• Heribert Kayenburg
  • Heribert Kayenburg

Caminho von Porto nach Santiag

Unser Abenteuer wird am 24.04.2026 beginnen. Wir werden früh morgens von Düsseldorf nach Porto fliegen. Die Zeit bis dahin werden wir nutzen, verschiedene Wege zu überlegen. Für die ca. 260 km haben wir uns Zeit gegeben bis zum 22.05.2026. En savoir plus
  • Phami vor dem Glorientor

    13 mai, Espagne ⋅ ☁️ 12 °C

    Bei schönem Wetter und ganz ohne Regenausrüstung haben wir uns heute morgen in den Bus gesetzt, um nach Santiago de Compostela zu fahren, dem Ziel des von uns in Angriff genommenen Caminho Português, das wir 3 Tage schneller als geplant bereits am Montag erreicht hatten. Unser erster Gang in Santiago führte uns zum Hauptbahnhof, um Bustickets für unsere Rückfahrt nach Porto am Freitag zu erwerben. Die Verbindung mit dem Bus der Firma ALSA ist die schnellste Möglichkeit, nach Portugal zurück zu reisen. Wir werden uns dort noch bis zum Samstag vor Pfingsten aufhalten, um das Flair der Stadt zu genießen. Nachdem wir diese (einzige) Pflichtaufgabe dieses Tages erledigt hatten, haben wir uns auf den Weg zur Kathedrale begeben, um an der Pilgermesse zum Abschluss unseres Fussmarsches teilzunehmen. Vor der Kathedrale erwartete uns- Ekkehard, den ich etwas despektierlich als "Mauerspecht" tituliert habe, weil er an eben der gleichen Stelle wie am Montag gesessen hatte. Ich bitte Dich um Nachsicht, lieber Ekkehard, aber das gehörte auch hier hin. Die Pilgermesse war für uns wohl der emotionale Höhepunkt dieser Unternehmung, dessen positives Ende von uns zwar nie in Frage gestellt worden war, dessen Unwägbarkeiten uns aber die ganze Zeit in Spannung versetzt hatte. Wir haben genügend Mitpilger gesehen, die am Ende ihrer Kräfte waren oder sich Verletzungen zugezogen hatten, die sie zum Abbruch dieses Abenteuer nötigte oder die ihre Pläne zumindest neu entwickeln mussten, weil sie das Ziel nicht mehr zu Fuß würden erreichen können. Dies alles ist uns dankenswerterweise erspart geblieben. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass mir aus lauter Dankbarkeit die Tränen gekommen sind und ich geweint habe. Phami ist es nicht anders ergangen und ich meine, gespürt zu haben, dass auch andere Teilnehmer an der Messe gleiche Regungen verspürt haben. Ein eher touristisches Highlight war der Abschluss der Messe, zu dem extra das Fotografierverbot, auf das zu Beginn des Gottesdienstes mehrfach und ausdrücklich hingewiesen worden war, aufgehoben wurde. Eine Zahl von etwa 10 Männern brachten den "Botafumeiro" in Schwingung und ließen ihn mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca 68 km/h durch das Querschiff sausen. Die technischen Daten dieses Rauchverteilers,wie die Übersetzung des spanischen Begriffes lautet, will ich gerne mitteilen: das Gefäß selbst ist ca 150 bis 160 cm hoch, es wiegt ohne Füllung zwischen 52 und 62 kg, das Schwungseil hat eine Länge von 68 m ein Eigengewicht von 85 kg. Vielleicht ist einer der werten Leser in der Lage, die Fliehkräfte zu berechnen, denen das Gefäß ausgesetzt ist. Nach der Messe haben wir den heiligen Jakobus besucht und dabei besonders an unsere Freunde M und A gedacht. Wir haben mehr als 3 Stunden in der Kathedrale verbracht. Anschliessend haben wir uns noch Karten für die Dach- und Turmbesteigung morgen besorgt und hatten so die Möglichkeit, noch heute das Museum der Kathedrale zu besuchen. Ekkehard verdanken das 2. Video mit dem Violinenspieler. Herzlichen Dank dafür.En savoir plus

