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Auf Elsa‘s Spuren

Rund um den Mount Kenia - die Vermächtnisse von Jane Godall, Familie Adamson und Karen Blixen Leggi altro
  • Inizio del viaggio
    23 settembre 2023

    Countdown

    16 settembre 2023, Germania ⋅ ☀️ 23 °C

    Hallo Ihr „Neugierden in Butter gebraten“, hier ist Charlotte aus dem Birnenweg. Das geht ja schon wieder gut los. Bis Ultimo wollen die beiden Menschen arbeiten, Kerstin laboriert noch an einer Erkältung und alles bleibt an mir hängen. War ja klar.
    Na wenigstens weiß Holger inzwischen so ETWAS, wie die Giraffe läuft… das Kofferpacken ging ziemlich geschmeidig vonstatten und dieses Mal gab es ja auch Bestellungen an Mitbringseln. Na ja, Paul ist ja kein Unbekannter und da darf er bei der fünften Tour auch mal nen Wunsch äußern. Hätten wir gewusst, dass so Dinge wie IPad und MacBook rauskommen, wer weiß wer weiß… ok, versprochen ist versprochen, muss halt nicht so viel Bargeld in den Schultergurt…. Die Akkus laden, die Falten aus den Klamotten hängen sich noch aus bis Samstag und mein Bleistift ist gespitzt. Wird spannend, ob Kenya Airways gleich Stoff für die erste Story liefert….
    Also - sagt’s keinem weiter oder allen, wir sind wieder auf Sendung ab kommendem Wochenende. Pferd übt noch die Antilopenarten und ist nicht traurig, dass es dieses Mal nicht ans Meer geht. Ok, er war noch nicht in den Aberdares bei den Waldschweinen ….da wünscht er sich ganz schnell an die Küste… aber diese Reise geht ins bergige und an Flussufer, die hoffentlich auch mal ne Angel akzeptieren. Hach was tut ein Hippo nicht alles, dass die Menschen glücklich sind….
    Also - roaring September Leute und bleibt mir gewogen,
    Eure Charlotte!
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  • Crow(n)d & Crisis

    23 settembre 2023, Olanda ⋅ 🌙 15 °C

    Von Vieren, die auszogen, um in den Urlaub zu fliegen…..
    Leute, Leute, Leute , Leute ( im Sound der Euronics - Werbung…)
    ich hätte mir gar keine Gedanken machen müssen, ob es genug zu schreiben gibt…
    Was die Menschen geritten hat bei der Zeitplanung, wird Pferd und mir ein Rätsel bleiben. Es gab ja auch keine Hektik. Weder beim Packen noch beim Losfahren. Aber dann…. Als das Navi zwischendrin kalkulierte, wir kämen nach Check in - Schließung in Hamburg an, verdüsterte sich bisweilen die Reise-Euphorie und es bedurfte keiner Autobahnkamikaze - Samstagsfahrer, um das Adrenalin auf Rekordniveau zu peitschen.
    Glück, wenn ein Berufskraftfahrer lenkt, der lässt sich auch in Baustellenstaus nicht aus der Ruhe bringen. Erste Panikattacke unbegründet ( liegt das am Alter??) , letzter Platz am Oberdeck im Parkhaus, Bus, Terminal, Herzattacke II.
    Dass sie unsere Taschen als Sperrgepäck deklarierten…. Bitte sehr. Dass Quadrillionen anderer Passagiere sich durch die gleichen Lichtschranken quälten, kein Spaß.
    Als alter Berufsflieger hatte Kerstin einen Samstagnachmittag komplett unterschätzt und wir machen es trotz halbstündlichem Schlangestehen in der FAST lane (Crowd) kurz: mit einem einfacherem Ticket wäre der Trip hier zu Ende gewesen. Das lehrte auch der einzige Vorfeldbetreuer, der damit beschäftigt war, all die Koffer wieder aus den Laderäumen herauszupulen jener armen Looser, die vielleicht noch Restkarten für die Elfi bekommen, wenn sich die nächste Flugchance erst morgen ergäbe.
    Dann kamen die Königlichen (Crown 😎) von Beatrixens Flugstaffel und machten mit Höflichkeit alles wenigstens erträglich. Bei dem kurzen Hüpfer zwischen die Grachten tischte man gar fein auf nach einer Stunde Verspätung, Regen aufm Vorfeld, hysterischen Paxen….. Extremtraining für Flugbegleiter. Und dann machten die Königlichen in Amsterdam die Tore auf, hüllten uns in verdächtig süßlichen Geruch im Terminal ( war bestimmt eine Anordnung vom Flughafenchef zur Beruhigung der Massen) und wiesen uns den Weg zum nächsten Coffeeshop. Eine Lounge, die sich eher mit Istanbul als mit Hamburg messen kann und Keksdosen als take away…. Nein, wir brauchen das nicht, aber vielleicht machen die Menschen ein paar Tierversuche oder veralbern Paul am Lagerfeuer. Wie auch immer, auch wenn Holger das schon als arg einordnet und Kerstin nicht so entspannt scheint, das Schlimmste scheint überstanden. Die „Pride of Africa“ , Kenya Airways Boing 777 haben wir schon einflattern sehen und es sollte mit dem Scheitan zugehen ( Siehe Tsavo West Bericht), wenn jetzt noch was dazwischenkommt. Pferd renkt noch seinen Hals aus, die haben ihn gar fein ins Gepäckfach gestopft… ich falte mich zwischen Fleecejacke und dem Täschchen mit der Kohle, da wird man keinesfalls übersehen.
    So, Lesefreunde des gepflegten Swaheli, es wird ein Nachtflug inklusive Frühstück, damit Paul uns gleich aufladen kann, wenn der Kenyatta-Flughafen uns ausspuckt. 7 Uhr in Deutschland , weder eine Zeit für Menschen am Sonntag und Hippos schlafen da eh noch. Deshalb geduldet Euch bis der Mond sich zum zweiten Mal ankündigt und bleibt mir gewogen, aller (Schreib-) Anfang ist schwer. Auch für schwere Mädchen. 🦛
    Wenn wir uns was wünschen sollten? Dass jeder , der das möchte, einmal dieses wunderbare Gefühl nachempfinden kann, wenn der Blick über die Savanne schweift, die Geräusche des Buschs die Ohren umsäuseln und man ganz eins wird mit dieser Natur. In diesem Sinne wünschen wir uns selber „Safari Njema“ und setzen alles daran, dass es wieder zauberhaft wird !
    Charlotte & Co
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  • Gewebte Nester und gespitzte Hörner

