• Drepung Kloster 3900m

    April 3 in China ⋅ ☁️ 10 °C

    Es geht mir viel besser als gestern Abend. Ich bin aber wackelig auf den Beinen und alles ist extrem anstrengend. Zum Frühstück gibt es für uns zum ersten Mal seit Nepal wieder Yakbuttertee. Er tut unheimlich gut. Ansonsten schmeckt mir gar nichts. Aber ein bisschen was muss gegessen werden.

    Unserer Fahrer und Guide holen uns nach dem Frühstück ab. Im Autonomen Gebiet Tibet kann man sich nicht alleine bewegen, sondern hat immer einen Fahrer und einen Guide an seiner Seite. Darüber bin ich heute sehr froh, weil ich gut versorgt bin.

    Drepung ist eines der bedeutendsten Klöster der Gelug-Schule und ist eines der "Großen Drei Gelug Klöster" des früheren Tibet. Es galt einst als das größte Kloster, nicht nur in Tibet, sondern auch im Rest der Welt. Die beiden anderen Klöster der Gelug-Schule sind das Sera und Ganden Kloster.
    Die Gelug-Tradition, bekannt als „Schule der Tugendhaften“ oder „Gelbmützen-Schule“, ist die jüngste der vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus, gegründet von Tsongkhapa (1357–1419). Sie betont strenge monastische Disziplin, Zölibat, logische Analyse und den stufenweisen Pfad zur Erleuchtung. Der Dl ist der einflussreichste Vertreter dieser Tradition.
    Drepung wurde 1416 von Jamyang Chöje Trashi Pelden, einem Schüler des Begründers, gegründet. Als ehemalige Residenz der Dalai Lamas hatten die Äbte von Drepung stets eine bedeutende Rolle in der Politik Tibets inne und bekleideten oft wichtige Posten.

    Vor 1959 lebten in Drepung über 10.000 Mönche. Es war das größte Kloster Tibets, besaß 186 Landgüter, verfügte über rund 20.000 Leibeigene, 300 Weidegebiete und 16.000 Hirten. Im Oktober 1975 lebten hier nur noch 300 Mönche.
    Während der Kulturrevolution wurde Drepung vor der Zerstörung durch die Roten Garden bewahrt. Daher sind die zentrale Versammlungshalle und der ehemalige Regierungspalast erhalten geblieben. Im Jahr 2005 gab es wieder 640 Mönche. Dieses Kloster ist heute ein Lernzentrum und eine der wichtigsten Universitäten für buddhistische Mönche.

    Langsam, ganz langsam schiebe ich mich den Berg und die vielen Treppenstufen nach oben. Das Wetter ist herrlich und die Sonne wärmt. Ich atme wie eine Dampflok. Aber es geht. Drepung liegt im Berg und man überblickt das Lhasa Tal bis zu den gegenüberliegenden 5000ern mit ihren Schneegipfeln. Dieser Anblick ist unglaublich. Das Kloster mit seinen eindrucksvollen Farben und der typischen Architektur zieht mich in seinen Bann. Das dunkle leuchtende Rot und das Weiß, die sich vor dem blauen Himmel abheben. Die bunt bemalten Türen und verwinkelten Gassen, die den Berg hinaufführen. Leider darf man in den Räumen überhaupt nicht fotografieren. Von den Decken hängen bunte Tücher, die Buddhastatuen sind sehr bunt. Überall brennen Yakbutterkerzen und verströmen ihren speziellen Geruch. Wir steigen langsam höher und besichtigen die verschiedenen Schulen der Mönche. Obwohl sie alle ähnlich sind, begeistert uns die Architektur jedes Mal neu. Einige Mönche sind unterwegs. Ansonsten ist es ein wundervoller, stiller Ort. Ein Ort, wie wir ihn noch nie erlebt haben.
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