• Ha´il - A´arif Fort

    December 31, 2025 in Saudi Arabia ⋅ ☀️ 19 °C

    Die Hauptattraktion in Ha’il ist das kleine, aber sehr schön restaurierte A’arif Fort. Es liegt auf dem Gipfel des gleichnamigen Jabal A'arif und wurde 1840 aus Stein und Lehm erbaut. Ha´il lag auf der Pilgerroute zwischen Iraq, Türkei und Mekka und hatte eine strategisch wichtige Lage. Die Festung wurde errichtet, um vor Bedrohungen zu schützen. Die Zitadelle verfügt über mehrere Wachtürme. Von oben hat man einen herrlichen Panoramablick auf die Stadt. Später wurde A’arif Fort zur Feier des Ramadan-Halbmonds genutzt und seine Kanone verkündete mit 7 Schüssen das Fastenbrechen und den Beginn des Fastens im heiligen Monat Ramadan.
    Am späten Nachmittag besteigen wir den Jabal A‘arif und besichtigen das Fort. Eine schöne Anlage in typischer Lehmbauweise. Wir treffen dabei auf zwei sehr nette Saudis, die auch noch englisch sprechen und uns die Geschichte des Forts erzählen. Außerdem erzählt er uns, was die traditionelle Kleidung ausmacht und dass die Kaftane im Winter aus weicher, dunkler Wolle hergestellt sind, während im Sommer weiße, dünne Kaftane getragen werden. Und es stimmt, sein Kaftan fühlt sich herrlich warm an.
    Die Festung gefällt uns sehr gut. Verwinkelte Gasen, Nischen, tolle Türme. Wir fühlen uns wieder in eine andere Zeit zurück versetzt.

    Der Qishlah-Palast steht mitten in der Stadt. Es handelt sich um ein quadratisches, zweigeschossiges Gebäude aus Steinen und Lehm, das in den 1930er Jahren als Kaserne für die Truppen von König Abdulaziz diente. Später wurde es in ein Gefängnis umgewandelt. ein riesiges beeindruckendes Gelände, das uns irgendwie in seinen bann zieht.

    Der große Barzan-Palast umfasst eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratmetern. Das Gebäude hatte 3 Etagen. Leider wurde der Palast in den 1920er Jahren zerstört. An seine einstige Pracht erinnert heute noch ein verbliebener Turm.

    Am Abend bummeln wir noch über de. Suq. Naja, wir versuchen es zumindest. Einen Suq wie wir ihn aus dem Oman oder Jordanien kennen, haben wir hier noch nicht gefunden. Auch heute werden wir solch einen Suq nicht finden. kein Obst, kein Gemüse, keine Gewürze. Er ist modern, kleine Geschäfte reihen sich in einer Art Fußgängerzone aneinander. Es wird viel Gold verkauft, Abayas und Kaftane, Parfüm und Weihrauch. Der Weihrauch ist hier in Holzform zu kaufen, aus dem Oman kennen wir das als Harz. Touristen werden auf diesem Suq kaum etwas finden, Die Saudis kaufen hier ein. Die Damenwelt scheint Einkaufen zu lieben. Viele edel aussehende Tüten werden nach Hause getragen. Und ich? Mir fällt auf, dass ich hier gemustert werde. Ständig ruhen dunkle Augen auf mir. Beobachtend, neugierig, überrascht. Es sind nicht die Männer, sondern die Frauen, die mich ansehen. Wir fallen auf. Ich falle auf. Als einzige in westlicher Ankleidung und vor allen Dingen ohne Kopf- und Gesichtsbedeckung. Hier gibt es außer uns keine Touristen. Sie sind zwar in der Stadt. Aber der Guide führt seinen Bus nicht auf den Suq. Es ist unsere erste Reisegruppe, der wir hier begegnen. Sie kommen aus Athen. Ansonsten haben wir allenfalls mal zwei westliche Touristen pro Tag gesehen, wenn überhaupt. Das Land hat praktisch noch keinen Tourismus. Somit falle ich auf und werde beäugt. Nicht negativ. Aber ungewohnt, so angesehen zu werden. Eine interessante Erfahrung.
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