11a
February 26 in Vietnam ⋅ 🌧 27 °C
11
Wir machen einen Tagesausflug, wie alle Touristen, nach Norden. Hier, in der Dschungelgegend wird Kautschuk in Plantagenwäldern geerntet. Das war seinerzeit die Ursache, weshalb Frankreich dieses Gebiet haben wollte. Dort im Dschungel befand sich das Hauptquartier der Rebellenorganisation Südvietnams. Um den Angriffen zu entgehen wurden ca. 250 km Tunnel gegraben. Nahezu die gesamte Infrastruktur befand sich unter der Erde. Nun muss man sich das nicht so vorstellen wie unsere NVA-Bunker, sondern es waren hauptsächlich Kriechgänge, die heute für Touristen ausgebaut wurden. Weil wir alles nun schon Rentner sind lehnen die ehemaligen NVA-Soldaten dieses Erlebnis ab. Wer einmal unter der Erde lebten musste vergisst diese Eindrücke sein Leben lang nicht. Aber für junge Leute ist diese Gegend ein Abenteuerspielplatz, der gerne besucht wird (und wahrscheinlich besucht werden muss). Einheitlich lehnen wir das (kostenpflichtige) Schiessen mit Zündnadelgewehren oder automatischen Waffen der damaligen Zeit ab.
Zum Mittag gibt es wieder Suppe. Vietnam ist das Land der Nudelsuppen, es ist schwer andere Speisen zu erhalten. Es wird viel Fisch, Garnelen oder Rindfleisch als Einlage angeboten. Wenn es Geflügel gibt, dann gekocht und nicht entbeint. Reis muss häufig extra bestellt werden. Manchmal gibt es Brot dazu.
Auffallend in diesem sozialistischem Land ist die Sauberkeit, auch wenn es hier und da „normal verschmutzt“ aussieht. Die Partei hat ihre Ohren und Augen nicht überall. Da nützen auch die Spruchbänder mit patriotischen Losungen nicht viel. Armut gibt es trotzdem, denn in den Städten leben Menschen auf den Straßen. Aber gebettelt wird nicht. Bekiffte Personen sind außerordentlich selten. Versteckte Prostitution gibt es, aber die alten Seitengassen, in denen das Rotlicht zu Hause war, sind jetzt „Kulturbezirke“ und werden genau beobachtet. Sie sind jetzt Vorzeigebezirke für Touristen, die zeigen, wie sauber und gut man in Vietnam leben kann, wenn man den Marxismus kreativ anwendet. Ein großes Problem sind Behinderte. Zwar sieht man in Saigon ab und zu körperlich Behinderte oder Taubstumme Personen, aber für Blinde ist die Stadt ein Horror. Gehsteige sind Parkplätze oder Plätze für Verkaufswagen. Selbst in der „Innenstadt“ werden die Führungslinien mit Poller zugebaut, um Rollerfahrern das Leben zu erschweren. Geistige Behinderungen werden als Strafe Gottes und als Last angesehen und zu Hause versteckt gehalten. 3-15 % der Bevölkerung (doppelt so viel wie in Deutschland) sind behindert, wovon man im Stadtbild wenig sieht.
Ben Thah soll das Stadtzentrum sein. Eine Handvoll Highlights, die entweder geschlossen oder über Jahre eingerüstet sind (Notre Dame) neben sehr schönen Häusern aus der Franzosenzeit vermitteln etwas Flair. Der Präsidentenpalast mit seinem Park wird nur aus dem Bus gezeigt, das Kriegsrestemuseum wird nicht erwähnt, Pagoden und Tempel sind Tabu. Im Postamt drängeln sich daher die Touristen, die mit den großen Organisationen reisen. Vietnam leidet ein wenig darunter, dass nur wenige Touristen nochmals das Land besuchen, obwohl man Abzocke und Nepp erfolgreich bekämpft hat. Die Nobelmarken sind vertreten. Wir bummeln ein wenig (angenehm!) und steigen auf das höchste Gebäude der Stadt. Ich setzte mich ab und gehe über die Partymeile. Oh je! Laut, reißerisch ohne was dahinter, Schlepper, aber erschwingliche Preise. Und das, obwohl das Einkommen doppelt so hoch ist wie in Kambodscha aber gefühlt nur 30 Prozent der Touristen da sind.
