36
March 23 in Germany ⋅ ☀️ 7 °C
36
Die 12 Stunden Flug vergehen irgendwie. Die Kinder im Flieger plärren und 2 Stunden Halbschlaf müssen irgendwie genügen. In Frankfurt brauchen wir die Halle nicht zu verlassen, die Schnellbahn bringt uns zum anderen Terminal. Die meisten haben sich beim elektronischen einchecken auf Jürgen verlassen und haben im Flieger verstreut einen Sitzplatz zugewiesen bekommen. So werden wir getrennt. Der Flug nach Hamburg ist nicht ganz so ausgebucht, wie die Boing aus Hanoi.
In Hamburg empfangen uns die Frauen. In kleinem Kreis fahren wir noch gemeinsam zum Mittagessen, bevor es nach Hause geht. Obwohl ich mich gleich für 3-4 Stunden hinlege, kann ich in der Nacht gut schlafen. 6 Stunden Zeitverschwendung stecke ich gut weg.Read more
35
March 22 in Vietnam ⋅ ☁️ 29 °C
35
Obwohl der Tag lang ist, geht alles schnell. Volker legt sich nach dem Frühstück, das wir ungewöhnlich spät einnehmen, nochmal hin. Ich halte es nicht aus, denn ich habe von Hanoi noch nicht viel gesehen. Also schnappe ich mir den Reiseführer und besuche einige Highlights in der Nähe. Gegen Mittag meldet sich Volker und wir tauchen in das richtige Vietnam ein: An der Stadtmauer und auf dem Markt. Wir schlendern und lassen die Seele baumeln, bei angenehmen 26 grad und Sonnenschein. Sehr schnell ist es 16 Uhr, Treffpunkt zum letzten Abendessen in Vietnam: ein Tellergericht in einem Restaurant für Touristen. Danach das übliche Warten. Gegen 20 Uhr holt uns der Kleinbus ab. Das einchecken und die Kontrollen sind überraschend easy. Danach das übliche Warten. Boarding gegen Mitternacht.Read more
34
March 21 in Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C
34
Obwohl ich es angesagt habe, werde ich trotzdem geweckt. Ich lasse Frühstück aus und bleibe im Bett. Als ich aufstehe hat Volker schon das Ausflugprogramm hinter sich. Es ging mit einem Boot (wer wollte konnte auch paddeln) in eine Höhle. Das besondere an dieser Durchfahrt durch einen Berg waren die Affen, die von irgendwoher kommend hier leben. Enttäuscht berichtet Volker davon und dass von den 100 Paddelbooten eines umgekippt ist.
Ruhig, wie alles am heutigen Tag, packen wir unsere Siebensachen. Kurz vor der Ankunft gibt es noch einen Brunch auf dem Schiff. Wir brauchen bei der Ankunft nicht lange warten bis der Anschlussbus da ist. Diesmal haben wir den Bus privat organisiert. Die Fahrt verläuft ruhig, denn ich bin scheinbar der einzige, der was zu lesen mit hat. Die Gespräche verstummen schnell. Rast machen an einer Autobahnraststätte. Also keine Werbeverkaufsveranstaltung!
Wieder ein anderes Hotel. Ich mache eine längere Fußwanderung, auch um mich zu bewegen. Dabei komme ich mehr oder weniger zufällig an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Oh Vietnam!
Pünktlich zum Abendessen bin ich wieder da. Natürlich eine halbe Stunde eher, damit man sich keine Sorgen um mich machen muss. Man weiß ja nie, es soll so viel passieren….. !
Das Abendessen in einen guten Restaurant verläuft harmonisch. Die Dame aus Holland, bei der wir die motorradtour gebucht haben, ist auch da und ein Teilnehmer der nächsten Gruppe. Ich entscheide mich für Wein und es ist nicht die schlechteste Wahl.Read more
33
March 20 in Vietnam ⋅ ☁️ 24 °C
33
Ich kann meinen Koffer schließen, Volker hat wie viele andere von uns auch Probleme, alle Sachen in die Tasche zu bekommen. Aber irgendwie klappt alles und wir werden abgeholt. Während die Koffer im Hotel bleiben begeben wir und auf eine 3,5 Stunden Fahrt mit dem Kleinbus zwischen Hanoi und kurz hinter Haiphong. Die Straßen sind gut ausgebaut und teilweise gibt es Mautstationen bzw. Kontrollstellen. Zwischenstopp natürlich an einem souvenierladen. Ich bin echt erstaunt, wie viele Busse in Richtung Ha Long Bucht unterwegs sind. Am Zwischenstopp stehen 4 große Reisebusse und ca. 10 Kleinbusse. Man merkt bereits hier, dass alles auf Massentourismus eingerichtet ist. Man will unser Bestes, wie man an den Preisen merkt, die doppelt so hoch sind wie in Hanoi.
Beim Einchecken gibt es einen Begrüssungstrunk (Tee) gratis. Menschen aus Europa überwiegen. Die indisch aussehende Malaien und viele Asiaten sind ebenfalls zahlreich vertreten.
Wir kommen auf ein relativ kleines Schiff mit ca 40 Personen. Nach dem Mittagsbuffet geht es zur Exkursion. Eine Insel, eigentlich nur ein Felsen, ist nach Josip Broz Tito benannt, der Vietnam stark politisch unterstützte. Der Felsen ist 90 m hoch und hat in der kleinen Höhle einen Sandstrand. Es kann gebadet werden. Mit weiteren 1000 Personen quäle ich mich die 500 Stufen nach oben während weitere 1000 Personen den nur mit an einigen Stellen mit Seilen gesicherten Pfad benutzen um abzusteigen. Ernüchtert lassen wir die zweite Attraktion, eine richtige Höhle in 10 m Höhe, aus.
Der Sundowner auf dem Promenadendeck wird vom Kochkurs unterbrochen. Nach einer halben Stunde können wir vietnamesische Frühlingsrollen zubereiten. Das Abendbrot besteht aus einem 5-Gang Menü. Ausnahmsweise kommt nicht. alles auf den Tisch und jeder bedient sich, sondern wird nacheinander gereicht. Kürbissuppe, grüner Salat mit geräucherten Entenbruststreifen auf Orangendressing, Gegrilltes Seafood bestehend aus Krabbe, Garnele und Tintenfisch (zum Glück hatte ich alternativ hähnchenschnitzel bestellt). Der zweite Hauptgang ist guter Meeresfisch auf Kartoffelpüree mit Gemüse, und Obst als Nachtisch mit einem kleinen Stück obligatorischem cremigen Kuchen. Als Fusionsmenü (von allem Etwas) sehr lecker, auch wenn der eine oder andere Mitreisende zeigt, das er ein Tafelmenü nicht kennt. Wenigstens warten die meisten, bis alle was haben!
Nach dem Sundowner verziehe ich mich. Die Euphorie ist vorbei, nüchtern muss die Heimreise angegangen werden.Read more
32
March 19 in Vietnam ⋅ ☀️ 28 °C
32
Es gilt früh aufzustehen. Nach dem Frühstück erwartet uns der Tourbus. Wir haben eine Stadtrundfahrt gebucht und sind sehr gespannt.die erste Station ist eine PagodeJürgen, als Übersetzer vom englischen ins Deutsche, hat sich gut vorbereitet. Die Tran Quoc pagode ist eine der ältesten in Hanoi. Der Touristenrummel hält sich in Grenzen. Natürlich ist das Betreten in kurzen Hosen verboten, was eigen Teilnehmern, die ansonsten sehr dominant sind, zum Verhängnis wird. Aber es gibt Lösungen. Der Reiseführer empfiehlt den Sonnenuntergang hier zu genießen, aber so lange können wir nicht warten. Hier im Westsee gingen die Trümmer des Jagdbombers nieder, den der spätere Senator McCain geflogen hat. Er ging von 1967-1973 in Gefangenschaft.
Der Führer der weltrevoulution vietnamesischer Prägung hat es abgelehnt, im Palast des generalgouveneurs für ganz Indochina zu leben sondern hat sich daneben eine Holzhütte aufstellen lassen. Entgegen seinem ausdrücklichen Wunsch ist er jetzt einbalsamiert und wird ausgestellt. Die Anlage vor dem Regierungsapalast gleicht dem roten Platz, komisch!!! Auch hier werden Tausende, überwiegend Kinder, herangeschleppt, um dem Spektakel die nötige Form zu geben. Die Wartezeit in der Schlange beträgt deutlich über eine Stunde und ein Überschlag ergibt, dass bis zu 50 000 Personen täglich diese Ehre zuteil wird. Leider sehen wir alles nur aus der Ferne, denn dieses nationale Heiligtum ist sehr weiträumig abgesperrt.
Wir werden zu dem Platz geführt, wo Überreste eines Flugzeuges im Teich liegen. Es sind Trümmerteile einer B 52. Zwischen 15 und 25 dieser immer noch modernen Maschinen verlor die USA über nordvietnam. Dabei gelangten auch Trümmerteile in das Stadtgebiet von Hanoi. Na gut, der Eierkaffe schmeckt jedenfalls nicht allen.
Viele abgeschossene Piloten saßen im Gefängnis hinter dem Gericht ein. Dieses Gefängnis wurde von den bösen Franzosen gebaut um die freiheitsliebenden Vietnamesen zu quälen und unmenschlich zu behandeln. Nicht umsonst stammen noch heute die meisten Bauten in Hanoi und Indochina aus dieser Zeit und seriöse Stimmen von Einheimischen bezeichnen diese Zeit als das goldene Zeitalter. Die inhaftierten amerikanischen Piloten haben hier später jahrelang nur Federball gespielt und sich sportlich und kulturell betätigt bei bester Verpflegung. Ähnliches wurde seinerzeit auch über theresienstadt berichtet.
Mittagspause in einem Nobel-Restaurant. Jede Döner Bude in Deutschland hat mindestens den gleichen Standard. Es gibt ein Gericht, das Barak Obama bei seinem Besuch gelobt hat: eine Suppe, deren Fleischeinlage bewusst aus kleinen minderwertigem Fleisch oder Durchgedrehtem besteht. Mit viel Knoblauch (sah jedenfalls so aus) war es durchaus gut.
Der Höhepunkt der Stadtrundfahrt ist dir „Train Street“, also der Teil der Eisenbahnstrecke, die durch die Stadt führt. Wir warten noch so lange bis ein Zug kommt, um dieses Spektakel mit vielen anderen Touristen zu erleben. Die Häuser sind in diesem Teil, der nur wenige hundert Meter lang ist, außerordentlich dicht an die Bahn gebaut.
