Phami vor dem Glorientor
13. Mai in Spanien ⋅ ☁️ 12 °C
Bei schönem Wetter und ganz ohne Regenausrüstung haben wir uns heute morgen in den Bus gesetzt, um nach Santiago de Compostela zu fahren, dem Ziel des von uns in Angriff genommenen Caminho Português, das wir 3 Tage schneller als geplant bereits am Montag erreicht hatten. Unser erster Gang in Santiago führte uns zum Hauptbahnhof, um Bustickets für unsere Rückfahrt nach Porto am Freitag zu erwerben. Die Verbindung mit dem Bus der Firma ALSA ist die schnellste Möglichkeit, nach Portugal zurück zu reisen. Wir werden uns dort noch bis zum Samstag vor Pfingsten aufhalten, um das Flair der Stadt zu genießen. Nachdem wir diese (einzige) Pflichtaufgabe dieses Tages erledigt hatten, haben wir uns auf den Weg zur Kathedrale begeben, um an der Pilgermesse zum Abschluss unseres Fussmarsches teilzunehmen. Vor der Kathedrale erwartete uns- Ekkehard, den ich etwas despektierlich als "Mauerspecht" tituliert habe, weil er an eben der gleichen Stelle wie am Montag gesessen hatte. Ich bitte Dich um Nachsicht, lieber Ekkehard, aber das gehörte auch hier hin. Die Pilgermesse war für uns wohl der emotionale Höhepunkt dieser Unternehmung, dessen positives Ende von uns zwar nie in Frage gestellt worden war, dessen Unwägbarkeiten uns aber die ganze Zeit in Spannung versetzt hatte. Wir haben genügend Mitpilger gesehen, die am Ende ihrer Kräfte waren oder sich Verletzungen zugezogen hatten, die sie zum Abbruch dieses Abenteuer nötigte oder die ihre Pläne zumindest neu entwickeln mussten, weil sie das Ziel nicht mehr zu Fuß würden erreichen können. Dies alles ist uns dankenswerterweise erspart geblieben. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass mir aus lauter Dankbarkeit die Tränen gekommen sind und ich geweint habe. Phami ist es nicht anders ergangen und ich meine, gespürt zu haben, dass auch andere Teilnehmer an der Messe gleiche Regungen verspürt haben. Ein eher touristisches Highlight war der Abschluss der Messe, zu dem extra das Fotografierverbot, auf das zu Beginn des Gottesdienstes mehrfach und ausdrücklich hingewiesen worden war, aufgehoben wurde. Eine Zahl von etwa 10 Männern brachten den "Botafumeiro" in Schwingung und ließen ihn mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca 68 km/h durch das Querschiff sausen. Die technischen Daten dieses Rauchverteilers,wie die Übersetzung des spanischen Begriffes lautet, will ich gerne mitteilen: das Gefäß selbst ist ca 150 bis 160 cm hoch, es wiegt ohne Füllung zwischen 52 und 62 kg, das Schwungseil hat eine Länge von 68 m ein Eigengewicht von 85 kg. Vielleicht ist einer der werten Leser in der Lage, die Fliehkräfte zu berechnen, denen das Gefäß ausgesetzt ist. Nach der Messe haben wir den heiligen Jakobus besucht und dabei besonders an unsere Freunde M und A gedacht. Wir haben mehr als 3 Stunden in der Kathedrale verbracht. Anschliessend haben wir uns noch Karten für die Dach- und Turmbesteigung morgen besorgt und hatten so die Möglichkeit, noch heute das Museum der Kathedrale zu besuchen. Ekkehard verdanken das 2. Video mit dem Violinenspieler. Herzlichen Dank dafür.Weiterlesen
























Es war und ist mir eine große Freude Euch kennengelernt und mit Euch zusammen den Caminho zu bewältigen 🙏🏼Schalom [Ekkehard]
ReisenderMan müsste wissen, wo die Geschwindigkeit genau gemessen wurde und ob mit der Länge des Seils die Gesamtlänge oder die Entfernung vom Drehpunkt bis zum Botafumeiro gemeint ist. Je nach Annahmen könnte das effektive Gewicht zwischen 156 und 215 kg liegen (mit Omni Calculator berechnet). Tolle Orgel in der Kirche!!
ReisenderKI weiß es besser und hat andere Daten 😀: Beim Schwingen des berühmten Weihrauchfasses in der Kathedrale von Santiago de Compostela wirken am tiefsten Punkt Fliehkräfte (Zentrifugalkräfte) von bis zu rund 600 bis 900 Newton. Dies entspricht einer gefühlten Gewichtskraft von etwa 60 bis 90 kg, die zusätzlich an der Deckenaufhängung und am Seil zerrt. Zusammen mit dem Eigengewicht des Fasses (ca. 530 Newton) wirken am tiefsten Punkt somit insgesamt über 1100 Newton Zugkraft auf das Seil.
Heribert KayenburgLieber Robert, für Deine Arbeit bekommst Du von mir eine 1 mit *.😂😂