In der Nähe von Totana
January 17 in Spain ⋅ ☁️ 7 °C
Meine Medizin wurde nach Deutschland zurückgeschickt. Angeblich hatte der Stellplatz die Annahme verweigert. Das stimmte so aber nicht, das wussten wir alle. Also stand meiner Abreise nach Deutschland nichts mehr im Weg. Wir wurden mit „Gute Reise“-Wünschen auf dem Stellplatz verabschiedet. Der Vorteil kleiner Stellplätze ist, dass man sich kennt.
Ich hatte mir meinen Zielstellplatz mithilfe der KI herausgesucht, aber wie so häufig irrte sie sich bei den Kilometerangaben. Ich gab die GPS-Koordinaten ins Navi ein und fuhr los, ohne weiter nachzusehen. Als ich kurz hinter Granada noch einmal alles überprüfte, sah ich, dass mein Ziel über 600 Kilometer entfernt war. Das ist nicht lustig und hätte mir nicht passieren dürfen, denn mein Beifahrer – in diesem Fall Watson – ist schlecht darin, Karten oder andere Details zu lesen. Wie so oft war natürlich kein Autobahnparkplatz in Sicht. Die sind in Spanien eine Rarität.
Ich beschloss also, weiterzufahren, bis ich müde würde, und dann irgendwo abzufahren, um mir einen Stellplatz zu suchen. Nicht meine bevorzugte Methode, aber die Standardmethode bei Menschen, die zu zweit unterwegs sind.
Es ist Samstag und wir haben die Strecke über Granada gewählt und dachten schon, dass es dort kühler sein würde. Allerdings hatte ich nicht mit Schneeregen, 1 °C und Schnee auf beiden Seiten der Fahrbahn gerechnet, auch wenn es wenig ist. Die Straßenglättewarnung blinkte mir vom Armaturenbrett entgegen. Aber es hat eben auch Vorteile, wenn man 4,8 Tonnen wiegt. Unsere Straßenhaftung ist extrem gut.
In Lorca fuhr ich an einer Tankstelle rechts raus und begann, nach Stellplätzen zu suchen. Der Stellplatz in Lorca war vollkommen belegt. Kein Wunder, denn Camping-Car-Park verlangt dort immer noch nur einen Euro pro Übernachtung bei voller Ver- und Entsorgung. Der Stellplatz direkt an der Autobahn in Totana gefiel mir nicht. Es ist ein riesiger asphaltierter Parkplatz und kostet 13 € mit Strom, aber das war mir egal.
Beim nächsten Stellplatz fuhr eine Französin in ziemlich rasantem Tempo vor mir her, ich direkt hinter ihr. Dann verfuhr sie sich und musste zurücksetzen. Ich war höflich und ließ sie wieder vor mir einscheren und links abbiegen. Das war ein Fehler, denn sie war die Letzte, die auf diesem Stellplatz noch angenommen wurde. Ich sah zwar selbst eine mögliche Parkmöglichkeit, doch mir wurde gesagt, der Untergrund sei zu weich, dort könne man nicht stehen, obwohl er genauso geschottert aussah wie der Rest. Sie werden es wissen, auch wenn es für mich nicht so aussah.
Ich wurde weitergeschickt und man empfahl mir, einen Platz in den Bergen anzufahren: das Heiligtum Santa Eulalia in Totana, Sierra de Espuña. Der Platz ist bei park4night gelistet und sieht sehr schön aus. Als Erstes fiel auf, dass Google mich über Schleichwege führen wollte, für mein Fahrzeug völlig ungeeignet. Ein netter Passant gab mir schließlich genaue Anweisungen, wie ich fahren sollte: bis zum nächsten Stoppschild, dann rechts, anschließend eine stark S-kurvige Straße in die Berge hinauf. Kurz darauf erschien auch eine Warnung: Bergstraße, Vorsicht, Geschwindigkeit verringern.
Oben stand nur ein kleiner Kastenwagen mit niederländischem Kennzeichen. Ein Stellplatz ist es nicht, aber für eine Nacht würde es gehen. Es ist kalt hier oben, in der Nacht geht die Temperatur auf 4 °C herunter. Es ist einsam genug, dass ich die Katzen hinauslassen könnte, aber als ich einen Uhu rufen höre, überlege ich es mir anders. Es sieht nach einem guten Gelände für Uhus aus. Zwar läuft nachts eine einheimische Katze über den Parkplatz, aber ich nehme an, sie kennt sich mit den örtlichen Gegebenheiten aus. Watson hingegen würde mit seiner Neugier wahrscheinlich den Wald hinauf laufen, der direkt hinter dem Wohnmobil beginnt.
Am Morgen ist es immer noch kalt, aber als die Sonne herauskommt, stehen wir in wunderschönem Sonnenschein auf einem wirklich tollen Platz.Read more