Na gut. Wir besuchen noch eine reformierte Kirche. Man muss zwar erst nach dem Schlüssel fragen, aber ohne Probleme dürfen Volker und ich sie besichtigen. In einer Pagode dürfen wir ein Mantra miterleben. Die st. Joseph Kathedrale erreichen wir kurz vor Ende der Öffnungszeiten.
Abendbrot beim Inder. Relativ chaotisch, aber freundlich. Dass die vielen Touristen sich in der Stadt gut verteilen, merkt man auch hier. Es ist gut besucht aber nur von Europäern und Indern.
Welche Auswirkungen inzwischen Empfehlungen von Reiseführern haben, sehen wir unterwegs. Eine der „Restaurants“ hat es geschafft im Michelin erwähnt zu werden. Ca. 50 Personen warten geduldig in der Schlange, bis ein Platz frei wird.
Der „Absacker“ in der Skybar wird nur von Ossies und jürgen wahrgenommen. Morgen ist wieder Abfahrt um 8!Read more
31
March 18 in Vietnam ⋅ 🌙 23 °C
31
So, jetzt sind wir in Hanoi, 2833 km nach unserer Abfahrt in Hoi An. Die Erleichterung ist allen anzumerken, egal ob man es zugibt oder nicht. Gerade die letzten Kilometer in dieser wuseligen Stadt mit doppelt so vielen Einwohnern wie Berlin hat uns zugesetzt. Im Kampf mit tausenden anderen Zweirädern im dichten Verkehr und dazwischen Pkw und Busse haben wir ohne größere Probleme die 40 km von der Stadtgrenze zur Garage gemeistert. Dabei haben die vielen Handzeichen besorgter Mitfahrer nicht wirklich geholfen sondern manchmal sogar verwirrt. Aber nach 90 Minuten war auch das überstanden. Wir liefern die Motorräder ab. Eine Kontrolle wurde ja schon gestern während unserer Abwesenheit gemacht. Jetzt gilt es anzukommen und mit dem Taxi ins Hotel gebracht zu werden. Der Abschied von den guides ist nur kurz.
Wir hatten heute mindestens zwei Stürze, einer mit Blessuren und verbogenen Lenker und beim anderen brach ein Hebel ab. Auch hatten wir den Fall, dass zwei Motorräder am rastpunkt einfach vorbeifuhren und später zurückgeholt wurden. Ansonsten verliefen diese 200 km ruhig. Wir merken schnell, dass BaBe am Rande des Speckgürtel von Hanoi liegt. Die Felder (wir sind jetzt langsam im Tiefland und haben kaum Terrassen) sind gut in Schuss. Einmal sehe ich, dass vorgezogener Reis gepflanzt wird, währen 50 km weiter Reis geerntet wird. Auf kleinen Feldern, oft nur auf Beeten, wird Gemüse angebaut. Handwerksbetriebe dominieren in den Ortschaften gegenüber den Händlern. Ein oder zweimal war ich in Versuchung, anzuhalten und ein Foto zu machen. Das ist aber in einer Gruppe schwer.
Die chaotisch pulsierende Stadt Hanoi macht am Abend ihren Namen Ehre. Trotz Reservierung bekommen wir keine Platz im Restaurant und erst nach vielen Diskussionen sitzen wir verstreut irgendwo. Ich bestelle ein vietnamesisches Curry und wieder ist es ein eingedickter Eintopf aus Kartoffeln, Karotten und etwas gekochtes Hühnerfleisch. Dazu Reis. Aber man legt großen Wert auf eine positive googlebewertung. Na ja! Vietnamesisch essen ist sowieso ein Kapitel für sich. Über die Suppen habe ich mich ja schon ausgelassen. Reisnudeln mir irgendwas, oft mit Meeresfrüchten. Denn gefischt wird alles und überall. Fleisch ist fast immer nur gekocht (spart Energie). Aber ein Menü besteht aus einer klaren undefinierbaren Krautsuppe, sieht aus wie ganze Rettichblätter. Manchmal kommt dann Pommes. Kleine Scheibchen mit gewürztem gekochtem, selten frittiertem, Fleisch (Huhn, Rind, Schwein, Meeresfrüchte) folgen, aber nicht alles auf einmal sondern nur 2-3 Sorten. Die Schale mit Gemüse enthält entweder Rohkost oder im wok leicht angedünstetes gemischtes Gemüse wie beispielsweise Chinakohl. Erst dann kommt der Reis. Kleine Schalen mit chilisosse und Sojasoße sind omnipräsent. Und los geht es, mit Stäbchen: Guten Appetit.
Ach so: einmal gab es Stücke mit gebratener Ente. Pferd und Wasserbüffel haben wir auch schon gehabt und es soll sogar Hund geben. Die Sparerips waren auch lecker. Tellergerichte gibt es auf dem Lande nicht.Read more
30
March 17 in Vietnam ⋅ ☁️ 23 °C
30
Ruhetag ist immer gut. Die gute Laune steigt. Abendbrot gab es gestern und auch heute beim Zirpen der Grillen und Quaken der Frösche. Zum ersten Mal nach langer Zeit brauchten wir letzte Nacht keine Klimaanlage zum heizen. Über Nacht blieb sogar die Balkontür auf. Und das, obwohl wir noch im Gebirge (600 m) sind. Unsere Wäsche wird gewaschen, zum halben Preis wie in der letzten touristenhochburg. Die guides sind aus dem Häuschen, denn für sie endet hier die Reise. Morgen noch nach Hanoi und dann gehen einige (wir haben den chefguide, den Schlussmann, den Fahrer fürs Gepäck und den „schrauber“) sofort mit dem Bus 2000 km zurück. Aber ersteinmal werden heute die Motorräder auf Vordermann gebracht. Einige erhalten neue Reifen, anderen wird die die Elektrik repariert. Wir werden um 10 abgeholt. Ein „Einbaum“ führt uns durch diese Flusslandschaften. Es wird viel gefischt und es ist erstaunlich wie viel Fisch hier in den Tropen vorhanden ist. Imposant erheben sich die für Vietnam typischen Berge zu beiden Seiten. Sie besehen hier aus Kalkstein, der tektonisch verschoben wurde und jetzt verkarstet ist. An einer Stelle hat sich der Fluss durch den Berg gefressen und eine riesige Höhle erzeugt. Wir besuchen diese Höhle. In einer Niesche halten sich hunderte von Fledermäusen auf. Dann geht es weiter zum Mittagessen, natürlich vietnamesisch. Ein kleinerer Wasserfall ist die Attraktion in der Nähe. Dann werden wir zu einem buddhistischen Tempel (Tao! Ist hier nicht eigentlich alles Tao, die Bevölkerungsgruppe und die Religion?). Der Tempel ist nur bewacht, aber wieder keine Mönche da. Ich habe in Vietnam noch keine Mönche gesehen, obwohl einige von uns meinen, schon einen mal gesehen zu haben. Nach 5 Stunden sind wir erschöpft wieder im „Hotel“. Das Hotel liegt an einem Berg und um zum Zimmer zu kommen müssen wir 4 Etagen Stufen klettern. Es ist sauber und gut geführt. In diese Gegend am Ba Be verirren sich nur wenige Touristen, was den Aufenthalt entspannt macht. Zwar begegnen wir einem Boot mit irgendwelchen asiatischen Grosskotzen mit Karaoke, Reiswein bis zum umfallen und Animation, aber generell sind die wenigen Boote mit 2-4 Personen besetzt. Einige junge Leute paddeln auch. Nur unser Boot trägt 12 Personen, die sich entspannt die Natur „reinsaugen“.
Der Abend verläuft entspannt. Es wird sehr wenig getrunken und eine richtige Stimmung kommt nicht auf. Bereits um 21 Uhr sind alle im Bett. Man muss ja morgen fahren und Jürgen sagt, es wird anstrengend. Die Hälfte aller Teilnehmer ist 70+ und da muss man morgen früh fit sein. Es soll um 8 schon losgehen, also früh zu Bett. Das mache ich mit der üblichen Stunde Verspätung auch jetzt.Read more
29
March 15 in Vietnam ⋅ ☁️ 18 °C
29
Nur Europäer können so bekloppt sein und Geld dafür bezahlen um solche Straßen fahren zu dürfen! Doch zunächst geht es mit einer Überraschung los: weil heute wenig Regen angesagt ist werden wir einen pass fahren, den wir gestern als Karte beim Abendessen ( übrigens vietnamesisch aber lecker: Kasselerrippchen, Fried chicken, Fried Garnelen, Reis, Suppe) gesehen haben. 82 Spitzkehren auf einer wenig befahrenen Strecke. Auf dem Gipfel der übliche Rummel mit den motorradgruppen und den Kleinbustouristen. Dann biegt der Guide ab. Zwar wird die Straße einspurig und die Betonpiste wird immer schlechter, aber ich komme einigermaßen zurecht. Teilweise geht sie in Geröll und Schlamm über. Erster Höhepunkt hier ist ein ca. 10-15 km Abschnitt, bei dem es zunächst bergauf und dann bergab auf Geröll und Schlamm geht. Ich habe Probleme einem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen, aber es gelingt irgendwie. Am Nachmittag überqueren wir eine Hängebrücke mit nachfolgendem sehr steilen Anstieg. Prompt bleiben einige in der Mitte vor mir stehen. Ich muss nicht nur im 2. Gang anfahren sondern auch die Steigung bewältigen, weil ich im Moment nicht den ersten Gang reinbekomme. Geht doch!
Die Kurven stehen denen in den Alpen nicht nach. Inzwischen bin ich fahrtechnisch so fit wie nach einer ganzen Saison. Das will aber nicht heißen, dass ich gut fahre, noch immer erkenne ich Defizite bei mir.
Die Landschaft ist wie im Bilderbuch. Terrassen mit Reisfeldern oder Gemüse oder Mais wechseln sich ab mit Urwald, der an steilen Hängen wächst. Bambusplantagen, Palmen, idyllische Hütten in verlassenen Tälern, urige Dörfer fernab der Zivilisation, in denen täglich mehr Motorräder durchkommen als es Einwohner gibt, machen diese Reise einmalig. Menschen die um ihren Lebensunterhalt auf den Reis- und Gemüsefeldern kämpfen oder Federvieh, Schweine, Ziegen oder anderes Getier zum Markt fahren vermitteln einen Eindruck von Vietnam, wie es wirklich ist. Nein, wir trödeln nicht, als wir die Fahrt nach 150 km und 4,5 Stunden reine Fahrzeit beenden. Wir haben an diesem Tag, an dem es nur wenige Regentropfen gab, mehr gesehen, als die tausend Touristen auf dem Ha Giang Loop in den 3-4 Tagen je träumen werden.