  • Hoch über Santiago

    14 mai, Espagne ⋅ ☁️ 10 °C

    Unser letzter Tag in Santiago neigt sich dem Ende zu, bevor wir morgen früh nach Porto aufbrechen. Ich hatte heute morgen nicht auf dem Schirm, dass auch hier in Spanien Christi Himmelfahrt ein Feiertag ist und damit die Busse vielleicht anders als an normalen Werktagen getaktet sind. So standen wir guten Mutes in Milladoiro Novo an der Bushaltestelle. Zuerst fiel uns auf, dass wir dort anders als in den letzten Tagen allein standen, dann merkten wir dass kein Bus kam,ein anschließender prüfender Blick in Google Maps belehrte uns, dass wir zur Haupthaltestelle ca 900 m -Gott sei Dank nur bergab- laufen mussten. Als wir an der Haltestelle ankamen, stand dort abfahrbereit unser Transportmittel, sodass wir nur noch einsteigen mussten. Um 10.30 h begann unser geführter Aufstieg zum Dach und als Höhepunkt auf den "Carraca- oder Ratschenturm. Insgesamt waren 150 Stufen zu erklimmen, wobei bis zu den Dächern 2 Pausen eingelegt wurden und auf den Dächern selbst konnten wir
    für den letzten Teil genug Kraft sammeln. Von dort oben hat man einen fantastischem Panoramablick über die Stadt. Unsere Begleiterin in die luftigen Höhen hat uns die einzelnen Baustile in englischer Sprache hervorragend erklärt. Die erste Pause beim Anstieg legten wir in dem Bankettsaal ein, der prächtig ausgestaltet ist. Von dort ging es weiter bis zu der "Galerie ", von wo aus früher die Jacobspilger der Messe beiwohnen konnten. Diese Galerie befindet sich im obersten Teil des Gloriaturms und hat eine Öffnung zur Kathedrale in Richtung Hauptaltar. Der Name des Gloriaturms kommt daher, dass vor die romanische rückseitige Wand der Kathedrale im 18. Jahrhundert eine gotisch verspielte Wand vorgesetzt worden ist. In den Zwischenraum wurden im unteren Teil der Bankettsaal und im oberen die Pilgerhalle eingerichtet wurde. Aus der Pilgerhalle kann man nur auf den Hauptaltar und auf der gegenüberliegenden Wand durch große Fenster in den Himmel sehen kann. Durch diese großen, Helligkeit spendenden Fenster sieht man in der Mitte des Raumes unter der Decke gleichsam als Schlussstein das "Agnus Dei", diesem Lamm Gottes gilt die Ehre, das Gloria. Daher kommt der Name. Die Zeit auf den Dächern und auf dem Ratschenturm hat uns ein um das andere Mal atemlos werden lassen. Auf dem Dach befindet sich übrigens ein nicht mehr genutzter steinerner Ofen, in dem die Pilger früher, nachdem sie sich zunächst im Mirakelbrunnen gewaschen hatten, ihre Pilgerkleidung zu verbrennen hatten, nicht, damit sie so, wie Gott sie schuf (nackt) vor den Herrn treten konnten,sondern um den Geruchssinn der anderen nicht zu beleidigen. Ursprünglich wollten wir nach diesem Höhepunkt noch einmal in die Kathedrale gehen,um um noch einmal die Atmosphäre der Pilgermesse zu geniessen, die Schlange davor war jedoch mehr als 200 m lang, sodass uns dieses Erlebnis nicht mehr vergönnt war. Dafür wurden wir durch ein Mittagskonzert entschädigt, das zeitgleich auf dem Platz vor der Kathedrale gegeben wurde. In dem Kaffee oberhalb des Platzes haben wir zum Abschluss noch einen Café con lecche getrunken mit -Ekkehard! Letzterer macht sich morgen auf den Fussweg nach Finisterre. Wir wünschen ihm alles Gute auf diesem Weg und begleiten ihn mit Bewunderung in dieses Abenteuer. In diesem Sinne allen, die uns begleitet und meine Berichte ertragen mussten, ein herzliches : "ULTREIA", aus dem lateinischen "ein ultra", auf gut deutsch: "Gehen wir weiter!" Ein kleiner Nachsatz zum Titelbild dieses Berichtes: Beim Betrachten des heiligen Joseph, der seine linke Hand schützend auf das sich an ihn schmiegende Jesuskind legt, fiel mir die rechte Hand auf, mit der der Zimmermann auf sich selbst zeigt. Spontan kam mir der Gedanke, dass der Heilige gerade jemandem erklärt: "Das Kind ist aber nicht von mir!" Sollte ich jemandem mit diesem Gedanken zu nahe getreten oder seine Gefühle verletzt haben, bitte ich um Nachsicht, aber die Aussage trifft zu.
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  • Soziale Kompetenz