Den angeblichen Markt und das historische Zentrum (Cholon, heute das größte China-Town der Welt mit 1 Millionen Chinesen) der Stadt dürfen wir nicht sehen. Wahrscheinlich schämen sich die Kommunisten wegen ihrer chinesischen Vergangenheit oder unser Veranstalter möchte nicht, dass wir ohne Kontrolle sind. Ja, mit 8 Personen reist man anders als zu dritt. Also bleibt mir nur, diese Sachen im „Lonly Planet“ zu studieren. Spart zumindest Reisekosten.Read more
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February 26 in Vietnam ⋅ 🌧 27 °C
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Wir machen einen Tagesausflug, wie alle Touristen, nach Norden. Hier, in der Dschungelgegend wird Kautschuk in Plantagenwäldern geerntet. Das war seinerzeit die Ursache, weshalb Frankreich dieses Gebiet haben wollte. Dort im Dschungel befand sich das Hauptquartier der Rebellenorganisation Südvietnams. Um den Angriffen zu entgehen wurden ca. 250 km Tunnel gegraben. Nahezu die gesamte Infrastruktur befand sich unter der Erde. Nun muss man sich das nicht so vorstellen wie unsere NVA-Bunker, sondern es waren hauptsächlich Kriechgänge, die heute für Touristen ausgebaut wurden. Weil wir alles nun schon Rentner sind lehnen die ehemaligen NVA-Soldaten dieses Erlebnis ab. Wer einmal unter der Erde lebten musste vergisst diese Eindrücke sein Leben lang nicht. Aber für junge Leute ist diese Gegend ein Abenteuerspielplatz, der gerne besucht wird (und wahrscheinlich besucht werden muss). Einheitlich lehnen wir das (kostenpflichtige) Schiessen mit Zündnadelgewehren oder automatischen Waffen der damaligen Zeit ab.
Zum Mittag gibt es wieder Suppe. Vietnam ist das Land der Nudelsuppen, es ist schwer andere Speisen zu erhalten. Es wird viel Fisch, Garnelen oder Rindfleisch als Einlage angeboten. Wenn es Geflügel gibt, dann gekocht und nicht entbeint. Reis muss häufig extra bestellt werden. Manchmal gibt es Brot dazu.
Auffallend in diesem sozialistischem Land ist die Sauberkeit, auch wenn es hier und da „normal verschmutzt“ aussieht. Die Partei hat ihre Ohren und Augen nicht überall. Da nützen auch die Spruchbänder mit patriotischen Losungen nicht viel. Armut gibt es trotzdem, denn in den Städten leben Menschen auf den Straßen. Aber gebettelt wird nicht. Bekiffte Personen sind außerordentlich selten. Versteckte Prostitution gibt es, aber die alten Seitengassen, in denen das Rotlicht zu Hause war, sind jetzt „Kulturbezirke“ und werden genau beobachtet. Sie sind jetzt Vorzeigebezirke für Touristen, die zeigen, wie sauber und gut man in Vietnam leben kann, wenn man den Marxismus kreativ anwendet. Ein großes Problem sind Behinderte. Zwar sieht man in Saigon ab und zu körperlich Behinderte oder Taubstumme Personen, aber für Blinde ist die Stadt ein Horror. Gehsteige sind Parkplätze oder Plätze für Verkaufswagen. Selbst in der „Innenstadt“ werden die Führungslinien mit Poller zugebaut, um Rollerfahrern das Leben zu erschweren. Geistige Behinderungen werden als Strafe Gottes und als Last angesehen und zu Hause versteckt gehalten. 3-15 % der Bevölkerung (doppelt so viel wie in Deutschland) sind behindert, wovon man im Stadtbild wenig sieht.