Es ist schon erfrischend in Ba Be am See in einem der Höhepunkte Vietnams und gleichzeitig abseits von den Touristen zu sein. Der Veranstalter überrascht mit der Wahl seiner Unterkünfte. Heute sind wir weit ab von der „Zivilisation“ in einem idyllischen Hotel total am Hang untergebracht. Die Stimmung ist bei allen sehr gut, an diesem vorletzten Fahrtag. Und so geht der Tag versöhnlich beim Zirpen der Grillen und angenehmen 22 grad zu Ende, auch wenn es um 18 Uhr schon stockdunkel ist. Immerhin sind wir in den Tropen!Read more
28
March 15 in Vietnam ⋅ ⛅ 20 °C
28
Bereits um 7 Uhr werden wir von Grollen des Donner geweckt. Die ersten Gruppen verlassen den Ort in Richtung Berge an diesem regnerischen Tag. Wir frühstücken in einer Halle recht einfach und machen uns dann auch auf den Weg. Wir wollen den spektakulären Ma Pi Leng Passes befahren. Es sind zwar nur 21 Km, aber vietnamesische Dichter haben ihn besungen. So schön es auch sein mag, wir fahren diese Kilometer bei Regen und einer Sicht von 5 m. So viel zum Höhepunkt des Ha Giang Loops, um dessentwillen Tausende junger Leute, auch jetzt in der Nebensaison, weltweit hierher strömen. Um den ehemaligen Hmong Kings Palast zu besuchen müssten wir in Richtung Norden fahren, wo wir gestern hergekommen sind. Das unterbleibt bei dem Regen.
In Meo Vac nehmen wir uns viel Zeit, um den außerordentlich großen Markt zu besuchen. Der Regen hört auf und über eine Stunde Freizeit genügt, um einige Punkte zu besuchen und einen aufwärmenden Tee zu trinken. Dabei fällt auf, dass hier an der chinesischen Grenze, weit ab von irgendwelchen Städten, die Armut vorhanden ist. Daran ändern auch die vielen Touristen im Ort nichts.
Liegt es am Regen oder fahren wir eine Route abseits des Loop!? Der Guide hält an und kauft in einem Dorf Süßigkeiten, hauptsächlich Lolli-Lutscher. Der Grund wird erst klar, als er 3-4 km weiter an einem Haus anhält. Gefühlt 10 Kinder unterschiedlichen Alters bis maximal 10 Jahre alt, kommen an sein Motorrad und erhalten einen Lolli. Sie freuen sich, wie sich Kinder nur feuern können. Auch später spielen kleinere Gruppen Kinder im kindergartenalter in der Gosse am Straßenrand. Auch sie erhalten eine Kleinigkeit. Natürlich haben sie die „Wundertüte“ am Motorrad schnell erkannt. Aber kein Kind bettelt!!!!! in den Dörfern bisher standen auch Kinder an der Straße. Sie wollen „Abklatschen“. Wollen sie das wirklich, oder würden sie sich auch über eine Süßigkeit freuen?
Bao Lac selbst liegt eingebettet in die abgelegenen Berge der vietnamesischen Provinz Cao Bang. Es ist bekannt für seine atemberaubenden Täler, nebelverhangenen Gipfel und gewundenen Flüsse.Read more
27
March 14 in Vietnam ⋅ ☁️ 20 °C
27
Ich habe schon lange nicht mehr den Reiseführer aufgeschlagen und lasse mich willenlos treiben. Körperlich merke ich, dass der Tiefpunkt überschritten ist. Ich bin in der Schulter beweglicher und in der Hüfte flexibler. Der Ellenbogen schmerzt nicht mehr, weil ich mich nicht mehr angsterfüllt aufstütze.
Wir verlassen Ha Giang und mit uns viele andere Motoroller. Gleich am Ortsausgang Polizeikontrolle. Es erwischt eine Gruppe britischer Touristen, die ohne internationalem Führerschein in die Berge wollen. Da haben es die vielen Asiaten ( und Europäer) leichter, die im leichten Top und Röckchen und Badelatschen als Sozia in die Berge mitfahren. Natürlich führt uns der Guide auf Nebenstraßen. Unvermittelt, als wäre es ein Film oder ein Traum aus einem billigen Reiseführer, sind wir in einem Dorf. Dort findet an diesem Sonnabend der Markt statt und weil morgen Wahlen sind ist ein großer besonderer Stand aufgebaut. Die örtliche Polizei hilft bei der Einrichtung und Einweisung in den elektronischen Personalausweises, der morgen zur Wahl Pflicht ist. Nebenbei kann auch die Fahrerlaubnis und die Zulassung auf dem Mobiltelefon gecheckt werden. Als Dank dafür, dass man diesen Service nutzt gibt es ein kleines Geschenk. Gedruckte Ausweise, Zulassungen, Führerscheine sind nahezu unbekannt.
Unsere Tour führt uns wieder früh durch ein außergewöhnlich schönes und einzigartiges karstiges
Berggebiet. Es ist UNESCO Weltnaturerbe, der „Karst Plateau Geopark“. Hier nennt man es auch Meo Vac nach zwei der größten Dörfer. Schon kurz hinter Ha Giang wird der Weg schmaler und wir überqueren einen schönen Pass. Wir nehmen uns die Zeit, die atemberaubende Landschaft
anzusehen und die fleißigen Bergstämme zu beobachten, die imstande sind, Mais an den scheinbar unmöglichsten Stellen anzubauen.
Dong Van, unser Ziel, liegt in einem annähernd 1100 m hoch gelegenen Tal im äußersten Norden des Landes, nahe der chinesischen Grenze. Die Ortschaft wurde um 1920 während der französischen Kolonialzeit als Vorposten gegen China gegründet. Die Landschaft um Dong Van gehört zu den attraktiven Vietnams. Übergangslos wechseln dichte Regen- mit lichten Kiefern- und Zedernwäldern ab. Weil es hier im Bereich des Wendekreises keine Baumgrenze gibt sind die Nadelbäume ein Indikator für anderes Klima. Subtropische Täler mit Nutzpflanzen wie Bananen und Palmen in den Tälern kontrastieren mit karstigen Steinlandschaften, denen die Bauern in den kleinen Tälern und an den steilen hängen mühsam Trockenreis und Mais abgewinnen. Auch Buchweizen soll es hier geben.
Wir besichtigen eine Kooperative, die zu Schauzwecken die Herstellung von Leinen zeigt. Leider werden aus pädagogischer Sicht die ersten Schritte vom Halm zur Faser weggelassen und nur das Spinnen und Weben gezeigt, aber interessant ist es allemal.
Erstaunlich, wie viele hundert Jugendliche hier auf den Nebenstraßen unterwegs sind. Dabei sollen es im September zur Haupt Saison 5 mal mehr sein, was für mich unvorstellbar ist. Schon jetzt komme ich mir vor wie am Großglockner oder am Timmelsjoch an einem schönen Augusttag. Dabei haben wir heute wiedereinmal Pech mit dem Wetter. Fernaufnahmen sind so gut wie unmöglich was viel vom überwältigendem Eindruck der Landschaft weg nimmt. Aber es regnet wenigstens nicht.
In Dog Van ist alles auf jugendliche Biker ausgerichtet. Die Hotels haben viel Personal für das (geringe) Gepäck, aber kein Restaurant oder eine Bar. Dafür sind die vielen Streetfood-Lokale am Abend gut gefüllt. Man trinkt auf den Erfolg, einen 3 Tageskurs (70 Prozent als Sozius, 30 Prozent selbst gefahren) gebucht zu haben und mehr oder weniger die Landschaft genossen hat. Viele dieser Jugendlichen würde auch nach Sidney zum bungeejumping von der Harbor Bridge fahren.Read more
26
March 14 in Vietnam ⋅ ☁️ 18 °C
26
Wahrscheinlich habe ich heute den moralischen Tiefpunkt dieser Reise erreicht. Es gibt ihn auf jeder Reise, also warum nicht auch hier. Ich bin schlapp und müde und höre morgens nicht den Wecker. Meine linker Ellenbogen schmerzt von der Anstrengung des Geländefahrens.
Wir frühstücken auswärts. Inzwischen finde ich immer etwas, was man essen kann. Im laufe des Tages stellt sich heraus, dass doch einige von uns Verdauungsprobleme hatten, haben oder Probleme in Anmarsch sind. Auch mein Zimmergenosse legt sich am Nachmittag sofort hin um dem Magen etwas Ruhe zu gönnen, nach der abklingenden Gürtelrose.
Wir werden gut umsorgt. Liebevoll werden wir bemuttelt und beputtelt bis hin zur Selbstaufgabe des eigenen Willens. Wie gut, dass einer die Fäden in der Hand hat und einem mit allen nötigen Informationen versorgt.
Wir fahren heute ruhige 200 km durch die Berge. Trotz der vielen Baustellen fährt es sich gut. Ich merke, das ich inzwischen sicherer im fahren bin und viele Hindernisse passabel meistere. Es wird viel an den (Asphalt-)Straßen gebaut und Kurven werden begradigt. Das ist bei dem harten Basalt, auch wenn er teilweise verkarstet ist, nicht leicht. Hingegen haben wir uns an die vielen terassenförmigen Reisfelder schon gewöhnt. Inzwischen gibt es Schutzzonen, damit dieser malerische Anblick nicht zerstört wird. Weiter oben in den Bergen wird jeder Quadratmeter für den Reisanbau genutzt. Trotzdem gibt es in den kleinen Dörfern scheinbare Armut. Da ich unter ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen bin weiß ich, dass barfuß laufen in abgetragener Kleidung zwar kein Ausdruck von Reichtum ist, aber Armut sieht anders aus. Armut beginnt dort, wo Kinder nicht in die Schule gehen können, wie wir es in Kambodscha gesehen haben. Aber diese Kinder hier in Vietnam haben Möglichkeiten und können träumen. Auch ich träumte mal davon fremde Länder zu bereisen und so viel Geld zu besitzen, dass ich es mir leisten kann.
Nochmals geht die Straße parallel zur Hauptstraße und es ist gut so. Bei angenehmen 25 grad kommen wir in Ha Giong an. Ganze Heerscharen jugendlicher Backpacker bevölkern die Stadt. Sie werden über Organisationen hierher gelockt um in einem Rundkurs die Passstraßen mit dem Scooter zu überqueren. Innerhalb einer Stunde zähle ich 4 große Reisebusse, die jeweils zwischen 30-50 junger Leute aufnehmen , die mit einer Pizza versorgt den Heimweg antreten oder ankommen und auf billige Unterkünfte verteilt werden.
