• Der Eine oder Keiner

    2. Oktober 2023 in Kenia ⋅ ☀️ 30 °C

    Die kleinen Kaptäubchen wärmten ihre blassblauen Flügel in den ersten Sonnenstrahlen und die erste Flugstaffel Hadada Ibisse machte sich deutlich wahrnehmbar auf die Strecke. Die Buschbabies, welche über Nacht die Zeltdächer nutzen wie in der Trampolinhalle verkrochen sich in ihren Baumhöhlen bis zur nächsten Fütterung und punkt sechs Uhr wurde vor dem Zelt der Morgenkaffee platziert. Wie „früher“… der Start in den Tag mit einem Keks, bevor die Äffchen aus dem Baum herabwandelten und sich ungesehen fühlten, diese zu stibitzen. So geht ein Start in den Safaritag. Kühlbox laden für das Buschfrühstück und dann kann’s auch schon losgehen. Wir waren heute auf der Suche nach „Indian“, dem größten Tusker des Meru‘. Ist ja so ne Sache, wenn man sich auf eine Sache so einschiesst. Es gab andere Elefanten, durchweg Bekannte vom Vortag, Black und White Rhino, beeindruckende Vögel, sehr schön gezeichnete Netzgiraffen. Nur der Eine ließ sich nicht blicken. Ein kräftiges Frühstück, liebevoll zusammengestellt ( Toast, Butter, Marmelade, Honig, Obstplatte, Rührei, Bacon, Bohnen, Crêpes, Kaffee, Tee), da tanzt das Safariherz ! So gestärkt ging es durch die zweite Hälfte des Vormittags. Die Gelb- und Rotschnabeltokos bildeten mit ihrem Gurren einen Teppich typischer Savannenmelodie und dann galt es noch die Angellizenz einzuholen für Holger’s Angelversuch in einem der 15 Flüsse des Parks. Fluss ist aber nicht gleich Fluss …. Kleine Rinnsale bekommen hier auch schon einen Namen, sind sie doch Lebensgrundlage für alles was kreucht und fleucht. So beobachteten wir auch einen Goliath Reiher, der größte seiner Spezies. Am Wegrand wartete ein Löwe auf seinen Slot, diesen zu überqueren. Sichtlich verletzt zeigte er uns keinen Weg zu einem Rudel. Nachdem wir die Ranger interviewt hatten, musste es am Morgen einen Kampf gegeben haben. Damit könnte es nur ein sehr junges Männchen gewesen sein, der Prügel bezogen hatte und somit, allein, einer eher düsteren Zukunft entgegensieht.
    Eine feine Begegnung gab es mit den Rangern am Flugplatz. Gerade hatte einer der Eleven über unseren Köpfen seine Prüfung mit einem Minihubschrauber bestanden. Die Parkbehörde nutzt dieses leichte Fluggerät zur Tierzählung. Mag bei Wasserböcken und Elefanten zur Jahresinventur etwas übertrieben sein, doch die Nashörner, liebe Freunde, werden hier täglich gezählt. Die Jungs werden wissen warum…
    Der Ausbilder, ein Schotte aus Inverness, gab die Steilvorlage, Paul in das Geheimnis von Nessie einzuweihen. Nur, damit wir erfuhren, dass es um den Lake Nakuru eine ähnliche Geschichte gibt. Für einen Schnappschuss mit mir hat die Zeit am Flugplatz dann aber doch noch gereicht.
    Die Mittagszeit gehört allein der Sonne. Alles andere geht stehend k.o. , auch die Touris. Eine kurze Abkühlung bot der Pool mitten im Palmendschungel, ein leichtes Mittagessen rundete die Sache ab und so gesehen gab es nichts mehr zu wollen.
    Außer einen Fisch. Der sollte uns leider ebenso verwehrt bleiben wie die Sichtung des Riesenelefanten. Für letzteren haben wir morgen bei der Fahrt zum Südausgang des Parks eine letzte Gelegenheit. Fürs Angeln ist es nun zu spät. Ein Versuch war es wert und Holger nimmt es mit Humor und Nervenstärke. Und dabei war alles sooo gut vorbereitet bis hin zum Geburtstagsgeschenk. Einmal ist keinmal und irgendwann kommt die Zeit für den Petrijünger. Badende Elefanten flüchteten vor uns, Giraffen beäugten uns in gleißendem Gegenlicht und mit der Sonne hinter dem Bergmassiv, welches wir nun westlich von uns wussten, beschlossen wir den Tag mit Malariaprophylaxe, Buschbabyfütterung und Abschied feiern mit Paul. Alle glücklich, mehr oder weniger, gesund, ungebissen und fast nicht gepiepst rüsten wir uns vor dem großen Finale in Karen Blixens Cottage morgen zu einer letzten Nacht im Busch.
    Lala Salama liebe Safarifans und bis morgen,
    Eure Charlotte
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