• 2.1 🛴 🚲 💨 ...

    19. juni, Tyrkiet ⋅ 🌬 24 °C

    Heute ging es zuerst mit der Straßenbahn nach Aksaray. Wir stiegen in Gülhane ein und waren nach nur vier Stationen schon dort. Das klappte erstaunlich unkompliziert. Vor Ort wollten wir zunächst unsere Istanbulkart aufladen und anschließend mit E Scootern weiterfahren.

    Gesagt, getan, zumindest theoretisch. Tobi hatte sich bereits bei dem Verleihsystem BinBin angemeldet und schaltete die ersten Scooter frei. Doch schon der erste wollte einfach nicht richtig fahren. Ich dachte erst, ich stelle mich vielleicht zu blöd an, aber der Roller gab einfach kaum Gas. Also mussten wir das Fahrzeug wechseln. Danach gab es Probleme mit der Kreditkartenzahlung und irgendwie lief gar nichts so, wie es sollte. 😖

    Zum Glück hatte ich mich vorsorglich auch bei HOP registriert. Das war zwar etwas teurer, machte aber direkt einen besseren Eindruck. Also beschlossen wir, einen Scooter von BinBin und ein Fahrzeug von HOP auszuprobieren. Doch auch der zweite BinBin Scooter schlich eher mit vier Stundenkilometern dahin. Da wäre man fast zu Fuß schneller gewesen. Also stellten wir ihn wieder ab. Bezahlen funktionierte ebenfalls nicht richtig. Ehrlich gesagt war das alles ziemlich nervig. Während wir uns mit Apps, Freischaltungen und Zahlungsmethoden herumschlugen, hätten wir den halben Weg vermutlich schon laufen können. 😤

    Mit HOP klappte es dagegen sofort. Besonders praktisch fanden wir, dass es dort neben Scootern auch E Bikes gibt. Genau das gefiel uns deutlich besser. Ich merkte schnell, dass ich doch eher der Fahrradtyp bin. Tobi und ich tauschten unterwegs einmal die Fahrzeuge und mein Fazit stand fest, Scooter sind nicht ganz mein Ding, mit dem E Bike fühlte ich mich wesentlich wohler.

    Entgegen aller Warnungen, dass man in Istanbul auf keinen Fall Fahrrad oder Scooter fahren solle, funktionierte es erstaunlich gut. Natürlich herrscht reger Verkehr, trotzdem kamen wir problemlos quer durch die Stadt. Unser erstes Ziel war das beeindruckende Valens Aquädukt. Eigentlich wollten wir dort wegen eines Space Invaders hin, doch das Aquädukt selbst war mindestens genauso sehenswert. Es wurde bereits im vierten Jahrhundert unter Kaiser Valens erbaut und versorgte Konstantinopel über viele Jahrhunderte mit Wasser. Teile der gewaltigen Steinbögen überspannen noch heute eine der Hauptverkehrsstraßen Istanbuls und sind ein beeindruckendes Stück römischer Ingenieurskunst.

    Von dort ging es weiter zur prachtvollen Süleymaniye Moschee. Sie gilt als Meisterwerk des berühmten osmanischen Architekten Mimar Sinan und wurde im 16. Jahrhundert für Sultan Süleyman den Prächtigen erbaut.

    Anschließend fuhren wir durch das Universitätsviertel, vorbei am Beyazıt Turm bis zum Großen Basar, wo wir Fahrrad und Scooter abstellten.

    Die Fahrt war mit rund 45 Minuten zwar nicht gerade günstig, etwa 12,50 Euro, trotzdem würden wir das jederzeit wieder machen. 🛴 🚲 💨 Man ist flexibel, kommt schnell voran und sieht unterwegs unglaublich viel. Gerade das E Bike fanden wir für eine Stadt wie Istanbul wieder richtig praktisch.

    Am Großen Basar legten wir zunächst eine kleine Frühstückspause ein, bevor wir uns durch das riesige Labyrinth treiben ließen.

    Danach machten wir noch einen spontanen Stopp an der Sultan II. Mahmud Türbesi. Ehrlich gesagt war das eher eine Zufallsentdeckung, aber genau solche Orte mögen wir besonders. Das Mausoleum wurde 1840 für Sultan Mahmud II. erbaut, einen der bedeutendsten Reform Sultane des Osmanischen Reiches. Er leitete im 19. Jahrhundert zahlreiche Modernisierungen ein und gilt als Wegbereiter für viele Veränderungen im Osmanischen Reich. Neben ihm wurden später auch die Sultane Abdülaziz und Abdülhamid II. dort beigesetzt. Rund um das Mausoleum erstreckt sich ein großer historischer Friedhof, auf dem viele bedeutende Persönlichkeiten des Osmanischen Reiches ihre letzte Ruhe gefunden haben.

    Besonders schön waren dort aber die Begegnungen mit den Menschen. Viele ältere Besucher trugen traditionelle Kleidung. Ich fragte ganz höflich, ob ich ein Foto mit ihnen machen dürfe, und alle freuten sich darüber. Es waren keine kostümierten Darsteller, sondern Anhänger des Osmanischen Reichs.

    Viele Besucher sprechen an solchen Gräbern Gebete für die Verstorbenen oder lesen die erste Sure des Korans, die Al Fatiha. Der Besuch solcher Mausoleen ist für viele Menschen ein Zeichen des Respekts und der Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte. Dadurch herrschte dort eine sehr ruhige und friedliche Atmosphäre, die uns wirklich beeindruckt hat.

    Ganz in der Nähe konnten wir außerdem noch zwei weitere Space Invader finden. 😃
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