• Silvester

    December 31, 2025 in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Silvester wird auch in Spanien mit Feuerwerk gefeiert. Heidi hat sich für ihren Hund Ole, einen kleinen Yorkshire Terrier, vorsorglich Beruhigungsmittel vom Tierarzt besorgt. Da ich ohnehin nicht vorhatte, Silvester groß zu feiern, habe ich mir um meine Tiere keine besonderen Gedanken gemacht. Ich weiß, dass sie das gelassen ertragen, vor allem, wenn ich in ihrer Nähe bin. Und genau so war es dann auch.

    Ich muss ihnen nur kurz signalisieren, dass alles in Ordnung ist, dann senken sich die Köpfe wieder auf die Polster, und sie schlafen trotz des Feuerwerkslärms weiter. Es ist ohnehin nicht übermäßig viel oder laut.

    Ich habe mir eine Erkältung zugezogen, die begonnen hat, als Myles abgeflogen ist, und die sich seitdem täglich verschlimmert. Heute, an Silvester, habe ich mir deshalb noch schnell Medikamente in der Apotheke besorgt – und das war auch gut so. Die Medikamente sind mir völlig unbekannt, und der Apothekenbesuch war insgesamt eine andere Erfahrung als gewohnt. Hustenbonbons gab es nicht, Hustensaft ebenfalls nicht. Stattdessen habe ich große, viereckige Pastillen bekommen, die eigenartig schmecken, aber erstaunlich wirksam sind.

    Als ich dann die KI zu den Erkältungstabletten befrage, die ich erhalten habe, erklärt sie mir, dass ich diese abends nicht einnehmen soll, da sie den Schlaf beeinträchtigen können. Und nein, ich kann sie auch nicht mehr um 17:00 Uhr einnehmen. Aber gut – das ist zumindest eine hilfreiche Information.

    Watson hat sich am Nachmittag am Auge verletzt, und es sieht fürchterlich aus. Ich weiß nicht genau, wie es passiert ist. Am Nachmittag saßen wir draußen, um ein paar Sonnenstrahlen zu genießen, die für gefühlte zwanzig Minuten hervorkamen. Dabei bin ich kurz eingenickt, denn meine Erkältung setzt mir deutlich zu.

    Irgendwann höre ich meine italienische Nachbarin, die ohnehin für eine permanente Geräuschkulisse sorgt, mehrfach „Señora“ rufen. Offenbar meint sie mich. Als ich mich halb umdrehe, sehe ich, wie sie Watson, der trotz Leine etwa einen Meter auf ihren Stellplatz geraten ist, wegzuscheuchen versucht. Es wirkt sogar so, als würde sie nach ihm treten.

    Natürlich hat sie recht: Watson durfte nicht auf ihrem Stellplatz sein. Seine Leine hatte sich jedoch verheddert, er kam nicht mehr weg und weinte jämmerlich. Ich löse die Leine und ziehe ihn zu mir herüber. Etwa fünf Minuten später bemerke ich, dass sein Auge blutet. Ob er sich an der Hecke verletzt hat oder ob es schon vorher passiert ist, kann ich nicht sagen.

    Ich nehme ihn mit ins Wohnmobil und gebe ihm ein paar Leckerlis, etwas Leberpastete und anschließend Futter. Alles nimmt er bereitwillig an – ein gutes Zeichen. Trotzdem sieht es schlimm aus, und ich beobachte, dass er mit dem verletzten Auge offenbar nicht richtig sehen kann. Ich mache mir große Sorgen.

    Nachdem er sich den Bauch vollgeschlagen hat, geht er auf seinen Lieblingsstuhl, rollt sich zusammen und schläft ein. Für den Moment erscheint mir das als die beste Lösung.

    Gegen elf Uhr nachts wacht er auf und möchte hinaus. Ich muss ihm erklären, dass das nicht geht – nicht mit diesem Auge. Er protestiert so energisch, dass ich lachen muss, und erkläre ihm noch ein paar Mal ruhig, dass das nicht funktionieren wird. Mit jedem Versuch wird sein Widerstand etwas leiser. Beim ersten Mal hatte ich leider die Kamera nicht griffbereit.

    Das Wetter ist regnerisch und deutlich zu kühl.
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