• 2.6 Nasi̇p Et Kebap

    19. juni, Tyrkiet ⋅ ☁️ 22 °C

    Eigentlich wollten wir anschließend noch eine bunte Straße besuchen. Vor Ort stellte sich allerdings heraus, dass sie längst nicht so spektakulär aussah, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Dafür entdeckten wir ganz in der Nähe ein richtig schönes kleines Restaurant, in dem hauptsächlich Einheimische saßen. Genau solche Orte mögen wir am liebsten.

    Vorher waren wir allerdings schon eine ganze Weile auf der Suche nach einem Geschäft, in dem wir noch ein Bier kaufen konnten. Das ist hier tatsächlich gar nicht so selbstverständlich. Der Besitzer des Restaurants erklärte uns dann freundlich, dass es ein kleines Geschäft gleich um die Ecke gibt, das Alkohol verkauft. Ohne seinen Tipp hätten wir wahrscheinlich noch länger gesucht.

    Das Essen war richtig lecker, authentisch und für Istanbul sogar überraschend günstig. Vor allem lag das Restaurant angenehm abseits der Touristenströme. Der Service war herzlich und aufmerksam, genau so stellt man sich einen gelungenen Abend vor.

    Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Gruppe Einheimischer vorbei, die gemeinsam draußen saßen und aßen. Das sah unglaublich gemütlich aus. Ich wollte ihnen eigentlich “Guten Appetit” auf Türkisch wünschen. Irgendwie bekam ich das mit Händen, Füßen und ein paar Worten auch halbwegs hin. Sofort wurden wir freundlich angelächelt und direkt eingeladen, doch einfach mitzuessen. Sie wollten unbedingt, dass wir etwas probieren. Da ich Vegetarierin bin, passte das für mich zwar nicht ganz, aber Tobi durfte ein Stück Fleisch kosten. Sein Urteil war eindeutig, es war richtig lecker.

    Solche Begegnungen bleiben einem einfach im Gedächtnis. Das waren keine Kellner, keine Touristenführer oder Menschen, die irgendetwas verkaufen wollten, sondern ganz normale Istanbuler, die uns völlig selbstverständlich an ihrem Essen teilhaben lassen wollten. Diese Herzlichkeit und Gastfreundschaft haben uns wirklich beeindruckt. Man fühlt sich willkommen, obwohl man sich vorher noch nie begegnet ist. Davon könnten wir uns manchmal wirklich eine Scheibe abschneiden.
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