Das wir uns in einem touristisch sehr attraktiven Gebiet befinden merken wir an einer unvermittelten Polizeikontrolle. Wir werden gestoppt und nur wir Ausländer müssen den internationalen Führerschein vorweisen. Einige Dokumente werden stichprobenartig eingesehen und geprüft, bei anderen genügt das Vorzeigen. Die Strafen sollen empfindlich sein und mehrere Hundert Euro betragen, wenn man dieses Dokument nicht hat.
Vor die Wahl gestellt Italienisch oder vietnamesisch zu essen, entscheiden sich die meisten für vietnamesisch. Na gut!
Es gibt viel Verkehr, denn Ha Giang ist die Hauptstadt der Provinz und die nördlichste Stadt des Landes. Sie liegt am Sông Lô auf etwa 700 m ü.NN und hat etwa 30.000 Einwohner. Die Provinz ist sehr ländlich und lebt zum Großteil von der Landwirtschaft, überwiegend dem Reisanbau. Die meisten Einwohner hier gehören ethnischen Minderheiten an, nur etwa 10% sind Viet Kinh, die größte Volksgruppe in Vietnam. Die anderen 90% verteilen sich überwiegend auf H'Mông, Tày, Dao, Nùng, und Lô Lô Minderheiten. Ha Giang ist die bevölkerungsärmste Provinz der vietnamesischen Berge. Nach den schweren Zerstörungen im chinesisch-vietnamesischen Krieg, dem chinesischen Straffeldzug nach der vietnamesischen Invasion Kambodschas 1979, herrscht in der Stadt die postsozialistische Architektur der
1990er Jahre vor. Auslöser des militärischen Konflikts war die vietnamesische Einmischung gegen die mit China verbündeten Roten Khmer in Kambodscha. China besetzte einige Grenzstädte in Vietnam und zog sich nach heftigen Kämpfen wieder zurück, ohne die vietnamesische Einmischung in Kambodscha beenden zu können. Wir übernachten außerhalb des Zentrums in einem Nobelhotel (4 Sterne) am Fluss. In der Stadt ist Volksfest, weil Freitag ist und alles steht im Zeichen der kommenden Wahlen.Read more
25
March 12 in Vietnam ⋅ ☁️ 15 °C
25
Sapa entlässt uns mit 8 grad und Nebel. Wir waren etwas eher beim Frühstück und dank unserer „Ellenbogentaktik“ konnten wir zügig, aber im voller Lautstärke, frühstücken. Von der buddhistischen Freundlichkeit und Zurückhaltung war bei den überwiegend Frauen wenig zu verspüren. Nun gut, die ersten Kilometer ließen sich gut an. Wir waren alle warm angezogen und hatten Regensachen an. In einer Kurve stürzte ein Teilnehmer. Zunächst ohne Folgen an der Gesundheit.
Durch die typische Landschaft reisend erreichen wir Lao Cai, eine Stadt an der Grenze zu China. Erst seit kurzem (1994???) existiert hier ein Fußgängerüberweg nach China für den „kleinen Grenzverkehr“. Es ist einer der ganz wenigen Übergänge zwischen China und der Sozialistischen Volksrepublik Vietnam. Die Fahrt entlang der Grenze ist nicht so beklemmend wie befürchtet.
In irgendeinem kleinen Ort biegen wir auf eine Nebenstraße ab. Unsere Guides wollen uns offensichtlich zeigen, wozu die Cross-Motorräder in der Lage sind. Zum Glück bekommt keiner mit, welche Gedanken ich habe. Hinterher bekunden jedoch einige Teilnehmer, dass es ihnen ähnlich ging. Einer bricht ab! Wir begegnen einem Pkw, der ein holländisches Pärchen zum Flughafen bringen wollte und dabei eine Abkürzung nahm. Der Pkw ist auf Stunden festgefahren und das Pärchen wird wohl seinen Flug nicht schaffen.
Kaffeetrinken in einem kleinen Ort an der Strecke. Auffallend, dass anders gekocht wird. Alles schmeckt würziger und ist sorgfältiger zubereitet. Oder haben wir uns nur an das Essen gewöhnt? Bestimmt nicht, denn auch das Abendbrot ist irgendwie anders.
Kurz vor dem Ziel treibt der Wind noch ein paar Regenwolken in die Berge. Etwa 50 km müssen wir beitreten zurücklegen. Auch die Unterkunft hebt nicht die gute Laune. Es ist auch für landestypische Verhältnisse ein wenig heruntergekommen, aber preiswert. Auch das muss sein, denn wir haben zwischenzeitlich richtige Nobelherbergen gehabt.
Obwohl wir noch 5 Fahrtage haben ziehe ich ein kleines Resümee: ich bin einer der 4 Fahrer, die bisher weder umgefallen sind noch fahrtechnisch Hilfe brauchten. Alles was jetzt also passiert, gereicht mir nicht zur Schande. Auffallend, dass es die ruhigsten Fahrer in der Kommunikation sind. Schade finde ich, dass keiner die Route aufzeichnet. Überhaupt ist die Vorbereitung von vielen Teilnehmern auf diese Tour ungewöhnlich. So kenne viele, obwohl bereits über 15 Jahre auf dem Markt, keine Übersetzungsprogramme. Fotos werden zwar gemacht, aber nicht geteilt oder noch schlimmer: Man „saugt“ die Fotos anderer. Navigationssysteme zum Tracken sind in dieser Gruppe nicht vorhanden. Gerade dieser Punkt macht mich traurig, denn gerne hätte ich eine gpx-Datei gehabt, um mir einzelne Abschnitte zu Hause anzusehen, wie ich es in Kanada gemacht habe. Das habe ich von gestandenen „Tavellern“ anders erwartet und deshalb mein Equipment zu Hause gelassen. Es zeigt sich wiedereinmal, dass in einer Gruppenreise viele Teilnehmer nur passiv mitfahren.Read more
24
March 10 in Vietnam ⋅ ⛅ 10 °C
24
Sapa, oder das Dach Indochinas.
Für die Franzosen, die diese Stadt 1922 hier im hochalpinen Land gebaut haben, war sie ein Erholungsort. Heute ist sie nur die kälteste Stadt Vietnams und bekannt für den Nieselregen und Nebel. Nur selten im Jahr klettert das Thermometer über 20 grad und bei den wenigen Sonnentagen müssen die Sehenswürdigkeiten gesperrt werden, damit man Werbeaufnahmen machen kann. Diese sind dann auch farbenfroh und schön und locken noch mehr Touristen an. Inzwischen kommen auf jeden Einheimischen täglich etwa 100 Touristen, mehr als in St. Tropez oder anderswo. Die Infrastruktur ist an ihre Grenzen gelangt, Straßen verstopft, Bürgersteige abgesackt, Bauten heruntergekommen. Touristen kommen zu hunderten aus Malaysia, Indonesien, Philippinen oder Taiwan. Naturgemäß ist das Foto mit irgendwas im Hintergrund wichtiger als der Grund des Hierseins. Man war auf dem Dach Indochinas!
Die Rezeption unseres Hotels befindet sich in der 9 Etage. Erst darunter sind die Zimmeretagen wie Schwalbennester an den Hang geklebt. Das Frühstück ist auf asiatisch abgestimmt, ich vermisse Brot, aber ansonsten ist alles da! Für die Hindi und Moslem wird sogar halal angeboten.
Wir gehen spazieren, denn bei dem Dunst und Nebel macht sich ein Ausflug in die Berge nicht gut. Obwohl, es gibt Tagestouren, eine Seilbahn mit der man angeblich durch die Wolken fahren kann, eine Zahnradbahn und vieles mehr. Einige von uns lassen sich die Motorräder für einen Trip geben und haben Glück, denn beim Skywalk, an dem wir gestern vorbeikamen, ist man unterhalb der Wolkengrenze. Aber den Gipfel kann man nicht sehen.
In der Stadt hält sich der Nepp in Grenzen. Die Bitte, doch den Nippes von verkleideten Frauen zu kaufen, erinnert an Tunesien oder anderen Urlaubsländern. Das jedoch im sozialistischem Vietnam Waren an der Hauptstraße 10 mal teuer verkauft werden, als in der Parallelstrasse dahinter, hat mich auch irritiert. Das kenne ich nur von Entwicklungsländern. Gebettelt wird zum Glück nicht.
Ich bekomme ein paar warme Socken, denn zum ersten Mal auf all meinen Reisen habe ich mich diesbezüglich verkalkuliert. Die katholische Kirche ist geschlossen, zum Glück! Bei den Massen an Touristen wäre alles nur laut und voller Leute. Wir finden den Nebeneingang und sind allein. Der Ho Sa Pa ist die Alster der Stadt und sieht sicher gut aus, wenn der Nebel nicht wäre. Wir haben gestern hier in der Nähe gegessen und waren erstaunt, welchen positiven Eindruck die vielen Leuchtreklamen vermitteln. Bei Tageslicht ist es eine geschäftstüchtige asiatische Stadt. Zufällig finden wir das Gecko-Restaurant und es gibt Tiramisu. Überhaupt fällt auf, dass dieses Restaurant ausschließlich von Europäern besucht wird: Backpacker, Ausflügler aus Hanoi oder kleinere Gruppen. Sie stellen zwar eine Minderheit der Touristen dar, sind aber nicht zu übersehen. Überhaupt sind tagsüber viele Touristen in, der Gegend unterwegs. Viele wandern, andere werden zu den Punkten am Fansipan (3143 m) gebracht oder fahren mit der längsten Zahnradbahn Vietnams zur ersten Haltestelle. Neben einem Zen-Kloster und Restaurants sowie Einkaufsmöglichkeiten findet sich hier der Beginn der steilsten Seilbahn der Welt (überwindet 1410 Höhenmeter) zum Gipfel. Weil man am Gipfel dem Himmel am nächsten ist, gibt es hier weitere buddhistische Heiligtümer und Kommerz. Die große Buddha-Staue enthält echte Reliquien, die aus Myanmar kommen. Eine sehr große Stupa zur Ahnenverehrung mit 11 Etagen rundet den Komplex ab. Auch den höchsten Flaggenmast Vietnams kann man bestaunen. Aus französischer Zeit ist der Wetterbeobachtungsturm erwähnenswert.
Die Dörfer ringsum in der Gegend werden gerne als Freilichtmuseum der ethnischen Minderheiten angesehen. Nun, das haben wir bereits authentischer gehabt. Die Natur, wenn auch nur 2000 m hoch, haben wir sowohl bei Sonnenschein als auch Regen bereits genießen können. Also vergeht dieser Tag mit relaxen und erholen. Er ist die Vorbereitung auf den kommenden Hauptteil der Reise, oder sind wir schon Mittendrin?Read more
23
March 10 in Vietnam ⋅ ☀️ 15 °C
23
Das Hotel liegt zwar mitten im Ort, aber unsere Guides finden, dass es nicht besonders gut ist. Wir verzichten auf das Frühstück und essen wie nahezu alle Asiaten an der Straße in einer „Garage“. Suppe für alle. Für mich ein Klops Rindfleisch leicht gekocht in einer hervorragenden Brühe aus frischen Kräutern. Die langen Reisnudeln stören mich zwar etwas, aber man muss ja nicht alles essen. Zum Nachtisch ein Baguette-Brötchen mit Rührei drinne, ungewöhnlich aber gut.