    24 settembre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 23 °C

    Hallo liebe Dickhäuter-Freunde! Wir sind DA! Es hat 23 Stunden gebraucht, vom Türabschliessen im Birnenweg bis zur Rezeption im Rhino Camp. Eine Unzahl von gefiederten Musikanten zwitscherte und flötete und trompetete und zirpte um unsere Köpfe und weil die beiden Großen von Vögeln was verstehen, waren die meisten auch schnell ausgemacht. Vor allem die Weber hatten es uns angetan, denn sie ließen eine Demonstration ihrer Flechtkunst von der Leine, die sich sehen lassen konnte.
    Ach seht Ihr, vom Flug gar nichts berichtet…wen interessierts? Die „Pride of Africa“ hat ihrem Namen alle Ehre gemacht und Boing hat was Bettenbau betrifft, die Nase vor Airbus. Und wenn dann sogar eine kleine weiche Matratze die Lenden schont und man das Essen nicht nur aus Anstand aufisst… kurzum: Nzuri Sana! Hunderte Chinesen in der Passkontrollenschlange schlugen wir durch (weibliche) Cleverness und ohne die Angelbox wäre auch fast ein Rekord wie beim Kipchoge - Lauf in Berlin heute dringewesen. So schlichen wir wie Hyänen um die Gepäckbänder und dann war es doch wieder nur eine Stunde von der Landung bis zum Parkplatz. Wiedersehensfreude auf beiden Seiten. Ehrliche Freude, das tut gut. Die Willkommensgeschenke werden auch immer größer. Zwei begehrte Massai - Decken gehen jetzt mit uns auf Reisen.
    Zurück zur Basis für drei Nächte: hier forscht die Jugend, auf niedliche Art und Weise. Das Hüftgelenk und alle anderen alten Knochen wälzen sich vom Bar-Restaurant- Parkplatzlevel an die dreihundert Meter bergauf. Der Drops wird aber gelutscht, schon wegen Klima und Ozonloch und CO2 und dem Hüftspeck. Als Hippo sitz ich ja im Rucksack und hab nichts auszustehen und Pferd ist eben Pferd und als Pferd läuft der eh pausenlos 🐎
    Kerstin hat in der Mittagspause auch einen Rekord aufgestellt… ich muss mal Buch führen. Vom Füße hochlegen bis zur Schnarchattacke in unter drei Minuten. Ok, damit wäre das Pensum an Ruhe nicht unbedingt „balanced „, aber welches Mädchen juckt das schon?
    Ich wag es kaum zu petzen, aber Kerstin mit ihrem Nichtwegschmeisssyndrom zauberte zum Kaffee vor dem Nachmittagsausflug noch ein Stück Zitronenbäbe ( oder was sagen die im Norden dazu?) von der Bäckerei Junge auf den Tisch 🤔🫣🤔. Äußerst merkwürdig und mit Ansage doch noch ganz akzeptabel…. Hm.
    So gestärkt warfen wir uns ins Geschirr und auf einen Abstecher ins Solio - Reservat. Und jetzt Freunde der Nashornwissenschaft kommt etwas Unerwartetes: nichts.
    Es gibt nämlich so viel zu erzählen dazu und drumherum, dass die Eiswürfel im Glas unbeobachtet wegschmelzen, die frisch für uns gepoppten Popcornkugeln auskühlen und der Red Snapper ohne uns durchs Restaurant schwimmt. Es sei so viel verraten: ich fürchte, der ganze Tag übermorgen im Solio Reservat gibt noch mal das Gleiche und mehr her, also legen wir uns die 29 gesichteten Breitmaulnashörner auf Termin, die drei geflüchteten Warzenschweine auf Neuentdeckung für die Linse, vor allem die grandiose Geschichte des Solioreservates und seiner Nashörner auf Wiedervorlage nach zwei Monden. Ahhhhh, hatten wir schon. Dieser Trabant ist schon am Nachmittag oben und pusht uns. Wir Euch jetzt auch. Nämlich in den Sonntagabend. Die wenigen Stunden im Dreamliner sind dann doch nicht ganz so nachhaltig und die Menükarte verheisst Leckereien vom Grill.
    Also legt Euch mit einem Traum vom Nashorn 🦏 🦏🦏 nicht zu nah nebeneinander und wenn Ihr wollt, lesen wir uns morgen wieder .
    Macht’s jut, Eure Charlotte
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  • Dschungelprüfung

    25 settembre 2023, Kenia ⋅ ☁️ 22 °C

    Der ganze Text weg. Prima! Ich übe mich in Demut und mach’s noch mal …. The First take is the best sagt Sinatra, mal sehen, ob der zweite Aufguss verdaulich wird. Jetzt bin ich erst mal sauer…..
    Da kommt schon mal der erste Nachtrag hier: warum zur Hölle fotografieren die Menschen Chipstüten? Nein, nicht für die Gesundheitsapostel, damit sie mit uns meckern. Haben wir nicht bestellt, kamen automatisch mit der Lunchbox.
    Neee, die waren für die Physiknerds: auf 1000 Meter Höhe geladen, frisch aus’m Konsum. Mit Steigung dehnte sich die Luft aus und wären wir auch nur noch einen Meter höher gefahren, hätte es Chips geregnet…. Kennt jeder, der im Flugzeug schon mal ein Sahne Näpfchen unfallfrei öffnen wollte…..
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  • Dschungelprüfung und Schlamassel

    25 settembre 2023, Kenia ⋅ ☁️ 14 °C

    Hallo Ihr Freunde der Schlingpflanzen,
    Hier ist Charlotte mit dem zweiten. Nicht der Blick vom ZDF sondern neuer Versuch. Oh weh wie abhängig sind wir Nilpferde doch von dieser Technik…. Dass die ersten Bilder zu den Texten hier gehören und dem alten davor, ist logisch und doppelt gut, denn wir dürfen damit doppelte Anzahl an Bildern hochladen. Ist nämlich limitiert!
    Der ganze schöne Text im Nirwana, doch jammern hilft nicht, wech is wech. Und dabei musste ich erst mal recherchieren, denn über zweitausend Höhenmetern kenn ich mich nicht aus! Und die Menschen haben auch keine Messner - Gene, also alles auf vier Rädern.
    Heute ging es hoch ins Bergland von Lord Aberdare, wenigstens nach ihm benannt. Der alte Mann war der Boss der Geografischen Gesellschaft zu London vor geraumer Zeit . Und wie so manch anderer Wichtiger von der Insel hat er sich in Ostafrika namentlich verewigt. Spricht man aus wie „aber DER war’s!“
    Ein ungewohnt blauer Himmel täuschte uns zunächst darüber hinweg, dass es im Prinzip täglich regnet . Der Hagelschlag am Nachmittag war beweisführend. Erst bildeten sich kleine Rinnsale, dann wollte uns das Wasser wegspülen. Mutig im Geiste wollten wir unbedingt einen Wasserfall heimsuchen. Fast hätte dieser uns heimgesucht… der Weg war so steinig, dass wir uns dann doch für die Übernachtung in der Lodge und gegen eine im Park entschieden und „Wenden in 3 Zügen“ versuchten. Allrad und Schlamm - der Junge, der das Auto putzen muss, bekommt nen Extraschein….
    Die Fishinglodge bot alles außer Fishing. Vor allem einen traumhaften Ausblick, der auch mit einem Norwegentrip vergleichbar wäre. Die Angelbox staubt also weiter vor sich hin im Laderaum….
    Wir schraubten uns durch verschiedene Bewuchszonen Richtung Gipfel. Es war umwerfend. Zu sehen, dass Kenia nicht nur aus verbranntem Grasland und Massaidörfern besteht, wie manche uns daheim glauben lassen wollen. Außerdem, in Äquatornähe kühlen Wind zu spüren und Vegetation wie von einem Märchenplaneten zu erleben. Erst kamen die Bambuswälder. Wenn in China mal die Pandabärchen nichts mehr zu essen haben, könnte die gesamte Population umgesiedelt werden ohne Zweifel. Allerdings kämen dann auch die Chinesen zum Glotzen, das wollen wir nicht.
    Also weiter an die 3000 Meter. Hier überraschten uns Bäume, denen man beim Pflanzen nicht gesagt hat, dass es bis unter zehn Grad werden kann. Da haben die sich zu helfen gewusst, die Bäume, und sich Mäntelchen angezogen. Wie lange Bärte fusselte es an jedem Ast herunter und sollte mal ein Westover werden. Der Namensgeber ist ja englisch.
    Und dann, ja dann ging es auf 3240 Meter. Noch nicht das Ultimo aber erst mal die Ausflugsgrenze. Von hier könnten wir der Zugspitze auf den Kopp spucken und wer will schon auf den Watzmann? Alles ohne Eispickel, Dirk II !! Die Bäume haben sich in Moos gehüllt, dass kein Pfadfinder die Wetterseite finden könnte. Vier Meter hohe Farne, Schlingpflanzen…. Grüne Hölle.
    Wer nur einmal im Leben nach Afrika reist, wird hier eher selten campieren, denn alles was man sehen könnte, muss man durchs Dickicht erst mal erspähen. Da muss der Safarigast und das Hippo Geduld haben und Verzicht üben. Ein Paar Elefanten aus der Ferne, eine Hyäne , nervöse Büffel. Ein Highlight das Waldschwein. Die wühlen hier nämlich nicht die Gärten um sondern machen sich rar. Unser Exemplar ließ sich nicht beirren durch unsere Anwesenheit und frass genüsslich. Die andere Premiere hatten wir mit Sykes Monkeys. Coole Vertreter droben, auf Deutsch Weisskehlmeerkatze - wie unerotisch.
    Stritten wir uns noch um Klippenadler oder nicht, waren wir beim Wiedehopf und einem Amethyst Sunbird einig.
    Zehn Stunden aufm Bock, wir waren fein müde am Abend. Und beim Gutenachtwünschen habe ich
    Krch….krch…krch….krch….
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  • HURR(I)A