Ben Thah soll das Stadtzentrum sein. Eine Handvoll Highlights, die entweder geschlossen oder über Jahre eingerüstet sind (Notre Dame) neben sehr schönen Häusern aus der Franzosenzeit vermitteln etwas Flair. Der Präsidentenpalast mit seinem Park wird nur aus dem Bus gezeigt, das Kriegsrestemuseum wird nicht erwähnt, Pagoden und Tempel sind Tabu. Im Postamt drängeln sich daher die Touristen, die mit den großen Organisationen reisen. Vietnam leidet ein wenig darunter, dass nur wenige Touristen nochmals das Land besuchen, obwohl man Abzocke und Nepp erfolgreich bekämpft hat. Die Nobelmarken sind vertreten. Wir bummeln ein wenig (angenehm!) und steigen auf das höchste Gebäude der Stadt. Ich setzte mich ab und gehe über die Partymeile. Oh je! Laut, reißerisch ohne was dahinter, Schlepper, aber erschwingliche Preise. Und das, obwohl das Einkommen doppelt so hoch ist wie in Kambodscha aber gefühlt nur 30 Prozent der Touristen da sind.
Den angeblichen Markt und das historische Zentrum (Cholon, heute das größte China-Town der Welt mit 1 Millionen Chinesen) der Stadt dürfen wir nicht sehen. Wahrscheinlich schämen sich die Kommunisten wegen ihrer chinesischen Vergangenheit oder unser Veranstalter möchte nicht, dass wir ohne Kontrolle sind. Ja, mit 8 Personen reist man anders als zu dritt. Also bleibt mir nur, diese Sachen im „Lonly Planet“ zu studieren. Spart zumindest Reisekosten.Read more
2. Tag
February 25 in Vietnam ⋅ ☁️ 26 °C
10
Mein Eindruck hat nicht getäuscht: Vietnam ist was für Bustouristen. Auf eigene Faust etwas zu unternehmen ist in diesem kommunistischen Land schwer.
Wir werden früh abgeholt und mit dem Kleinbus aus der Stadt gefahren. Zwar war das Frühstück etwas besser als in Kambodscha, aber dafür war der Kleinbus abenteuerlicher. Im Mekongdelta lernen wir Vietnam insight kennen. Zunächst werden wir in einem Zentrum abgeliefert, in dem man sich über Seide, Bambus und Kokos informieren kann. Wie in der Türkei und Ägypten fehlt der Shop nicht. Unser Schwerpunkt heute liegt auf Kokos! Wir besteigen ein Boot einer Kooperative und besichtigen eine traditionelle Ziegelei. Im Strangguss werden Hohllochziegel und Vollziegel aus tonhaltiger Erde in Handarbeit gebrannt. Dahinter bestaunen wir das entfernen der Schale von Kokosnüssen in Handarbeit, teilweise im Akkord. Erst danach sind sie in der Form, wie wir sie kennen. Manuell werden sie aufgeschlagen und der Saft entfernt. Teilweise ist er schon dick, weil die Nuss überreif ist. Schmeckt aber trotzdem gut! Dann wird das sehr ölhaltige Mark rausgeschält. Das Öl nennen wir Palmöl und benötigen es für Seife, Margarine oder Schokolade. Dazu muss aber die Schale entfernt werden, die auch nochmal ausgepresst wird. Es ist sicher, dass ich jetzt bei jedem Biss in eine Schokolade an die ca. 10 Personen denken werde, die eine Stunde für diesen Bissen arbeiten müssen. Auch die Produktion von „Werthers Echte“ haben wir Teil. Dabei wird die abgelassene Milch eingekocht, so dass eine klebrige Masse entsteht. Jeder Bonbon wird von Hand geformt und eingewickelt, zumindest für uns Touristen. Natürlich dürfen wir auch hier alle Produkte aus Kokosnüssen kaufen. Beim Mittag bekommen wir noch die Technik des „Strohmattenwebens“ mit. Ok, das Mittag ist abwechslungsreich und den Kaffee und den Schnaps am Ende muss man bezahlen. Eine kurze Fahrt mit einem Boot zum Staken durch das Delta rundet den Eindruck über dieses große Flusssystem ab.
