Von Caminha nach Cerveira
May 2 in Portugal ⋅ ⛅ 18 °C
Wir haben in der Herberge Bom Caminha, bei Vani, eine gute Zeit verbracht. Auf unserem Zimmer waren zwei Polinnen, eine Niederländerin, eine junge Frau mit kanadischer und schottischer Staatsangehörigkeit sowie zwei weitere Personen untergebracht, die ich aber nicht wahrgenommen habe
Wir haben uns längere Zeit mit der jungen Zweistaatlerin unterhalten, die auch erstaunlich gut deutsch gesprochen hat. Sie war Ingenieurin von Beruf, hatte längere Zeit in Berlin gearbeitet und lebt jetzt seit 2 Jahren in Barcelona. Für ihr Alter hatte sie schon erstaunlich viel gemacht. Bedauerlicherweise hatten wir uns gegen das Pilgermenu entschieden, das Vani für 19.00 Uhr zubereitet hatte und waren stattdessen in die Stadt gegangen, um Tapas zu genießen. Nachdem wir nach Aufgabe unserer Bestellung mehr als eine Stunde gewartet hatten, haben wir unsere Getränke bezahlt und sind gegangen. Drei unserer Mitbewohnerinnen saßen noch zusammen nach dem Pilgermenu. Dieses Zusammensein haben wir leider verpasst. Die Nacht war ausgesprochen ruhig. Heute morgen sind wir gegen 07.30 Uhr aufgebrochen. Nahe der Brücke, die wir in Richtung Seixas später überqueren sollten, hatte ein Café bereits geöffnet, sodass wir dort frühstücken konnten. Anschließend haben wir uns auf den empfehlenswerten Rad- und Fußweg begeben, der sich am "Rio Minho" entlang schlängelte. Es waren nur wenige Fuss- und vereinzelte Radpilger unterwegs. In Seixas besuchten wir die Kirche San Bento, in der wir auch unsere Pilgerausweise stempeln konnten. Dort stand ein herrenloser Stock, der mich seitdem begleitet. Spätestens in Santiago de Compostela wird er einem anderen Pilger zur Verfügung gestellt. Ab Seixas sind wir bis ca 500 m vor unserem Ziel, der Jugendherberge mit den geschlechtergetrennten Schlafsälen, einen schönen, reizvollen Weg am "Rio Minho" entlang gewandert,der uns durch wilde Vegetation, aber auch alte Ansiedlungen führte, uns aber auch traumhafte Blicke über den Fluss nach Frankreich bescherte. Bei mir stellte sich ein Gefühl unendlicher Dankbarkeit ein für das, was ich sehen, erleben,genießen durfte. Dieses Gefühl des Dankes bezieht sich auf alle und jedes, wer oder was auch nur im Entferntesten etwas mit diesem Weg zu mir selbst zu tun hat. Gegen 12.00 Uhr hatten wir weit vor unserer geplanten Zeit die Jugendherberge erreicht und wurden dort freundlich mit dem Hinweis empfangen, unsere Zimmer seien noch nicht fertig, wir könnten aber unser Gepäck dort abstellen. Dieses Angebot haben wir dankend angenommen. Nachdem wir unsere Rucksäcke abgestellt hatten, waren wir in die Stadt gegangen, um eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Neben uns am Tisch saßen eine Mutter mit zwei erwachsenen, im Leben stehenden Kindern. Die Mutter beobachtete Phami und ließ ihren Sohn fragen, woher Phami käme. Die Antwort "aus Germany" passte wohl nicht so ganz in ihre Vorstellung, gab dem Sohn aber die Steilvorlage, in etwas radebrechendem Deutsh zu erklären daß er vor zwei Monaten in St. Georgen "near" Stuttgart gewesen sei. Von Beruf ist er Reisebusfahrer und kommt auf diese Weise durch ganz Europa. Es stellte sich dann heraus, daß es sich um Spanier handelte, die aus Galizien, genauer aus Redondela, kamen, dem Ort, den ich für den 05.05. als Zielort eingeplant habe. Soweit soll es für jetzt reichen. Vielleicht gibt es heute Abend noch einen Nachschlag.Read more






















Redondola ? 5.5.?! Das wär Dienstag? [Ekkehard]
Das von dir beschriebene Gefühl der unendlichen Dankbarkeit ist eine tiefgreifende Erfahrung, die viele Pilger wie du auf dem Jakobsweg nach der anfänglichen körperlichen Anstrengung erleben. Toll, dass du es fühlst und in der Lage bist, es auszudrücken UND uns teilhaben lässt....DANKE [Gerd+Lisa]