    26 settembre 2023, Kenia ⋅ ☁️ 23 °C

    Strääääääääß. Und ich dachte, wir machen Safariurlaub. Und das Lavendelspray hat Holger weggeschlossen. Echt mal jetzt, wir machen uns ja kirre hier mit diesem Netz.
    Und das mitten in KENIA!?
    Die kennen sogar schon Chat GPT hier…. Na wundert mich nicht. Kenia hatte ja auch Mpesa zehn Jahre vor Paypal und seit sieben Jahren die Plastetüten im ganzen Land verboten. Unterschätzt die Leute hier nicht, wenn sie nur den Chinesen nicht so auf den Sojaschleim gehen würden….
    Wir sind hier im DelMonte - Land. Auf fruchtbarem Boden gedeihen Ananas bis zum Horizont, Kohlköpfe, Bananen, dazwischen Mango- und Papayabäume. Die Bauern sind hier zwar schwarz aber nicht dumm, gehen mit der Zeit…. Der neue Trend sind Avocados! Freut Euch nicht zu früh, alles was wir daheim kaufen und dann auch hoffentlich verzehren kommt aus Südamerika. Das hier ist Chinesenfutter. Mao und Kenyatta allein wissen, wie lange die Eisenbahnlinien und Schnellstraßen damit abgezahlt werden müssen……
    Auf nach Solio.
    Hier ist ja alles Kikuyuland..und im Solio und Drumherum trifft man diese Jungs die eben keine Massai sind. Es sind jene, die bei Karen Blixen den Kaffee geerntet haben. Da war er wieder, der Traum aus „Jenseits von Africa“, der kein Traum sondern ECHT war. Und wie komme ich grad JETZT drauf? Die Cineasten erinnern sich vielleicht, der Finch -Hatton ( also der echte, nicht der Redford, Robert) hatte einen richtig guten Freund. Berkley Cole. Das war der mit der Somalifrau, der an Schwarzwasserfieber starb. Und der Glückliche, der mit seinem Kumpel Denys der Meryl Streep zu Füßen Geschichten hören durfte.
    Oh je, ich schweife ab.
    Also Leute, angeschnallt für Solio: der Berley Cole hat die Range gegründet und die ist das weltweit wichtigste Reservat zum Schutz und der Nachzucht von Rhinozerossen. Es gibt einige Hundert hier, so dass sie in andere Regionen und auch Staaten ausgewildert werden. Und weil wir ja alle Fans der Tagesschau sind, haben wir letzte Woche gelernt, dass erstmals seit zehn Jahren der Bestand der Nashörner um 5% gestiegen ist.
    Den Jungs kann man nur Respekt zollen und gratulieren. Despektierliche Nebenwirkung ist, dass ab Rhino Nummer 50 das Auto nicht mehr anhält. Was für eine Arroganz….in anderen Parks steigt das Adrenalin bei einem Horn… hier zählt man mit dem Finger locker durch. Und ist doch überwältigt von den stolzen Hornträgern mit vielen kleinen Rackern an ihrer Seite. Die Breitmauldinger sind die Überzahl, von denen mit spitzem Kussmund hatten wir drei erspäht, um von einem Ranger zu erfahren, dass es auch nicht mehr davon zu kieken gäbe. Auch gelernt haben wir, dass nach dem Präsidenten das Spitzmaulsnashorn VIP Nummer II ist für alle Kenianer.
    Die Giraffen hier im Reservat hatten eine besonders grazile Zeichnung und das einzige Raubtier, was gesichtet wurde, war eine Hyäne. Eine tote. Aber wenigstens eine gestreifte. Die sind selten….
    Wir surften zwischen hohem Gras an einem Fluss entlang, saugten das Fluidum ein und genossen die Natur in der schattigen Wärme. Denn die Aberdare - Wolken reichten bis hierher. Der Donner auch, doch nur wenige Tröpfchen störten meinen Hippotrip und den Nashornwahnsinn.
    Das Feuer brutzelt inzwischen aromatisch im Kamin, der Barkeeper hat sich heut für Countrymusic entschieden, das entspannt. Die Menschen dinieren und Pferd und ich haben den Swimmingpool aufgesucht, den haben noch nicht mal die Menschen gefunden…. Hauptsache wir schaffen den Absprung, bevor sie von ihrem Rotweingesäusel zurückkehren. Also, Freunde der Sanctuaries und Reservate, morgen gehts weiter über den Äquator auf die Nordhalbkugel. Da läuft das Wasser wieder rechtsrum ab….
    Tschö mit Ö, Eure Charlotte

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  • Regentrude und Kashoggi

    27 settembre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 21 °C

    Hallo Ihr da draußen an den Weltempfängern, wisst Ihr, was die beiden im Titel gemeinsam haben? Nix.
    Den Kashoggi haben sie in den Siebzigern verjagt, die Regentrude wohnt hier.
    Alter Elefantenrüssel, das kann aber regnen hier. Die Regenzeit hat ein paar Wochen zu früh angefangen. Aber in Europa kennen wir inzwischen auch Wetterkapriolen. Gut, und wenn man dann durch die Höhenlagen geistert muss man eben damit rechnen. Gestern Abend hat es fast den Hang weggespült und wir wussten erst nicht so recht, wie wir bei diesem Gepladdere unseren Aufstieg machen. Aber irgendwann ging’s dann mit Schirm. Das letzte Licht beschied uns noch einen schönen Anblick des Kandelabers vor der Terrasse. Nur hatte der Fotograf auf dem Weg zum giftigen Wolfsmilchgewächs außer acht gelassen, dass der Boden, na ja sagen wir, etwas aufgeweicht war.
    Der Reinigungstrupp hat heute bestimmt noch ein paar Flüche hinterhergeschickt, aber die Schuhe musste Holger selbst schrubben. Und angesichts fehlender Utensilien musste die einzige Bürste herhalten, die man eben in einer Unterkunft zur Hand hat. 🚽 🚽 🧹
    So. Dann ging’s über den Äquator. Wir haben es zwar nicht gefeiert wie die Seeleute, aber Beweisfotos und Urkunde müssen sein.
    Gleich ums Eck und auch auf der Nullinie checkten wir in Ol Pejeta ein. Hier hatte Lord Delamare seine Hände im Spiel.
    Wer ist denn das schon wieder? Nun ja, an den Engländern kommt man eben in Ostafrika schwer vorbei. Der alte Lord - was der 3. war, seineszeichens auch ein Blixen Freund und Filmkomparse, gründete die Ol Pejeta Ranch als Rinderfarm. Klingt doch besser als hier aufzuschreiben, das Kashoggi der Waffenknispel hier auch die Finger im Spiel hatte? Inzwischen haben sich aber alle Übriggebliebenen lieb und üben sich wie im Solio in Nashornschutz und Aufklärung des Nachwuchses.
    Wer nun denkt, dass wir den Regen verdient hätten - Wumpe. Die Natur braucht das Wasser und all die beschriebenen Früchtchen. Es donnerte und schüttete aus dem obersten Regal, doch wenn wir vor die Zeltwand mussten, geschah das trockenen Fußes. 🤪
    Was wir am Nachmittag geplant hatten, war einer der Wunschhöhepunkte. Besuch der Nashorn - Sanctuary bei den letzten beiden „ Northern white Rhinos“ on Earth.
    Die Geschichte von Sudan, dem ich schon vor ein paar Jahren das Betonfell kratzen durfte, kann der Interessierte gern im Netz nachschauen. Zu viele Buchstaben für ein Hippo. ( „ Sudan, Northern White Rhino“) man versucht nun, in Vitro Nachkommen zu ziehen. Na ein Glück komme ICH nicht aus dem Reagenzglas…
    Die Bilder sprechen für sich. Kerstin war so aufgeregt, sie merkte bereits wenige Kilometer NACH der Rhinofarm, dass die Kamera dort irgendwo im Gebüsch lag… man braucht ja wohl freie Hände, wenn man ein Nashorn angrapscht…. Wenigstens war keiner der Italiener, Russen oder Japaner an dem Teil interessiert, so dass im Anschluss gleich noch ein paar Elefanten aufgelinst wurden.
    Kashoggis Hütte haben wir auch gesehen, heute ist sie das Farmhaus. Doch heutzutage sind alle hier so emanzipiert und Gottseidank freie Menschen, dass sie zwar gegen Kohle die Menschenwäsche waschen ( abzüglich des vergessenen Schlafanzugs im letzten Camp) aber keiner den Schlamm von den Schuhen kratzt. Darum heißt es jetzt…Putz- und Flickstunde, Abendessen, von Nashörnern träumen. Morgen in der Früh gehts zu Jane Godall. Endlich mal eine, die noch lebt, aber wenigstens Engländerin….
    Genießt den September und jeden Tag neu, so wie wir.
    Lala Salama,
    Eure Charlotte
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  • Sokrates und die Wizzleblower

