damals Verantwortlichen bekannte sich übrigens schuldig.
    Leggi altro

    Fine del viaggio
    12 febbraio 2025