Wir ziehen nach den Erfahrungen von gestern unsere Regensachen an. Ich bin nicht der einzige, der noch nasse Klamotten an hat. Es ist saukalt mit 16 grad an diesem frühen Morgen gegen 8 Uhr. Kaffeetrinken soll später sein.
Wir fahren ca. 1 Stunde und sind froh, die Stadt verlassen zu haben. Die Reisfelder und die Landschaft mit ihren Bergen, die wir durchfahren, heute, könnten aus jedem Reiseführer stammen. Der heutige Tag lebt von den unvermittelten Erlebnissen. Unvermittelt halten wir an einer Baustelle an. Ein Holzhaus wird in Gemeinschaftsarbeit des Dorfes an der Strasse errichtet. Richtig solide Zimmermannsarbeit. Es ist viel verzapft und ohne Nägel zusammengefügt. An der Traufe werden Bolzen gesetzt, weil keine durchgehenden Balken verwendet wurden. Bei der anschließenden Kaffeepause können wir diese Technik und noch mehr bewundern. Das Café ist typisch: an der Straße stehen ein paar wacklige Tische und relativ heile Stühle. Es ist nichts vorbereitet sondern wird erst zubereitet. Zu kaufen gibt es Kaffee, Tee, Cola und Limonade. Bei Regen wird in der Stube serviert, die sonst von der Familie genutzt wird, wenn keine Gäste da sind. Wandschmuck sieht man vergebens, in einer Ecke steht der (überaus einfache) Buddha-Schrein. Weil das Haus am Hang liegt, ist das freiliegende Kellergeschoss Lagerplatz für alles. Dafür entschädigt der Blick auf die Reisfelder. Auch bei der weiteren Fahrt nehme ich mir das Sonderrecht heraus, anzuhalten und Fotos zu machen. Es ist eine unvergleichliche Landschaft. Wieder kleben die Teeplantagen an den steilen Hängen und terrassenförmig schmiegen sich die Reisfelder an die sanfteren Hängen. Wald, besehend aus Bambus, unbekannten Bäumen, Bananenpflanzen (die hier offensichtlich wie Unkraut wachsen) wird durch durch die Straße zerschnitten, die sich den Hang entlang immer höher schlängelt. Aus der Ferne grüßte der Nam Bung.
Irgendwann erreichen wir eine Aussichtsplattform (21•46,32,7 / 104•09;36,9). Neben den schönen Blick erhasche ich die Information, dass es hier ganz seltene Schwarzhühner gibt. Hingegen ist das Hanghuhn eine Erfindung.
Als wenn die Sonne sich für den gestrigen Tag entschuldigen möchte, beginnt sie zu scheinen. Angenehme 24 grad machen das Fahren angenehm. Den Menschen geht es vergleichsweise gut. Auch in den Bergen begegnen uns pausbäckige Kinder. Motorhacken sehen wir allerorten. In den Städten kommen wir zufällig immer zu den Schulschlusszeiten gegen Mittag und am Nachmittag an. Gefühlt Tausend Kinder bevölkern dann die Straße. Sehr viele gehen zu Fuß, einige werden auf dem Moped abgeholt, sehr viele benutzen den eigenen Scooter. Den darf man ohne Altersbeschränkung und ohne Führerschein fahren. Auch Elektroroller sind dabei.
Eigentlich wollten wir bei der Hochzeit am Straßenrand nur kurz anhalten. Daraus geworden ist die Teilnahme am Essen - trinken dürfen wir ja nicht! Dafür haben die Gäste aus den 10 Liter-Kanistern reichlich Reiswein genossen, natürlich aus ganz kleinen Gläsern. Auch die Frauen in ihren schönen Trachten haben rote Wangen. Nur die Funktionärinnen tragen Kleid, kein Rock mit Bluse! Das Essen ist üppig und außer den Nudelgerichten finde ich geräuchertes (Wasser-)Büffelfleisch, was sehr lecker ist. Die Braut trägt Schleier und der Bräutigam einen weißen Anzug. Der DJ legt gut auf mit allem drum und dran ( laut, rhythmisch, Nebelkanone). Am Eingang zum Festzelt steht eine Spardose für das erstrebte Eigenheim und für die Theaterzeitung. Offensichtlich ist das Brautpaar Mitglied einer Theatergruppe. Wiederwillig lässt man uns weiterziehen.
Ein Honey-Homestay am Weg ist etwas für Jan, unseren leidenschaftlichen Imker. In einem tiefen Tal wachsen Obstbäume und der Hausherr ist Besitzer mehrerer Bienenvölker. Honig vom Erzeuger ist genauso teuer wie in Deutschland. Kein Wunder, dass sein bescheidenes Häuschen etwas sauber und opulenter gestaltet ist als die umliegenden Hütten. Arbeit für die Bienen gibt es genug, denn wir finden hier in der Gegend immer mal kleinere Obstplantagen. Raps oder Senf wächst hier wie bei uns zu Hause wilder Dill.
Ca 100 km vor unserem heutigen Ziel machen wir nochmal Pause. Mir fällt auf, dass es Reisfelder gibt, die brach liegen. Erst am Zielort wird mir klar, dass der Tourismus und die nahe Hauptstadt sich bis hier auswirkt. Durch das Verkaufen von Souveniers auf der Straße lässt oder Industriearbeit lässt sich leichter Geld verdienen als mit dem Reisanbau. Doch vor dem Ziel müssen wir nochmals über die Berge. In über 2000 m durchstoßen wir die Wolkendecke zum Dach Indochinas mit über 3000 m und es wird kalt. Den Skywalk nehme ich zunächst garnicht war, hingegen ist der Tempel von weitem sichtbar. Neben den Hotels auf der Höhe ist die vergoldete Buddha-Statue imposant und ich nehme mir als einziger einen Stop heraus, um sie zu fotografieren. Bei der Abfahrt wird es noch kälter und feuchter. Und dann trifft uns der Schlag. Unvermittelt sind wir im Monte Carlo von Vietnam. Alle Straßen dieser Stadt mit 30 000 Einwohnern und 100 000 Gästen sind von 0 bis 24 Uhr verstopft. Doch dazu morgen mehr.Read more
22
March 9 in Vietnam ⋅ 🌧 20 °C
22 moc chau entlässt uns freundlich. In einem schönen Homestay bestehend aus 10 Hütten a zwei Betten inklusive Bad/WC werden wir von Rauschen des Springbrunnens und dem Vogelgezwitscher geweckt. Frühstück ist rustikal (es gibt weder Messer oder Löffel aber Spiegelei und Brötchen) und für den Kaffee müssen die Becher aus den Zimmern mitgebracht werden. Ok, ansonsten wäre es ja ein Hotel!
Es geht früh los, denn V. muss in ein Krankenhaus. Nach einer halben Stunde ist er durch: Diagnose bestätigt, Therapie ebenso. In Deutschland hätte er nach 4 Stunden in der Notaufnahme wahrscheinlich zum ersten Mal einen Arzt gesehen. Und das Beste: obwohl es im sozialistischen Vietnam keine kostenlose Heilfürsorge für Reisende gibt, wurde keine Rechnung erstellt.
Der angesagte Regen bleibt auch aus, als wir mit einer Fähre den schwarzen Fluss überqueren. Es ist einfach nur ein Ponton, der von einem Schub Schiff bugsiert wird. Ich habe selten so viel Angst um mein Motorrad gehabt, obwohl es vorschriftsmäßig aufgebockt war.
Es ist erstaunlich, wie hier in den Bergen nahezu jeder Quadratzentimeter für die Landwirtschaft genutzt wird. Kleine Reisfelder ziehen sich Terrassenförmig die Berge empor bis in schwindelerregende Höhen. Wir sind im Bereich der Bergvölker, Minderheiten in diesem Bergland nördlich, westlich und östlich der Hauptstadt Hanoi. Ich persönlich vermag sie nur schwer zu unterscheiden, wobei es sicher Merkmale geben mag. Das oder Hmong, ich kann sie nicht unterscheiden, bemerke aber, dass sie offensichtlich keinen Hunger leiden.
Entweder ich habe mich an die Flaggen und Parolen gewöhnt, oder es sind schon seit Tagen weniger geworden. Am 14. sind Wahlen. Nach der Verfassung ist jeder Bürger zur Wahl verpflichtet, weshalb der Wahlkampf für die Kandidaten der nationalen Front der kommunistischen Partei auf Hochtouren läuft.
In einer Ortschaft biegen wir auf einem Nebenweg ab. 15 km geht es nur bergauf, gefühlt 30 %.
und mehr. Wir durchstoßen nicht nur die Wolkengrenze, sondern kommen in einen unangenehmen Regen. Auf der Passhöhe in 1570 m Höhe ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Diese einspurige Piste mit viel Gegenverkehr und einer Sichtweite von teilweise unter 10 m ist sehr anstrengend. Auch die 45 km Abfahrt mit teilweisen Anstiegen bis auf 1900 m im Regen trägt nicht zu einer guten Laune bei. Dabei entschädigen bei den wenigen Punkten, an denen man freie Sicht hat, auch die terassenförmigen Reisfelder oder die Teeplantagen an den steilen Berghängen oder die Wasserfälle auch nicht wirklich. Tja, der Ha Giang Loop, von dem man in Europa schwärmt, ist harte Arbeit. Dabei sind wir hier zur besten Reisezeit. Wie soll das erst aussehen, wenn man diese Strecke zur Regenzeit machen möchte?
