• Malte Widenka
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12 Wochen Europa

Et åpent eventyr av Malte & Pia-Marie Les mer
  • Sanremo

    5. oktober 2018, Italia ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir machen uns heute Morgen auf den Weg nach Sanremo. Kurz nach Verlassen des Campingplatzes komme wir an Salzseen mit Flamingos vorbei. Dann geht es die Côte d’Azur entlang und vorbei an Saint-Tropez, Cannes, Antibes, Nizza und Monaco und irgendwie ist es schade, dort nicht anzuhalten, aber mittlerweile wollen wir alle gerne langsam nach Hause und außerdem soll es ab übermorgen hier regnen. Also fahren wir mit vielen Unterbrechungen weiter. Bo schläft die erste Zeit, ist dann aber wirklich unglücklich, so dass wir jeden Rastplatz mitnehmen und wir in Nizza abfahren, wo wir erst an der Flughafen-Tankstelle halten können. So große Wohnmobile sind hier vermutlich eher selten.
    Wir kommen am frühen Nachmittag an und haben Glück, einen regulären Stellplatz gibt es nicht mehr, wir dürfen uns aber bei den Bungalows hinstellen und haben hier sogar Strom und Wasser. Auch hier sind wir wieder erstaunt, was noch im Oktober hier los ist. Direkt nebenan ist noch ein großer Wohnmobilstellplatz, auf dem bestimmt auch noch mal 50 Mobile stehen.
    Ich gehe mit Jonte und Bo direkt nach der Ankunft auf den Spielplatz, Jonte ist vor allem glücklich über die Trampoline. Später kommt Malte dazu und ich gehe mit Bo zurück, damit er etwas schlafen kann. Zum Abend nehmen wir die Fahrräder und fahren ins Zentrum. Direkt neben dem Campingplatz beginnt ein toller, insgesamt 24 km länger Fahrradweg, hier wurde eine alte Bahnlinie umgebaut, so dass Jonte die 3,5 km in die Stadt selbst fahren kann.
    Jonte möchte sich so gerne was von seinem Geld kaufen, doch leider schließen grade alle Geschäfte. In einem Kiosk entscheidet er sich dann für Seifenblasen und Wunderkerzen.
    Wir essen in einem kleinen Restaurant lecker zu Abend und im Anschluss noch ein Eis. Auch auf dem Rückweg fährt Jonte wieder selbst, er macht das wirklich richtig gut.
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  • Elendiger Misttag!

    6. oktober 2018, Italia ⋅ ⛅ 15 °C

    Beim Aufwachen regnet es schon und wir machen uns bald danach auf den Weg. Unser Tagesziel ist mindestens Lugano, vielleicht sogar weiter. Bo schläft direkt 1,5 Stunden und wir kommen gut voran, immer die Riviera entlang mit schönen Ausblicken. Und immer wieder denke ich auch hier, wie schade es ist nicht zu verweilen, aber da auch für die nächsten 5 Tage Regen vorhergesagt ist, fällt es leichter weiter zu fahren. Da wir noch eine Post suchen und ein bißchen was einkaufen müssen, suche ich ein an der Autobahn gelegenes Einkaufszentrum mit Carrefour in Mailand raus. Wir finden einen Parkplatz direkt gegenüber, am Eingang eines Baumarktes und essen zunächst im Einkaufszentrum zu Mittag.
    Als wir nach dem Einkauf zurück kommen, ist das Wohnmobil leider aufgebrochen, alle Fächer ausgeleert und zerwühlt. Mein Portemonnaie fehlt, Bargeld ist weg (Franken, Kronen, Euro), alles zusammen etwa 300-400€, dazu fehlen das MacBook, die große Kamera, die AppleWatches und der Lautsprecher. Unsere Eheringe haben sie nicht gefunden und die Ausweise liegen auf dem Tisch, immerhin. Sehr nervig ist allerdings, dass das Schloss kaputt und die Tür somit nicht mehr abschließbar ist. Ein freundlicher Italiener hilft uns noch beim Anrufen der Polizei, wir sollen letztlich dorthin kommen. Wir rufen zunächst meine Kreditinstitute an um die Karten zu sperren und telefonieren mit der Versicherung und dem ADAC. Wir sind alle fix und fertig.
    Ich lasse Bo kurz auf dem Bett liegen, bitte Jonte zu gucken (keine gute Idee von mir, der ist mit den Gedanken natürlich ganz woanders), denke dann aber auch nicht mehr daran als Jonte seine Portemonnaies sucht und da hören wir es plumpsen und schreien. Bo ist tatsächlich vom Bett gefallen und hat beide Stufen mitgenommen, immerhin liegen auf dem Boden Kleidungsstücke, die den Aufprall etwas dämmen. Bo schreit Gott sei Dank sofort, aber man sieht auch direkt eine dicke Beule an der Stirn. Ein Mitarbeiter aus dem Baumarkt ruft einen Krankenwagen für uns, es dauert ein paar Minuten in denen wir das nötigste für Bo und mich packen. Der Krankenwagen kommt mit 4 Personen von denen niemand deutsch oder englisch spricht, aber mit Händen, Füßen und minimalen Italienischkenntnissen bekommen wir es hin. Bo und ich fahren mit ins Krankenhaus und Malte und Jonte bleiben zurück. Jonte ist ziemlich durch den Wind, erst der Einbruch, das ganze Chaos, sein Portemonnaie geklaut und dann noch sein Bruder, der vom Bett fällt. Etwas zu viel für einen 4-jährigen!
    Ich werde im Krankenwagen auf der Trage festgebunden und soll Bo auf dem Arm halten. Das ist bei den Straßenverhältnissen gar nicht so trivial, vor allem weil ich zeitgleich dafür sorgen soll, dass er nicht einschläft, obwohl er super müde ist (wir wollten, dass er auf der Weiterfahrt noch mal schläft). Im Krankenhaus geht es erst durch die Triage, dann warten wir etwa eine Stunde auf die ärztliche Untersuchung, während der Bo dann endlich schlafen darf. Außer der Beule lässt sich nichts feststellen, wir sollen aber mindestens 6 Stunden zur Beobachtung bleiben. Da das mitten in der Nacht wäre, bitte ich darum bis zum Morgen bleiben zu dürfen. Bo bekommt ein Gitterbett, ich einen Liegestuhl daneben. Versorgung der Angehörigen ist nicht vorgesehen, aber die Krankenschwester hat Mitleid mit mir und da ich stille bekomme ich eine kleine Wasserflasche mit 500ml. In der Wickeltasche finde ich später noch 2 Obstriegel, einen Quetschi und ein paar Kekse von Jonte, bestes Abendbrot...
    In der Zwischenzeit fahren Malte und Jonte zur Polizei und lassen alles aufnehmen. Anschließend fahren die beiden auf einen Campingplatz am Stadtrand von Mailand. Die direkten Nachbarn dort sind super nett, Jonte bekommt ein Eis, darf den Hund mit Pistazien füttern und auch selbst welche essen. Außerdem bieten sie an auf Jonte aufzupassen falls Malte zu mir kommen müsste.
    Jonte isst dann noch ein paar Gnocci und schläft völlig fertig auf meiner Hälfte des Bettes ein.
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  • Back to Germany