    28 settembre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 23 °C

    Hallo Ihr Darwinisten und solche, die keinn Bock auf Bio hatten,
    hier ist Eure Charlotte!
    Wusstet Ihr, dass die Schimpansen in 98,6% ihrer DNA mit dem Homo sapiens, also den meisten von uns, übereinstimmen? Kein Wunder, dass die Wissenschaftler vom Max Planck Institut den 25 geretteten und fünf Frischlingen Namen gegeben haben, die unseren Ohren schmeicheln. Max, is klar, aber auch Edward, Victoria, Jane und Julia. Romeo auch, aber der Hit war…… Sokrates. Ein Affe eben. Jane Godall hat hier ganze Arbeit geleistet, denn die Tiere wurden von Typen konfisziert, die diese Exemplare als Kuscheltiere hielten, so lange sie kuschelig waren und dann entsorgten ( kommt bekannt vor? Wenigstens sind Hippos zu groß fürs heimische Wohnzimmer). Außerdem als Attraktion in Käfigen ausstellten, nicht größer als ein Hasenstall. So was gehört selbst an die Leine genommen und in den Käfig gesperrt. Apropos Käfig, wir hatten auch einen, als Rettungsbox für den Notfall. Allerdings ist uns beim Besuch des Schimpansen Sanctuary keiner der - sorry - gestörten Affen - um den Hals gefallen, so dass es bei einem Schnappschuss bleiben konnte. Die Pampe an den Schuhen nach dem Sturzregen gestern fühlte sich an wie Mafia - Betonschuhe. Kleister, der nicht abgehen wollte. Sogar die Elen Antilopen stiefelten mit den Klumpen übers Feld. Und wir…. schleppten es ins frischgeputzte Auto. Hakuna matata, heut Nacht wird wieder gewienert. Da kann man profitieren, dass der Veranstalter vor Ort „ very british „ ist, was bei der Sauberkeit und correctness in Kombination mit unserem deutschen Reisebüro an charmante Perfektion gereicht. Grad, dass Paul keine Krawatte trägt 😂😂😂
    Weil wir grad beim Reisebüro sind…. Da hat die Frau Svenja, die unsere Abenteuer plant, was gebucht, was wir erst schräg anschauten und dann volle Kanne cool fanden. Wer darf schon offroad fahren in Kenya‘s Parks? Filmcrews und Wissenschaftler. Na ja, mit dem Kieling haben die bestimmt schlechte Erfahrungen gemacht, darum bekommen wir keinen Freifahrtsschein. Aber mit zwei Rangern und einer Antenne ( so wie wir Sachsen sie früher unterm Dach hatten….) machten wir uns auf die Radio - Spur einer Löwin mit Funkhalsband. Über Stock und Stein und keinesfalls normal auffindbar, entdeckten wir dann eine Ansammlung der Miezen. Siehe Fotoproof.
    Dann kam Patrick. Der bewachte die Hippos , was natürlich der wichtigste Job im Park ist !!! Nur drei wollten sich zeigen, aber wir haben noch ein paar Tage, fürs Erste war es schon mal ok, mit meinen Verwandten.
    Ach ja, was hat es mit den Wizzleblowern auf sich?
    Die seltenen Netzgiraffen und die Spitzmaulnashörner fliegen regelrecht drauf!
    Das Lieblingsfutter der Pelzzungen sind die „whistling Thorn Büsche“, also Akazien mit Bullerkügelchen. Gemacht von Ameisen, die als Dank für süßen Pflanzensaft Murmeln an die Zweige anbacken, die nach Aufbrechen Musike machen durch die Luftlöcher.
    Und bei dem Wind untertags wäre ganz schön Musike in der Luft. Ohne Rainer Süß…
    So viel gesehen und erlebt heute, die Menschen sind regelrecht froh, dass der Pool kälter als die Ostsee ist und man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn die Badehose trocken bleibt. Ich hab mein Mäntelchen heute auch nicht ausgezogen, nur kurz ausgestaubt. Es geht bald in die Koje, damit ich nach dem Packen in aller Früh dann Richtung Nord / Nordost aufbrechen kann. Deshalb geh ich jetzt ein paar Salatblätter futtern und soll Euch von den Menschen grüßen ! Denen gehts gut und sie genießen den Trip. Logisch, bei dieser tierischen Begleitung.
    Also, Kwaheri badai
    Eure Charlotte
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  • Khat und Katzen

    29 settembre 2023, Kenia ⋅ ☀️ 17 °C

    Kalter Ostwind drang durch alle Ritzen des Zeltes und die Wärmflaschen vom Vorabend lagen in den letzten Zügen. Das hatten wir so nicht erwartet und erstmals fröstelten wir zum Hahnenschrei. Die Hyäne hatte sich ab drei Uhr einen Spaß gemacht, ihr Repertoire auszuschöpfen und verstummte erst, als die Sonne hinter dem Mount Kenia Massiv hervorschaute.
    Wie in alten Zeiten zum Morgenappell krabbelten wir aus der Doppeldeckenschlafstatt und hielten den Sonnenaufgang auf dem Zelluloid fest. Eine heisse Dusche später und nach reichlich Kaffee und brutzeligem Spiegelei, aber ohne die süße Zimtmarmelade die an Weihnachten erinnert, machten wir uns auf den Nordradius unserer Reise. Eine Löwin am Wegesrand wünschte eine gute Reise, einige andere trotteten mit vollen Bäuchen ins Gebüsch. Wieder einmal querten wir den Äquator und bereiteten uns und das Auto auf den langen Trip zum Meru vor.
    Der Mount Kenia hatte heute Feiertagsstimmung und bot feine Fotomotive für Schnappschüsse. Vom Level des Ol Pejeta bei 1800 Höhenmetern schraubten wir uns hoch und runter durch die Berge. Zwischenzeitlich 2569 m, die Ohren summten… etwas höher als die Östliche Karwendelspitze und dann wieder in die Ebene, wo wir uns auf 800 Höhenmetern einpendelten. Vier Tage Hochplateautraining, wir sind eigentlich gerüstet für den Marathon..
    Klar haben wir uns auch mental auf den zweiten Teil der Reise eingestimmt und haben Für und Wider des Khat - Konsums mit Paul diskutiert. Die Somalis funken als Zwischenhändler ins Geschäft und der kleine Mann baut im Prinzip hinter jeder Hausecke legal diese Bäumchen an. Nur die Engländer ( da waren sie wieder) haben den Konsum inzwischen verboten und damit einen starken Exportstrang lahmgelegt. Dann kauen es eben andere. Und ehrlich, da wo das Zeug Mode ist, sollte der Straßenkehrer doppelt Lohn beziehen. Inzwischen im Camp, was wir vier mit Paul heute alleine bewohnen, haben wir unser eigenes Khat geerntet und Selbstversuche gemacht. Ich sag mal so, schmeckt nicht und wirkt sicher nicht beim ersten Mal. Holger sagt ja auch sonst und nicht nur heute „ iss mal Dein Snickers „ zu Kerstin……
    Der Tag war dem Transport gewidmet, so dass Zeit blieb, den campeigenen Gemüsegarten zu inspizieren und eben das Khat- Geschäft zu unterwandern. Brokkoli wird übrigens nur für die Touristen angebaut, Yamswurzeln wachsen unter Monsterblättern, nur wo der ganze Kohl hinkommt, bleibt uns Gottseidank verborgen.
    Holger hat seit Check in das Asthmaspray im Anschlag, weil die Dame des Hauses, eine ehemalige UNESCO Mitarbeiterin, eine KATZENmutter ist. Wobei beides miteinander sicher nicht im Zusammenhang steht.
    Also….viele Stubentiger wäre untertrieben, so auf den ersten Blick waren es schon mal dreißig. Die, die sich nicht bewegen und im Laub und auf Bänken und eigentlich überall rumlagen, mal nicht erfasst. Erfasst haben wir allerdings den Pool, der - Trommelwirbel - von einem Hippospringbrunnen geziert wird. Wenigstens hier ist man vor diesen haarigen Miezen sicher…..IM Wasser….
    Unser Höhentraining bei kalter Luft und mittleren Temperaturen hatte uns nicht vorbereitet auf die Hitze, die uns wie ein Brett im vollen Lauf bremste. Stehende Glutluft und ein bölkender Bullfrog ( afrikanischer Ochsenfrosch) sind nun unsere Gastgeber. Dafür gab’s schon lecker Avocadosalat und Pestonudeln und Eis und und und….
    Ihr seht, auch ohne Nationalpark gehts den Tieren wie den Menschen ganz gut und allein im Busch ist ja auch mal ganz entspannt.
    So Ihr Khat-Kauer ( das sind echt geschälte Ästchen jüngster Triebe) oder Jenke-Experiment-Gegner,
    Das war’s heute von Eurer Charlotte aus Meru,
    Hatschi, dies Katzenhaare jucken aber auch in der Nase,
    Ha ha hatschi……
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  • Paul und die Leoparden

    30 settembre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 26 °C

    …der angekündigte Angelavogel muss warten…. (Anm.d.Red.)

