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  • Day11

    Rückfahrt von Tangkoko

    July 2, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 23 °C

    Frank tauscht sein völlig durchgeschwitztes Hemd gegen die Regenjacke. Christiane ist (noch) trocken. Wir besteigen das Boot bei leisem Donnergrollen. "Lot of rain" sagt der Bootsführer und zeigt lachend in Richtung Pulisan. Mit Vollgas geht es los. Donnernd schlägt das Boot immer wieder auf die Wellen. Nach kurzer Zeit setzt Regen ein. Christiane zieht trotz Dach die Regenjacke an. Das Foto-Handy wandert in eine Plastiktüte. Dann wird der Regen zum tropischen Fundamental-Regen. Bei Vollgasfahrt peitschen die Tropfen schmerzhaft ins Gesicht. Rumdrehen hilft. Nur nicht dem Bootsführer. Er fährt mit Hand vorm Gesicht. Plötzlich bremst er ab. Der Kollege von vorn zieht mitten in dem Tosen einen Kanister raus. Voll ist der aber bestimmt nicht. Unter heftigem Palaver werden Schläuche umgesteckt. Offensichtlich wird der Sprit knapp.

    Donnergrollen immer wieder. Wie war das mit Gewitter und Wasser? Inzwischen ist alles weiß um uns herum. Die Küste kann man nur noch ahnen. Wissen die noch, wo wir sind? Klappt das mit dem Sprit? Verdächtig, er fährt jetzt nur noch mit halber Fahrt durch das weiße Tosen. Wir sind inzwischen trotz Dach völlig durchnässt. Der Regen peitscht einfach unter dem Dach durch. Hoffentlich hält das Handy durch.

    Plötzlich wieder Stopp. Adrenalin geht auf Maximum. Einer reißt eine Plastikflasche auf und füllt mit ihr als Trichter Sprit um - bei Wolkenbruch! Motor wieder an - durchhalten. Schaffen wir das zur Not auch schwimmend?

    Weiter gehts, jetzt wieder schneller. Endlich - er biegt ab in Richtung Ufer, der Strand kommt in Sicht. Zum Schluss springt der Bootsführer ins warme Wasser ("oh hot") und zieht das Boot an den Strand. Als wir durchs Wasser waten, merken auch wir, wie kalt der Regen war. Angekommen - oder eher gerettet? Jedenfalls sind wir den Rest des Tages beschäftigt, nasse Sachen auszuwringen, aufzuhängen und auf Trocknung zu hoffen. Aussichtslos , hier trocknet nichts. Bilder gibt es aus naheliegenden Gründen keine.

    Aber die Küche hat auf uns gewartet und serviert einen geheimnisvollen Gurken(?)salat und Nasi Goreng, wie immer hier köstlich.

    Am Abend erzählt uns Anna von Herausforderungen einer Unternehmerin in Indonesien. Nach drei Bier ist die tosende Überfahrt schon wieder weit weg.
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