Im Hotel möchte ich nur duschen und meine Ruhe haben!Read more
21
March 8 in Vietnam ⋅ ☁️ 18 °C
21
Tam Roc entlässt uns freundlich. Eine Gruppe schwedischer Backpacker (4 Damen und 2 Herren) checken bei unserer Abreise ein. Weil es in der Nacht geregnet hat empfiehlt Jürgen Regensachen. Na gut, wir haben 5 Stunden Fahrzeit vor uns und gehen hoch in die Berge. Zunächst jedoch ist die Landschaft weiter pittoresk mit den komisch geformten Bergen. Wir müssen bei einer Pontonbrücke Maut bezahlen. Ein kleiner Stopp und wir können beobachten wie die Brücke geöffnet wird und die wartenden Schiffe durchfahren können. Wir sind ca. 50-70 km von der Küste entfernt und die Schiffe sind nicht gerade klein. Die kleineren Flussschifffahrt sind total überladen und Transportieren Schüttgut. Es verwundert sehr zu realisieren, dass es sachte bergauf geht. Obwohl der Straßenzustand verbesserungsbedürftig ist kann man die Landschaft wahrnehmen. Der Verkehr und der Straßenzustand lassen oft nicht mehr zu. Reis und Gemüse werden im Hügelland angebaut bis es weiter in die Zuckerrohrfelder geht. Wir machen einen Stopp am Chau Son Holy Mother Kloster in Ninh Binh. Gegründet wurde es 1939 und ist, obwohl verlassen, gut erhalten. Es scheint eine Touristenattraktion zu sein, an diesem Sonntag. Sogar einige Frauen tragen das Lila der vorösterlichen Passionszeit. Gegen Mittag fahren wir kilometerlang durch kleine Dörfer und ganze Wälder aus Bambus. Irgendwo in einem Dorf bestaunen wir die kleinen Reisfelder, die terrassenförmig an den Hängen „kleben“. Wo dies nicht möglich ist sind an sehr steilen Abhängen auch die kleinsten Flächen mit Gemüse bebaut.
Wir fahren den Thung Khe Pass (1200 m) entlang. Dies soll einen kleine Vorbereitung auf das mehrtägige Abenteuer in den nächsten Tagen sein: den Ha Giong Loop. Nur um eine Vorstellung von der Situation zu haben: Motorradfahrer haben auf die Bankette auszuweichen oder rückwärts zu fahren, wenn ein Pkw im Überholverbot einen LKW überholt. Alle fahren in den Kurven grundsätzlich auf der Gegenfahrbahn und Zweiräder dürfen überwiegend nur rechts überholen. Unter diesen Umständen erreichen wir das heutige Ziel Moc Cau.
Die Gegend hat mehrere Besonderheiten. Zum einen sind wir im Laotischen Grenzgebiet. Eine der Minderheiten Vietnams lebt hier. Die Frauen tragen Röcke und bunte Kopftücher. Es wächst Tee hier und Pflaumen, Pfirsiche, Raps und vieles andere mehr. Das heißt aber auch, dass die Temperatur nicht mehr 39 grad, sondern 19 Grad beträgt. Das ist für mich der größte Schock, weil man ja dafür andere Bekleidung braucht als ich sie habe. Aber irgendwie geht das alles. Wir nächtigen in einem Homestay und ich muss dem Veranstalter bescheinigen, dass alle Unterkünfte gut sind und angemessen. Wir schwelgen nicht im Luxus aber es sind auch keine billigen Unterkünfte. Zum Abendessen wird ein BBQ in einem Picknick-Park veranstaltet. Na gut, verbranntes Fleisch auf einem Holzkohle-Tisch-Grill zu erzeugen und in kleinen Stücken zu genießen ist zu Hause nicht für jedermann eine Delikatesse. Aber wir sind Gäste und im Ausland und werden satt - und das ist die Hauptsache!
Morgen soll es weiter in die Berge gehen und regnen. Heute hatten wir nur feuchte Luft, als wir durch die Wolken stießen.Read more
20
March 7 in Vietnam ⋅ ⛅ 25 °C
20
Tam croc heißt der Ort, an dem wir zwei Nächte bleiben werden. Das Frühstück ist entspannt und wegen der Touristen annähernd europäisch (Continental).Gut gelaunt geht es zur Bootstour. Zunächst ist der Trubel auf dem Vorplatz zu absolvieren. Die vielen Menschen werden zügig abgefertigt und ca. alle 5 Sekunden verlässt ein Paddelboot mit 2-5 Personen besetzt den Hafen. In einer langen Perlenschnur reihen sich die Boote auf dieser Wasserstraße. Gepaddelt wird mit den Füßen. Es geht durch eine atemberaubende Landschaft mit riesigen Karstfelsen, grünen Reisfeldern und alten Höhlen die durch die Berge führen. Die Tour dauert gute 1,5 Stunden. Neben der weltberühmten Landschaft besteht die Besonderheit darin, dass die BootsführerInnen mit den Füßen die Paddel bedienen. Dafür ist laut Reiseführer ein recht hohes Extra-Trinkgeld nach der Tour fällig. Aber ganz ehrlich: Ich habe noch nie in meinem Leben so schöne, athemberaubende Landschaft gesehen. Nicht zuletzt deshalb wimmelt der Ort von, insbesondere jungen, TouristInnen und Toristen. Es sind auffällig viele europäische BackpackerInnen dabei und natürlich auch einige junge Männer. Die meisten kommen als Tagesausflügler oder für mehrere Tage von Hanoi die 100 km rüber. Während sich die Asiaten mit dem Elektrotaxi die 4 km vom Bahnhof zur Bootsfahrt und zur Pagode kutschieren lassen, nehmen die jungen Mädels aus Europa Fahrräder oder gehen zu Fuß. Die jungen Männer fahren landestypisch mit dem Scooter in der Gegend umher. Ich nehme die 3 km zur Bergpagode Bich Dong zu Fuß auf mich. Es ist ein ganzer Komplex über 3 Etagen, wobei die dritte Etage eine Grotte weit oben ist. In den Bettempeln stehen mehrere Buddha-Statuen als Ausdruck für den stark durch chinesische Einflüsse inspirieren Glauben. Auch wenn einem der Buddhismus fremd ist, so ist man bei diesem Komplex von der Spiritualität und der einfachen Lebensweise der Mönche beeindruckt. Leider haben wir in Vietnam noch keine Mönche gesehen. Dafür treffen wir auf junge Frauen aus Halle, die in 3 Monaten Asien für wenig Geld erkunden wollen (Sri Lanka, Vietnam, Thailand). Die beiden Schwedinnen (kein großes i!) hingegen studieren in Thailand Tourismus.
Großes Hallo, als wir unsere Wäsche vom Vortag, die wir zum Waschen gegeben haben, abholen. Weil sie im Fluss gewaschen wurde ist kein Beutel komplett oder enthält die richtige Wäsche. Bei mir fehlen nur ein paar Socken.
Weil ich mit dem vietnamesischenEssen nicht so richtig klar komme, esse ich im Nachbar-Restaurant eine Pizza Hawaii. Obwohl das Restaurant mit authentisch italienisch wirbt und es sogar Chianti-Wein und einen Holzofen gibt, ist die Pizza ungewöhnlich. Sie ist Amerika Style, statt Tomatenmark wurde Sojasoße verwendet, statt Salami gibt es Hühnerfleisch und die Ananas könnte zahlreicher sein. Das Bier war ok. Selbstredend konnte ich dann bei dem wirklich guten Abendessen nicht so wirklich zulangen. Es gab unter anderem Blumenkohl al dente lau-kalt, Rindfleischstreifen gekocht, Fischstücke frittiert und andere undefinierbaren Köstlichkeiten mit Chilisosse oder süßsauerere Soße.
Erstaunlicherweise verzogen sich alle Teilnehmer bereits danach, so dass um 21 Uhr Nachtruhe angesagt war.Read more
11
March 6 in Vietnam ⋅ 🌙 19 °C
19
Wir befinden uns an der Grenze zwischen dem absoluten Norden Vietnams und Zentralvietnam. Die Fahrt von der Unterkunft gestaltete sich problematisch, weil jetzt der geflickte Reifen von Volker einen Platten hatte. Also Schlauch Wechsel, bei Nieselregen. Dieser Nieselregen begleitete uns den ganzen Vormittag. Wir fahren wunderschöne Straßen und werden von den schwer beladenen trägen LKW mit Zuckerrohr so manches Mal in unserem Vorwärtsdrang begrenzt. An einer Tankstelle rauchen die jungen Männer eine Opiumpfeife. Das ist hier bei vielen Personen jung und alt üblich. Besonders im Laotischen Hochland wird diese Praxis von älteren Leuten gerne geübt und trägt zur Erleichterung der Atmung bei. Bei der Kaffeepause versuche ich gegen meine Magenkrämpfe anzugehen. Wasser hilft nicht wirklich, Kekse oder Schokolade wären besser, sind aber nicht verfügbar. Das landestypische Essen ist zwar exotisch und reizvoll, aber das traditionelle asiatische Essen bereits zum Frühstück ist nicht für jedermann geeignet. Heute gab es beispielsweise keine Marmelade, kein Kaffe, keine Butter oder Milch, das ist schon ungewöhnlich. Wenigstens Eier und Weißbrot gab es.
Im Dorf Xuan Gia(?) besuchen wir eine Zitadelle, von der eigentlich nur noch die Tore erhalten sind. Verlassen stehen zwei Wangen einer Treppe die mit Drachen ohne Köpfe verziert sind. ansonsten nur Reisfelder auf diesem Areal von 900 x900 m. Wir befinden uns in der ehemaligen Hauptstadt Vietnams, mitten im Palastgelände. Um 1000 haben die Chinesen in der Ming-Dynstie dieses Gelände erobert. Als Zeichen der Unterwerfung wurden den Drachen(Machtsymbol) die Köpfe abgeschlagen und das Palastgelände dem Erdboden gleich gemacht.
Wir fahren durch wundervolle Landschaften. Zuckerrohr weicht dem Reisanbau und auf den Hängen wächst Ananas. Die Menschen sind hier größer, ausgeglichener und scheinen zufriedener. Es werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt und wir sehen Maschinen zur Feldbearbeitung. Trotzdem ist der Reisanbau reine Handarbeit, auch wenn daneben Obst und Gemüse angebaut wird.
Wir kommen in einem Ort, ca. 100 km südlich von Hanoi, der als trockene Ha Long Bucht beschrieben wird. Es scheint, als wenn wir in einer anderen Welt sind. So viele (junge) Touristen aus aller Welt haben wir noch nirgendwo in dieser Konzentration gesehen und der Verkehr ist entsprechend. Es soll hier sehr schön sein. Wir haben Steinbrüche und Werkstätten gesehen, die wundervolle Skulpturen in Handarbeit fertigen. Die Berge sind bizarr, es soll Höhlen und Flussläufe geben. Unser Hotel ist der Situation angemessen und sehr gut. Sogar das (asiatische) Essen schmeckt nicht schlecht. Die Guides haben heute offensichtlich Mitleid mit uns gehabt und die Strecke um 50 km gekürzt. Es war der dritte Regentag in Folge.Read more
10
March 5 in Vietnam ⋅ ☁️ 21 °C
18
So, wir haben also in der Leninallee 64 genächtigt. Die gleiche Straße bewohnten wir auch in Schwerin, nur in der Nummer 11.
