• Auf Grund gelaufen

    July 18, 2025 in Denmark ⋅ ☀️ 23 °C

    Für die Strecke von Thyborøn nach Agger habe ich mir eine navigatorische Aufgabe gestellt.
    Anstatt den riesigen Umweg über das südliche Fahrwasser zu nehmen, beschloss ich den Weg über das östliche Logholm Løb zu nehmen.
    Bereits beim Kartenstudium dachte ich mir, das könnte eng werden. Die Wassertiefe ist zwischen 4 und 2 Meter angegeben, das Fahrwasser ist nicht mehr markiert.
    Also machte ich mich unter Motor sehr sorgfältig auf den Weg. Da war es von Vorteil, dass es keinen Wind hatte.
    Am Anfang ging alles gut, aber nach einer Biegung verlor ich das Fahrwasser. Das Schwert hatte ich bereits hochgezogen, da knallte auch das Ruder hoch. Anzeige auf dem Sonar: irgendwo zwischen 1 und 0! Also das Ruderblatt ganz hochgenommen und den Motor leicht angehoben und im Schritttempo Richtung vermutetes Fahrwasser. Nach einer gefühlten Ewigkeit begann die Tiefenanzeige wieder zu steigen.
    Was für ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nur einen halben Meter Wasser unter dem Kiel braucht.
    Die Aufregung des Tages war aber noch nicht vorbei. Ganz im Norden liegt das Fahrwasser zum Agger Hafen. Die Tiefenangabe ist zwar über 2 Meter, aber je nach Wind kann das weniger sein.
    Das sehr enge Fahrwasser hatte kaum genug Platz für den breiten Tri. Ich musste immer wieder ganz nahe auf eine der Begrenzungen zielen und mit 10-20 Zentimeter Abstand vorbeifahren, um nicht die gegenseitige Begrenzung mitzunehmen.
    Kurz vor der Hafeneinfahrt ging die Tiefenangabe noch mal für ein paar Herzschläge unter 1 Meter, danach war ich im Hafen.
    Der Hafen war kaum belegt - o Wunder. Trotzdem lagen ein paar grosse rostige Fischerboote.
    Im Hafen fand gerade eine Fisch-Auktion statt, leider kam ich zu spät. Nach dem Anlegen waren alle Fische bereits verkauft.
    Ich machte noch einen langen Spaziergang entlang dem Ufer des Limfjords, danach an Bord noch was Essen. Ich genoss dabei die Abendstimmung mit aufkommendem Nebel.
    Read more