    Plopp.
    Rechtes Auge auf.
    Plopp.
    Linkes Auge auf.
    Blick auf die Uhr.
    Die erste Ziffer ist eine 5.
    Klick Klack.
    Beide Augen wieder zu.

    Als ich sie wieder öffnete, war es Neune. Wie eben so am Wochenende. Pferd neben mir. Alles in Ordnung. Die Menschen? Weg.
    Die sind vor Sechse ausm Zelt gekrochen, um der Hitze zu entgehen. Na ja, sieben Stunden später waren sie doch wieder vollgeschwitzt aufgeschlagen.
    Wir hatten eine Mordsnacht! Der Ochsenfrosch, also nicht Holger sondern ein echter, hat uns durch die Stöpsel in allen acht Ohren so genervt, dass nicht mal der zweite Gin Tonic helfen konnte, darüber hinwegzuhören. Ein Sturzregen gegen Mitternacht heizte die Froschdynastie noch zum Wettstreit an. Was ne Gülle und keine Zwille….
    Jedenfalls waren alle vier, gleich zu welcher Zeit, beim Erwachen in der Grütze.

    Dann musste ich mir alles berichten lassen, ich war ja daheim geblieben.
    Und das, obwohl es am Hippo Pool das Buschfrühstück gab!! Hoch über den Wackelohren auf solider Empore wurde frischer Kaffee geschlürft und Eier gepellt. Wie‘s eben so ist an einem Samstagmorgen.
    Der Reiseführer für Kenia verheisst ein Wallhalla im Meru, aber ich hab gegoogelt, so richtige Parallelen finde ich nicht von der Götterdämmerung zu dem tollen Abenteuer heute.
    Nachdem die Somalis in den Sechzigern fast alle Tiere im Meru ausgerottet und auch den Adamsson umgelegt hatten, kam keiner mehr in den Elsa - Park. Inzwischen haben sich alle wieder angesiedelt, aber die Touris haben sich eben auf Mara, Amboseli und Tsavo eingeschossen, da ist für hier oben keine Zeit mehr im Kalender. Und so kam es, dass meine Menschen sechs Stunden allein mit Paul durch die Gegend streiften, an großen Büffelherden vorbei, einen Big Tusker namens Kindani entlarvend ( was das ist, hab ich Euch letzte Reise beschrieben), viele Kuhreiher und endlich auch einen Hammerkopp. ( mit Köppe kommt’s heut dicke)
    Der hat einen eckigen Schopf und das größte Nest aller Federtiere. Verhältnismäßig zur Größe eine Vierraumwohnung um die 30 kg und wenn er Bock hat, klaute er irgendwo Socken oder Buxen, die stopft er da auch rein. Klar, wer will schon Stube ohne Teppich?
    Dann wanden wir uns um „Elsa‘s Koppje“, ein bewachsener Felshaufen, der einmal das Territorium der tierischen Protagonistin aus „ Frei geboren - Königin der Wildnis“ Elsa war. Schließlich ist das ja auch das Thema unserer Tour!
    Von diesem cineastisch bedeutsamen Ort angetan verholten sich die Menschen Richtung Camp und Mittagessen und dann standen da doch drei Autos. Es sollten die einzigen bleiben und uns doch Glück bringen. Eine Leopardin lag unweit im Baum und verputzte eine Antilope. Das Glück auf Holger’s Seite, mit den „Big Five“ im Gepäck weiterzureisen und Paul, der trotz zweier Jahre Arbeit im Park nur Sekundenbegegnungen im Katalog hatte.
    Die Guides allesamt von Elsa Koppje und ihren amerikanischen Gästen und wir. Stille Euphorie!
    Es war ein langer Vormittag und die Mittagsruhe und das Wiedersehen mit den Menschen all zu festlich. Den Staub unter der spärlich tröpfelnden Dusche abgespült ( der Pool war dann doch nicht so chlorreich vielversprechend) ging es am trockenheissen Nachmittag zum Leopards Rock. Es war der Platz, an dem Pauls erster Arbeitsplatz im Meru war. Wir hatten auf seine zweijährige Erfahrung hier gebaut bei der Wahl der Route und es nicht bereut. Was er uns nicht verraten hatte, war, dass es das Camp nicht mehr gibt. Schritt für Schritt holt sich die Natur die Gebäude zurück und der Anblick war hoffnungslos und traurig. Alles hat seine Zeit. Jene für Leopards Camp ist abgelaufen.
    Die abendliche Sonne tauchte das Gras in warmes Gold, eine prächtige Matriarchin führte ihre Elefantenfamilie zum Abendessen an den Fluss, Kudus querten scheu die Straße und kleine Mangusten hockten stolz auf ihrem Termitenhügel.
    Es wurde Zeit, dem Elsa - Land für heute den Rücken zu kehren und ein letzter Leuchtpunkt identifizierte sich als Palmgeier. Wenigstens einer dieser Aasfresser, der sauber ausschaut. Unter ihm in einer Wasserlache trieb ein aufgedunsener Büffelkadaver und man konnte die Zahl der daran rupfenden Krokodile und Welse nur anhand des brausenden Wassers erahnen. Und dann bewegte sich etwas in unseren Augenwinkeln. Nichts erwartend und dann fasziniert erblickten wir den zweiten Leoparden des Tages. Schon abgehakt, dass er sich nur kurz blicken ließ, widmeten wir uns den Aasfressern und konnten unseren Augen kaum trauen. Der Leopard spazierte bei schwindendem Licht am Ufer um das stinkende Schwimmgut und beförderte Paul in den Safarieguide - Himmel genau wie uns.
    Mehr geht nicht und besser kann’s nicht werden. Beseelt geht es im Sprint zurück aus dem Park, das verkaterte Camp wartet mit dem Abendessen. Wir sind nicht traurig, die domestizierten Miezen morgen zu verlassen. Es bleiben noch drei Tage für den Versuch, eine Angel auszuwerfen.
    Und wenn nicht, dann war die Angel wenigstens mal in Afrika….
    Also liebe Leo - Fans,
    Ich mach mich vom Acker, suche die Ochsenfroschohrstöpsel und dann gehts ab in die heia.
    Viel Spaß bei „Wetten das“ oder so,
    Wir machen Musik, da geht uns der Pelz hoch, la la la la la
    Eure Charlotte
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  • Die Gitau - Methode und der Angelavogel