    20 mai, Portugal ⋅ ☀️ 23 °C

    In den letzten Tagen habe ich erfahren, dass die Geschichte der katholischen Kirche und die Entwicklung des sozialen Fürsorgesystems untrennbar miteinander verwoben sind. Wir wollten die Misericordia-Kirche besichtigen, in die wir aber nur durch das Museum "Santa Casa da Misericordia" gelangen konnten. Diese Einrichtung wurde 1499 gegründet. Es handelte sich um eine christliche Bruderschaft, die sich ausdrücklich zum Ziel gesetzt hatte, die 14 Werke der Barmherzigkeit in die Tat umzusetzen. Zu diesen Werken zählten die Versorgung der Hungernden, die Pflege der Kranken, die Beerdigung der Toten. Die Ordensbrüder revolutionierten jedoch die Sozialarbeit, indem sie eine Findelwippe für ungewollte oder in Not geborene Kinder einrichten, die dort anonym abgegeben werden konnten. Ausserdem übernahmen sie die Gefangenenfürsorge, indem sie die Insassen des berüchtigten Stadtgefängnisses zunächst mit Essen und medizinischer Hilfe, später auch mit der Gestellung von Rechtsanwälten und Strafverteidigern unterstützten. Im 18. Jahrhundert gründete die Bruderschaft das Krankenhaus "Real de Santo Antonio", das seinerzeit eines der modernsten und fortschrittlichsten Heilanstalten Westeuropas war. Das alles wurde nicht mit öffentlichen Mitteln, sondern ausschließlich und komplett durch kirchliche Stiftungen, Nachlässe oder Spenden wohlhabender Bürger finanziert. Den Wohlstand hatten die Einwohner zum einen dem Portwein zu verdanken, der schon damals ein Exportschlager war, zum anderen aber auch der Tatsache, das viele Portugiesen durch Goldfunde in Brasilien unermesslich reich geworden waren und mit ihrem Reichtum die Sozialarbeit unterstützten. Selbst nach dem Verbot der Orden und der Verstaatlichung der Klöster blieb die soziale komponente bei der Kirche. Auch der Trinitarierorden, der im 12. Jahrhundert gegründet worden war, sah seine Aufgabe hauptsächlich in der Gefangenenfürsorge und der Armen- und Krankenpflege. Im Jahr 1802 wurde mit dem Bau eines Krankenhauskomplexes, dem "Hospital da Trindale" begonnen, in dem vor allem mittellose Bürger behandelt worden sind. Wie St. Antonio hat sich auch dieses Hospital um Blinde, Taubstumme und geistig kranke Personen bemüht. Auch hier wurde alles nur durch kirchliche Stiftungen, Erbschaften oder Schenkungen finanziert. Die erst etwa 40 Jahre später errichtete Trinitatiskirche ist das größte Gotteshaus Portos. Mir war zuvor nicht bewusst, welchen Einfluss die Kirche auf die Sozialstrukturen Portugals hat und gehabt hat.En savoir plus

  • Stadtbilder

    20 mai, Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Eine beeindruckende Reise neigt sich langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Die vergangenen Tage haben uns diese Stadt am Douro näher gebracht. Wir haben viele Einrichtungen und Kirchen gesehen, die uns die Kultur dieser Region näher gebracht hat. Wir mussten lernen, daß es kaum eine Straße oder Wege gibt, die nicht bergauf oder -ab führt. Wir haben rudimentär den Bus- und Metroverkehr kennen und schätzen gelernt. Überzeugend war die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen. Die Autofahrer beweisen eine Geduld, die ich aus Deutschland nicht kenne. Auffallend war die Sauberkeit auf Straßen und Plätzen. Unkraut darf hingegen fast überall sprießen. Es hat uns erstaunt, durch welch schmale Straßen Busse 🚌 fahren. Allerdings ist uns auch ein bedenklicher Leerstand und damit wohl einhergehender Verfall von Häusern und Wohnungen aufgefallen. Hier scheint aber wohl in manchen Stadtbezirken ein Umdenken einzusetzen. Bedauerlich ist, dass wir die älteste Kirche Porto's, die Igreja de São Martinho de Cedofeita nicht von innen besichtigen konnten. Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und stellt eines der wichtigsten romanischen Bauwerke der Region dar. Sie ist architektonisch ungewöhnlich, weil sie als einzige Kirche vollständig mit einer steinernen Gewölbeabdeckung versehen ist. Schade, dass die angegebenen Öffnungszeiten nicht gelten.En savoir plus

    Fin du voyage
    23 mai 2026