Der Mekong ist ca. 4500 km lang und einer der längsten Flüsse der Erde. Die 9 Hauptarme des Delta sind je 2 km breit. Seine Tide liegt bei 10-15 m zwischen der Trocken- und Regenzeit. Hier im Delta gilt der größte See in Kambodscha als Polder bzw. Vorfluter. Deshalb ist dort der Höhenunterschied bemerkbar, während er hier am Ausgang des Flusses nur 1-2 m beträgt.
Vietnam ist kommunistisch. 6 Prozent Parteikader bestimmen über 10 Millionen Menschen. Es gibt nur eine Partei und die revolutionären Parolen hängen überall herum. Schließlich sind im März Wahlen und es wird eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent geben und alle Kandidaten der kommunistischen Partei werden in Politik und Verwaltung mit überwältigender Mehrheit gewählt werden.
Des Straßenverkehr verläuft gesittet und Staus von 40 km Länge sind zur Hauptverkehrszeit normal. Wie gut, wen man einen Motorroller hat.
Wir essen landestypisch; ein Curry wäre mir lieber, aber in einer Gruppe muss man sich fügen.
Bei meinem alleinigen abendlichen Bummel stelle ich fest, dass Saigon eine gewöhnungsbedürftige Stadt ist. Die Sportstätten sind gut besucht aber die Sehenswürdigkeiten sind nichteinmal angestrahlt. Offensichtlich sollen die Touristen abends schön in Gruppen im Hotel verbringen und sich vom Reiseleiter unterhalten lassen oder es gibt nur wenige Hotspots.
Morgen tauchen wir in die Geschichte ein. Da soll alles anders werden!Read more
Ho-Chi-Minh-Stadt
February 24 in Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C
9b
Vietnam
Jeder aus der ehemaligen DDR kann etwas erzählen über dieses kommunistische Land. Bereits bei der Einreise fällt die Bürokratie und Ineffizienz bei der Passkontrolle auf. Wir werden zum Hotel gebracht, wo schon die Reisegruppe auf uns wartet. Beim Gang durch ein Altstadtviertel fällt auf, dass alles extrem sauber ist. Anzeigetafeln verkünden wer wann wo Dienst hat. Wenn man es schon mal anders gesehen hat dann wirkt diese Sauberkeit künstlich. Im Restaurant wirkt alles geschäftstüchtig, aber irgendetwas fehlt. Wir vermissen die Freundlichkeit und auch der Service (kalte Biergläser, englischsprachige Speisekarten) könnte besser abgestimmt sein.
Am ersten Tag ereignet sich nicht viel: kleiner Bummel, Bier trinken und erzählen. Das heißt: bis auf den Flug passiert heute Nichts.
Saigon (offiziell Ho Chi Minh Stadt HCMS) ist ein sprudelnder Moloch. Je nach Zählung sollen 3-10 Millionen Menschen hier wohnen. Einige behaupten sogar 20 Millionen, was der Gesamtbevölkerung Kambodschas entspricht. Die Fahrweise der vielen Mopeds ist robuster, der Verkehr ist dichter, es gibt Ampeln und Striche auf den Straßen die beachtet werden. Wie in jedem kommunistischen Land hängen überall Fahnen und Wimpel. Der Nahverkehr scheint zu funktionieren und es gibt sogar eine U-Bahn. Der Anteil der chinesischen Bevölkerung scheint geringer zu sein, zumindest in unserem Viertel.weil viele Teilnehmer vom Flug erschöpft sind begeben wir uns eher zur Nacht. Urlaub, Nichtstun.Read more

