    1 ottobre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 27 °C

    Hallo Ihr Oktoberhelden, hier ist Eure Charlotte !
    Ohne Träne im Knopfloch und ganz schön gemartert sind wir heute aus dem Zelt gekrochen. Der Ochsenfrosch hatte Spätschicht bis gegen drei Uhr. Nicht genug damit, konnten wir nicht verorten, wer uns den zweiten Teil der Wachnacht bescherte.
    Sagen wir mal so: die Kolonialherren haben ganze Arbeit geleistet. Es war eine Kirchenparty, die, so vielleicht maximal mal bei Kirchenschulausflügen ( kennen wir uns nicht aus) , bis in die frühen Morgenstunden ging. Die Analyse ging von Kath- Party bis Karaoke, die Wahrheit liegt ja meist in der Mitte und am Ende ist es egal, was Dich nicht pennen läßt, wenn Du es nicht verklagen kannst…..
    Genervt und zerknittert fanden wir uns mit dem zerknitterten Paul am Katzentisch und schlürften einen hervorragenden Kaffee.
    Nur wenig später ließen wir das Camp hinter uns und hatten eine tolle Tour durch den Park. Der Kadaver vom Vorabend schwamm immer noch auf der Pfütze, kein Leoschwanz zu sehen. Dafür ein Black Rhino, schlammbadende Elefanten und ein Hüpfer in der Herzgegend, wenn man die Rasselbande vom Vortag wiedererkennt.
    Wenn die Zielpunkte der Neugier in etwas zu großer Distanz sind, kommt die (Paul) Gitau Methode zum Einsatz. In Afrika wird gern mal improvisiert, meist zielführend und ab und an kann diese Kunst auch schon Stirnrunzeln verursachen. In Falle Paul Gitau sind wir alle schon in den Genuss gekommen. wenn nämlich der Zoom mal schlapp macht oder nicht ausreicht, wird das Ziel mit dem Fernglas ( wir haben ein Jagdglas dabei) anvisiert und durch das Okular mit dem Handy fotografiert. So sind auch in unserem Tagebuch Fotos oder das Wildschwein Video aus dem Aberdare entstanden. Hat er sich noch nicht patentieren lassen, wird wohl auch nix geben dafür.
    Dann gab es noch die Pointe mit Angie. Wir machten eine Aufnahme vom Lilac breasted Roler. Das nennt sich Gabelracke auf deutsch und ist der Nationalvogel von Kenia. Die wunderbar leuchtende Farbe erinnert an das „Cadennabia blu „ der neuen CDU Immage Campagne. Friedrich Merz hätte seine reine Freude an diesem Piepmatz. Kerstin versuchte Paul das zu erklären und beispielhaft für die Partei ist eben unsere Angie mehr zu gebrauchen als Jens Spahn oder gar Philip Amthor….
    Als wir dann einen weiteren Vertreter der Spezies Lilac breasted Roler erspähten, meinte Paul : „ da ist wieder ein Angela-Vogel“. Besser gehts nicht 🤭😂
    Die Temperatur stieg unerbittlich in die Mittdreißiger und eine Pause schien angeraten. Ein Teil des Meru beherbergt ein großes Nashornschutzgebiet und ein Tor im Zaun führte uns kurzerhand in einen Minidschungel. Auf Plateauterrassen über einem kleinen Plätscherfluss spannen sich Safarizelte und erfreuen das katzenallergische Gemüt.
    Das Finale der Safari vor Nairobi, erfrischend und entspannend. Zikaden musizieren zum Rauschen des Wassers und lassen das Geschwätz der anderen amerikanischen Gäste fast lieblich in den Hintergrund treten. Bereits die Mittagspause - die Menschen pennten wie bewusstlos - leutete ein nächstes Kapitel der Reise ein und am Nachmittag gab es zur Abrundung des Tages feine Eindrücke in den Sumpfebenen mit Büffeln, Giraffen und Rhinozerossen, bevor die gastfreundliche Lodge uns mit einem traditionellen Feuer empfing, die Bananen für die Buschbabies geschnippelt waren und alle Sinne auf einen wundervollen Abend im Busch eingestimmt wurden.
    Gleich gibt es lecker Essen, den Wein werden die Menschen wohl auf ihrer Fluss - Terrasse genießen und ich mach mich mit Pferd schon mal vom Acker. Vielleicht gibts Magenta TV mit Tatort? Oder wir zählen Fledermäuse oder so.
    Morgen heißt es wieder früh raus aus den Laken, da werden wir hier wohl nicht alt.
    Macht’s mal schön gut Ihr Sonntagsmenschen und kommt gut in die Puschen morgen!
    Eure Charlotte
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  • Der Eine oder Keiner

    2 ottobre 2023, Kenia ⋅ ☀️ 30 °C

    Die kleinen Kaptäubchen wärmten ihre blassblauen Flügel in den ersten Sonnenstrahlen und die erste Flugstaffel Hadada Ibisse machte sich deutlich wahrnehmbar auf die Strecke. Die Buschbabies, welche über Nacht die Zeltdächer nutzen wie in der Trampolinhalle verkrochen sich in ihren Baumhöhlen bis zur nächsten Fütterung und punkt sechs Uhr wurde vor dem Zelt der Morgenkaffee platziert. Wie „früher“… der Start in den Tag mit einem Keks, bevor die Äffchen aus dem Baum herabwandelten und sich ungesehen fühlten, diese zu stibitzen. So geht ein Start in den Safaritag. Kühlbox laden für das Buschfrühstück und dann kann’s auch schon losgehen. Wir waren heute auf der Suche nach „Indian“, dem größten Tusker des Meru‘. Ist ja so ne Sache, wenn man sich auf eine Sache so einschiesst. Es gab andere Elefanten, durchweg Bekannte vom Vortag, Black und White Rhino, beeindruckende Vögel, sehr schön gezeichnete Netzgiraffen. Nur der Eine ließ sich nicht blicken. Ein kräftiges Frühstück, liebevoll zusammengestellt ( Toast, Butter, Marmelade, Honig, Obstplatte, Rührei, Bacon, Bohnen, Crêpes, Kaffee, Tee), da tanzt das Safariherz ! So gestärkt ging es durch die zweite Hälfte des Vormittags. Die Gelb- und Rotschnabeltokos bildeten mit ihrem Gurren einen Teppich typischer Savannenmelodie und dann galt es noch die Angellizenz einzuholen für Holger’s Angelversuch in einem der 15 Flüsse des Parks. Fluss ist aber nicht gleich Fluss …. Kleine Rinnsale bekommen hier auch schon einen Namen, sind sie doch Lebensgrundlage für alles was kreucht und fleucht. So beobachteten wir auch einen Goliath Reiher, der größte seiner Spezies. Am Wegrand wartete ein Löwe auf seinen Slot, diesen zu überqueren. Sichtlich verletzt zeigte er uns keinen Weg zu einem Rudel. Nachdem wir die Ranger interviewt hatten, musste es am Morgen einen Kampf gegeben haben. Damit könnte es nur ein sehr junges Männchen gewesen sein, der Prügel bezogen hatte und somit, allein, einer eher düsteren Zukunft entgegensieht.
    Eine feine Begegnung gab es mit den Rangern am Flugplatz. Gerade hatte einer der Eleven über unseren Köpfen seine Prüfung mit einem Minihubschrauber bestanden. Die Parkbehörde nutzt dieses leichte Fluggerät zur Tierzählung. Mag bei Wasserböcken und Elefanten zur Jahresinventur etwas übertrieben sein, doch die Nashörner, liebe Freunde, werden hier täglich gezählt. Die Jungs werden wissen warum…
    Der Ausbilder, ein Schotte aus Inverness, gab die Steilvorlage, Paul in das Geheimnis von Nessie einzuweihen. Nur, damit wir erfuhren, dass es um den Lake Nakuru eine ähnliche Geschichte gibt. Für einen Schnappschuss mit mir hat die Zeit am Flugplatz dann aber doch noch gereicht.
    Die Mittagszeit gehört allein der Sonne. Alles andere geht stehend k.o. , auch die Touris. Eine kurze Abkühlung bot der Pool mitten im Palmendschungel, ein leichtes Mittagessen rundete die Sache ab und so gesehen gab es nichts mehr zu wollen.
    Außer einen Fisch. Der sollte uns leider ebenso verwehrt bleiben wie die Sichtung des Riesenelefanten. Für letzteren haben wir morgen bei der Fahrt zum Südausgang des Parks eine letzte Gelegenheit. Fürs Angeln ist es nun zu spät. Ein Versuch war es wert und Holger nimmt es mit Humor und Nervenstärke. Und dabei war alles sooo gut vorbereitet bis hin zum Geburtstagsgeschenk. Einmal ist keinmal und irgendwann kommt die Zeit für den Petrijünger. Badende Elefanten flüchteten vor uns, Giraffen beäugten uns in gleißendem Gegenlicht und mit der Sonne hinter dem Bergmassiv, welches wir nun westlich von uns wussten, beschlossen wir den Tag mit Malariaprophylaxe, Buschbabyfütterung und Abschied feiern mit Paul. Alle glücklich, mehr oder weniger, gesund, ungebissen und fast nicht gepiepst rüsten wir uns vor dem großen Finale in Karen Blixens Cottage morgen zu einer letzten Nacht im Busch.
    Lala Salama liebe Safarifans und bis morgen,
    Eure Charlotte
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  • Heute Ruhetag