    7. oktober 2018, Tyskland ⋅ ⛅ 18 °C

    Die Nacht in der Klinik wird tatsächlich zumindest für mich schlaflos. Am späten Abend kommt noch ein anderes Kind mit ins Zimmer, das nachts immer wieder kräftig hustet, inhalieren muss und ärztliche Hilfe braucht. Dazu ist der Liegestuhl auf Dauer doch ziemlich unbequem und ich gucke immer wieder nach Bo. Gegen 6 Uhr wecke ich ihn sogar, er schläft schon seit 3 Stunden, in den Morgenstunden bei ihm eher selten, er ist dann aber wach und fröhlich. Gegen 7 Uhr kommt dann die Ärztin zu uns und guckt kurz nach Bo und meint wir dürften bald gehen. Sie klärt dann mit dem Taxiunternehmen, dass uns ein Taxi auch ohne Kindersitz zum Campingplatz bringt, in Italien überhaupt kein Problem. Ich bekomme dann tatsächlich noch Frühstück, genau wie die kleinen Patienten, eine Tasse schwarzen Tee oder alternativ Milch und dazu 2 Kekse...
    Der Taxifahrer ist sehr nett und erzählt mir auf dem Weg durch das vernebelte Mailand ein bißchen aus seinem Leben, zum Beispiel dass er Anfang der 80iger Jahre als Punk in Berlin gelebt hat. Und er entschuldigt sich mehrmals für die Mailänder Männer, es gäbe so viele Diebe und Verbrecher. Ihm selbst wurde schon mehrfach die Scheibe eingeschlagen um an seinen Verdienst zu kommen, mittlerweile legt er immer einen Zettel unter die Windschutzscheibe, auf dem steht, dass es nichts zu klauen gäbe.
    Bo und ich kommen dann ziemlich früh auf dem Campingplatz an, Jonte schläft noch und freut sich von mir und Bo geweckt zu werden. Malte holt schnell ein paar Croissants, mein Hunger ist riesig. Mit ein bißchen was im Magen und geduscht geht es mir schon deutlich besser, auch wenn ich noch sehr müde bin.
    Malte und ich entscheiden dann, dass wir schnellstmöglich nach Hause wollen und machen uns bald auf den Weg. Nachdem wir die Grenze zur Schweiz überquert haben, ist das Gefühl direkt ein anderes. Es fühlt sich mehr nach zu Hause und nach Sicherheit an. Es geht dann mit kleinen Pausen zunächst vorbei an Stationen unserer Reise, Lugano und Bellinzona, dann durch den Gotthardtunnel und vorbei am Vierwaldstätter See. Hier hätten wir gerne Pause gemacht und Richard besucht, der mittlerweile in Luzern lebt, aber der Wunsch nach Hause zu kommen ist größer.
    Wir machen kurz vor deutschen Grenze nochmal halt beim großen gelben M und kommen kurz danach auf dem Obsthof Grethermühle an, der im Nachbarort von Steinen liegt, wo Maltes Tante Gisela wohnt. Auch dieser Hof macht mit beim Landvergnügen und wir dürfen uns für eine Nacht auf den Hof stellen. Wir sind erst etwas verwundert, da der Hof direkt in einem Wohngebiet liegt, aber hier befindet sich nur das Wohnhaus und die Schnapsbrennerei, die Obstbäume stehen auf den Bergen ringsum. Trotzdem ist genügend Platz für unser Wohnmobil und der Inhaber ist sehr nett und wir bekommen Strom und Wasser. Es ist mittlerweile ziemlich spät und dunkel, Jonte muss aber noch ein paar Mal über den Hof rennen um Energie loszuwerden, bevor wir uns dann alle zusammen in unser Bett legen, alleine möchte Jonte nicht mehr schlafen.
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