Konvertierbarste Währung in Landeswährung zu tauschen ist immer ein Problem, besonders in sozialistischen Ländern. Zuerst muss das Geld gezählt werden, natürlich zweimal. Exakt wird notiert welche Scheine es sind. Dann werden alle Angaben aus dem Reisepass mit einem Finger in den PC eingegeben. natürlich versteht man kein ausländisch. Nachdem diese Prozedur beendet ist, die ein Superviser beobachtet, muss alles nochmal von einer zweiten Kraft gemacht werden. Tja, 4 Augen sehen mehr als Zwei! Danach dieselben Prozedur zur Auszahlung der Landeswährung. Das ganze dauert über eine halbe Stunde und bindet 3 Arbeitskräfte in einer Bank, was in Kambodscha durch findige Chinesen im Vorbeigehen abgewickelt wird.
Jockel war noch beim Zahnarzt. Deshalb kommen wir etwas später los. Erster Stop ein Denkmal für einen Bauernaufstand unter den Franzosen. Ich meine, wir nannten das im Politunterricht: Schaffung einer revolutionären Situation zur Schwächung des kapitalistischen Unterdrückungsapparates.
Passend dazu besuchen wir anschließend das (ein?) Wohnhaus des Onkel Ho. Wer sich bei Wikipedia mit Ho Chi Minh beschäftigt, lernt die vielen Facetten des Mannes kennen, der ein ganzes Zeitalter als Galionsfigur geprägt hat. Übrigens ist weder sein Name noch sein Geburtsdatum sicher überliefert. Kein Wunder, dass nicht nur Parteifunktionäre zu diesem dörfliche Freiluftmuseum pilgern und Blumen ablegen oder Obst und Gemüse auf dem buddhistischen Altar opfern. Man braucht eben etwas, woran man glaubt!
In Nghe An besuchen wir einen der Punkte Null des HoChi Minh Pfades. Dieser hier war der Umschlagplatz für Waren aus China und anderen Teilen, um auf dem Ho Chi Minh Pfad nach Süden transportiert zur werden. Auch hier ist alles ein wenig surreal verklärt. insbesondere die große Tafel mit den Verhaltensmaßregeln für Ausländer ist ein wenig komisch. Die Parolen zu beiden Seiten des Denkmals sehen zumindest gut aus, obgleich sie inhaltsleer sind.
Unsere Fahrt führt ins Gebirge. Bereits auf einem der Marktstände habe ich die typische Pfeife gesehen, die hier von den alten Frauen geraucht wird. Wir sind im Bereich der nationalen Minderheiten. Alles wirkt noch sauberer, geordneter und disziplinierter. Obwohl es in den Dörfern an vielen Sachen mangelt, wirken die Menschen zufriedener und ausgeglichener.
Ein Highlight ist sicher die Fahrt durch die riesigen Zuckerrohrfelder. Alles geschieht noch mit Handarbeit und die Fahrzeuge sind oft doppelt so alt wie die Fahrer. Die Strecke ist sehr schlecht und nur mit unseren Crossmotorrädern zu bewältigen. Den ganzen Tag über wechselte sich feiner Nieselregen mit trockenen Perioden ab.
Gegenüber vom Hotel ist eine katholische Kirche. Ich erbitte mir in der einen Stunde Freizeit, die wir haben, den Zugang und bestaune das innere der Kirche. 4000 Mitglieder hat alleine diese Gemeinde. Der Pastor ist sehr freundlich aber kann kein Englisch. Es scheint so, als wenn die Abendmesse zu Ende ist und man noch gemütlich bei etwas Essen beisammen ist. Ich werde freundlich empfangen und freundlich verabschiedet. Anschliessend gehen wir als Gruppe vietnamesisch essen. Frühlingsrollen sind lecker……!Read more
9
March 4 in Vietnam ⋅ ☁️ 21 °C
17
Zentralvietnam beschreibt der „Lonly Planet“ mit „Königreich der Höhlen, ländliche Gebiete, Ökoabenteuer“. Alles das kann ich rückblickend auf den gestrigen Tag bestätigen.
Das heutige Ziel ist Vinh und bildet die Grenze zum eigentlichen Norden Vietnams. Markant ist nicht nur der Hafen, sondern die vielen katholischen Kirchen. Auch wenn Jürgen sagt ich könne schlecht sehen, so habe ich heute mehr katholische Kirchen auf der ca. 200 km Fahrt gesehen, als Tempel oder Pagoden. Immerhin ist Vinh spätestens seit der Franzosenzeit ein Industriezentrum und Sitz des eines der 25 Bistümer der römisch-katholischen Kirche Vietnams. Es ist heute nicht möglich gewesen eine der Kathedralen, die teilweise unvermittelt am Horizont erscheinen, zu besuchen. Dafür fahren wir am Jesuiten-Colleg vorbei.
Eigentlich ist der heutige Tag negativ. Es regnet ununterbrochen 4 Stunden lang. Danach gibt es wenigstens ein paar Auflockerungen und die Temperaturen steigen auf über 20 grad. Da macht dann auch ein heißer Kaffee keinen Spaß. Zum Mittagsimbiss genügt eine Schale mit gebratenem Reis und warmen Tee. In einer Regenpause kommen wir am Monument Nga Ba Dong Loc an. Bekanntlich wurde Nordvietnam erheblich bombardiert. Eine Bombe tötete hier 10 junge Frauen, die mit Strassenausbesserungsarbeiten beschäftigt waren. An dieser Stelle ist jetzt ein propagandistischer Friedenspark eingerichtet. Ganze Familien, Brigaden und Gesellschaften besuchen das Gelände um Kränze niederzulegen, der Toten zu gedenken oder einfach nur die ausgestellte Kriegstechnik zu bestaunen. Der Park ist zu weitläufig um alles zu sehen.
Das Hotel ist ein 5-Sterne Hochhaus im Zentrum. Es wurde hier viel Entwicklungshilfe von Deutschland geleistet, so dass ausnahmsweise die Bundesrepublik Projekte der DDR weiterführte. Wir merken es an den von der DDR geplanten Alleen, die heutzutage wie alle Straßen verstopft sind. Aber auch einige deutsche/europäische Automarken im Stadtbild sind ein Zeichen dafür. Zum ersten Male sehen wir an einer viel befahrenen Kreuzung sogar Verkehrspolizei in Aktion.Read more
8
March 3 in Vietnam ⋅ 🌧 25 °C
16
Eigentlich ist schönes Wetter angesagt, nur über Mittag ein Schauer. Stattdessen nieselt es bei der Abfahrt und bei der Ankunft. Zwischendurch klettert das Thermometer auf erträgliche 26 grad. Es sind heute nur ca. 50-60 km. Die abenteuerliche Route führt durch einen Teil des Ke-Bang-Nationalparks. Dieser Park besteht zu 90% aus primären Wald, der nicht von Menschen beeinflusst wurde. Dadurch gibt es ein hohes Maß an Biodiversität, wobei die wilden Bananen wie Unkraut wuchern. Hier befindet sich auch der meist geheime Teil des Ho-Chi-Minh-Pfades, der parallel zum Asian Highway verlief. Der Highway konnte aus der Luft gut beobachtet und bombardiert werden. Deshalb erfolgte der Zustrom von Kämpfern und Nachschub jeder Art aus dem Norden auf gebirgigen Pfaden und Pisten. Weil Vietnam an der schmalsten Stelle nur 40 km breit ist, nutzte man auch das Terretotium der Nachbarstaaten Laos und Kambodscha. Heute lassen sich die, zumeist Betonstraßen, gut mit dem Mottorrad fahren, zumal kaum Verkehr ist. Nur ein paar verrückte Jugendliche Radfahrer quälen sich bei den Temperaturen bis auf Wolkenhöhe und mehr.
Die Karstformation des Nationalparks Phong Nha-Ke Bang hat sich seit dem Paläozoikum vor etwa 400 Millionen Jahren entwickelt und ist die älteste bedeutende Karstregion in Asien. Der Nationalpark wurde 2003 durch die UNESCO in die Liste der Weltnaturerbestätten Vietnams aufgenommen. Er liegt unmittelbar an der Grenze zu Laos und gehört zum Truong-Son-Gebirge, auch Annamitische Kordillere genannt, eine etwa 1100 Kilometer lange Gebirgskette, die für ihre bizarren Kalkfelsen und -höhlen sowie für seine große Artenvielfalt bekannt geworden ist. Der höchste Gipfel im vietnamesischen Teil ist mit 2711 Metern der Phu Xai Lai Leng. Den erreichen wir natürlich nicht, sondern kraxeln auf 400 bis 850 m Höhe.
Am Nachmittag machen wir eine Bootsfahrt zu den Phong Nha Höhlen. Die Höhlen entwickelten sich vor ungefähr 250 Millionen Jahren, sind die größten der Welt und die schönsten Höhlen Vietnams. Die Höhlen sind mindestens 8 Km tief mit einem Netz von unterirdischen Flüssen, die über 65 Km lang sind. Im April 2009 entdeckten britische Forscher in diesem Nationalpark zwanzig neue Höhlen mit einer Gesamtlänge von 56 Kilometern, darunter die Sơn-Đoòng-Höhle, nach Angaben der Forscher die größte der Welt. Ist schon interessant. Wir fahren mit dem Boot, und in den Höhlen müssen die vietnamesischen Boots-führer/Innen paddeln.
Wir übernachten in einem kleinen Dorf in der Nähe. Ein Belgier hat sich nicht nur in Vietnam verliebt und betreibt nach einer Odyssee durch das Land hier im Norden eine Logde.Read more
Xã Cửa Tùng
March 2 in Vietnam ⋅ ☀️ 32 °C
15
Hue soll die alte Kaiserstadt sein. Ursprünglich nur im Bereich Nordvietnams erstreckte sich das vietnamesische Kaiserreich in seiner größten Ausdehnung über den gesamten Bereich Vietnams. Erst 1802 wurde Hue Hauptstadt. Die Tempelanlagen werden von einer Zitadelle umgeben, welche die französische Schutzmacht mit konstruierte. Der Kaiser lebte in einem geschlossenen Bezirk, ähnlich der verbotenen Stadt in Peking. Jürgen sagt, dass eine Besichtigung dieser 24 Hektar unseren Zeitrahmen sprengen würde. Aber einen Fotostop an diesem UNESCO Weltkulturerbe machen wir!
Wir fahren durch atemberaubende Landschaften Vietnams. Zum Glück sind die Temperaturen heute mit 26-29 grad erträglich und wir fahren die Küstenstraße entlang. Idyllisch genießen wir einen Kaffee am Strand. Es ist alles einfach und landestypisch. Mit unseren Motorrädern fahren wir kleine Wege und teilweise auch den Highway. Bei einer wunderschönen Pagode (eigentlich sind es mehrere beieinander liegende Pagoden) machen wir Fotostop.