    3 ottobre 2023, Kenia ⋅ ⛅ 17 °C

    Ihr Lieben, nachdem Kerstin gestern Abend noch von einer bösen Wespe heimgesucht wurde, steckten wir heute über zehn Stunden auf dem Jeep. Wir haben viel erlebt - doch wollen wir unseren letzten Abend im Coffee Garden von Karen Blixen bei einem Dinner ohne IPad genießen, bevor es fix ins Bett geht, denn 5 Uhr geht’s Richtung Flughafen. Der Tagflug gen Heimat wird mir und Pferd Gelegenheit geben , alles zu resümieren für alle.
    Seid gegrüßt von Charlotte, Pferd und den Menschen!
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  • Es gibt Reis, Baby…

    3 ottobre 2023, Kenia ⋅ ☁️ 32 °C

    Guten Morgen Ihr Zauberflöten, hier ist Charlotte.
    Heute hole ich den Bericht von gestern nach, wollten die Großen ja mal ihre Ruhe haben. Man möchte es ja nicht glauben, dass so ein Trip ganz schön anstrengend sein kann. Es sind zwar nicht die ungepolsterten Kaleschen wie aus August‘s Zeiten und nach Polen wollen wir auch nicht, doch es schlaucht einfach. Dafür haben die sogar Kohle abgedrückt!
    So kam es denn, dass die drei Wespenstiche am Morgen vergessen waren ( keine Werbung, keine Werbung… aber dieses Strom-Hitze-Ding zur Selbstverstümmelung von no bite ist der Hammer. Erst denkst Du, Du faulst ab, dann ist alles weg. Meine Hippohaut verträgt das ja gar nicht aber Pferd ist ganz ok damit und die Menschen erst recht.)
    Die Syke Monkeys schleuderten durchs Geäst als es am Fluss noch einmal ein sehr gutes Frühstück gab. Stärkung für den Tag. Holger spielte den coolen Wildhüter in Badeschlappen und Shorts 🤠 und stieg auch schon mal auf die Sitzpolster. Kerstin als folgsames Lehrerkind erlitt Qualen. ( Weil’s gegen die Regeln ist…)
    Wir ließen es uns nicht nehmen, noch einen Schlenker an den Swamps zu machen, ob der Riesenelefant Indian vielleicht doch eine Rüsselspitze sehen lässt, aber Pustekuchen. Die Nashörner wedelten noch mal zum Gruß, Giraffen hielten wie immer ihre langen Hälse hin wie bei einem Schönheitswettbewerb und auch ein zwei Angelavögel ließen das Cadenabbiablau unter ihren Flügeln aufblitzen. Wir hatten noch was im Hinterkopf, eine Option…die seltene Giraffenantilope doch noch zu entdecken. Dafür ging es eine weitere Runde um Elsas Kopje und wie Paul gerne sagt: „ es ist vorbei, wenn es vorbei ist. Erst ganz zum Schluss……“ hatten wir erst einen Grant Gazellen Fehlalarm und dann doch noch das fein gezeichnete Gesicht, welches den Gerenuks zueigen ist. Und zur Belohnung für Beharrlichkeit richtete sich das Böckchen auf und äste, gleich den Giraffen und dank seines langen Halses, aus dem obersten Regal. Ein Jackpot zum Abschied. haraka haraka ging es dann zum Ausgang. Offensichtlich bekommen die Jungs am Südausgang des Meru Nationalparks selten Touristen zu sehen. Wir sollten auch noch einige hundert Kilometer - acht gute Stunden - keine anderen Safariautos zu Gesicht bekommen. Nach Zieltraining über dem Erdloch 🧻🚽 fügten wir uns ins selbstgewähltes Schicksal, denn wer um dem Mount Kenia einmal rum will, der muss eben drumrum! Langweilig ist so etwas eh nicht, es zwickt mal im Kreuz und ab und an müssen die Beinchen gestreckt werden. Die Kinder, die hier mit vier schon in die Vorschule wackeln, winkten den weißen, selten zu sichtenden Menschen, LKW‘s waren zunächst rar und mehr als eindeutig machten sich die neuen Straßen bemerkbar. Nein, wir finden es nicht gut, dass die Chinesen hier ihre Tigerkrallen ins Einheimische Business bohren, doch das Ergebnis ist nicht von der Hand zu weisen.
    Vierspurige Straßen mit Richtungsverkehr, neue Brücken, selbst die Umfahrungen werden mit Schotter verstärkt. Fußgängerbrücken in dicht befahrenen Gebieten schützen die Harakiri - Strassenüberquerer und Vorkehrungen für die diesmal mit El Niño stark ausfallende avisierte Regenzeit sind im Gange.
    So ging’s dann durch die verschiedenen Distrikte und auf einmal waren wir in Vietnam. Ohne Vorwarnung oder Reiseliteratur fanden wir uns einem Reisanbaugebiet. Und weil Klotzen dem Kleckern vorgezogen wird, waren es gleich mal kilometerlange Anpflanzungen mit sattgrünem Bewuchs. Riesige Flächen wie man sie aus dem Schulunterricht von ukrainischen Getreidefeldern kennt, zogen sich an der Straße entlang. Beeindruckend ein Reismarkt mit abertausenden Tonnen der weißen Körner, allein von Frauen bewirtschaftet. Nicht leicht vorstellbar, dass diese Menge durchweg an den Mann gebracht wird. Oder dass Pakistan hier der Exporteur der Wahl ist, Kenia mit Reis zu beliefern. Imposant am Ausgang des Marktes ein Post Office zum Reisversand. Die Tüten und Säckchen bis hin zum Zentnersack wurden direkt auf der Verpackung mit Edding beschriftet und verschickt. Simpel und praktisch. Einer der Eindrücke, die kaum Glauben machen, dass auf dem gleichen Kontinent und wohl auch in Grenzregionen des eigenen Landes Hunger nicht unbekannt ist…. Und doch am Wegrand achtlos aufgeschlitzte Verpackungen ihre Spuren hinterlassen. Und weil beim Reisanbau wie bei anderen Dingen alles verarbeitet wird, findet der Rassekaninchenzüchter, der Hamsterbesitzer und auch Jene mit richtigen Tieren grosse Heuballen am Straßenrand zum Verkauf. Diese Straßenränder sind sowieso echte Fundgruben und wären ein eigenes Fotoalbum wert. Der Mensch weiß sofort, ob die Region fruchtbar oder karg, die Menschen fleißig oder dünn besiedelt sind. Es wird vor der Haustür verkauft, was angebaut oder produziert wird. Unter Einzelhandelsaspekten nicht immer logisch, weil eben zwanzig Anbieter von Kartoffeln, leckeren Tomaten oder Holzkohle geschäftsfördernd sind, interessant ist es allemal. Unsere Gartenmärkte würden ob der Menge und Vielfalt an Setzlingen und Bäumchen aller Art blass werden. Die Preise für bunte Einkaufstaschen und leuchtende Körbe sind erschwinglich, die Kartoffeln riesengroß, Kohl und Maniok frisch leuchtend. Einfach eine Augenweide. Dazwischen wackeln Ziegen, Schafe, Kühe und auch mal ein paar Esel, Autowäsche ist besonders attraktiv als Unternehmen, wenn man die Waschplätze zählt. Wenn später mal dort etwas gebaut werden sollte, muss wohl leider erst mal die Dekontaminierungseinheit ran.tja, und Möbel? Die kaufst gleich neben dem Garagentor auch gleich im Vorbeigehen, Bettgestelle bis zum Horizont….

