Rincón de la Vieja NP
February 23, 2020 in Costa Rica ⋅ ☁️ 23 °C
Wanderung durch den Horrorwald...
Auf der Nicoya Halbinsel haben wir nur noch eine Nacht in Tamarindo eingelegt. Es war uns einfach zu heiss und hat uns in die Höhe gezogen.
Hier sind wir nun und besuchen den Rincón de la Vieja Nationalpark. Es gibt zwei Sektoren des Parks (Maria & Las Pailas), welche mit dem Auto ca. 45 Minuten auseinanderliegen. Wir fahren zu Letzterem und machen die Rundwanderung bei den verschiedenen Fumarolen und Mudpots vorbei. Da es uns zu mühsam ist mit dem Auto in den anderen Sektor (Maria) zu fahren, beschliessen wir kurzerhand dahin zu wandern, wo es heisse Quellen gibt.
Der Weg führt durch dichte Vegetation und wir merken schnell, dass wir wohl von den ganz Wenigen sind, die diese Wanderung machen. Wir treffen keine andere Menschenseele und auf dem Hinweg sehen wir eine Gruppe Klammeraffen, die sich offensichtlich keine Menschen gewohnt sind - sie verhalten sich recht aggressiv. Dies zum Glück ein paar Stockwerke über uns....
...wir brauchen ca. eine Stunde bis wir bei den Hotsprings ankommen und sind positiv überrascht. Sie sind sehr schön gelegen und sehen naturbelassen aus. Baden ist nicht erlaubt, aber wir strecken trotzdem den grossen Zeh ins lauwarme Wasser und schiessen in diesem schönen Ambiente gleich ein Foto für den nächsten Familienkalender, den die Grosis dann wieder zu Weihnachten erhalten😀.
Auf dem Rückweg entscheidet sich Kerstin einen anderen, etwas anstrengenderen Weg zu nehmen und wir teilen uns auf.
Ob das eine gute Idee war?
Sagen wir so: Es hätte definitiv ins Auge gehen können, denn auf dem Rückweg kommen wir uns vor, wie bei Alice im Wunderland. Bereits nach 10 Minuten bleibt Mathias vor mir plötzlich abrupt stehen. Ich weiss sofort wieso. Ein extrem penetranter Geruch nach wildem Tier steigt uns in die Nase. In dem Moment als ich realisiere, dass es sich dabei nicht nur um harmlose Affen handeln kann, höre ich unweit von uns auch schon das laute Knacken von Ästen. Ich kriege sofort Angst und renne hinter den nächsten Baum. Die Tiere erschrecken (es sind mehrere) und rennen auf uns zu. Ich sehe nur einen grossen schwarzen Körper zwischen den Bäumen vorbeirennen und muss mich erst einmal beruhigen, bevor ich darüber nachdenken kann, was es gewesen sein könnte. Wildschweine? Tapire? Es war auf jeden Fall RIESIG!
Wir getrauen uns fast nicht weiterzugehen. Die Tiere sind immer noch in der Nähe. Was wenn es Muttertiere mit Jungen sind? Wir haben aber keine andere Wahl: Also Augen zu und durch. Wir rennen los und zwar soweit bis wir nicht mehr sehen wo der Weg weiterführt. Wir müssen in der ganzen Hektik vom Weg abgekommen sein und finden uns nun im Dickicht wieder. Als ich so dastehe und warte, dass sich mein Herzschlag etwas beruhigt, schaue ich an mir runter und bemerke zig kleine Tierchen auf mir rumkrabbeln. Zecken! 😱
Schnell versuche ich sie wegzuwischen, die Mistviecher haften aber wie Kletten an mir. Mathias geht es nicht besser. Auch er findet diverse dieser Parasiten an sich. Wir helfen einander die Dinger loszuwerden und suchen uns panisch an jeder erdenklichen Körperstelle ab. Als wir sicher sind, alle erwischt zu haben, bahnen wir uns den Weg zurück bis wir wieder auf dem richtigen Pfad sind...
...nun gehen wir wirklich zügig zurück und kommen fast bis zum Ausgang, als noch das letzte "Hindernis" auf uns wartet. Eine Gruppe Kapuzineräffchen befindet sich in den Bäumen über dem Weg - diesmal fast auf Augenhöhe. Mir kommt sofort Maurice (der Guide aus dem Carara NP) in den Sinn, der meinte, dass diese Affen extrem aggressiv seien und einen Menschen angreifen würden, wenn er allein unterwegs ist. Nun, wir sind zu zweit, aber ich bemerke schon, dass sie über unsere Anwesenheit gar nicht erfreut sind. Sie fauchen, zeigen Zähne und machen Drohgebärden. Wir entscheiden etwas Abstand zu halten und sie vorbeiziehen zu lassen. Dieser Plan geht aber nicht auf. Schnell umzingeln sie uns und einer wirft sogar mit Stöckchen. Wir legen also noch einen letzten Sprint ein und können uns endlich aus diesem Gruselwald befreien.
Kerstin treffen wir zum Glück wohlauf beim Visitor Center wieder. Sie hat von alledem nichts mitgekriegt.Read more











