Fayd
1 gennaio, Arabia Saudita ⋅ ☀️ 14 °C
Es war ein Silvester ohne Silvester. Kein Böller, kein Krach, kein Licht. Da hier ein anderer Kalender gilt, ist Silvester kein Thema. Ich konnte somit wunderbar schlafen. Wir starten entspannt in einen herrlichen Morgen. Immer wieder gibt es auf der Strecke die Polizei Checkpoints. So auch heute. Ich werde Slow. Was immer auch Slow bedeutet, dem Polizisten heute war mein slow zu fast. Ich muss halten. Ich zeige ihm den Führerschein und er hat keine Ahnung, was ich ihm da zeige, bzw. was er sich da gerade anschaut. Er will das gleiche Dokument von Moritz. Aber er hat ja noch gar keinen Kartenführerschein, sondern nur den für begleitetes Fahren, was es nur in Deutschland gibt. Was ihm also zeigen? Ich eiere herum. Erklären kann ich es ihm nicht. Schließlich will ich zum Kofferraum die Pässe holen. Das will er dann aber nicht. Ich bekomme meinen Führerschein zurück und höre ein mahnendes Slow - beim nächsten Mal. Heute war ich eigentlich langsam. Sonst bin ich immer schneller durchgefahren. Nunja. Slow ist eben nicht Slow.
Zügig erreichen wir Fayd. Es hat noch geschlossen, aber wir werden freundlich hereingebeten und dürfen uns schon das Museum ansehen. Wie immer: ein tolles Besucherzentrum. Sehr informativ. Also wir nach einer knappen Stunde alles durchgelesen, die Videodokus angesehen und den Kaffee getrunken haben, geht es aufs Gelände.
Fayd war vor Hunderten von Jahren eine blühende Oasenstadt. Wie die meisten Städte der Region, lag sie auf der Handelsroute und dem alten irakischen Pilgerweg, dem so genannten Darb Zubaydah, nach Mekka. Nach einiger Zeit entstand hier nicht nur eine Siedlung, sondern auch die 750 Meter lange Festung Al-Kharash, die von einer 7m hohen Mauer umgeben ist und 10 Türme hat. Es gab riesige Zisternen (22 Meter breit und 2 Meter tief) und ein großes Bewässerungsnetz. Die Gebäude von Al-Kharash wurden aus schwarzem Basalt aus den umliegenden Lavafeldern erbaut. Darin unterscheidet sich Fayd von den anderen antiken und mittelalterlichen Zitadellen.
Das Museum von Fayd zeigt das Leben in der antiken Stadt mit Artefakten wie Mühlsteinen, Juwelen, Tonkrügen, Töpferwaren und Weihrauchgefäßen.
Viel ist von der alten Oasenstadt nicht übrig geblieben. Einige Außenmauern und Häuser wurden restauriert. Durch die Videodokus kann man sich aber das damalige Leben sehr gut vorstellen. Man spaziert mit anderen Ideen durch die Steinhäufen. Fayd ist auf jeden Fall ein Ort, den man nicht auslassen sollte.Leggi altro