Wir nähern uns dem 17. Breitengrad, der Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Nach dem Pariser Abkommen, bei dem Ho Chi Minh seine Ziele nicht erreichen konnte, war dies eine 10 km breite entmilitarisierte Zone. Beide Seiten hielten sich nicht daran: der Norden schmuggelte Waffen und Amerika bombardierte das zu Nordvietnam gehörende Gebiet. 7 Tonnen Bomben pro Einwohner führten dazu, dass man sich in dem Karstboden ein 2,5 km langes Tunnelsystem baute.
Unser Hotel ist ein Hochhaus am Rande der Stadt. Irgendwie beschleicht einem das Gefühl, dass alles strenger abläuft.Read more
6
March 1 in Vietnam ⋅ ☁️ 25 °C
14
Es geht los. Bereits um 8 Uhr sind wir unterwegs.Es sollen heute nur 34 Grad werden.
DerSüden von Da Nang besucht durch seine vielen mondänen Ressorts. Angeblich besteht der Strand hier aus weißem Sand. Kein Wunder dass sich Hochhaus an Hochhaus und Club an Club entlang der Küstenstraße reiht. Erst weit im Zentrum können wir halten und erahnen, wie man es sich hier als Tourist gut gehen lassen kann. Auffallend ist die Sauberkeit, die einen Vergleich mit anderen Urlaubsregionen in Nordafrika, in der Türkei oder Europa schwer macht. Wir halten an einem Marmorladen und bestaunen die mannshohen Figuren. Hier in den Bergen soll es sehr reinen und festen Marmor geben. So richtig hat das keiner der Teilnehmer wahr genommen.
Weiter geht es den „Wolkenbergen“ entgegen. Die Wolken hängen so tief, dass die ca 800 m hohen Berge ihre Spitzen aus den Wolken stecken. Doch zuvor fahren wir an hunderten Fischerbooten im Hafen vorbei. Heute ist kein gutes Wetter zum Fischen. Weil China weite Teile des Meeres beansprucht bleibt für Vietnam nur ein kleiner Küstenstreifen zur Bewirtschaftung. Und in diesem Teil ist der Fischfang sehr vom Wetter abhängig.
Der „wolkenpass“ ist nur 400 m hoch und schlängelt sich in Serpentinen hinauf. Weil man es hier gewohnt ist Scooter zu fahren kommen wir mit unseren 150 bzw. 250igern gut voran. Wenn nicht die Pkw wären, die uns in jeder Kurve ausbremsen und permanent die Mittellinie unter ihr Fahrzeug nehmen. Wir genießen den Ausblick um bei der Abfahrt festzustellen, dass es noch schlimmer gehen kann. Ein Schwerlasttransporter hat in einer Kurve Reifenpanne. Der Fahrer schläft, bis der Schaden behoben werden kann. Solange warten unterwegs die anderen LKW und ganz unten stauen sich mehrere Schwerlasttransporte, die über den Pass wollen.
Wir besuchen ein Restaurant und essen eine Kleinigkeit. Auffallend, dass dieser Teil überwiegend Touristen aus dem asiatischen Teil besucht wird, während in Da Nang sich durchaus Europäer wohl fühlen. Um 12 Prozent ist der Tourismus in diesem Jahr in Vietnam gestiegen und einige Sehenswürdigkeiten mussten wegen Überfüllung schließen.
Das Gebirge reicht bis an das Ufer der „Ostsee“, wie die Einheimischen das ostchinesische Meer nennen. Manchmal trifft man auch auf die Gleise der Eisenbahn, welche die Franzosen um 1880 gebaut haben. Dann kreuzen sich der Asiatische Highway 1 (Istanbul - Tokio) mit diesen ehrwürdigen Gleisen. Wir benutzen aber überwiegend Nebenstraßen. Das ermöglicht es uns Einblicke in das ländliche Leben zu nehmen. Die Menschen sind für unsere Verhältnisse unglaublich arm. Auch wenn eine gute Reisernte den 10 fachen Ertrag von einer schlechten Weizenernte bringt, reicht es bei den vielen Menschen nicht aus. Die Felder sind zu klein, Mechanisierung ist gering, Wasserbüffel dominieren, Gemüsebau ist im kommen. Dabei ist das Durchschnittseinkommen doppelt so hoch wie in Kambodscha und das Bildungswesen ist gut entwickelt. Neben den universitären Studiengängen gibt es auch berufsorientierte Colleges. Trotzdem sind viele junge Leute in der „Warteschleife“, weil es an echten Perspektiven fehlt.
Hue, die alte Kaiserstadt, empfängt uns unerwartet. Zunächst meinen wir an einer Pagode zu halten. Die chinesischen Schriftzeichen signalisieren eine Pagode der 3 Chinesischen Hauptrichtungen des Buddhismus: Zen, Konfuzius und Dao. Die Altgläubigen finden wir überwiegend in Kambodscha. Leider reicht weder die Zeit noch ist es das Ziel uns die Besonderheiten und Unterschiede zu erklären. Fakt ist nur, dass bei den 3-6 % Kommunisten, die das Land beherrschen es 60 % Buddhisten der verschiedenen Richtungen in Vietnam gibt. Daneben gibt es noch 10 % Katholiken, deren kirchgebäude unübersehbar sind. Muslime sind nicht zu erkennen.
Wir passieren die City of Ghost (An Bang Cemetery). Danach muss ich die königsgräber nicht mehr sehen. https://unseenvietnamtours.com/city-of-ghosts-d…
Einfach imposant dieser gigantische Friedhof der sich über mehrere Kilometer hinzieht, und den unterschiedlichen (überwiegend buddhisitischer) Religionen als monumentale bestattungsfläche diente.
In Hue werden wir im Stadtzentrum untergebracht. Kulturbanausen oder nicht, völlig durchgeschwitzt nach 170 km bei 36-38 grad im Schatten ist der swimming Pool wichtiger als die Kultur dieser Kaiserstadt. Umso interessanter ist der Abend. Über die Hälfte der Besucher der Vergnügungsmeile, die 10 mal größer ist als in Saigon, sind Europäer oder Amerikaner oder Australier/Neuseeländer. Es ist laut, aber nicht grell und man weiß was die Touristen mögen. Erstaunt und mit gemischten Gefühlen geht der Tag zu Ende.Read more
5
February 28 in Vietnam ⋅ 🌙 24 °C
13
Häufig sind Hektik und Chaos ein Zeichen von Unsicherheit. Nachdem wir mit 1,5 Stunden Verspätung endlich auf den Motorrädern saßen, lief alles wunderbar. Die 125iger Crossmaschine (warum eigentlich Crossmotorräder?) schnurrte und zog gut. Auch die Sitzbank war nicht allzusehr unbequem. Leider musste ich mich zu sehr auf das Fahren konzentrieren, so dass es keine Gelegenheit gab die wunderbare Landschaft zu fotografieren. Man musste die vielen Eindrücke im Vorbeifahren mitnehmen. Reisfelder, die in Kambodscha abgeerntet waren, stehen hier im satten Grün. Zwischendurch kleine Gruppen zu zweit oder viert Touristen auf Fahrrädern. Wolkenverhangene Bergzüge im Hintergrund. Reich geschmückte Dörfer weil ja bald Wahlen sind. Buddhistische Feste mit Musik. Schulen mit hunderten Kindern an einem normalen Sonnabend. Ja, das Leben ist vielfältig. Der Verkehr erfordert Aufmerksamkeit und konsequentes fahren. Manchmal sind es nicht nur Touristen, die sich nicht vorausschauend verhalten.
Wir halten an einer Ruinenstätte (Weltkulturerbe), ein ehemaliger hinduistischer Tempel aus der Cham-Zeit. In dieser Gegend entlang des 17. Breitengrades lebten die Cham zwischen den Chinesen im Norden und den Khmer im Süden. Ihr Königreich bestand fast 2000 Jahre bis ca. 1831. Zwar haben die Kommunisten mit Religion nicht viel Berührung, deshalb hilft der indische Staat und Mercedes und die Firma Würth bei der Restaurierung.
Es ist der letzte Tag des 3 wöchigen Neujahrsfestes. Im Stadtzentrum ist sehr viel Betrieb. Endlich ein Restaurant , in dem es nicht nur Nudeln gibt. Ich verzichte auf das tiramisu und jeder der mich kennt weiß was das heißt! Eine versöhnliche Mondscheinfahrt mit dem Boot rundet den Tag ab.Read more
4
February 27 in Vietnam ⋅ ☁️ 27 °C
12
Wiedereinmal ein Abflug. Die Bustouristen haben um 7.30 Uhr schon das Hotel verlassen. In aller Ruhe können wir frühstücken und reflektieren. Saigon, die sprudelnde Metropole, verabschiedet uns. Einige Teilnehmer von uns haben schon Motorradsachen an, sicher voller Vorfreude. Es geht in die Mitte des Landes, in die Nähe von Da Nang, Fürsorglich werden wir zum Flugplatz begleitet. Obwohl es ein Inlandsflug ist müssen wir durch die Immigrationskontrolle. Bei der Security müssen die Schuhe ausgezogen werden. Die umweltfreundliche volle Stahlflasche am Rucksack findet keine Beachtung. In Da Nang empfängt uns starker Regen. Unsere Gesichter ziehen sich sorgenvoll zusammen und die Stimmung wird bedrückt. Der Urlaubsort Hoi An im Süden war vor 200 Jahren ein wichtiger Hafen an der Küstenstraße. Seit dem Bau der „Autobahn“ ist der Verkehr auf ein erträgliches Maß gesunken. Heut flanieren Urlauber durch die Straße und den Seitengassen im Zentrum.
Wir essen landestypisch, sicher eine Vorbereitung auf kommende Ereignisse. Ich schlafe unruhig: werde ich den Herausforderungen der kommenden Tage gerecht werden können? Werden wir die Möglichkeiten die sich uns bieten nutzen können oder vertrödeln wir unsere wertvolle Zeit?Read more







































































































































































