    Wie Ihr lest, es war kurzweilig. Nairobi als Siebenmillionenstadt empfing uns mit Smog und Staub, Kleinbustaxis und stinkenden Mopeds. Während der Suche nach einem Schuhgeschäft 🤔🤭😂 fand Holger seine ersehnten Safarischuhe doch noch online und als wir dem Hungertod nahe und am Rand der Belastungsgrenze waren, meinte Paul, sein Boss hätte angerufen und er müsse ihn noch schnell treffen. Ungewohnt, doch wenn’s sein musste? Der Boss entpuppte sich als seine Frau, die er uns - am Rande einer Mall - noch schnell vorstellen wollte. Ein bezauberndes Wesen, was bei unserem Guide auch nicht anders zu erwarten war. Ein Teil unserer Mitbringsel wechselte somit am Straßenrand den Besitzer und wir waren wieder wach. Es war eine schöne Begegnung, die auch das Bild von einem Menschen abrundet. Jetzt müssen wir wohl immer nach Kenia fahren, wenn es nach Holger geht 😄
    Die Sonne war schon hinter Smog und Wolken untergegangen, als wir uns in Karens Coffee Garden einfanden. Voll die Kolonialherrennummer. Und schön.
    Nebenan im Museum sammelten sich Obituarien jener Frau, die sich so viele Freunde unter den Kikuyu machte, dass ein ganzer Stadtteil nach ihr benannt wurde. Na ja, ihr habt ja spätestens letztes Wochenende „Jenseits von Afrika“ auf Prime geschaut oder ne alte VHS 📼 ausgebuddelt und seid wieder auf stand. Mit den Blixens und Finch Hattons und Cooles und Delamares….
    Von der alten Kaffeeröstmaschine steht noch was rum, das Herrenhaus ist trefflich in Schuss und im Schrank, den Hollywood hat stehen lassen, baumeln noch Hosen, die DNA von Robert Redford beherbergt. Filmkulisse am originalen Ort des Geschehens. In ihrem botanischen Garten haben geschäftstüchtige Leute Cottages errichtet, für die unsere kurze Nacht eine erbärmliche Ehrerbietung war. So etwas muss man genießen! Besser als nichts oder ein Ibis Hotel, was es hier eh nicht gibt. Die Menschen ließen sich von Holzkohlebecken auf der Terrasse wärmen und erfuhren erst spät, dass das Dinner eine Einladung des britischen Reiseveranstalters war. Abercrombie & Kent. Lecker war’s. Dann Taschen aus - und wieder einpacken. Bin ich froh, dass ich als Hippo dabei nur zuschauen muss, versteht eh kein Tier, warum die das so machen. Nebenbei bolzten die Fußballer der Championsleague über den Bildschirm, doch der Wecker war früh, dass es keine Neugier auf Ergebnisse gab.
    Partisanenschnellschlaf.
    Khr chhhhhh, Khr chhhhhhhh…..
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  • Wachablösung 🫡

    4 ottobre 2023, Kenia ⋅ ☁️ 18 °C

    Klar, dass wir früh etwas maulfaul sind, wenn 5:15 Uhr ein strahlendes Gebiss im Dunklen vor der Tür grinst. Wer bist Du? Ah, der Kofferboy.
    Moin.
    Frischer Kaffee aus dem Restaurant, to go für den Transfer. Paul schon da. Auch still. Levella, der Transferaufseher der immer am Flughafen steht mit dem Schild und auf der Rücktour immer wissen will, wie es war. Gut aufgehoben und sichtlich zerknittert in den Klamotten, die man sich für „fein“, in diesem Fall den Rückflug, aufgehoben hat.
    Auswertung gemacht auf dem schnellen Weg zur Abflugschanze, drei mal durchleuchtet und markiert und was weiß ich denn noch. Durchgeschwitzt und dann doch happy, in den Sessel sinkend, Champagner auf nüchternen Magen ( Pferd und ich nur Wasser!) und dann mal acht Stunden Ruhe. Aber tagsüber? Na, Holger pennt gleich nach dem Frühstück und um mich und Kerstin rum alle anderen auch. Hey Leute, es ist halb elf Vormittag! Was ist denn mit Euch nicht richtig?
    Na gut, was hat es denn mit dem Titel heute auf sich?
    Es ist grad ein reichliches Jahr her, da bekam Holger zum runden Geburtstag von mir die erste Reise nach Afrika geschenkt. Von Kerstin hätte er sie vielleicht abgelehnt, aber wer kann einem süßen Hippomädchen was abschlagen? Wie es gelaufen ist, konntet Ihr ja im Januar lesen. Jetzt ging es erneut über den Äquator und mit jedem Tag wurde Holger’s scharfer Blick schärfer. Wir haben ihm dann den goldenen Ausguckorden verliehen. Seine Fotos sind eh besser als die von allen anderen und jetzt macht er sogar Videos! Wozu wir überhaupt ne Panasonic Full HD und Stative mitgeschleppt haben, weiß keiner mehr so recht. Deshalb hat Kerstin beschlossen, dass Holger der erste Safari -Man ist. Sie muss ihm nicht mehr die Unterschiede zwischen Thomson und Grant Gazellen erklären. Er unterscheidet Sperber und Weihen, liest Spuren und Kackehaufen und hat sich wirklich auf das Thema eingelassen. Kerstin ist happy und Pferd und ich kommen dadurch natürlich auch auf unsere Kosten.
    Vielleicht gibts noch die eine oder andere Sache, die ich nicht getippt habe, doch ich kann ja jederzeit den Text ändern. Dass ich Zwischenspeichern muss, hab ich jetzt auch gelernt und kann nur abwarten, was die nächste Zeit so bringt. Ich hab was läuten gehört, dass Pferd und ich bald zusammenziehen sollen, das wär cool. 24/7 Blödsinn…
    Also fein gemacht, Ihr Menschen, wie Ihr so dieses enge Zusammenleben gemeistert habt!
    Danke dafür und für eine tolle Planung mit unserer Frau Svenja von outback Africa. Kerstin hat ja gern ihren eigenen Kopp und dann basteln und schrauben die, da kann einem Hippo ganz schwindlig werden. Am Ende ist es immer gut ( sonst wärs ja nicht das Ende) . Sagt Paul.
    Also Hakuna Matata und was sonst noch alles ,
    Wir sind gleich in Amsterdam und dann braten wir noch bissl ab ( also warten auf den Anschluss) und dann nach Hause.
    Gleich gibts noch ne lose Zusammenfassung und dann ist wirklich Schluss, bis es vielleicht wieder heißt: Safari njema - gute Reise!
    Eure Charlotte 🦛♥️

    Gefahrene Kilometer mit dem Landcruiser:1503,4 Rekord für Paul
    Höchste Höhe: 3360 m nördlich des Mt Kenya
    Niedrigste Nachttemperatur: 10 Grad in Ol Pejeta
    Geschwitzt bei: 36 Grad im Meru NP
    Äquatorüberquerungen: 12 ( wenn er durch einen Park geht 🤭)
    Verluste: 1 Schlafanzug, gleichem ersten Camp ( nicht Kerstin 🫣), ein Erbsensack der Fotoausrüstung ( aufm Dach vergessen und vom Winde verweht), ein paar Turnschuhe (Entsorgung geplant)

    Sichtungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Priorität in der Aufzählung:
    Elefant ( Tusker, mit und ohne Schwanz, alle Altersgruppen, mit und ohne Stoßzähnen)
    Giraffen ( Rothschild, Netzgiraffe, eine mit nur einem Horn)
    Antilopen ( Impala, Elen, Kuhantilope, Dik Dik, Grant und Thomson Gazelle, Duiker, Bushbock, Reed Bock, Leser Kudu,Gerenuk, Wasserbock gewöhnlich und Defassa, Oryx)
    Breitmaulnashörner, davon die letzten zwei nördlichen, bei 50 aufgehört, zu zählen
    Spitzmaulnashörner ( Baraka, der Blinde) und einige wenige Vertreter, vielleicht fünfzehn
    Löwen, Hyänen, zwei Leoparden
    Büffel
    Dromedare(!)
    Zebras , Steppen- und Gravy
    Affen ( Paviane, Meerkatzen, Bushbabies, Sykes Monkeys)
    Vögel ( Palmgeier, Schopfadler, Schlangenadler, Uhu, Sattelstorch, Gelbschnabelstorch/ Nimmersatt, Goliathreiher, Kuhreiher, Silberreiher, Oxpicker, Schwalben, Perlhühner, Grosstrappe, Strauß, Frankoline, Angelavogel / Gabelracke, Glanzstare, Nilgänse, Heiliger Ibis, Hadadda Ibis, Marabus, Büffel- und viele andere Weber, Hammerkopp, Sperber, Falke, Vielerlei Federtier in Sperlingsgröße, Kolibri, Paradiesvogel)
    Krokodil
    HIPPO
    Agamen, Fledermaus
    Tse Tse Fliegen
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    Fine del viaggio
    5 ottobre 2023