Im Trödelmodus
May 10 in Spain ⋅ ☁️ 16 °C
Es lagen noch etwa 24 km bis zum Ziel in Santiago de Compostela vor uns. Manche Mitpilger hatten das Bestreben, noch heute dort anzukommen. Unser "Teilzeitmitpilger" Ekkehard, den wir gestern noch getroffen hatten und der bis Teo, einem Ort etwa 13 km vor Santiago kommen wollte, hat es tatsächlich geschafft, die Nacht durchzulaufen und war heute morgen um 03.45 h in der Destination angelangt. Respekt kann ich da nur sagen. Wir hatten uns vorgestellt, morgen in aller Frische an der Kathedrale anzukommen, wenn diese gerade die Tore geöffnet hat. Wie Phami sich ausdrückte : "Ich mache mich hübsch". Ich glaube eher, dass ich als normaler Pilger dort aufschlage. Jedenfalls waren die Bäckereien noch geschlossen, als wir uns auf den Weg machten. So sind wir in einer großen Pilgerschar gestartet, die wir aber schon bald aus dem Blick verloren hatten, weil die ja noch 6 km mehr vor der Brust hatten als wir. Wir hatten uns regenfest verpackt, weil entgegen der Wettervorhersage doch noch der ein oder andere Regentropfen den Weg zur Erde fand. Nach dem morgendlichen Rosenkranzgebet gelangten wir zu einem Kaffee, in dem wir uns stärken konnten. Die vor uns liegenden Route bot wieder viel. Wir zogen durch kleine, verwinkelte Ortschaften, die jede ihren eigenen Reiz ausstrahlte,trafen auf viele sehr alte Wegkreuze, durften uns an prächtigen Kirchen erfreuen, mühten uns über steinige Klettersteige, aber auch weichen Waldboden bis auf 250 m Höhe bergauf, genossen Pfade durch die Felder und an kleinen Bächen entlang, wurden durch Klaviermusik überrascht und konnten einige Stempel für den Pilgerpass ergattern. Sowohl bei Phami als auch bei mir drehten sich die Gedanken darum,ob wir froh und glücklich waren, das erste Hauptziel unseres Abenteuers schon bald erreicht zu haben oder ob die Trauer, dass sich dieser schöne Weg, den wir gemeinsam geniessen, aber auch erleiden durften, dem Ende Zuneigung. Diese Überlegungen veranlassten uns, in den Trödelmodus zu verfallen und vieles noch einmal Revue passieren zu lassen. Ich glaube, die Freude und Zufriedenheit über das Erreichte lassen der Trauer über das Ende keine Chance. Morgen wartet noch der ultimative Höhepunkt auf uns. Wir sind voller Vorfreude auf das, was uns erwartet.Read more






















Meine km letzte Nacht waren gezwungen, nicht freiwillig🤷♂️ [Ekkehard]
Ich wünsche Euch eine schöne letzte Etappe und einen guten Endspurt 😘 [Hien]
Und was machen wir ab morgen, wenn ihr angekommen seid, ohne eure Erlebnisse und ohne eure Bilder und Beschreibungen??? [Lisa & Gerd]