• Auf den Spuren Daphne Sheldricks

    25. Januar 2023 in Kenia ⋅ 🌙 20 °C

    Hallo Ihr Naturburschen des europäischen Mischwaldes! Heut waren wir in Sachen Artenschutz unterwegs. Und etwas Game Drive haben wir auch gemacht. Nein, das hat nix mit Spielen zu tun sondern mit wildem Viechzeug. Nairobi Nationalpark! Aber von Anfang an: Himmel waren das viele Mücken letzte Nacht. Das Tötolin war alle, die Nerven blank, die Schlafdauer kurz…. Doch wir zeigen keine Schwäche und klettern nach sechs Mückenskandalstunden aus der Koje. John stand parat ( der Typ, der mit Kerstin Oktober 2021 die 2600 km abgerissen hat) und zunächst ging es in die Giraffenaufzuchtstation. Der Rothschildgiraffe gilt hier die Aufmerksamkeit des THW ( tierisches Hilfswerk - wörtliche Eigenkreation) und wir unterstützen das mit Hardcorefütterung von Pellets auf schleimig-rubbligen Endloszungen der Langhälse.
    Es war eine angenehme Zeitbrücke, bis es zu Sheldrick ging. Der Wildlifetrust kümmert sich um Elefantenwaisen und beherbergt in der Kinderkrippe aktuell 28 kleine Racker. Unter ihnen Esoit, der kesse Dreijährige, für den Holger seit drei Wochen einen Patenbrief hält. Alles in allem eine wunder- und vor allem sinnvolle Arbeit in Sachen Erhalt der Tiere, Rettung minderjähriger Waisen und ein paar Krümel Bildung. Würde sich nicht aus dem Tagebuch hier unser Urlaubsreport erschließen - in Sachen Sheldrick hätte ich noch eine Menge zu ergänzen!
    Alles Erlebte muss verdaut werden und wer, wenn nicht Karen Blixen geben eine wundervolle Plattform, in einem angelegten Garten unter Bougainvilla und Palmenblatt ein kolonial fürstliches Lunch einzunehmen? Ja wir sind dekadente Idioten, doch mit einem Hauch Hollywood von Streep und Redford in der Vergangenheit zu schwelgen - wer will uns DAS verwehren?
    Den Rest des Tages verbrachten wir unter der Skyline der kenianischen Hauptstadt im Nationalpark und Holger konnte sein Glück nicht fassen, als wir Spitz- und Breitmaulnashörner sichteten, die ersten Löwen vor die Linse sprangen ( stimmt nicht, sie lagen faul rum) und verschiedenste Antilopenarten unter den vertrockneten Gräsern nach Essbarem suchten.
    Einen beeindruckenden Schluss bildete der Besuch einer Feuerstätte: die kenianische Regierung hat vor einigen Jahren sämtliches Elfenbein der gesamten Staatsreserve öffentlich verbrannt. Als Zeichen gegen Wilderei und kommerziellen Einsatz von Elfenbein. Ein berührendes Finale.
    Schlussendlich, für die Statistik und wie es sich bei Safaris gehört, gibt es am Ende des Tages die Watchlist. Man führt alle Tiere auf, die einem unter die Linse kamen, um sich später erinnern zu können. Es hat keinen Statuswert sondern gehört dazu wie die Strecke beim Jagen. Also:
    Elefant, Breitmaulnashorn, Spitzmaulnashorn, Schabrackenschakal, Löwe, Rothschildgiraffe, Massai-Giraffe, Elenantilope, Wildebeest ( Weissbartgnu), Hardebeest, Reedbock, Impala, Zebra, Pavian, Hippo, Krokodil, Kronenkranich, Fischadler, Weissrückengeier, Perlhuhn, Frankolin, Weissbrustschlangenadler, Brown Eagle, Milan, Mousebird, Marabu, Löffler, Nilgans, Heiliger Ibis, Kormoran,Strauß, Warzenschwein ( auch Pumba oder „ Radio Kenia“ genannt)
    Weiterlesen